Kaffeesatz als Dünger

Wer jeden Morgen einen Kaffee zum Wachwerden trinkt, sollte in Zukunft den Kaffeesatz nicht mehr wegwerfen. Denn Kaffeesatz als Dünger ist ein super Hausmittel für ein üppiges Pflanzenwachstum. Doch Vorsicht: Nicht jede Pflanze mag Kaffeesatz als Dünger.

Kaffeesatz sollten Pflanzenliebhaber nicht mehr auf den Kompost werfen.
Kaffeesatz sollten Pflanzenliebhaber nicht mehr auf den Kompost werfen. Foto: iStock / yipengge
Inhalt
  1. Was enthält Kaffeesatz als Dünger?
  2. Welche Pflanzen mögen Kaffeesatz als Dünger?
  3. Wie Kaffeesatz als Dünger verwenden?

Deutschland ist unter den europäischen Ländern mit dem höchsten Kaffeekonsum. Mehr als 100 Liter trinkt jeder Deutsche pro Jahr (Stand 2017) und trotzdem landet der Kaffeesatz meist auf dem Müll. Dass man Kaffeesatz als Dünger verwenden kann, werden die meisten Hobbygärtner wissen. Doch gerade, wenn man erst seit kurzer Zeit einen heimischen Garten hat, hat man vielleicht noch keinen grünen Daumen. Und dann fragt man sich doch: Wofür ist Kaffeesatz als Dünger gut? Wie oft kann man mit Kaffee düngen? Und für welche Pflanzen kann man ihn verwenden? 

Life Hacks Dünger aus Küchenabfällen
So wird aus Abfall aus der Küche Bio-Dünger

Stopp! Ehe Sie typische Küchenabfälle wie Gemüseschalen, Pflanzenreste, Teebeutel oder abgestandenes Mineralwasser wegwerfen, sollten Sie diesen...

 

Was enthält Kaffeesatz als Dünger?

Kaffeesatz eignet sich hervorragend als Dünger, da er viele wichtige Nährstoffe enthält. Neben Kalium, Stickstoff und Phosphor enthält der natürliche Dünger auch Koffein, Gerbsäure und Antioxidantien. Diese Inhaltsstoffe findet man meist auch in anderen Düngemitteln. Die Nährstoffe regen das Wachstum an, stärken die Abwehrkräfte, verhindern das Austrocknen der Blätter, fördern den Wassertransport und beschleunigen den Stoffwechsel der Pflanze. Zusätzlich dazu schützt Kaffeesatz Dünger vor Schädlingen (Ameisen und Schnecken hassen den Geruch von Kaffee) und locken dafür Regenwürmer an, die den Boden im Beet auflockern. Da durch das Rösten der Kaffeebohnen Huminsäure entsteht, hat er einen leicht sauren pH-Wert. Daher ist Kaffeesatz besonders für Pflanzen geeignet, die einen Boden mit saurem pH-Wert bevorzugen.

Neben dem Düngen mit Kaffee können Sie die Reste vom letzten Kaffee auch für anderen Dinge verwenden. Die 5 besten Tipps für das Verwerten von Kaffeesatz, zeigt das Video:

 

Praxistipp: Kaffeesatz fällt in den meisten Haushalten regelmäßig an. Daher ist Kaffee quasi ein kostenloser Dünger!

 

Welche Pflanzen mögen Kaffeesatz als Dünger?

Mit dem Bio-Dünger können viele Pflanzen gedüngt werden. Besonders die, die einen sauren Boden brauchen, werden das braune Pulver lieben. Doch welche Zier- und Zimmerpflanzen zählen dazu? Zu den Zierpflanzen gehören z.B. Hortensien, Rhododendron, und Kamelien. Im Beet können Sie auch Gemüse wie Gurken und Tomaten oder Obst (z.B. Erdbeeren und Heidelbeeren) düngen. Auch Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen auf dem Balkon können gedüngt werden. Zu den Zimmerpflanzen, die Sie mit Kaffee düngen können gehören z.B. Geranien, Orchideen oder auch Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch und Petersilie. Doch es gibt auch Pflanzen, die den Kaffee gar nicht vertragen. Welche das sind, erfahren Sie von den Experten*Innen von PraxisVita >>

 

Wie Kaffeesatz als Dünger verwenden?

Wenn Sie Ihren Kaffeesatz als Dünger verwenden möchten, sollten Sie ihn zuerst sammeln und trocknen. Denn mit geringen Mengen getrocknetem Kaffeesatz können Sie nur wenig düngen. Daher ist es besser, nicht nur den Kaffeesatz von einer Tasse Kaffee zu verwenden, sondern größere Mengen. So können Sie alle Pflanzen gleichzeitig düngen. Am besten sammeln Sie ihn ausgebreitet auf einem flachen Teller oder einem Backblech. Denn nur trockener Kaffeesatz eignet sich zum Düngen. Sonst  begünstigt er Schimmel, der Ihren Pflanzen mehr schadet als hilft. Wenn das Kaffeepulver getrocknet ist, können Sie ein paar Handvoll Kaffeesatz zwischen die Pflanzen streuen. Arbeiten Sie das Pulver etwas in den Boden ein. So zersetzt es sich schneller und reichert den Boden schneller mit seinen Nährstoffen an. Wenn Sie große Mengen haben, können Sie auch große Säcke mit neuer Blumenerde anreichern. Dafür mischen Sie die beiden Substrate einfach. Wenn Sie die Erde dann lagern möchten, sollten Sie darauf achten, dass sie trocken ist. Denn feuchter Boden führt schnell zu Schimmel, der dann auf Ihre Pflanzen übergehen kann und die Wurzeln faulen lässt.

Auch flüssigen Dünger können Sie schnell und einfach selber herstellen. Wie genau erfahren Sie hier:

Gartenpflege
Flüssigdünger

Auch Balkon-, Kübel- und Zimmerpflanzen brauchen regelmäßig Dünger, um kraftvoll zu wachsen

Praxistipp: Wenn Sie Pflanzen umtopfen oder neue Pflanzen ins Beet setzen, können Sie etwas Kaffee unter die Blumenerde mischen.

Für Zimmerpflanzen verwenden Sie besser keinen Kaffeesatz (dieser zersetzt sich im Topf kaum und würde anfangen zu schimmeln) sondern kalten Kaffee. Diesen verdünnen Sie mit Wasser (Verhältnis 1:1) und bringen ihn aus. Wichtig ist dabei, dass Sie die Blumen nicht zu häufig mit dem guten Dünger wässern und das Gießwasser nur sparsam dosieren. Bei zu viel Kaffeewasser wird der pH-Wert der Erde zu sauer und die Pflanzen können nicht weiter wachsen.

Kaffeesatz als Dünger: Wann und wie oft?

Aber wann ist die beste Zeit, um die Pflanzen mit dem guten Dünger anzureichern? Im Garten und Beet können Sie bis zu vier Mal im Jahr mit Kaffeepulver düngen. Teilweise wird auch jeden Monat empfohlen, da eine Überdüngung kaum möglich ist. Zimmerpflanzen sollten aber weniger gedüngt werden. Bei ihnen reicht es meist, wenn sie im Frühjahr und Winter ein Mal gedüngt werden. 

Gartenpflege
Dünger-Kalender: Wann düngen?

Welche Pflanze braucht wann wieviel Dünger? Unser Dünge-Kalender kennt die Antwort

Wie viel Kaffeesatz als Dünger?

Für Zimmerpflanzen werden 1-2 Teelöffel (4-8 g) pro Pflanze empfohlen. Sie können diese aber auch wie oben beschrieben gleichzeitig gießen und düngen. Die Pflanzen im Garten können Sie auch mit einem ganzen Kaffeefilter (etwa 30 g) düngen. Diese Menge reicht ungefähr für einen 10 l Sack Erde. Diese wird dadurch mit Nährstoffen angereichert aber gleichzeitig nicht übersäuert. Da verschiedene Pflanzen unterschiedlich auf die Nährstoffe reagieren, können Sie die Menge, die Sie unter die Erde mischen, auch einfach ausprobieren. Beginnen Sie mit einer geringen Menge und steigern Sie die Dosis, wenn Sie merken, dass die Düngung den Pflanzen gut tut.

Wenn Sie zu viel Kaffee übrig haben, können Sie diesen auch kompostieren. Auf dem Kompost lockt er Regenwürmer an, die den Kompost auflockern und somit einen optimalen organischen Dünger herstellen. Auch die Erde vom Kompost eignet sich hervorragend für die Düngung. Auch in der Wurmkiste sorgt das alte Kaffepulver für eine schnelle Rotte – ganz ohne unangenehme Gerüche! Eine weitere Option, aus Kaffeesatz kostenlosen Dünger herzustellen ist mithilfe Fermentation – etwa im selbst gebauten Bokashi-Eimer:

Life Hacks
Bokashi-Eimer selber bauen

Für alle, die keinen Garten haben, ist dieser Bokashi-Eimer für die Wohnung perfekt

Beliebte Inhalte & Beiträge
Mehr zum Thema
Copyright 2021 selbst.de. All rights reserved.