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Gründüngung Wie Gründünger Beete wieder fruchtbar macht

Wer aus seinen Gemüsebeeten maximale Erträge herausholt, sollte dem ausgelaugten Beet die Chance geben, sich zu regenerieren: Eine Gründüngung lockert den Boden und reichert die Erde wieder mit Nährstoffen an!

Gründüngung
Foto: iStock / vandervelden
Inhalt
  1. Was ist Gründüngung?
  2. Welche Pflanzen eignen sich als Gründünger?
  3. Wie macht man Gründünger?

Pflanzen brauchen zum Wachstum Nährstoffe, die sie aus dem Boden ziehen. Je mehr Nährstoffe eine Pflanze benötigt, desto schneller ist die Erde im Beet ausgelaugt. Im Gemüsebeet verlangsamt man diesen Prozess durch eine kluge Fruchtfolge:
Zuerst werden sogenannte Starkzehrer kultiviert, die viele Nährstoffe aus dem Boden ziehen, danach Mittel- und Schwachzehrer, die auch noch auf nährstoffärmeren Böden gut gedeihen. Doch spätestens nach der dritten Fruchtfolge braucht die Gartenerde Zeit, wieder Nährstoffe anzureichern – etwa durch Eintrag über Regen und Dünger oder durch Verrottung bzw. Kompostierung von organischem Material.

 

Was ist Gründüngung?

Als Gründüngung bezeichnet man Aussaat und Anbau von Pflanzen mit dem alleinigen Ziel der Bodenverbesserung. Die überwiegend sich selbst überlassenen Nutzpflanzen werden nicht geerntet, sondern an Ort und Stelle gemulcht oder untergepflügt. Üblich ist die Gründüngung im Acker-, Obst-, Wein- und Gartenbau, aber auch naturnah arbeitende Hobby- und Kleingärtner schwören auf Gründünger als natürlichen Stickstofflieferant und zur Bodenlockerung.

Die sogenannte Gründüngung ist eine spezielle Art der Flächenkompostierung und kann jeden Herbst / Winter durchgeführt werden. Denn Gründünger reichert die Gartenerde auf natürliche Weise mit wertvollen Nährstoffen an. Eine Gründüngung hat darüber hinaus viele weitere Vorteile für die Erde im Gemüsebeet.

Warum ist eine Gründüngung sinnvoll?

Welche Vorteile bietet Gründünger im Gemüsebeet? Die Vorteile einer jährlichen Gründüngung sind vielfältig. Die wichtigsten Argumente, die für das Aussäen von Gründüngungspflanzen sprechen, haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Das organische Material der Gründünger-Pflanzen verrottet im Beet zu wertvollem Humus und reichert die Gartenerde an.
  • Erde mit einem hohen Kompost-Anteil speichert Regenwasser besser – Sie müssen weniger gießen!
  • In der Pflanze gebundene Nährstoffe verbleiben so im Gemüsebeet.
  • Gründünger verdrängt und unterdrückt unerwünschtes Unkraut.
  • Die Düngerpflanzen verhindern, dass Nährstoffe aus dem Boden ausgewaschen werden.
  • Bestimmte Gründünger (wie Klee, Wicken oder Lupinen) sind wahre Stickstoffsammler und ideal für ausgelaugte Gemüsebeete!
  • Die Wurzeln der Gründüngung belüften den Boden bis in tiefe Erdschichten und lockern die Erde selbst bei verdichteten, schweren Böden.
  • Manche Gründünger-Arten vertreiben Schädlinge, andere sind ideale Bienentracht-Sorten und erhöhen so die natürliche Artenvielfalt im Garten.
Gründüngung
Foto: iStock / carstenbrandt

Außerdem schützt das Blätterdach der Gründünger-Pflanzen das Beet vor dem Austrocknen. Die Stengel und Wurzeln schwächen zudem die Erosion (etwa durch Wind oder Starkregen) ab – die nährstoffreiche Erde wird im Beet festgehalten und kann nicht so leicht vom Wind fortgetragen oder vom Regen weggespült werden.

 

Welche Pflanzen eignen sich als Gründünger?

Als geeignete Pflanzen für die Gründüngung haben sich vor allem Kreuzblütler (Brassicaceae, allen voran Gelbsenf, Ölrettich und Winterraps) und auch Leguminosen (seit Jahrzehnten Inkarnat-Klee, neuerdings auch blaue Lupine [Lupinus angustifolius] oder die gelbe Lupine) bewährt.

Für die Gründüngung im eigenen Gemüsebeet eignen sich viele heimische Pflanzenarten. Das Video stellt die besten Gründünger-Sorten vor und sagt, wann das Saatgut ausgesät werden muss:

 

Gerade schnellwachsende Gründünger wie der Senf verdrängen störende Unkräuter zuverlässig und lockern mit ihren Pfahlwurzeln die Erde bis in tiefe Bodenschichten auf. Auch Phacelia tanacetifolia (= Bienenfreund, Büschelschön oder Büschelblume) besitzt diese positiven Eigenschaften und lockt mit ihren Blüten zudem bestäubende Insekten zum Gemüsebeet!

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Viele Gründünger-Arten sind gute Bienenweiden, aber auch der Mensch profitiert von mancher Gründüngung doppelt: Feldsalat und Spinat sind zum Beispiel eine ideale Herbstbepflanzung fürs Gemüsebeet! Man kann die grünen Blätter bis weit in den Winter zum eigenen Verzehr ernten und die verfrorenen Reste dann als Düngung unterpflügen.
Praxistipp: Borretsch ist als Küchenkraut, Nektarpflanze für Insekten und als Gründünger besonders vielseitig!

Welche Gründünger-Pflanzen sind die besten Stickstoffsammler?

Neben den schon genannten Kleearten, Lupinen und Wicken lohnt es sich auch gezielt Hülsenfrüchte als Gründüngung im Garten einzusetzen. Erbsen, Bohnen und Sojabohnen sind leistungsstarke Stickstoffsammler: An ihren Wurzeln bilden sich kleine Knötchen, in denen Stickstoff aus der Luft gespeichert wird. Beim Umgraben der Pflanzen verbleibt das Wurzelgeflecht samt Stickstoff-Knötchen im Boden und steht der folgenden Nutzpflanzen-Kultur als Nährstoff zur Verfügung.

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Buchweizen, die Luzerne (auch Alfalfa oder Schneckenklee genannt), die Ackerbohne oder Phacelia sind geeignet, um als Untersaat im Gemüsegarten organische Substanz im Boden anzureichern. Ihre Samen keimen in kurzer Zeit und schaffen eine gute Bodenstruktur und verhindern trockene Böden während kein Gemüse angebaut wird.

Achtung: Für den heimischen Garten sollte man bei der Wahl der Gründüngung ein paar oft empfohlene Gründünger-Pflanzen meiden – sie machen mehr Arbeit, als sie dem Hobby-Gärtner nutzen:

  • Sonnenblumen eignen sich im privaten Gemüsebeet als dekorative Randbepflanzung oder als Futterstelle für Gartenvögel. Als Gründüngung verursachen Sie unnötig viel Arbeit: Die Pflanzenteile müssen erst gehäckselt werden, ehe man sie unter die Erde im Blumenbeet heben kann.
  • Getreidesorten (wie Hafer, Dinkel oder Winterroggen/-gerste) sind in der Landwirtschaft beliebte Gründünger. Das Stroh ist auch ideal, um mittelschwere Böden aufzulockern, aber die Halme verrotten nur langsam. Außerdem säen sich die Getreide-Arten leicht von selbst aus und plötzlich sprießt überall im Garten Getreide.
  • Vorsicht auch vor der Samen-Mischung "Landsberger Gemenge": Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Leguminosen-Gras-Gemengesaat, die vor allem als Grünfutter zur Zwischenkultur auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgebracht wird. Im privaten Gemüsegarten sollte man sie nicht aussäen.
 

Wie macht man Gründünger?

Die Aussaat der als Gründünger geeigneten, schnell wachsenden Pflanzen erfolgt nach dem Abernten des Gemüsebeets – etwa zwischen September und Oktober. Den Herbst über wird die Gründüngung sich selbst überlassen. Welkt das Laub, kann man es zur Vorbeugung gegen Fäulnis vom Beet entfernen oder direkt unterheben, damit es als Flächenkompostierung dem natürlichen Kreislauf zugefügt wird.

Spätestens nach dem Winter wird das Beet kräftig umgegraben und für die Neu-Bestellung im Frühjahr vorbereitet. Das Einarbeiten der Gründüngung erfolgt dabei ganz nebenbei: Über die Wintermonate hat die Frostgare selbst aus verdichteten Böden einen feinkrümeligen Boden gemacht – ganz ohne Zutun des Gärtners.

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Praxistipp: Vorsicht bei samenbildenden Gründünger-Pflanzen (wie etwa Senf)! Hier sollten Sie schon im Herbst das Saatgut absammeln, damit sich die Pflanze nicht neu aussät und in Konkurrenz mit den Nutzpflanzen im Gemüsebeet tritt. Danach können Sie das Senf-Laub einfach stehen lassen. Die Blätter erfrieren und werden im Frühjahr einfach untergegraben.

Was kann man nach der Gründüngung pflanzen?

Gerade, wenn Sie das Beet erst im neuen Frühjahr umgraben, sind meist noch nicht alle Pflanzenteile der Gründüngung verrottet. Große Rückstände (Stengel, Wurzelgeflechte) sollten Sie dann absammeln und auf den Kompost werfen.

Wollen Sie das Beet direkt nach der Gründüngung neu bepflanzen, sollten Sie dafür robuste, schnell wachsende und konkurrenzstarke Arten auswählen: Gut eignen sich Kohlrabi, Chinakohl, Radieschen, Spinat, Bohnen oder Salat als direkte Nachfolger einer Gründüngung.

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