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Geht auch ganz einfach:

Dünger

Flüssig oder fest, organisch oder mineralisch – das Angebot an Düngern ist riesig! Um Pflanzendünger bedarfsgerecht und umweltschonend einzusetzen, sollte man die wichtisten Eigenschaften der Kunstdünger kennen, damit Sie Ihre Pflanzen richtig düngen.

Wachsen und blühen kostet viel Kraft: Deshalb erhalten wüchsige Pflanzen wie Rosen, Ziergehölze, Stauden und Gemüse bekommen im April eine Grunddüngung in Form von Hornspänen, Kompost und mineralischen Langzeitdüngern. Diese versorgen die Pflanzen dann je nach Art zwischen drei und sechs Monaten. Wer keinen Langzeitdünger oder nur einen mit dreimonatiger Wirkungsdauer ausgebracht hat, sollte besonders hungrige Pflanzen wie Prachtstauden, öfter blühende Rosen oder stark zehrendes Gemüse wie Kohl, Tomaten und Gurken Ende Juli nachdüngen. Dafür kommen schnell wirkende mineralische Dünger infrage. Organische Dünger sollten zur Nachdüngung fein zermahlen sein, damit sie rasch wirken. Positiv auf die Pflanzen wirkt sich auch das Untermengen von Kompost oder Kuh-/Pferdemist aus – und senkt den Verbrauch von Kunstdüngern spürbar!

Gartenpflege
 

Dünger-Kalender: Wann düngen?

Welche Pflanze braucht wann wieviel Dünger? Unser Dünge-Kalender kennt die Antwort

Praxistipp: Kübelpflanzen bedienen sich ausschließlich aus dem Nährstoffvorrat der Blumenerde, den Sie mit einer Gabe Langzeitdünger beim Umtopfen deutlich strecken können. Danach ernähren sich die Pflanzen von Snacks in Form von Flüssigdünger, den Sie wöchentlich ins Gießwasser mischen.

 

Welche Dünger gibt es?

Hobbygärtner können zwischen mineralischem und organischem Dünger in fester oder flüssiger Form wählen, um Ihre Beet- und Kübel-Pflanzen zu düngen. Einer Pflanze ist der Typ egal, denn alle Pflanzendünger werden im Boden zu den gleichen Ionen abgebaut.

  • Volldünger enthalten alle wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente.
  • Organische Dünger sind tierischen oder pflanzlichen Ursprungs. Dünger wie Hornspäne, Kochenmehl oder Kräuterjauchen werden zur Stickstoffversorgung in den Boden eingeharkt, reichern ihn mit Humus an und fördern so das Bodenleben. Sie wirken erst nach einiger Zeit, aber dann für Wochen – bestens für Dauerkulturen. Außerdem ist eine Überdüngung kaum möglich.
  • Mineralische Dünger wirken schnell, aber nicht lange. Das mineralische Düngemittel wird künstlich hergestellt, weswegen man oft  auch von Kunstdünger spricht. Vorteil: Der Dünger wird direkt von den Pflanzen aufgenommen. Nachteil: Der ansteigende Salzgehalt kann auf die Bodenorganismen eine hemmende Wirkung haben. Sie sind ideal zur Nachdüngung und als Feuerwehr bei Mangelsymptomen. Mineralischer Dünger kann aber zu Verbrennungen führen, also vorsichtig dosieren! Typische mineralische Dünger: Blaukorn, Kalkammonsalpeter, mineralische Flüssigdünger.
  • Mit Langzeit- oder Depotdüngern passiert das nicht, diese geben ihre Nährstoffe kontinuierlich über Wochen oder Monate ab. Sie haben aber oft auch einen schnell wirkenden Teil. Der Clou: Mineralische Salze stecken in einer Kunstharzhülle, die diese erst nach und nach freigibt. Der Vorrat reicht für die ganze Saison. Eine Sonderform von Depotdüngern sind Düngerkegel (z. B. Osmocote) und -stäbchen.
  • Flüssige Dünger – es gibt auch flüssige Volldünger – sind für einzelne Pflanzengruppen, Pflanzkübel und zur Nachdüngung von Starkzehrern im Laufe des Sommers besonders praktisch.
  • Granulat, zu denen auch die Depotdünger gehören, mischen Sie beim Pflanzen unter die Erde oder harken es in Beete und unter Sträuchern ein.
  • Rasendünger verteilen Sie am besten mit einem Streuwagen.
  • Es gibt auch organisch-mineralische Dünger. Dabei handelt es sich um organische Düngemittel, die mit mineralischen Nährstoffen versetzt werden. Vorteil: Ein Teil der Nährstoffe kann sofort von den Pflanzen aufgenommen werden, durch die organischen Bestandteile wird die Bodenstruktur verbessert und Humus kann aufgebaut werden. Nachteil: Flüssige organisch-mineralische Dünger eignen sich weniger zur Verbesserung des Bodens als feste.

Gartenpflege
 

Flüssigdünger

Auch Balkon-, Kübel- und Zimmerpflanzen brauchen regelmäßig Dünger, um kraftvoll zu wachsen

 

Dünger richtig dosieren

Das Nährstoffangebot für die Pflanzen kann mit Dünger ergänzt werden, wenn der vorhandene Boden nicht genügend Nährstoffe enthält. Durch die Zugabe von Dünger können ein schnelleres Wachstum und höhere Erträge erzielt werden. Wie viel Dünger hinzugegeben wird, hängt dabei von den Pflanzen selbst ab: Schnell wachsende benötigen stärkere Düngergaben in kürzeren Abständen, langsam wachsende kommen hingegen mit wenig Düngemittel aus. Generell kann eine zu hohe Konzentration der Flora schaden, und während der Wachstumsphase benötigen die Pflanzen mehr Dünger als in der Ruhezeit. Vor allem bei Mineraldüngern ist die Gefahr der Überdüngung hoch, wenn man sich nicht genau an die empfohlene Dosierung hält. Bei organischen Düngern passiert das nicht, da sie ihre Nährstoffe nicht so schnell abgeben. Der Aufdruck „NPK“ auf der Verpackung verrät die Zusammensetzung des Düngers, die drei Buchstaben stehen für die Hauptnährstoffe. 16-6-14 besagt etwa, dass der Dünger 16 Prozent Stickstoff (N), 6 Prozent Phosphor (P) sowie 14 Prozent Kalium (K) enthält. Daran erkennen Sie auch die Anwendung für den Dünger: Stickstoff ist für das Wachstum der grünen Pflanzenteile wichtig.

Phosphor ist für die Blüten- und Fruchtbildung, Kalium festigt das Pflanzengewebe und steigert die Frosthärte. Kommt es also auf Blüten und Früchte an, nehmen Sie einen Dünger mit mehr Phosphor und Kalium. Die Dosierung eines Düngers steht auf der Verpackung, z. B. 80 g pro Quadratmeter. Aber in vielen Kulturanleitungen ist vom reinen Nährstoff die Rede, z. B. 12 g Stickstoff/ m2. Das ist nicht die nötige Düngermenge, da jeder Dünger ja unterschiedlich viel enthält. Um die Menge zu ermitteln, teilen Sie den Reinnährstoffbedarf durch die Prozentangabe auf der Packung und multiplizieren mit 100. Beim Bedarf von 12 g und 16 Prozent Stickstoff im Dünger brauchen Sie 12 : 16 x 100 = 75 g vom Dünger. Nicht berücksichtigt sind dabei die noch vorhandenen Nährstoffe im Boden.

Gartenpflege Düngen mit Asche
 

Düngen mit Asche

Oft fragen Gartenfreunde, ob sie Beet- und Balkonpflanzen mit Asche düngen können

 

Die 5 besten Dünger für Ihren Garten

  • Hornspäne: Hornspäne werden aus Rinderhufen gewonnen und enthalten ca. 14% Stickstoff aber nur wenig Phosphat und Sulfat. Sie sind ideal als Startdüngung für frisch gepflanzte Stauden und Gehölze (Späne direkt ins Pflanzloch streuen), da der enthaltene Stickstoff organisch gebunden ist und nur langsam freigesetzt wird. So vereinen Hornspäne eine Depot-Versorgung der Pflanze mit Stickstoff und schützen zugleich vor Überdüngung. Praxistipp: Wenn Sie ihre Beete mit Holzschnitzeln oder Rindenmulch abdecken, schützt eine zusätzliche Gabe Hornspäne vor einer Mangelversorgung der Beetpflanzen (da die Rotte der Mulchschicht bereits viel Stickstoff verbraucht).
  • Bittersalz ist reines Magnesiumsulfat und wird nur bei akuten Mangelerscheinungen ausgebracht – nie zur Prophylaxe. Zeigen Blätter oder noch mehr die Nadeln  Ihrer Fichten und Tannen Verfärbungen und braune Flecken liegt wahrscheinlich ein Magnesiummangel vor. Ist ein Schädlingsbefall ausgeschlossen, kann Bittersalz das Blattgrün schnell wieder zurückbringen. Praxistipp: Diesen Dünger sollten Sie nicht nur gießen, sondern auch spritzen, damit er schnell wirkt!
  • Patentkali ist ein weiterer Ein-Nährstoff-Dünger und basiert v. a. auf Kalium, was die Pflanzen gegen Frost, Krankheiten und Trockenheit stärken soll. Daher wird Kalium auch erst zum Abschluss des Gartenjahres im Herbst ausgebracht. Der Nährstoff stoppt das Triebwachstum und lässt junge Triebe (und Grashalme!) rechtzeitig zum Wintereinbruch verholzen.
  • Blaukorn ist ein Kombi-Dünger aus Nitrat, Phosphat und Kalium: Er versorgt Ihre Pflanzen schnell mit allen relevanten Nährstoffen – unabhängig davon, ob diese im Boden wirklich fehlen. Neben dieser Breitband-Düngung hat Blaukorn auch den Nachteil, dass ein Großteil des schnell löslichen Nitrats gar nicht bei den Pflanzen ankommt, sondern ungenutzt in Grundwasser sickert.
  • Organische Volldünger werden nur aus natürlichen Materialien (wie Hornspäne, Federschnitzel und Knochenmehl, Fermentationsrückstände aus dem Brauwesen oder der Zuckerverarbeitung) gewonnen. Zum Teil werden lebendige Mikroorganismen zugesetzt, die die Bodenaktivität steigern sollen.

Fotos: sidm, Thomas Heß, Hersteller

Quelle: selbst ist der Mann

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