Schildläuse erkennen und bekämpfen

Schildläuse können nicht nur Ihren Pflanzen zum Verhängnis werden, sondern sogar Ihre Einrichtung mitsamt Fußböden verunstalten. Wie Sie die Schildläuse erkennen und bekämpfen, verraten wir Ihnen hier.

Napfschildläuse am Trieb
Foto: Uwe Harzer, Napfschildläuse am Trieb, CC BY-NC-SA 3.0 DE
Inhalt
  1. Woran erkennt man Schildläuse?
  2. Warum bekommen Pflanzen Schildläuse?
  3. Schildläuse bekämpfen
Schildläuse bekämpfen:

Es gibt etwa 3000 bekannte Arten der Schildlaus weltweit, darunter etwa 90 in Mitteleuropa. Sie treten meist in gewaltigen Kolonien auf und ernähren sich vom Saft der Pflanze, sodass diese ihr Wachstum einstellt und nach einiger Zeit sogar eingehen kann. Bedrohlich für die Pflanze ist jedoch nur die weibliche Schildlaus. Sie ist es, die über den Schild verfügt, unter dem sie sich sowie bis zu 250 Eier versteckt. Die Weibchen sind komplett unbeweglich. Die Verbreitung der Schildlaus erfolgt über die Larven, die im Juli schlüpfen. Die männliche Schildlaus ist beweglich, kann fliegen und verfügt über keinerlei Mundwerkzeuge, sodass sie keine Nahrung aufnehmen kann und nach wenigen Tagen stirbt.

Die weiblichen Schildläuse kommen in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungen vor. Sie sind zwischen 0,8 und 6 mm groß und ihre Schilde können alle Farben – von braun, schwarz und grau bis hin zu gelb und rot – annehmen. Entsprechend schwer kann es für Laien sein, eine Schildlaus als solche zu erkennen.

Gartenpflege
Blattläuse

Haben Blattläuse erst einmal die Pflanzen befallen, muss man schnell handeln

 

Woran erkennt man Schildläuse?

Schildläuse kommen vornehmlich im Winter und Frühjahr an Zimmerpflanzen wie Palmen, Ficus und Orchideen vor. Im Garten häufen sie sich an Obstbäumen und Beerensträuchern. Da die Weibchen unbeweglich sind, verstecken sie sich gut getarnt auf der Blattunterseite, den Zweigen, Triebachseln und anderen schwer zugänglichen Pflanzenteilen. Gut erkennbar sind Schildläuse anhand ihrer Ausscheidungen. Das Zucker aus dem eingenommenen Pflanzensaft kann die Schildlaus nicht verarbeiten, sodass sie diesen in Form von Honigtau ausscheidet. Damit sie sich damit nicht selbst verklebt, schleudert sie die Tropfen weit von sich. Das Resultat: verklebte Fußböden, Möbel und Fensterscheiben. Bleiben die Tropfen an der Pflanze hängen, kann das sogar die Ansiedlung des schädlichen Rußtaupilzes fördern.

Praxistipp: Ameisen können ebenfalls ein Indiz für Schildläuse sein. Sie ernähren sich bevorzugt von dem Honigtau der Tiere.

 

Warum bekommen Pflanzen Schildläuse?

Gesunde Pflanzen können sich recht gut gegen einen Schildlausbefall wehren. Im Winter werden Zimmerpflanzen jedoch durch die warme Heizungsluft und mangelndem Licht geschwächt. Eine Überdüngung mit Stickstoff verstärkt das Problem noch. Die beste vorbeugende Maßnahme gegen Schildläuse ist daher, die Gesundheit der Pflanze zu erhalten. Vermeiden Sie warme Heizungsluft und stellen Sie die Zimmerpflanzen möglichst hell auf. Neu gekaufte Pflanzen sollten Sie bereits im Handel gründlich untersuchen, damit Sie sich die kleinen Parasiten gar nicht erst ins Haus holen.

Schildläuse an Blättern
Foto: Maja Dumat, Schildläuse (Coccidae), CC BY 2.0

Im Garten hilft das Pflanzen von resistenten Pflanzen neben anfälligen Pflanzen, wie Bohnenkraut zu Bohnen und Lavendel zu Rosen. Bei Obstbäumen kann ein Stammanstrich hilfreich sein. Schildläuse haben außerdem zahlreiche Fressfeine wie Marienkäfer und Ohrwürmer. Allerdings sind Nützlinge sehr spezialisiert, sodass zunächst die genaue Schildlausart korrekt identifiziert werden muss.

 

Schildläuse bekämpfen

Bei einem leichten Befall können die Schildläuse einfach abgebürstet oder abgeduscht werden. Da gewöhnliche Gifte Schildläusen nichts anhaben kann, können Sie in extremen Fällen auf ölhaltige Schädlingsbekämpfungsmittel auf Basis von Paraffin- und Rapsöl zurückgreifen. Das Öl ummantelt die Läuse und erstickt sie.

Bei einem Befall im Garten kann eine Behandlung mit Brennnesseljauche helfen. Diese stellen Sie folgendermaßen her:

  1. 1 kg frische Brennnesseln und 10 l Wasser in ein Holz- oder Kunststoffgefäß geben und nicht luftdicht abdecken.
  2. Nach ein bis zwei Tagen beginnt der Gärprozess, nach 10 bis 20 Tagen hört die Brühe auf zu schäumen und ist einsatzbereit.
  3. Sprühen Sie die Jauche direkt auf die Pflanzen.

Praxistipp: Brennnesseljauche entwickelt einen ziemlich unangenehmen Geruch, bewege den Behälter daher während der Gärung nicht. Gesteinsmehl soll ebenfalls den Geruch binden.

Foto, oben: Uwe Harzer, Napfschildläuse am Trieb, CC BY-NC-SA 3.0 DE

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