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Geht auch ganz einfach:

Stromfresser finden Welche Geräte am meisten Strom verbrauchen

Laut einer Greenpeace-Umfrage wollen drei von vier Leuten Strom sparen. Langjährige Verbrauchsstatistiken offenbaren aber, dass der Stromverbrauch bis 2007 gestiegen und sich erst seit 2020 auf dem Wert von 1990 einpegelt. Wir sagen, wie Sie Stromfresser finden und den Verbrauch drosseln.

Einerseits möchten wir Ressourcen schonen, umweltfreundlich leben und tierlieb sein, andererseits wollen wir Schnitzel essen, Autofahren und – vor allem zu Hause – Komfort genießen. Praktischerweise wird uns der von den Marketingprofis der Industrie und des Handels auch bestmöglich angepriesen.

Zunehmend ist gar die Rede davon, Smarthome-Technik spare Energie. Mit gesundem Menschenverstand betrachtet, bleibt es jedoch ein Rätsel, wie ein elektrischer Rollladenantrieb gegenüber dem mechanisch bedientem Gurt ein Energiegewinn darstellen soll. Oder inwieweit ein Schrubber (Bürste mit Stiel) mehr Strom verbrauchen kann als ein Dampfsauger. Nur um zwei Beispiele zu nennen. Gerade beim Stromsparen wird es halt schwer, ein elektrisches Produkt zu finden, das weniger Strom verbraucht als kein elektrisches Produkt.

 

Dennoch wird elektrifiziert was das Atomkraftwerk, nein, was die Windräder hergeben. Elektronische Schlösser, Überwachungskameras, Klimaanlagen und Akkugeräte soweit das Auge reicht. Und hiermit sind jetzt noch nicht einmal E-Bikes gemeint, die erstaunlicherweise auch nicht weniger Strom verbrauchen als klassische Drahtesel, die man selbst treten muss. Sondern gemeint sind all die smarten Geräte vom Akkuschrauber über Handstaubsauger bis hin zur großen Akkukettensäge und dem lauten Laubbläser, die sich zunehmend in jedem Haushalt tummeln. Gleiches gilt natürlich für unser aller Smartphone, wobei der Strombedarf hierfür im Vergleich zum klassischen PC samt großem Monitor in der Tat deutlich geringer ausfällt. Andererseits verbrauchen all die Videos und Bilder, die wir uns damit sekündlich versenden, schon eine irrsinnige Menge Strom, um die Server und Rechner damit zu betreiben. Vergisst man schon mal schnell, dass der ganze Unsinn irgendwo gespeichert und weitergeleitet werden muss.

Der Energieklassen A weitere Pluszeichen hinzuzufügen, ist unübersichtlich und wurde geändert. Rechts die neue Einordnung am Beispiel eines Kühlgerätes. Foto: www.co2online.de

Beim Thema Fernsehen wird einem auch schön verpackt vorgegaukelt, dass moderne Flachbildschirme weniger Energie verbrauchen als die alten Kisten von früher. Damals, die ausladende Röhre, ein Stromfresser! Leider hängt der Stromverbrauch ganz entschieden von der Größe des Bildschirms ab. Und hier haben wir uns um etliche diagonale Zentimeter gesteigert. LCD-Fernseher in der Größe alter Kinoleinwände sind ja keine Seltenheit. Soundsysteme mit separat stromfressendem Subwoofer ebenfalls. Muss man nicht, aber will man haben. Der Router daneben benötigt im Übrigen auch Strom, den er früher auf Grund des nicht Vorhandenseins eben nicht benötigte. Multimedia ist auch einer der Hauptgründe dafür, dass der Stromverbrauch trotz sparsamerer Technik nicht sinkt. Das Mehr von allem kompensiert den technischen Fortschritt in dieser Hinsicht.

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Das gilt auch fürs Licht. Tolle, stromsparende LED-Lampen gibt es heute, nur wenn man davon ein Vielfaches im Haus hat im Vergleich zu früher, wo nur drei, vier Glühlampen für spärliche Beleuchtung sorgten, so kann die neue Lichtinszenierung mit 50 in allen Farben vom Smartphone aus steuerbaren Spots eben keine Stromspareffekte bewirken. Weniger wäre hier mehr. Beim Blick auf Kühl- und Gefrierschrank kommt man zu ähnlichen Schlüssen. Unter 2 m Höhe geht kaum noch etwas. Oft sind die Schränke auch gute 2 m breit, spucken Eiswürfel aus und kühlen Wein auf den Punkt. In Gefrierschränken so groß wie Heizungsanlagen lagern Lebensmittel für die nächsten zwei Jahre. Wie gut, dass es heute nicht nur Bofrost und den Eismann gibt – bestellen kann man ja fast überall. Alles. Und wenn dann die Wildschweinhälften tiefgefroren anrollen, muss man halt den entsprechenden Platz bereithalten. Früher reichte einem Vier-Personen-Haushalt dagegen der kleine Kühlschrank mit 5-Liter-Eisfach. Sicher, das will man heute nicht mehr, nur logischerweise senkt man so auch nicht den Stromverbrauch.

Je kleiner der Bildschirm, desto geringer ist meist der Stromverbrauch. Foto: Hersteller / Philips

Beginnen wir mit der Gerätesuche im Wohnraum und Arbeitszimmer, wo Sie zahlreiche Stromfresser finden können. Trotz Smartphone und Tablet spielt im Wohnzimmer der Fernseher noch die erste Geige. Und je größer er ausfällt, desto mehr Strom verbraucht er meist. Beim Kauf wird man sich ohnehin auf eine Größe festlegen und muss dann nur den angegebenen Stromverbrauch der zur Wahl stehenden Geräte vergleichen – Energiesparlabels und Herstellerangaben geben Auskunft. Später beim Betrieb sollte man Standby vermeiden und am besten schaltbare Steckerleisten einsetzen. Gleiches gilt für Stereoanlagen, Computer, Monitore oder Drucker – viele dieser Geräte lassen sich nicht komplett abstellen, sodass man dies nur über eine schaltbare Steckerleiste machen kann. Und bedenken Sie auch bei der Arbeit, dass große Monitore in der Regel mehr Strom verbrauchen als kleine, und dass eine Videokonferenz auch mehr Strom zieht als das reine Schreiben mit dem Laptop.

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Sparen kann man im Übrigen ebenso beim Thema Verdunkelung und Sonnenschutz. So sind zwar schon länger elektrisch betriebene Rollläden und Markisen sehr beliebt, per Gurt oder Antriebsstange aus- und eingefahren, wird jedoch 0,0 Prozent Strom verbraucht. Hier hilft auch smarte Technik nicht weiter. Höchstens bei Heizkörpern, die mit einem elektronischen Thermostat bedarfsgerecht geregelt werden können und dann nicht dauerhaft heiß oder kalt sind, weil man es selbst oft nicht geregelt bekommt. Nur betrifft das dann nicht den Strom-, sondern den Heizenergieverbrauch, sofern es sich nicht um elektrische Heizungen handelt.

Auch wenn man es überall im Haus und im Garten braucht, kommen wir hier noch zum Thema Licht. Klar dürfte mittlerweile sein, dass LED-Technik gegenüber Halogen- und vor allem Glühlampen bis zu 90 Prozent Energie einspart, da die Lichtausbeute deutlich höher ausfällt. So erzeugt eine Glühlampe nur etwa 10 Lumen/Watt, eine Halogenlampe rund 20 Lumen/Watt, eine Leuchtstofflampe schon rund 80 Lumen/Watt, eine LED-Lampe jedoch bis rund 170 Lumen/Watt. Achten Sie bei der Wahl einer LED-Lampe also auf die Lumenzahl: Je höher der Wert, desto heller strahlt die Lampe – aber desto mehr Strom verbraucht auch sie. Insofern sollte man sie stets ausschalten, wenn man sie nicht braucht.

Induktionskochfelder helfen, Strom zu sparen. Foto: Hersteller / Neff

Kommen wir zum Kochbereich, der vor allem seit Corona zunehmend beliebter wird. Auch zwangsläufig. Hinsichtlich der Geräte geben Energiesparlabels anschaulich Auskunft über den Stromverbrauch. Lange galt bei den Energiesparlabels das A mit vielen Pluszeichen: A+++ war sehr gut, das einzelne A schon ziemlich bescheiden, von den weiteren Buchstaben des Alphabets mal ganz zu Schweigen. Mittlerweile sind die Pluszeichen weggefallen und das A ist sehr gut, B gut u.s.w. Grundsätzlich sollte man aber auch auf den angegebenen Stromverbrauch achten und nicht nur die plakativen Buchstaben auf dem Label ins Visier nehmen, um Stromfresser finden zu können. So wird schnell offenbar, dass ein großer A-Kühlschrank in der Regel mehr Strom verbraucht als ein kleiner A-Kühlschrank. Weniger ist bei Kühlgeräten also ebenfalls mehr. Dieses Prinzip haben sich auch Induktionskochfelder zu eigen gemacht, denn sie heizen nur die Fläche, auf der der Topf steht – und keinen Deut mehr. Tolle Sache, kostenseitig rechnen sich all diese neuen Geräte meist jedoch nur, wenn die alten kaputt sind.

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Niedriger Stromverbrauch hin oder her (wobei man natürlich zunehmend gut rechnen muss, bei den steigenden Strompreisen). Beim Aufstellen sind auch einige Regeln zu beachten, wenn man Strom sparen möchte. So lautet eine Binsenweisheit, dass der Kühl- und Gefrierschrank nicht neben dem Backofen stehen sollte. Am besten platziert man ihn an Außenwänden. Bei neuen, gut gedämmten Geräten spielt das allerdings eine geringere Rolle als bei alten, schlecht gedämmten. Wer also noch an seinem alten Kühlgerät festhält, sollte es entsprechend platzieren und auch mal schauen, ob sich Dichtungen auswechseln oder Türen strammer einstellen lassen. Das regelmäßige Abtauen hilft ebenfalls beim Stromsparen: Eine 1 cm dicke Eisschicht ist ein Stromfresser und kann den Verbrauch um bis zu 50 Prozent erhöhen. Beim Abtauen hilft ein Topf mit heißem Wasser, das man allerdings sparsamer im Wasserkocher erhitzt als im dicken Kessel auf dem Kochfeld.

Vollelektronische Durchlauferhitzer arbeiten sparsamen als hydraulische Geräte. Foto: Hersteller / Clage

Selbst im Badezimmer können sich Stromfresser finden. Wer eine Zentralheizung hat, wird sich zwar über Stromverbrauch zur Warmwasserbereitung selten Gedanken machen. Allerdings benötigt auch eine Gas-, Öl- oder Holzheizung etwas Strom, mit einer alten Heizungspumpe ggf. auch etwas viel Strom. Inwieweit ein Austausch alter Pumpen sinnvoll ist, muss man mit einem Installateur vor Ort abklären. Wer dezentral warmes Wasser bereitet, sollte dies mit einem vollelektronischen Durchlauferhitzer machen und nicht mit einem (alten) hydraulischen Gerät. Ein Ventilator sollte über einen Feuchtesensor verfügen und nur laufen, wenn es nötig ist, und nicht schon nach fünf Sekunden starten und während der gesamten Sitzung und noch fünf Minuten darüber hinaus laufen. Beim Thema Waschen gilt nach wie vor: Ein Trockner benötigt mehr Energie als eine Waschmaschine. Wer ihn sich spart, spart also. Hinsichtlich Waschprogrammen sollte man aber Vorsicht walten lassen: Energiesparprogramme waschen im 60-Grad-Programm oft keine 60 Grad – wenn es keimfrei sein soll, ist das ungünstig. Bei 40- oder 30-Grad-Wäschen kann man aber ohne Weiteres das entsprechende Energiesparprogramm anwählen.

Ein Saunaofen wird meist mit Starkstrom betrieben – bei häufigem Einsatz ein teures Vergnügen. Foto: sidm / PS

Viele träumen von einer Wellnessoase im Keller, viele haben sie schon verwirklicht. Und wissen dann, dass Saunaöfen in der Regel Starkstrom benötigen. Nur wird damit kein kleiner Backofen aufgeheizt, sondern eine mehr oder weniger große Personenkabine. Entsprechend kann eine Sauna bei täglicher Nutzung weit über 500 Euro Stromkosten im Jahr verursachen – ein echter Stromfresser also. Je besser sie gedämmt ist, je kleiner sie ausfällt und je weniger (lang) sie genutzt wird, desto mehr Strom spart man. Eine billige Elementsauna kann da am Ende schon mal mehr Kosten als eine teure, gut gedämmte Massivholzsauna – allein durch den Stromverbrauch. Auch zusätzliche Duschen inkl. Hebeanlage und Durchlauferhitzer verursachen relativ hohe Stromkosten. Über ein beheiztes Schwimmbad wollen wir erst gar nicht reden – Wellness kostet hier richtig Geld. Doch selbst im Kleinen sollte einem im Vorfeld bewusst sein, dass es mit einer Anschaffung allein nicht getan ist. Die wiederum dürfte ohnehin oft fraglich sein: Wie viele Saunen stehen schon nach kurzer Zeit unbenutzt im Keller und gammeln vor sich hin? Mechanische Fitnessgeräte sind ebenso elektrischen vorzuziehen. Gleiches gilt im Prinzip für Werkzeug – in vielen Fällen tut es auch ein Schraubendreher anstatt eines Akkuschraubers. Von der Heizungspumpe sprachen wir ja schon, aber auch bei Lüftungsanlagen und Wärmepumpen fallen hohe Stromkosten an, weshalb man beim Kauf auf entsprechende Verbrauchsangaben bzw. Energielabels achten sollte.

Elektrische Torantriebe sind bequem, brauchen aber Strom. Gut, wenn Solarkraft das besorgt. Foto: sidm / CK

Stromfresser finden Sie auch in der Garage oder im Gartenschuppen. Wobei es keine Frage ist, dass ein Garagentorantrieb total bequem ist, nur leider verbraucht er eben Strom. Wer das Tor per Hand betätigt, fährt billiger. Gleiches gilt fürs Fahrrad, wobei es erstaunlich wenig kostet, ein E-Bike aufzuladen: Die Angaben schwanken je nach Akku, Bike und Stromversorger, aber rund 15 Cent pro Ladevorgang sind keine große Nummer, selbst bei täglicher Ladung. Beim E-Auto sieht das schon anders aus: Je nach Batteriekapazität muss man mit rund 5 bis 25 Euro und noch mehr pro Ladevorgang rechnen. Beachten Sie Angaben zum Stromverbrauch in kWh/100 km und natürllich auch die (steigenden) Kosten des Stromanbieters!

Achten Sie bei elektrischen Gartengeräten auf den angegebenen Stromverbrauch. Foto: Hersteller / Gardena

Im Garten macht Kleinvieh auch Mist, könnte man fast sagen. Denn jedes Gerät für sich genommen braucht nicht viel Strom, aber zusammen addiert sich etwas. Dass man deshalb vom elektrischen Mäher Abstand nimmt, ist natürlich Unsinn, wobei es auf sehr kleinen Rasenflächen eigentlich auch mit dem guten, alten Handmäher geht. Aber ob es statt des Laubrechens und des Besens nun unbedingt der Laubbläser sein muss, kann man hinterfragen. Überwachungskameras und Teichpumpen verbrauchen ebenfalls Strom, mechanische Sicherheitsschlösser und ein stiller Teich dagegen nicht. Für die Beleuchtung rund um Haus und Hof sind Solarleuchten eine gute und stromsparende Lösung.

Quelle: selbst ist der Mann 2 / 2020

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