Zierpflanzen

Zierpflanzen bringen Struktur in unsere Gärten und viele tolle Farben, die unsere Beete im Frühjahr und im Sommer leuchten lassen. Bei der Auswahl der Beetbestückung sind die Bedingungen, was die Bodenbeschaffenheit und Standort angehen, bereits von der Natur vorgegeben. Aber welche Zierpflanzen dürfen denn in mein Beet und welche zählen eigentlich zu der Gattung der Zierpflanze?

Zierpflanzen
Inhalt
  1. Geschichte der Zierpflanzen
  2. Zierpflanzen: Nächtliche Duftpflanzen
  3. Zarte Düfte und helles Blütenleuchten durch Zierpflanzen

Unter Zierpflanzen versteht man all jene Gewächse, die Garten und Beet verschönern und vorrangig keinen weiteren Nutzen haben als ihre Optik. Zu den Zierpflanzen gehören Zierstauden, Ziergehölze, Zwiebel- und Knollengewächse, sämtliche Kübelpflanzen und alle Beet- und Balkongewächse. Sie wachsen also nicht wild und müssen um zu Blühen gezüchtet werden. Damit sind sie im Gegenteil zu wilden Pflanzenarten bereits mit genügend Nährstoffen versorgt und ausreichend gepflegt. Dank ihrer Artenvielfalt sind Zierpflanzen für nahezu alle Voraussetzungen im eigenen Garten geschaffen und vielseitig einsetzbar. Klassische Zierpflanzen sind Stauden, Gräser, Schnittblumen, Rosen, Hecken und Kakteen.

 

Geschichte der Zierpflanzen

Die klassische Zierpflanze hat in der Regel sehr sehr alte Urahnen aus der Familie der Nutzpflanzen. Sie wurden für den Ackerbau und Nahrungserwerb angebaut. Die Zucht aus rein optischen Gründen wurde erst viel später begonnen – im Kaiserreich China wurden vermutlich die ersten echten Zierpflanzen kultiviert. Eine der ältesten Zierpflanzen ist die Rose. Ihre Geschichte geht bis 2700 v. Chr. Auch sie galt aber zunächst als Nahrungsmittel. Mit der Zeit wurden die einstigen Nutzpflanzen nach Europa importiert und hier nach und nach ihrer Optik wegen vielfach kultiviert.

 

Zierpflanzen: Nächtliche Duftpflanzen

Sobald die Sonne untergeht, kommt der nasenbetörende Auftritt der duftenden Nachtblüher, die mit ihren vielfältigen Gerüchen die Luft versüßen. Von Vanille- über Schokoladen- bis hin Zitronendüften sind die unterschiedlichsten Blütendüfte unter den Nachtblühern vertreten.

Tatsächlich gibt es Gartenpflanzen, die erst spät abends – manche sogar erst in der Nacht – ihre Blüten entfalten und ihren Duft verschwenderisch über den Garten verströmen. Nachtjasmin (Cestrum nocturnum), Vanilleblume (Heliotropium arborescens), Zitronen-Taglilie (Hemero-callis citrina), Ziertabak (Nicotiana sanderae), Wunderblume (Mirabilis jalapa) und Duftjasmin (Philadelphus x) zählen zu diesen Duftpflanzen. Wer auf diese Nachtblüher setzt, genießt den abendlichen Gartenspaziergang mit allen Sinnen!

Einige Duftpflanzen bescheren besonders extravagante Dufterlebnisse. Einen vanilleähnlichen Duft verströmen zum Beispiel einige Schneeball-Arten. Beim Schokoladenaroma kann man sogar zwischen Vollmilch (bei der Schokoladenblume Berlandiera lyriata) und Zartbitter (bei der Schokoladen-Kosmee Cosmos atrosanguineus) wählen! Die Natur führt uns an der Nase herum und macht nicht einmal halt vor Duftblumen, die nach Kaugummi, Gummibärchen oder Lakritze riechen. Zubeißen sollte man bei diesen duftenden Köstlichkeiten aber nicht, denn ihr „Nährwert“ ist gering.

 

Zarte Düfte und helles Blütenleuchten durch Zierpflanzen

Für ein intensives Dufterleben bieten sich mit Mauern oder Hecken umfriedete Bereiche im Garten an. Auch die Anlage eines tiefer gelegenen Pflanzplatzes ist geeignet. Bei einigen Duftpflanzen sind es nicht die Blüten, sondern die Blätter, die bei Berührung Duft entfalten. Zu dieser Kategorie gehören u. a. Myrtus- und Pelargonium-Arten. Um sie zu genießen, sollte ein Platz ausgewählt werden, an dem man oft vorbeigeht, um die Pflanzen zu streifen. Sie werden als Kontaktdufter bezeichnet und haben die für den Duft verantwortlichen ätherischen Öle in ihren Blättern gespeichert. Diese Öle haben für die Pflanzen eine Schutzfunktion, sie schützen zum Beispiel vor Pflanzenkrankheiten oder gefräßigen Tieren. Die Blätter geben das Aroma frei, wenn sie berührt werden. Manche duften erst dann sehr intensiv, wenn die Blätter mit den Fingern zerrieben werden. Spontandufter dagegen sind so freigiebig mit ihrem Duft, dass er schon von weitem wahrgenommen wird. Oft liegt bereits ein Duft in der Luft, bevor man die dazugehörenden Blüten entdeckt hat.

Der Duft ist – neben der Farbe der Blüten – ein Lockmittel für Insekten, die zur Bestäubung notwendig sind. Weil der Duft von den Insekten über weite Entfernungen oft besser wahrgenommen wird als die Farbe, dient er für die Tiere gewissermaßen als zusätzlicher Wegweiser zur Blüte – gerade abends. Viele intensiv duftenden Abendblüher blühen weiß oder hellgelb. Um die fehlende Lichtwirkung auszugleichen, mussten sie in ihrer Evolution einen stärkeren Duft entwickeln als z. B. Pflanzen, die am Tage blühen und mit ihrer Blütenfarbe auf sich aufmerksam machen können.

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