Schädlinge

Grasmilben: So erkennen und entfernen Sie die lästigen Tierchen

Wenn man sie bemerkt, ist es meist schon zu spät, um etwas gegen die lästigen Viecher zu tun: Grasmilben-Bisse hinterlassen einen unbändigen Juckreiz, der vor allem in Arm- und Kniebeugen sehr schmerzhaft werden kann. Wir zeigen, wie Sie Grasmilben erkennen und entfernen. 

Grasmilbenlarven auf Gänseblümchenblüte
Die auffallend rot-orangen Grasmilbenlarven fühlen sich von hellen Untergründen angezogen. Foto: iStock / Emanuela Seppi
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Grasmilben sind ähnlich wie Zecken kleine Tierchen, die zwar in der Natur leben, sich aber von den Körperflüssigkeiten von Menschen und Tieren ernähren. Sie sind also in erster Linie Schädlinge für Mensch, Hund und Katze und keine Bedrohung für unseren Rasen. Dort allerdings leben und vermehren sie sich. Wir geben Tipps, wie Sie ihren Rasen pflegen sollten, um Grasmilben fern zu halten und wie Sie sie wieder loswerden.

Was sind Grasmilben?

Grasmilben haben bei uns allerlei Namen: Gartenmilbe, Herbstmilbe, Erntemilbe, Heumilbe oder auch Gras-, Pfirsich- oder Erdlaus. Korrekt ist eigentlich nur die Bezeichnung „Herbstgrasmilbe“ (bot. „Neotrombicula autumnalis“). Zwar gibt es tatsächlich auch eine Grasmilbe, diese ist jedoch viel kleiner als die Herbstgrasmilbe und eine weitere von über 1000 Arten der Laufmilben. 

Milben haben acht Beine und zählen damit zu den spinnenartigen Tieren, nicht zu den Insekten. Die erwachsenen Tiere sehen wie bräunlich-rote Mini-Spinnen aus, oder auch wie Zecken, nur noch deutlich kleiner, mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Sie leben in der Erde und legen dort bei steigenden Temperaturen, meist im Mai oder Juni, ihre Eier ab. 

Kurze Zeit später, oft im Juni oder Juli, schlüpfen aus den Eiern die Larven. Und diese, nur winzige 0,2 bis 0,3 Millimeter großen Grasmilben-Larven fügen Mensch wie Tier fiese, juckende Bisse zu. Die Larven sind orange bis rötlich gefärbt und äußerst mobil. Meistens klettern sie bis zu den Grasspitzen, sitzen auf den Halmen und warten auf ihre "Wirte" - also uns Menschen, aber auch Hund, Katze und Wildtiere. 

Wann ist mit Grasmilben zu rechnen?

Die Grasmilbe ist je nach Witterung früher oder später im Jahr aktiv. Die adulten Tiere sind bereits ab März im Garten, ihre Larven schlüpfen erst, wenn die Temperaturen steigen. Oft ab Juni oder Juli und sind dann bis Oktober auf der Suche nach Wirten. Trockene, warme Witterung begünstigt ihre Aktivität. Bei Regen ziehen sie sich zurück. 

So erkennen Sie einen Befall:

Legen Sie eine weiße Fliese, Teller oder Papier (ggf. gegen Wegfliegen sichern) auf den Rasen und warten Sie ab. Ist Ihr Rasen von Grasmilben befallen, zeigen sich schon nach wenigen Minuten orange-rote, winzige Punkte darauf. Das sind die Grasmilbenlarven, die mit ihren Bissen Mensch und Tier quälen.

Wieso sollten die Schädlinge bekämpft werden?

Die Bisse der kleinen Spinnentiere sind, ähnlich wie Mückenstiche, eigentlich harmlos, jucken aber extrem. Mit ihren Mundwerkzeugen dringen die Grasmilben-Larven durch die Haut und geben dabei ein Enzym ab, das unsere Haut weicher macht. Die Tiere kommen so besser an unsere Zellsäfte, von denen sie sich ernähren. 

Das Enzym jedoch verursacht rote Quaddeln, Flecken oder Pusteln, die einen extremen Juckreiz auslösen. Dieser kann bis zu zwei Wochen anhalten und ist an empfindlichen Körperstellen besonders unangenehm. Doch gerade in Knie- und Armbeugen oder in der Leiste ist unsere Haut besonders dünn, aber oft warm und feucht – dort fühlen sich die Grasmilben-Larven am wohlsten und beißen besonders gerne zu. 

Wie können die Bisse behandelt werden?

Auch wenn es schwerfällt: Kratzen Sie die Pusteln und Quaddeln nicht! Sie können leicht verletzt werden und sich entzünden oder allergische Reaktionen auslösen. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung. Die Bisse selbst sind jedoch nicht gefährlich, Grasmilben übertragen keine Krankheiten. 

Statt zu kratzen sollten Sie betroffene Stellen mit 70-prozentigem Alkohol desinfizieren und ein juckreizstillendes Gel auftragen. Sie können die juckenden Pusteln auch mit Tüchern, die in kalten Grüntee getunkt wurden, behandeln.

Auch für Ihre Vierbeiner sollten Sie sorgen: Es gibt spezielle Sprays auf der Basis ätherischer Öle, die Hunde und Katze vor Grasmilben-Bissen schützen und den Juckreiz lindern können.

Schutz- und Vorbeugemaßnahmen

Um gar nicht erst von Grasmilben befallen zu werden, gibt es zwei Arten von Maßnahmen, die Sie ergreifen können: Sich selbst schützen und Ihren Rasen pflegen, sodass sich Grasmilben dort gar nicht erst etablieren. 

Sich selbst schützen

Ist Ihr Garten bereits von den orange-roten Tierchen befallen, sollten Sie sich zunächst einmal selbst schützen: 

  • Betreten Sie den Rasen nur mit geschlossenen Schuhen, Socken und langen Hosenbeinen.

  • Duschen Sie nach der Gartenarbeit gründlich und waschen Sie die dabei getragene Kleidung sofort.

  • Sprühen Sie sich mit Insektenschutz-Spray ein. 

Lassen Sie auch Ihre Haustiere und Kinder nicht auf dem Rasen spielen oder schützen Sie Ihre Kinder auf die gleiche Weise, wie sich selbst. 

Die richtige Rasenpflege

Grasmilben fühlen sich in Grasmoos sehr wohl, vermehren sich aber in trockenem Rasen extrem, sodass schnell eine regelrechte Grasmilben-Plage entstehen kann. Um beide Bedingungen zu vermeiden können Sie folgendes tun:

  • Um die Moosbildung im Rasen zu verringern, sollten Sie Ihren Rasen im Frühling vertikutieren

  • In Hitzeperioden sollten Sie Ihren Rasen regelmäßig wässern. In feuchtem Rasen fühlen sich die Krabbeltiere nicht wohl.

  • Ist der Rasen bereits befallen, sollten Sie regelmäßig mähen und den Rasenschnitt über den Biomüll entsorgen. Denn hohes Gras ist die Lebensgrundlage der Larven. 

  • Der Rasen sollte nicht bis an das Haus heranreichen. Etwa zwei bis drei Meter Abstand verhindern, dass die Milben ins Haus wandern. 

Grasmilben entfernen

Sind die Tierchen einmal in Ihrem Garten, ist es schwer, diese wieder loszuwerden. Denn die Spinnentiere lassen sich nur schwer bekämpfen. Das beste Mittel gegen Grasmilben bleibt eine gute Rasenpflege!

Erst wenn alle Maßnahmen der Rasenpflege auch im folgenden Jahr keine Besserung zeigen, sollte auf Schädlings-Bekämpfungsmittel zurückgegriffen werden. Ein effektives Mittel, um Grasmilben zu bekämpfen, hat beispielsweise Neudorff entwickelt: 

Das Produkt wird in Wasser verdünnt (Bitte folgen Sie dafür den Angaben des Herstellers!) und anschließend über die gesamte betroffene Fläche versprüht. Besprühen Sie auch Zierbeete und Randbereiche bis ca. 30 Zentimeter. Obst- und Gemüsepflanzen sowie Kräuter, die zum Verzehr gedacht sind, müssen unbedingt ausgelassen werden!

Der Wirkstoff beruht auf Natur-Pyrethrum, der aus Chrysanthemenblüten gewonnen wird. Abgetötet werden nur Schädlinge, die direkt mit der Lösung getroffen werden. Darum sollten Sie den Rasen vor der Anwendung mähen, um möglichst nah an die im Boden und Gras lebenden Tiere zu gelangen.

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