Thripse So bekämpfen Sie den lästigen Schädling Thripse

Thripse scheinen so harmlos, können aber gerade Zimmerpflanzen schwer schaden: Hier erfahren Sie alles über die sogenannten Fransenflügler und wie Sie den Schädling erfolgreich bekämpfen!

Thripse
Typisches Schadbild eines Thripse-Befalls – sogar einige Larven des Schädlings sind zu erkennen. Foto: Siegfried Reiners / CC BY-NC-SA 3.0
Inhalt
  1. Was ist Thripse: Wie sehen Thripse aus?
  2. Thripse-Schadbild: Wie sieht Thripse-Befall bei Pflanzen aus?
  3. Bekämpfung der Thripse
  4. Günstiges Hausmittel gegen Thripse

Gewittertierchen, Gewitterfliegen oder Blasenfüße – der Volksmund hat der Thripse viele Namen gegeben. Kein Wunder, sind in Deutschland doch mehr als 200 verschiedene Arten des Schädlings bekannt! Haben sich Thripse auf den Blättern Ihrer Pflanzen breit gemacht, gilt es, den Schädling zügig zu bekämpfen, um dessen Ausbreitung und den Befall weiterer Pflanzen zu verhindern. Bei schwül-warmer Witterung – wie vor Sommergewittern – tauchen Thrispe vermehrt auf: Dann können die Gewitterwürmer nicht nur Pflanzen sondern auch dem Menschen lästig werden!

Gartenpflege
Schädlinge

Insekten machen sich gerne an unseren Pflanzen zu schaffen – und zerstören sie

 

Was ist Thripse: Wie sehen Thripse aus?

Nur einen bis drei Millimeter lang messen ausgewachsene Thripse. Sie sind dunkelbraun bis schwarz und haben schmale, lange Flügel, die in "Fransen" enden (daher auch der Name Fransenflügler). Die Larven des Schädlings sind durchscheinend gelblich bis weißlich gefärbt und besitzen noch keine Flügel.

Thripse
Deutlich zu erkennen: Die fransigen Flügel der Thripse. Foto: Ursula Hetterling / DLR Rheinlandpfalz / CC BY-NC-SA 3.0

Warum sind Thripse schädlich für Pflanzen?

Thripse bohren ihre Mundwerkzeuge in die Pflanzenzellen hinein, um deren Saft auszusaugen. Die leergesaugten Zellen verfärben sich zunächst gelblich, dringt später auch Luft in die leeren Pflanzenzellen, schimmert das Blatt an diesen Stellen silbrig. Bei einem massiven Befall können ganze Pflanzenteile verkümmern und geschädigte Blätter abfallen.
Schädlich ist ein Thripse-Befall nicht nur wegen der Schwächung der Pflanze durch den geraubten Pflanzensaft: Über den Stechrüssel der Thripse können auch Pilzsporen übertragen werden, die die Pflanze zusätzlich schädigen!
Um die befallenen Pflanzen zu retten und die weitere Ausbreitung der Thripse zu stoppen, ist bei einem größeren Befall die Bekämpfung mittels Pflanzenschutzmitteln ratsam!

 

Thripse-Schadbild: Wie sieht Thripse-Befall bei Pflanzen aus?

Charakteristisch für einen Thripse-Befall sind die gelblich-silbrigen kleinen Flecken auf Blättern und Blüten der befallenen Pflanzen, die sich binnen kurzer Zeit über das gesamte Blatt ausdehnen. Mit scharfem Auge (oder einer Lupe) erkennt man auch die länglich-ovalen, etwas durchscheinenden Larven und die dunkel gefärbten adulten Thripse auf den Blättern (meist auf der Blattunterseite). Eindeutig auf Thripse-Befall weisen Stecknadel-feine schwarze Pünktchen hin: Die Kottröpfchen der Thripse fehlen z. B. bei einem Befall durch Spinnmilben, dessen übriges Schadbild dem durch Thripsen sehr ähnelt.
Zwischen Mai und August sind vor allem Gemüsepflanzen gefährdet. Zimmerpflanzen hingegen sind für Thripse ganzjährig attraktive Wirtspflanzen.

Thripse
Die gelblich-silbrigen Flecken sind deutlich zu erkennen, für die Thripse muss man näher hinschauen. Foto: Frank Kortung / DLR Rheinlandpfalz / CC BY-NC-SA 3.0

Thrispe an Orchideen

Thripse tauchen im Garten an vielen Pflanzen, vor allem Geranien, auf. Bei Zimmerpflanzen haben es Thripse besonders auf Grünpflanzen, wie Gummibaum, Schefflerea oder Palmen-Arten abgesehen. Orchideen-Freunde wissen auch leidvoll zu berichten, wie beliebt Phalaenopsis-Arten bei dem Schädling sind:
Auf Zimmerpflanzen lässt sich vor allem Drazänenthrips nieder, der sich wie die anderen Thripse-Arten vom Zellsaft der Pflanze ernährt. Anders als die im Freiland vorkommenden Arten der Gewittertierchen, bevorzugen Drazänenthripse trockenes Klima – wie es während der Heizperiode in Wohn- und Büroräumen vorherrscht. Die relativ hohe Luftfeuchtigkeit in Gewächshäusern oder im Freiland hingegen bevorzugen andere Thripsarten, die ihrerseits nicht in Innenräumen anzutreffen sind.

 

Bekämpfung der Thripse

Weil der Drazänenthrips hohe Luftfeuchtigkeit nicht mag, hilft es zur Bekämpfung dieser Thripse-Art meist schon, die befallene Zimmerpflanze für ein paar Tage an einen sonnengeschützen Ort im Garten oder ins Gewächshaus zu stellen, wo die feuchtwarme Witterung die Drazänenthripse vertreibt. Empfindlichere Zimmerpflanzen, die nicht ins Freiland-Quartier umziehen können, befreien Sie mit einer lauwarmen Dusche von den Schädlingen auf der Blattunterseite.
Im Garten können Sie einzelne befallene Blätter entfernen oder – bei starkem Befall – zu einem Insektizid greifen. Gegen Thripse haben sich vor allem Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Pyrethrine, Acetamiprid, Thiacloprid und Methiocarb bewährt. Besser ist allerdings eine vorbeugende Bekämpfung der Thripse mittels Gelbtafeln!

Praxistipp: Bei Pflanzen, die nur wenig Wasser über die Blätter verdunsten (wie Palmen und fleisch-laubige Zimmerpflanzen), immer Pflanzenschutzmittel zum Sprühen anwenden! Andere Darreichungsformen – wie Granulate, Stäbchen oder Gießmittel – befördern die Pflanzenschutzmittel nicht schnell genug zum Schädling auf den Blättern.

 
 

Günstiges Hausmittel gegen Thripse

Effektiv gegen Thripse ist klassische Seifenlauge! Für das Hausmittel gegen Thripse mischen Sie einen Liter Wasser mit zwei Esslöffeln Olivenöl und einem Spritzer Spülmittel. Thripse-Hausmittel gut mischen und mit einer Pflanzenspritze gleichmäßig auf der befallenen Pflanze versprühen – Blattunterseiten nicht vergessen!

Beißen Thripse Menschen?

Immer wieder liest man, dass Thripse auch für den Menschen gefährlich sein sollen: Zwar treten die Gewittertierchen bei schwül-warmen Wetter vermehrt auf und können sehr lästig sein, aber eine Gefahr sind Thripse für den Menschen nicht – auch nicht für Allergiker. Selten wird berichtet, dass Thripse – ähnlich wie Mücken – mit ihren Mundwerkzeugen die Haut zu durchstechen versuchen, was manchmal sogar zu roten, entzündlichen Schwellungen wie bei einem Mückenstich führen kann. Aber die Thripse saugt kein Blut. Wissenschaftler vermuten, dass die Fransenflügler vom Schweißgeruch angelockt werden. Aufgrund ihrer bescheidenen Flug-Fähigkeiten ist es aber wahrscheinlicher, dass die federleichten Schädlinge einfach vom Wind auf den Körper des Menschen geweht werden und auf dem feuchten Hautfilm kleben bleiben.

Praxistipp: Helle, leuchtende Farben ziehen Thripse an (wie viele andere Insekten auch). Wer sich bei Picknick oder Gartenparty eher dunkel kleidet, macht die Thripse erst gar nicht auf sich aufmerksam!

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