Hornissennest Hornissen vertreiben statt töten

Wer ein Hornissennest im Garten hat, sollte sich freuen: 500 Gramm Insekten sammelt ein Hornissen-Volk pro Tag, um die eigene Brut zu ernähren. Hornissen vertreiben sollten Sie nur, wenn das Nest zu nah am Haus gebaut wurde – und auch dann gelten strenge Regeln!

Hornissen vertreiben
Foto: Cornerstone / pixelio

Ab Mai gründet jede Hornissen-Königin, die den Winter überlebt hat, ein neues Volk. Ihr Nest bauen Hornissen gern in trockenen Baumhöhlen. Fehlen natürliche Nistplätze, macht es sich die Hornisse auch in ungenutzen Nistkästen, in ruhigen Nischen (im Gartenhaus, Holzschuppen, Dachboden) oder unter regengeschützten Holzverschalungen an Fassade oder Balkon bequem. Die Königin baut nur die Keimzelle des Hornissennests: Diese ersten schützenden Waben formt sie aus einer papierartigen Masse aus zerkautem Holz und legt dort die ersten Eier ab. Erst die nächste Generation Arbeiterinnen baut das Hornissennest zuende, bis die charakteristische Ei-Form entsteht.

Hornissennest
Hornissennester sind filigrane Kunstwerke. Foto: fredrikwandern / pixabay

Praxistipp: Wollen Sie Hornissen im Garten ansiedeln – um den Artenreichtum zu fördern oder die Insekten als Schädlingsbekämpfer zu nutzen –, stellen Sie rechtzeitig einen Hornissenkasten auf, in den die Wespenart ihr Nest bauen kann. Weit entfernt vom Haus können Sie so in Frieden miteinander den Garten teilen!

 

Zur eigenen Sicherheit: Hornissennest entfernen

Während der Brutpflege jagen Hornissen Insekten – die Larven brauchen Eiweiß! Selbst ernähren sich Hornissen von Pflanzensäften und besonders gern von Fallobst! Süße Speisen, Getränke oder andere Lebensmittel hingegen interessieren Hornissen kaum. Daher sind Konflikte zwischen Hornisse und Mensch auch eher selten. Entdecken Sie also ein Hornissennest an einem abgelegenen Ort auf Ihrem Grundstück, brauchen Sie nichts weiter zu tun! Lassen Sie das Hornissenvolk ungestört (2-3 m Abstand halten, Tiere nicht anatmen oder beim Beobachten der Insekten ihre Flugbahn kreuzen), besteht keine Gefahr durch Hornissenstiche!

Haben die Hornissen das Nest aber direkt am Schlafzimmerfenster oder unterm Terrassendach gebaut, sollten Sie einen Kammerjäger mit der Entfernung des Hornissennests beauftragen. Er prüft, ob die Hornissen eine Gefahr darstellen und holt die erforderliche Genehmigung für deren Umsiedlung ein. Ohne diese Erlaubnis durch die lokalen Behörden wird ein teures Bußgeld wegen Verstoßes gegen die Bundesartenschutzverordnung fällig. 

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Praxistipp: Da ein Hornissennest lediglich eine Saison genutzt wird, können Sie die Reste im Folgejahr entfernen.

 

Geschützte Hornissen vertreiben

Um die heimischen Hornissen vor dem Aussterben zu bewahren, stellt die Bundesartenschutzverordnung einige Arten unter besonderen Schutz: Bewohnte Hornissennester dürfen nicht vernichtet oder ohne Ausnahmegenehmigung entfernt werden (s. o.). Das Töten von Hornissen ist unter Androhung hoher Geldstrafen verboten. Allerdings können Sie unliebsame Einzelexemplare von der gedeckten Kaffeetafel verscheuchen. Hektisches Wedeln mit der Hand oder gar Anpusten gilt es aber tunlichst zu vermeiden – das alarmiert die Insekten und die Hornisse geht zur Verteidigung über.

Doch womit kann man Hornissen vertreiben? Die Frage beantwortet das folgende Video, denn wie bei Wespen auch sind es vor allem bestimmte Gerüche, die Hornissen vertreiben!

 
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