Sauna kaufen – worauf achten?

Draußen kalt und stürmisch – drinnen wohlig warm. Wer eine Sauna im eigenen Heim besitzt, erlebt vor allem in den kalten Monaten Entspannung pur. Wir verraten Ihnen worauf Sie vor dem Kauf achten sollten!

Sauna kaufen
Nach Feierabend im eigenen Heim Saunieren – ein Traum für Viele. Foto: BauerStock/mihaperosa

Das Saunieren hat mittlerweise jahrundertelange Traditionen. Die gesundheitlichen Vorteile sind erstaunlich – sowohl psychisch als auch physisch. Doch für regelmäßige Saunagänger kann der gesunde Spaß schnell teuer werden. Wer gerne Saunalandschaften besucht, ist schnell mindestens 15 Euro für einen Tag los. Dann macht es SInn, darüber nachzudenken, sich eine eigene Sauna zu kaufen. Damit die neue Anschaffung auch noch Jahre später Freude bereitet, sollte man sich vor dem Kauf einer Sauna ausreichend informieren.

Dass der Gang in die Sauna gesund ist, stimmt nur, solange man die Regeln für gesundes Saunieren befolgt:

 
 

Welche Sauna kaufen?

Die erste Frage, die man sich beim Kauf einer Sauna stellen sollte, ist die nach der Art der Sauna. Welche Saunaart für Sie in Frage kommt, hängt von Ihren gewünschten Saunagängen, aber auch von der Platzierung Ihrer Sauna sowie vom Preis ab. Wir stellen Ihnen die fünf gängisten Saunatypen und ihre Charakteristika vor.

Elementsauna

Die Elementsauna besteht aus recht dünnen Außenwänden. Ein Holzrahmen wird mit nichtbrennbarem Dämmstoff (Mineralwolle) und von innen mit einer Dampfsperre (Aluminiumfolie) versehen und von beiden Seiten verkleidet. Innen kommt als Verkleidung stets Holz zum Einsatz, meist Profilholz aus nordischer Fichte. Außen werden zum Teil auch Holzwerkstoffplatten eingesetzt, die zum Beipiel mit Kunststofffolie überzogen sind.

Foto: Hersteller/Karibu

Die Wärmeabstrahlung innen erfolgt durch die dünne Holzschicht schnell und hart, dementsprechend ist die Oberflächentemperatur hoch. Vorteile einer Elementsauna sind die geringe Aufheizzeit, eine große Vielfalt an Modellen, sowie die häufige Lieferung in Fertigbauteilen. Achtung: Auch, wenn Sie einen vorgefertigten Bausatz erhalten, ist bei der Montage Sorgfalt geboten, denn der gedämmte Rahmen muss unbedingt vernünftig abgedichtet sein, um funktionsfähig zu bleiben. Bei gutem handwerklichen Geschick, bietet es sich an, die Elementsauna in möglichst vielen Einzelteilen zu kaufen, denn so sinkt der Preis. Entscheiden Sie sich für eine Variante in Fertigbauteilen, müssen Sie mit einem etwas höheren Preis rechnen. Im Allgemeinen sind dem Bild ähnliche Elementsaunen ab etwa 1700 Euro erhältlich. 

Massivholzsauna 

Keine Dämmschicht, keine Dampfsperre: Massivholzsaunen bestehen durch und durch aus naturgewachsenem Holz. Dadurch besteht mehr Wärmespeicherfähigkeit und ein sanfteres, weicheres Abstrahlen von Wärme. Die Innenseiten werden dabei nicht allzu heiß. Ein weiterer Vorteil: Durch die Holzmasse und langsame Erwärmung werden holzeigene Inhaltsstoffe freigesetzt, welche den typischen Geruch erzeugen.

Foto: Archiv/sidm

Die Wärme beim Saunieren in einer Massivholzsauna wird gleichmäßig und schonend abgegeben. Bei regelmäßiger Nutzung bleibt die Sauna lange haltbar und kostengünstig. Die Anschaffung einer Massivholzsauna ist dagegen recht kostenintensiv. Da die Saunen im Idealfall aus hochwertigem Massivholz ohne Zusätze bestehen, beginnen gute Modelle bei etwa 2000 Euro. Massivholzsaunen ohne Ausstattung und mit niedriger Holzstärke sind auch schon ab etwa 1300 Euro verfügbar.

Outdoorsauna

Für das Saunieren im Außenbereich gibt es sowohl Element- als auch Massivholzsaunen mit den gleichen Vor- und Nachteilen. Das besondere Augenmerk liegt hier natürlich auf der Witterungsbeständigkeit.

Foto: Archiv/sidm

Das Dach muss mehrlagig mit Bitumendachbahn abgedichtet sein und ein Gefälle beziehungsweise eine Regenwasserableitung aufweisen. Der Boden sollte außerdem nicht auf der Erde, sondern auf einem Betonfundament stehen. Die äußere Holzverkleidung muss regelmäßig gestrichen werden. Achtung: Je nach Wohnort muss ein Saunahaus im Außenbereich zuvor bauvorschriftlich genehmigt sein. Außerdem sollte bei Outdoorsaunen zuvor ein passender Platz gefunden werden: Um Privatsphäre sicherzustellen, suchen Sie sich bestenfalls einen abgelegenen Platz im Garten ohne Einsicht von der Straße oder den Nachbarn. Preislich variieren Außensauna-Modelle sehr stark. Einfache Varianten sind ab etwa 1700 Euro erhältlich, eine vollausgestattete Outdoorsauna kann aber auch schnell an die 7000 Euro kosten. 

Infrarotkabine

Eine Infrarotkabine stellt die perfekte Saunaalternative für all diejenigen dar, die mit der hohen Hitze zu kämpfen haben. Bei dieser Saunaart wird der Raum nur bis maximal 50°C erwärmt, und zwar nicht durch einen Ofen, sondern durch ein Infrarot-Flächenheizsystem. Dieses ist meist unsichtbar in den Wänden eingebaut und arbeitet mit langwelligen Infrafrot-C-Strahlen. Dadurch entsteht ein entscheidender Vorteil: Die Körpererwärmung erfolgt sehr sanft!

Foto: Archiv/sidm

Außerdem lassen sich bei der Infrarotkabine meistens auf Wunsch kompakte Maße und Flexibilität verwirklichen, denn die Kabinen können auch mit Öfen ausgestattet werden und sich dann auf 45 bis 90°C erwärmen. Außerdem eignet sich die Kabine durch die ertragbare Wärme auch für Kinder und Senioren, da sie im Vergleich zum stärkeren Saunieren nur eine sehr geringe Kreislaufbelastung bedeutet. Im Vergleich wird dadurch aber weniger geschwitzt und entschlackt. Da Infrarotkabinen normalerweise als kleine Modelle angeboten werden, findet man schon ab etwa 700 Euro gute Kaufoptionen.

Dampfdusche

Besonders kompakt kann es mit einer Dampfdusche werden, die nicht größer als eine normale Dusche ausfallen muss und dementsprechend Platz im Badezimmer finden kann.

Foto: Hersteller/Teuco

Dampfduschen sind mit einer bereits integrierten Heizeinheit ausgestattet, die austretendes Wasser verdampfen lassen kann. Man erhält so per Knopfdruck ein Dampfbad mit 45 bis 50°C Raumtemperatur. Auch die Luftfeuchtigkeit lässt sich steuern. Somit bleibt auch hier eine hohe Kreislaufbelastung aus. Die Basismodelle variieren preislich zwischn 700 und 1500 Euro.

 

Sauna kaufen – was noch beachten?

Haben Sie sich erstmal für einen Platz und eine Saunaart entschieden, so beginnt das Informieren über das Produktangebot. Dabei sollten Sie unbedingt auf einige wichtige Aspekte achten, um später böse Überraschungen zu vermeiden. Möchten Sie eine Sauna kaufen, dann informieren Sie sich über Holzarten, den Auf- und Einbau sowie weitere Kosten.

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Holz

Die Masse macht's: Ob die Holzstärke 38 oder 70 mm beträgt, beeinflusst den Saunagang, denn die Erhitzung und Wärmeabstrahlung des Holzes fällt dabei verschieden aus. Saunen mit höherer Holzstärke kosten dementsprechend mehr. Ein weiterer Kostenfaktor ist natürlich die Holzart. Nordsiche Fichte steht deshalb ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Sie ist aber nicht nur preiswert, sondern eben auch sehr gut zu bearbeiten. Das macht sie vor allem für die Verkleidung interessant, da aus Fichte präzise Nut- und Federbretter hergestellt werden können. Für den Innenausbau eignet sich bei den preiswerten Hölzern eher Tanne, da sie schön geradlinig, fein und glatt ausfällt. Statt der importierten Hemlocktanne kann man dabei beruhigt zu heimischer Tanne greifen. Ein weniger duftendes, dafür aber besinders angenehmes Holz für Bänke und Lehnen, stellt die Espe dar: Dank ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit verbennt man sich darauf in keinem Fall das Hinterteil. Gleiches gilt auch für Abachiholz, dabei handelt es sich jedoch um ein Tropenholz mit eingeschränkter Nachhaltigkeit und Energiebilanz. Wer eine Dampfbadfunktion hat und diese häufig nutzt, dem sei noch Rotzeder für den Innenausbau empfohlen, denn dieses Holz isoliert gut und fällt feuchteresistent aus. Leider ist es Importware und recht teuer. 

Aufbau

Beim Aufbau von Elementsaunen muss man penibel darauf achten, dass der gedämmte Rahmen vernünftig abgedichtet ist. Im Fall eines Bausatzes sollte dies die Vorfertigung garantieren, dennoch muss man beim Aufbau Vorsicht walten lassen. Im schlechtesten Fall kann es zu verdeckten Schimmelnestern kommen, sofern Undichtigkeiten entstehen. Dass die Montage einer Elementbausauna leichter vonstatten gehen soll als die einer Massivholzsauna, lässt sich nur allgemein behaupten – im Endeffekt zeigt das stets der Einzelfall. Auch Massivholzsaunen sollten möglichst dicht und fugenlos zusammengesetzt werden. Dazu müssen die Blockbohlen maßgenau ineinandergreifen. Meist weisen die Profile dafür ein Nut- und Federsystem auf. Dauerhaft dicht und fugenlos bleibt das aber auch nur, wenn das Holz vor der Montage ausreichend getrocknet wurde. Schon in diesem Punkt wird zweifelhafte Qualität deutlich, denn lange Lagerund und Trocknung kostet nun einmal Geld.

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Kosten 

Der Preis ist beim Kauf einer Sauna natürlich ein die Auswahl begrenzender Aspekt. Luxussaunen können gerne bis zu 15000 Euro kosten. Trotzdem gilt bei der Produktauswahl: Geiz ist nicht immer geil! Denn ein auffällig niedriger Preis kann oft ein Indiz für mangelhafte Qualität sein. Stellen Sie sich deshalb unbedingt die wichtigsten Fragen, bevor Sie auf ein günsitges Angebot eingehen: Welches Holz wurde verbaut? Wurde eine Imprägnierung verwendet und wenn ja welche? (Hinweis auf mögliche Giftstoffe) In wie vielen Einzelteilen wird die Sauna geliefert? Ist das Angebot vollständig oder müssen noch weitere Einzelteile bestellt werden?
Haben Sie sich für den Kauf einer bestimmten Sauna entschieden, ist die Ausgabe nicht vorbei: Kosten für den Einbau oder sogar einen eventuellen Umbau sollten zuvor miteinberechnet werden. Außerdem müssen vielleicht Gas- oder Stromleitungen verlegt werden und weiteres Zubehör für das perfekte Saunaerlebnis beschafft werden. Nicht zu vergessen sind auch die laufenden Kosten bei Betrieb einer Sauna: Sowohl Heizkosten zum Beheizen der Sauna als auch Wasserkosten für die Reinigung werden erhöht. 

Quelle: selbst ist der Mann 12 / 2017

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