Schädlinge

Wenn Blattläuse die Pflanzen überrennen oder Blätter löchrig werden, sollten Sie rasch handeln. Früh erkannt, gehen Schädlingsattacken meist glimpflich aus. Man muss sich allerdings regelmäßig darum kümmern, um Schädlinge von seinen Pflanzen ferzuhalten.

Grundwissen Schädlinge
 

Diese Themen erwarten Sie:

  • Erst mal auf die sanfte Tour
  • Schädlinge erkennen
  • Schädlinge loswerden
  • Systemische Spritzmittel
  • Spritzmittel richtig ausbringen
  • Biologische oder chemische Bekämpfung
  • Natürliche Helfer anlocken
  • Schnecken, Wühlmäuse & Co.
  • Schädlinge im Wassergarten

Umfang: 8 Seiten
0,99€

Am häufigsten machen Insekten den Pflanzen zu schaffen. Je nachdem, wie sie die Pflanze schädigen, unterscheidet man saugende oder beißende Insekten. Saugende Schädlinge haben es auf den Pflanzensaft abgesehen und stechen dafür Blätter oder Stängel an, die sich dann verfärben oder verkrüppelt wachsen. Beißende Schädlinge wie Raupen rupfen Teile aus den Blättern oder fressen sie gleich ganz. Sie müssen bei einer chemischen Behandlung direkt getroffen werden, sonst wirkt sie nicht.

 

Viele Schädlinge, die im Frühjahr scheinbar aus dem Nichts auftauchen, überstehen den Winter als winzige Eier in den Schuppen der Knospen oder in den feinen Rissen der Rinde von Gehölzen. Die Schädlinge schlüpfen genau zur rechten Zeit, um sich über die frischen Blätter herzumachen. Spinnmilben saugen aus den Unterseiten von Blättern, die gelbliche, später graubraune Flecken bekommen und schließlich abfallen.

Läuse wie die grüne Pfirsichblattlaus saugen ebenfalls mit Vorliebe auf den Blattunterseiten der Triebspitzen. Als Folge davon kräuseln sich die Blätter. Eine Bekämpfung der Läuse ist später im Jahr schwierig, da die eingerollten Blätter die Insekten gut schützen.

Ein weiterer überwinternder Schädling ist der Kleine Frostspanner, ein winziger Falter, dessen grüne Raupe schlüpft, kurz nachdem die Knospen aufgebrochen sind. Die gefräßige Raupe ist am typischen „Katzenbuckel“ gut zu erkennen. Der grüne Schädling lässt von Blättern meistens nur die Blattrippen übrig.

 

Schädlinge biologisch bekämpfen

Schädlinge

Wann immer der Griff zur chemischen Keule vermeiden lässt, sollten Sie zu biologischen Pflanzenschutzmitteln greifen. Wohl dosiertes Düngen, regelmäßiger Fruchtwechsel und die richtige Wahl des Pflanzstandortes können einen Schädlingsbefall von vornherein vermeiden. Auch Nützlinge bekämpfen Schädlinge wie Blattläuse wirksam, aber sanft.

Mit Raupenleim kann man am Stamm hochkriechende Raupen des Frostspanners fangen, die sich dann nicht mehr an den Blättern der Bäume laben und anschließend in Falter verpuppen können. Der Leim wird mit einem Pinsel wie ein Ring um den Baum aufgebracht. Der Vorteil ist, dass andere nützliche Insekten und die Umwelt geschont werden. Auch für Vögel ist der Leim nicht gefährlich, da sie die im Leim gefangene Raupen verschmähen.
Mit Lockstofffallen kann man einen Schädlingsbefall von Schmetterlingen oder Faltern bekämpfen. In der zeltförmigen Papp-Falle befindet sich eine Kapsel mit Weibchenduft, der die Falter anlockt. Diese bleiben auf dem mit Leim bestrichenen Boden der Falle kleben und verenden. Pro Woche fängt so eine Falle mehr als 5 Falter. Bei einem größeren Schädlingsbefall kann man die Lockstofffalle auch nutzen, um den Schädling genau zu bestimmen und das Insektizid anzupassen. So schont man die Umwelt, indem nicht wahllos ein Insektizid versprüht wird, sondern der Schädling gezielt bekämpft wird.

Grundwissen Schädlinge

Wer mit einem Blattlaus-Befall zu kämpfen hat und die Läuse möglichst ohne Insektizid oder Hausmittel loswerden möchte, kann auf Florfliegen zurückgreifen. Diesen natürlichen Fressfeind der Blattläuse kann man im Fachhandel kaufen. Die Larven der Florfliegen sind in Pappwaben verpackt und können auf die befallene Pflanze geklopft werden. In ihrer 3-wöchigen Larvenzeit verputzt die Florfliege bis zu 500 Blattläuse, Spinnmilben oder Thripse. Dann verpuppt sie sich.

 

Mechanische Schädlingsbekämpfung

Ökologische Pflanzenpflege besteht aus drei Phasen: Schädlingsbefall verhindern, eingrenzen und beseitigen. Gesunde Pflanzen können Sie mit Netzen, Leimringen und Fallen gezielt vor Schädlingen schützen:

  • Leimringe an Obstbaumstämmen hindern Frostspanner, Ameisen, Blut- und Blattläuse daran, am Stamm emporzukriechen.
  • Ein Schneckenzaun schützt das Gemüsebeet vor einem nächtlichen Besuch der gefräßigen Nacktschnecken. Praxistipp: Einzelne Jungpflanzen wachsen sicher unter einer Haube aus einer alten PET-Flasche – Schneckenschutz und Mikro-Treibhaus in einem!
  • Netze schützen Frucht tragende Obstbäume und -sträucher vor hungrigen Vögeln. Abschreckung durch Vogelscheuchen, Windspiele oder flatternde Bänder halten Vögel bereits zur Blüte fern vom Obstbaum.
  • Kohl, Zwiebeln und Möhren im Beet schützen engmaschige Gemüsenetze vor dem Kohlweißling und verschiedenen Gemüsefliegen. Praxistipp: Ränder des Netzes mit Erde beschweren undzwischen den Pflanzen mit Stäben abstützen.
  • Tomaten neigen zu Braunfäule, wenn sie nass werden. Ein Foliendach schätzt die Tomatenpflanzen auch außerhalb des Gewächshauses vor Regen und Schädlingsbefall. Praxistipp: Blätter der Tomaten auch beim Gießen trocken halten!

Ein akuter Schädlingsbefall lässt sich frühzeitig durch mechanische Pflegemaßnahmen eindämmen:  Oft genügt als Sofortmaßnahme auch das Absammeln, Abbürsten oder das Abspritzen mit Wasser der Schädlinge. Praxistipp: Köderdosen locken Schädlinge gezielt an, das erleichtert Ihnen das Absammeln. Ein beherzter Rückschnitt der erkrankten oder befallenen Triebe hilft der Pflanze, wieder gesund zu werden. Praxistipp: Vorbeugende Auslichtungsschnitte – gerade an Obstbäumen – sorgen für eine bessere Durchlüftung der Krone und beugen Pilzbefall vor.

 

Schädlinge befallen auch Holz

Auch Holz im Garten wird von Schädlingen befallen. Würmer, Maden und Käfer fressen sich langsam, aber unaufhaltsam durch den Baustoff. Pilze, Wasser und Licht nagen zusätzlich daran.

Wasser und Sonnenlicht schädigen Holz allerdings nur indirekt. Deshalb bleibt es oft unbeachtet. Staut sich auf einem durch zu viel UV-Strahlung zerfurchten und rauen Holzbauteil für längere Zeit Nässe, dringen schnell andere Parasiten ein: Dauerhafte Holzfeuchten von mehr als 20% bieten Pilzen und Bakterien beste Lebensgrundlagen. Manche Baumarten sind resistenter gegen Schädlinge als andere: Leider sind das meist eher teure Hölzer wie z. B. Eiche. Günstiger ist der nachträgliche Schutz durch wirksame Lasuren.

Quelle: selbst ist der Mann 6 / 2012

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