Trauermücken

Wirksam Trauermücken bekämpfen

Kleine schwarze Fliegen, die dicht über dem Pflanztopf schwirren? So können Sie Trauermücken an Zimmerpflanzen erkennen und erfolgreich bekämpfen – ganz ohne Pestizide.

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Video: Glutamat

Sie haben kleine Fliegen in der Blumenerde oder ein ganzer Schwarm schwarzer Fliegen kreist um Ihre Zimmerpflanzen? Dann handelt es sich um Trauermücken (Sciaridae). Die fliegenden Insekten verursachen keine Schäden, jedoch die Larven der Trauermücke: Trauermückenlarven fressen in der Erde die Wurzeln der Topfpflanzen. Erfahren Sie, wie Sie Trauermücken erkennen und woher sie kommen, wie Sie Trauermücken ohne Chemie bekämpfen und wie Sie einen Befall von Trauermücken vorbeugen können!

Gemessen an der Vielzahl von Insekten in der freien Natur, ist die Liste der Schädlinge, die Zimmerpflanzen befallen, eher klein. Allerdings treten Trauermücken (auch Trauerfliegen genannt) meist in Scharen auf und leisten heftigen Widerstand gegen ihre Vernichtung. Wer sich hier zu lange Zeit mit der Bekämpfung lässt, „züchtet“ bereits die nächste Generation kleiner, schwarzer Fliegen in der Blumenerde heran. Denn die Trauermückenweibchen legen in ihrem kurzen Leben mehrere Hundert Eier ab – gerne in feuchtem Pflanzsubstrat. Wollen Sie die lästigen Trauermücken langfristig loswerden, müssen Sie keine Giftkeule schwingen.

Wie sehen Trauermücken und ihre Larven aus?

Vorab, woher kommen Trauermücken überhaupt? Das ganze Jahr über können Trauermücken auftreten. Oft bemerkt man sie erst, wenn nach dem Gießen aus dem Blumentopf ein Fliegenschwarm aufsteigt. Und es gibt verschiedene Wege, wie Trauermücken in die Wohnung gelangen. Etwa wenn Sie neue Blumenerde kaufen und diese bereits mit Larven und Eiern der Trauermücke durchsetzt ist. Besonders bei minderwertigem Substrat kann das der Fall sein. Ebenso können Sie die Schädlinge beim Kauf neuer Zimmerpflanzen einschleppen. Eine weitere Möglichkeit sind offene Türen und Fenster, durch die Trauermücken ins Haus kommen und ihre Eier in feuchter Blumenerde ablegen.

Trauermücken
Großaufnahme einer Sciara hemerobioides. Foto: James Lindsey / CC BY-SA 3.0

Charakteristische Merkmale der Trauermücken sind ihre schlanken, schwarzen Körper, die dunklen Flügel und ihre Nähe zu Zimmerpflanzen. Das macht es für Laien leichter, sie von Frucht- oder Obstfliegen zu unterscheiden. Diese haben im Gegensatz zur Trauermücke einen dickeren, rotbraunen Hinterleib. Zudem sind Fruchtfliegen eher in der Küche und in Essensnähe zu finden.

Ausgewachsene Trauermücken stechen nicht, sind aber vor allem eines: lästig. Wohingegen ihre Nachkommen – fünf bis zehn Millimeter lange, glasig grau-weiße Larven mit eindeutig schwarzer Kopfkapsel – bevorzugt in feuchter, humoser Blumenerde an den Wurzeln knabbern. Das tun sie bis zu drei Wochen, bevor sie sich verpuppen. Die etwas kleinere, gelbbraune Puppe der Trauermücke ist ebenfalls in oder auf dem Substrat von Topfpflanzen zu finden.

  • Aussehen Trauermücke: einfarbig schwarz, in der Regel 1-5 mm lang (je nach Art auch bis zu 7 mm)
  • Aussehen Trauermückenlarve: glasig-weißer, ca. 5-10 mm langer Körper mit schwarzem Kopf
  • Aussehen Trauermückenpuppe: gelbbraune, 2-5 mm lange Puppe

Trauermückenbefall an Zimmerpflanzen erkennen

Wenn Ihre Pflanzen, vor allem Jungpflanzen, Stecklinge und Keimlinge, verstärkt eingehen, einen Kümmerwuchs haben oder ihre Stängel hohl gefressen sind, kann das ein Indiz sein, dass sich Trauermückenlarven in der Erde eingenistet haben. Wenn sich außerdem auffällig viele kleine schwarze Fliegen in der Nähe feuchter Erde tummeln und Sie weiße Larven mit schwarzem Kopf in der Pflanzenerde entdecken, handelt es sich wahrscheinlich um Trauermücken.

Die Trauermücken, beziehungsweise die Trauermückenlarven, verursachen erhebliche Schäden, und zwar an den Wurzeln von Zimmerpflanzen: Sie fressen in der Erde die feinen Wurzelhaare der Topfpflanzen. Die angefressenen Stellen sind regelrechte Einfallstore für andere Krankheitserreger, die in der Folge die gesamte Pflanze befallen können.

Trauermückenbefall an der Pflanze: Eingehen von Keimlingen und Stecklingen, Kümmerwuchs, Stängel hohl gefressen, auffällig viele kleine Fliegen in Nähe (feuchter) Pflanzenerde, weiße Larven mit schwarzem Kopf in der Pflanzenerde.

Kleine Fliegen in Blumenerde: Trauermücken loswerden

Bei der Frage, was hilft gegen Trauermücken wirklich, müssen Sie eine Doppelstrategie fahren: Mit einer Kombination aus Gelbstickern und Nematoden bekämpfen Sie sowohl die adulten Tiere als auch die Larven und Puppen der Trauermücke dauerhaft. Rücken Sie zunächst den weiblichen Insekten zu Leibe und unterbrechen den Kreislauf der Vermehrung: Füllen Sie eine zwei bis drei Millimeter dicke Schicht Sand (Vogelsand, Quarzsand) oder Kieselsteine auf die oberste Schicht Erde im Blumentopf. Die Weibchen können nun keine Eier mehr ablegen. Bereits geschlüpfte Trauermückenlarven kommen nicht mehr heraus und sterben in Folge ab.
Praxistipp: Stellen Sie die befallenen Pflanzen in Quarantäne und lassen die Erde im Blumentopf oberflächlich austrocknen. Damit nehmen Sie den Tieren ebenfalls den Brutplatz. Trauermücken gehen außerdem Gelbstickern auf den Leim. Die signalgelben Klebefallen mit geruchlosem Spezialleim stecken Sie in den Blumentopf. Davon werden die Mücken angelockt und bleiben daran kleben.

Trauermücken
Gelbtafeln locken verschiedene Schädlinge an: Die kleinen schwarzen Fliegen bleiben daran kleben und können sich nicht mehr vermehren. Foto: adobeStock / lianem

Um die Larven der Trauermücken in der Erde zu beseitigen, tragen Sie die oberste Erdschicht der befallenen Pflanzen ab. Sind es allerdings schon zu viele Larven, setzen Sie SF-Nematoden ein. Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer und eine natürliche Art der Schädlingsbekämpfung. Ein im Fachhandel erhältliches Pulver mit SF-Nematoden in einem ruhenden Stadium wird einfach in Wasser aufgelöst und die befallene Pflanze damit gegossen. Die nur 0,1 Millimeter großen Fadenwürmer dringen in die Trauermückenlarven ein und töten sie sehr schnell ab. Für Menschen und Haustiere absolut ungefährlich.

Wer Trauermücken mit Hausmitteln bekämpfen möchte, findet im Internet zahlreiche gut gemeinte Ratschläge. Die empfohlenen Hausmittel wie Streichhölzer, Backpulver, Knoblauch, Kaffeesatz, Zigarettenasche, Neemöl oder ein über den Blumentopf gezogener Nylonstrumpf können den Befall mit Trauermücken zwar reduzieren. Wirksam und dauerhaft bekämpfen Sie eine echte Trauermückenplage damit jedoch nicht. Im Gegenteil können empfindliche Pflanzen durch manche Behandlungen eingehen, Blumenerde fängt an zu schimmeln oder ein unangenehmer Geruch hängt tagelang im Raum.

Weitere Tipps zur Schädlingsbekämpfung

Ob Silberfische loswerden oder andere Schädlinge – wir haben die wichtigsten Infos zur Bekämpfung zusammengetragen >>

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  • Gegenmaßnahme Trauermücken: Schicht Sand oder Kieselsteine auf der Blumenerde, Klebefallen (Gelbtafeln oder Gelbsticker), Trockenheit und Quarantäne
  • Gegenmaßnahme Trauermückenlarven: Blumenerde abtragen oder komplett austauschen, SF-Nematoden

Trauermückenbefall vorbeugen

Wer Trauermücken wirksam vorbeugen möchte, sollte stehendes Wasser in Blumentöpfen vermeiden. Gießen Sie sparsamer und achten Sie darauf, dass die oberste Erdschicht eher trocken ist. Die Umstellung auf eine reine Hydrokultur nimmt den Schadinsekten von vorneherein den Brutplatz. Achten Sie beim Kauf von Blumenerde auf qualitativ hochwertiges Substrat. Mit billiger Blumenerde hat sich schon so mancher die kleinen Plagegeister ins Zimmer geholt.

Text: Maxi Meiners

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