Laufenten Indische Laufenten als Schneckenvernichter halten

Laufenten gelten als fleißige Schneckenvernichter: Der Indischen Laufente schmeckt sogar die Spanische Wegschnecke, die als eingeschleppte Schnecken-Art bei uns sonst kaum Fressfeinde hat. Sich mithilfe von ein paar Schneckenenten von einer veritablen Schneckenplage im Garten zu befreien, hat durchaus Charme.

Laufenten
Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Inhalt
  1. Laufenten als Schneckenenten einsetzen
  2. Tipps zur Haltung von Laufenten
  3. Schäden durch Flaschenenten
  4. Was kosten Laufenten?

Doch ehe Sie sich Flaschenenten zur Schnecken-Bekämpfung zulegen, sollten Sie einige Aspekte zu Haltung und Schneckenabwehr durch Laufenten durchdenken. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen über Laufenten und deren artgerechte Haltung. Praxistipp: Zur Schneckenabwehr können Flaschenenten mittlerweile vielerorts für einen befristeten Einsatz im eigenen Garten gemietet werden.

 

Laufenten als Schneckenenten einsetzen

Bücher über Laufenten

Nicht nur eingefleischte Ökos haben die Indische Laufente als Verbündeten bei der Schneckenbekämpfung entdeckt: Schon ein Paar der quirligen Flaschenenten kann einen Garten von bis zu 1.000 Quadratmetern schneckenfrei halten – das ganze Jahr über! Denn Nacktschnecken zählen zu den Lieblingsspeisen der flugunfähigen Laufente. Die Enten-Rasse besitzt einen scharfen Geruchssinn und spürt damit Nacktschnecken selbst in deren Verstecken (unter Holzbohlen, Steinen, in Erdhöhlen) auf. 

Damit sich die Enten an den schleimigen Kriechtieren nicht verschlucken, brauchen die Enten Wasser: Sie tragen die Nacktschnecken im Schnabel zur nächsten Wasserstelle, um sie darin zu waschen, ehe sie sie hinunterschlingen! Der chemiefreie Kampf gegen Schnecken im Garten ist ein guter Grund für die Haltung von Laufenten, doch wie bei allen anderen Tieren auch sollte eine artgerechte Haltung ermöglicht werden.

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Tipps zur Haltung von Laufenten

Als „Schneckenenten“ genießen Laufenten derzeit große Sympathie: Doch was brauchen diese aus Asien stammenden Enten zu ihrem Glück? Wir geben hier einen ersten Einblick in die Haltung von Laufenten, die im wesentlich der Haltung von Hühnern, Gänsen oder Puten gleicht.

Weil ihre Flügel angewachsen sind, können die entfernten Verwandten der Stockente nicht mehr (gut, weit) fliegen. Dafür sind sie aber zu Fuß um so schneller unterwegs. Als Wasservögel gehört Schwimmen zu den normalen Grundbedürfnissen der Art: Nicht nur zur Nahrungsaufnahme (s. oben) benötigen Laufenten viel Wasser, sondern auch zur Pflege des Gefieders und als "Nahrungsergänzung" (kleine Wassertiere, Schwimmpflanzen, ...). Wichtig: Das Halten von Laufenten im eigenen Garten ohne ausreichend große und viele Bademöglichkeit ist nicht artgerecht! Neben einem großen Teich (kleinere verschlammen zu schnell) sind in weitläufigen Gärten zusätzliche Wasserstellen (Zinkwannen, Bottiche, Planschbecken) sinnvoll!

Auch wollen Laufenten in Gemeinschaft leben: Als Herdentier sie sind absolut keine Einzelgänger! Minimum ist ein Paar, besser eine kleine Gruppe von 5-6 Tieren.

Prinzipiell suchen sich Laufenten ihr Futter selbst – zur Schneckenbekämpfung wurden sie ja auch angeschafft. So pflegeleicht die indische Laufente auch ist, etwas Pflege und tägliches (zu-)Füttern ist dennoch erforderlich: Als Beifutter eignet sich normales Körnerfutter für Hühner. Den Speiseplan ergänzen Sie günstig mit (ungekochten, ungewürzten) Essensresten aus der Küche: Nudeln, Reis und Kartoffeln werden von Flaschenenten gern gefressen.

Wer den Schneckenschutz im Garten mit Laufenten organisieren will, muss eines unbedingt befolgen: Finger weg von Schneckenkorn! Den Wirkstoff nehmen die Enten über die gefressenen Schnecken oder direkt auf und verenden sehr schnell daran! Praxistipp: Da Schnecken zum Teil beachtliche Wegstrecken zurücklegen, sollte auch der Nachbar gebeten werden, auf den Einsatz von Schneckenkorn zu verzichten!

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Auf der Suche nach ihrer Leibspeise: Laufenten gelten als "Schneckenvernichter"! © Elsa / pixelio.de

Auslauf-Gehege & Entenstall

Wie der Name vemuten lässt, sind die Enten gute Läufer und brauchen daher viel Auslauf. Ein (eingezäuntes) Freilauf-Gehege sollte pro Entenpaar um die 500 Quadratmeter zur Verfügung stellen. Zusätzlich bietet ein kleiner Stall Schutz vor der Witterung, eisigen Temperaturen im Winter und vor natürlichen Feinden der Laufente (Fuchs, Marder, ...). Eine Stallfläche von 1-2 Quadratmetern pro Entenpaar genügt in der Regel, da Nestbau und Eiablage oft außerhalb des Stalls erfolgen. Der Stall sollte wind- und regendicht gebaut sein – die Einstreu aus Stroh, Sägespänen oder Heu muss regelmäßig ausgetauscht werden.

Auch wenn sich Laufenten frei auf dem Grundstüch bewegen, sie hinterlassen nur wenig Dreck. Ihr Kot ist sehr flüssig und versickert gleich im Boden oder wird spätestens beim nächsten Regen weggespült. Praxistipp: Allerdings sollte man die Enten nicht daran gewöhnen, in Terrassennähe gefüttert zu werden! Denn dort verrichten sie dann auch umgehend bevorzugt ihre Notdurft.

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Schäden durch Flaschenenten

Gerade wenn sie in der Gruppe durch den Garten watscheln, können Laufenten auch Schäden im Garten anrichten: Zarte Triebe von Jungpflanzen zum Beispiel werden auf der Suche nach Schnecken im Beet schnell "zertrampelt". Auch dem Reiz frischer Salat-Spröße können Laufenten kaum widerstehen – auch FLaschenenten stehen auf frisches Gemüse! Daher sollte das frisch bestellte Gemüsebeet zum Schutz mit einem Zaun eingefriedet werden, bis die Pflanzen robust genug sind. Alternativ können Sie Ihre Laufenten während der Anzuchtzeit im Beet auch für die überschaubaren ein bis zwei Wochen außschließlich im Gehege halten.

Außerdem machen Laufenten "Krach" – nicht umsonst gilt ihr Schnattern auch als Frühwarnung vor Einbrechern! Das Schnattern schwillt aber eigentlich nur bei Hunger oder zur Paarungszeit an. Sonst sind Laufenten vergleichsweise leise Tiere. Dennoch sollten Sie vielleicht vorher mit den Nachbarn reden, wie die über einen "Wachschnattern" am Sonntag morgen denken, um Nachbarschaftstreitigkeiten von vornherein zu vermeiden!

Wer die Laufente "nur" zur Schneckenbekämpfung einsetzen will, wird vielleicht von deren hoher Fruchtbarkeit überrascht sein: Bis zu 200 Eier pro Jahr legt ein Laufenten-Weibchen! Früher wurden sie speziell wegen ihrer hohen Legeleistung gehalten. Doch wer die Eier nicht essen will, muss daran denken, ungewollten Nachwuchs rechtzeitig zu unterbinden. Ohne Geburtenkontrolle vermehrt sich die Laufente schnell mit viel Nachwuchs! Am einfachsten ist es, ausschließlich Erpel zu halten.

 

Was kosten Laufenten?

Wenn Sie also auf den Geschmack gekommen sind und demnächst einem Laufenten-Paar die Schneckenabwehr übertragen wollen, sollten Sie auch die mit der Haltung verbundenen Kosten einkalkulieren. Für reinrassige und beringte Enten von vertrauenswürdigen Züchtern fallen Kosten von etwa fünf Euro pro Küken an. Ein einjähriger Erpel kostet 15 Euro, ein Laufenten-Weibchen im selbem Alter ca. 20 Euro für einjährige Ente. Für den Preis erhalten Sie aber auch den Nachweis der Herkuft, über Impfungen und Wurmkuren.

Praxistipp: Wer unentschlossen ist, kann Laufenten auch probeweise mieten! Wer erstmal ausprobieren will, wie sich Laufenten bei der Bekämpfung von Schnecken im eigenen Garten so machen, kann die Tiere für zwei bis drei Tage bei einem Züchter ausleihen: Etwa 25 Euro Kosten erwarten Sie für ein Paar der schnatternden Schneckenvernichter – Kost und Logis kommen oben drauf, aber an kostenlosen Schnecken mangelt es ja nicht im Garten!

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