Nacktschnecken Schleimig & gefräßig: Was Nacktschnecken zur Plage macht

Während die Weinbergschnecke als Delikatesse gilt, werden die vielen Nacktschnecken, die nachts das Beet kahl fressen, nur als Schädling betrachtet. Dabei sind nicht alle Nacktschnecken so gefräßig wie ihr Ruf.

Tigerschnegel
Die rühmliche Ausnahme unter den Nacktschnecken: Der Tigerschnegel ist ein nützlicher Gast im Garten. Foto: iStock / maerzkind

Jedes Jahr, wenn im Gemüsebeet die Saat aufgeht und die Jungpflanzen ihr zartes Grün zeigen, fallen pünktlich Horden von Nacktschnecken über unsere Gemüsebeete her – bevorzugt im Schutze der Nacht! Bei feuchter Witterung kriechen die gefräßigen Schnecken aus ihren Verstecken und fallen über Gemüse- und Zierpflanzen her, bis nur noch die harten Stängel übrig sind. Besonders schlimm ist der Schneckenfraß nach einem milden Winter: Dann haben nicht nur die frostresistenten Eier, sondern auch die erwachsenen Nacktschnecken des Vorjahres in ihren Erdhölen überlebt und werden in ihrer Überzahl zu einer bedrohlichen Schneckenplage.

Warum gibt es jedes Jahr eine Schneckenplage?

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Weil Nacktschnecken besonders paarungswillig sind und als Zwitter für die Fortpflanzung noch nicht einmal einen Artgenossen brauchen! Nacktschnecken paaren sich mehrmals in ihrem Leben und legen in Folge des Liebesspiels pro Exemplar bis zu 400 Eier in Erdspalten, feuchten Kuhlen oder unter Totholz ab. Überleben die Eier den Frost im Winter, schlüpfen daraus viele Hundert Nacktschnecken mit einem mörderischen Appetit auf Jungpflanzen. Praxistipp: Daher ist es so wichtig, bereits im späten Herbst die Eigelege der Schnecken zu vernichten!

 
 

Wie sehen Nacktschnecken aus?

Im Meer oder dem Süßwasser-Aquarium können Schnecken auch wahre (bunte) Schönheiten sein. Und auch so manche Gartenschnecke, die ein Haus mit sich trägt, ist hübsch anzuschauen. Nacktschnecken hingegen sind vor allem eins: schleimig! Allerdings können auch die wirbellosen Körper heimischer Nacktschnecken von auffälligen Mustern und Bänderungen überzogen sein. An Farbe und Muster des sogenannten Mantels kann man letztlich die verschiedenen Schneckenarten von einander unterscheiden.

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Übrigens: Nacktschnecken haben in der Regel vier Fühler, mit denen die Schnecke fühlen, riechen und schmecken kann. Das untere kurze Fühlerpaar tastet unablässig den Boden direkt vor der Schnecke ab. Mit den langen Fühlern auf ihrem Kopf nimmt die Nacktschnecke Witterung auf und blickt voraus. Wobei die zwei sehr primitiven Linsenaugen am Ende der Fühler de Nacktschnecke nur ein sehr ungenaues, schemenhaftes Bild ihrer Umwelt zeichnen.

Warum haben Nacktschnecken kein Haus?

Das Schneckenhaus ist eigentlich ein Exoskelett, eine schützende Stütze für die wirbellosen Lebewesen. Nacktschnecken haben diesen Panzer nicht etwa abgestriffen, sondern im Lauf der Evolution zurückgebildet – bei vielen Nacktschneckenarten finden sich noch chitinhaltige Rückstände des ehemaligen Häuschens in deren Körpern! Warum war es für Nacktschnecken evolutionär von Vorteil, ohne Haus durch die Natur zu kriechen? Ohne sperriges "Eigenheim" sind Nacktschnecken schlanker, beweglicher und können sich selbst in kleinste Spalten zwängen, um dort Schutz vor Fressfeinden, Frost und Trockenheit zu finden.

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Wie leben Nacktschnecken?

Denn Schnecken mögen es feucht. Trockene Erde und pralles Sonnenlicht scheuen Nacktschnecken. Daher verstecken sich Nacktschnecken tagsüber auch in Erdspalten oder unter Steinen, um dann erst im Schutz der Nacht im feuchten Bodennebel auf Beutezug in die Beete aufbrechen! Kurios: Während einige Schneckenarten sich jeden Morgen dort verkriechen, wo sie gerade mit dem Fressen aufgehört haben, kehren andere Nacktschnecken jeden Tag zu ihrem angestammten Unterschlupf zurück. Warum und wie die Tiere dieses "Homing behavior" zeigen, ist der Wissenschaft nach wie vor ein Rätsel.

Warum sind Nacktschnecken so schleimig? Der Schleim hat für Nacktschnecken vielerlei Vorteile, z. B. ..

  • ... der Schleim schützt die Nacktschnecke vor dem Austrocknen
  • ... der Schleim erleichtert der Nacktschnecke die Fortbewegung auf trockenem Untergrund ...
  • ... und sorgt für die nötige Haftung an glatten, senkrechten Flächen!
  • ... der Schleim enthält Bitter-/Giftstoffe, die Fressfeinde der Schnecke in die Flucht schlagen
  • ... Bei Gefahr produziert die Schnecke "Extra-Schleim", der besonders klebrig ist und sogar Vogelschnäbel verkleben kann!

Was fressen Schnecken?

Vor allem Nacktschnecken sind in Punkto Nahrung nicht besonders wählerisch: von Blättern über Früchte bis zu welken Pflanzenteilen und Aas steht alles auf dem Speiseplan. Schnecken fressen auch Hundekot und tote Tiere – sogar Artgenossen!

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