Weiße Fliegen

Weiße Fliegen klingen harmlos, können Ihre Pflanzen aber stark beschädigen. Dabei unterscheidet sie nicht zwischen Nutz- und Zierpflanzen. Mit diesen Mitteln werden Sie den Schädling wieder los.

Sie sieht aus wie eine Fliege und heißt auch noch so, dabei ist die Weiße Fliege – auch Mottenschildlaus genannt – tatsächlich gar keine Fliege, sondern eng mit der Schildlaus verwandt.

Weiße Fliegen bekämpfen:

Die etwa 1,5 mm großen Schädlinge mit den charakteristischen weißen Flügeln stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika, wurde jedoch bereits Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt. Daher sind sie hierzulande auch nicht lange außerhalb von Wohnungen und Gewächshäusern überlebensfähig. Die Temperatur bestimmt zudem die Entwicklung der Larven. Bei über 25 °C benötigen die bis zu 400 Eier, die ein Weibchen im Laufe ihres Lebens ablegen kann, nur gut einen Monat um zu schlüpfen.

Weiße Fliegen richten große Schäden an Gemüse- und Zierpflanzen an. Dabei sind sie bei der Auswahl der Pflanzen nicht sonderlich anspruchsvoll. Die Schäden entstehen dabei nicht direkt durch das Aussaugen des Pflanzensafts, sondern vielmehr durch den produzierten Honigtau. Dieser erhöht die Anfälligkeit der Pflanze für Pilzkrankheiten, vor allem der Rußtaupilz hat dank der Weißen Fliegen leichtes Spiel.

Gartenpflege
Blattläuse

Haben Blattläuse erst einmal die Pflanzen befallen, muss man schnell handeln

 

Was tun gegen Weiße Fliegen?

Möchten Sie Weiße Fliegen bekämpfen, können Sie auf den Einsatz chemischer Mittel getrost verzichten. Einerseits schadet die Chemiekeule meist noch anderen Insekten, andererseits ist ein Befall auch mit schonenderen Mitteln sehr gut in den Griff zu bekommen.

  1. Schlupfwespen: Die einfachste Möglichkeit, die Weiße Fliege loszuwerden, ist ihre Feinde zu fördern. Die Schlupfwespen legen ihre Eier in den Larven der Weißen Fliege ab und dezimieren so langsam deren Population, während sich die Anzahl der Schlupfwespen stetig erhöht. Kärtchen mit 1000 Schlupfwespen-Eiern sind schon für etwa 10 Euro im Handel erhältlich. Keine Angst: Finden die Wespen keine Nahrung mehr, ziehen sie einfach weiter.
  2. Gelbsticker: Da wohl die wenigsten Menschen tausend Schlupfwespen in der Wohnung haben wollen, ist dort der Einsatz von Lockstoff-Stickern besser geeignet. Von diesen werden die Tiere angelockt und bleiben dann darauf kleben, sodass sie sich nicht weiter vermehren können.
  3. Pflanzenschutzmittel: Bei einem besonders starken Befall können biologische Pflanzenschutzmittel auf Basis von Öl oder Neem zum Einsatz kommen.

Praxistipp: Die leichteste Möglichkeit, die Weiße Fliege loszuwerden, ist für sie ungünstige Bedingungen zu schaffen. Da sie eine hohe Temperatur und viel Luftfeuchtigkeit bevorzugt, hilft im Gewächshaus häufiges Lüften und Zimmerpflanzen vorrübergehend in Zugluft zu stellen.

Weiße Fliegen
Foto: gaucho, Weisse-Fliege, CC BY-SA 3.0
 

Weiße Fliegen bekämpfen mit Hausmitteln

Anstelle von Pflanzenschutzmitteln aus dem Handel sind diese Hausmittel ebenfalls besonders effektiv gegen Weiße Fliegen:

  • Knoblauchsud: Zwei Knoblauchzehen kleinhacken, in ein Liter Wasser geben, aufkochen und eine Stunde ziehen lassen. Anschließend die betroffenen Pflanzen damit mehrmals die Woche einsprühen.
  • Wasser-Öl-Mischung: 70 % Wasser mit 30 % Öl vermischen und dann die Pflanze damit besprühen. So ersticken die Tiere bereits nach kurzer Zeit.

Praxistipp: Isolieren Sie die Pflanzen, die Sie behandeln. Weiße Fliegen sind nicht sonderlich wählerisch und könnten spontan auf eine andere Pflanze umsiedeln, wenn es ihnen zu unangenehm wird.

Foto, oben: Frank Korting, DLR Rheinpfalz, Weiße Fliegen an Gerbera, CC BY-NC-SA 3.0 DE

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