Pflanzen überwintern

Im Herbst wird es langsam Zeit, den Garten winterfest zu machen: Dazu zählen neben einem wärmenden Frostschutz zum Überwintern der Pflanzen auch die Wintervorbereitung von Beeten, Bäumen und Rasenflächen, sowie auch Maßnahmen zur Überwinterung der Regentonne oder Kübelpflanzen.
Mit diesen Tipps zum Winterschutz für Pflanzen geht die Arbeit leichter von der Hand, um Ihren Garten winterfest zu machen.

Inhalt
  1. Warum müssen Pflanzen überwintern?
  2. Wie Pflanzen überwintern?
  3. Wo Pflanzen überwintern?
  4. Kletterpflanzen und Rosen überwintern
  5. Bäume und Gehölze überwintern
  6. Wer überwintert Pflanzen?

Beim Auto geht‘s ganz schnell: Frostschutzmittel einfüllen, Winterreifen aufziehen, schon kann der Winter kommen. Um Ihren Garten winterfest zu machen, ist etwas mehr zu tun. Denn ob Terrasse, RasenTeich oder Kübelpflanzen, überall müssen Sie helfen, damit Ihre Pflanzen überwintern – ohne durch Frost und Witterung Schaden zu nehmen. Denn nicht nur Bodenfrost auch eisiger Herbstwind setzt Ihren Kübelpflanzen zu. Wir geben die besten Tipps zum Pflanzen überwintern.

 

Warum müssen Pflanzen überwintern?

Es gibt Gartenpflanzen, die den Winter für Ihre Blütenbildung brauchen (z. B. Zwiebelblumen wie die Tulpe). Andere brauchen den Winter, um eine Winterruhe einzulegen. So blühen sie im nächsten Jahr noch üppiger. Doch wiederum andere Pflanzen vertragen die Kälte überhaupt nicht. Denn durch die kalten Temperaturen gefriert das Wasser in ihren Zellen. Blätter, Wurzeln und Co. frieren ein und können auch durch die ersten Sonnenstrahlen im Frühling nicht mehr gerettet werden. Damit das nicht passiert, müssen solche Pflanzen überwintert werden.

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Auch manche winterharte Pflanzen brauchen Frostschutz

Gerade exotische Pflanzen (z.B. Zitruspflanzen) haben Probleme mit Kälte und sind nur sehr selten winterhart. Sie sind Kälte nicht gewöhnt und sterben ab, wenn man sie bei zu kalten Temperaturen draußen stehen lässt. Aber nicht jede Pflanze benötigt einen Frostschutz. Einige können auch im Winter im Garten bleiben.

Zu den winterharten laubabwerfenden Pflanzen gehören z.B. Bäume (Buche, Eiche, …). Sie werfen im Herbst ihre Blätter ab, sparen so Wasser und es muss kein Wasser mehr in die Blätter transportiert werden. Da dann kein Wasser mehr vorhanden ist, kann der Baum auch nicht erfrieren. Zu einem Problem kann es aber bei immergrünen Pflanzen kommen, wenn sie kein Wasser mehr transportieren. Dann frieren sie nicht ein, können aber austrocknen.
Zu den weiteren Pflanzen, die winterhart sind zählen z. B.:

 

Wie Pflanzen überwintern?

Ein guter Winterschutz für Pflanzen ist unerlässlich, wollen Sie die Frostschäden im Garten gering halten. Viele einfache Maßnahmen helfen, Ihre Gartenpflanzen vor dem Kältetod zu bewahren. Damit der Winterschutz für Pflanzen nicht zu sehr ins Geld geht, heißt es Gartenabfälle sinnvoll zu recyceln!

Die besten Überwinterungs-Tipps

Die Überwinterung, ist vor allem von Ihren Pflanzen abhängig. Eine einheitliche Regel, die für alle Arten gilt, gibt es nicht. Das gleiche gilt übrigens für den Zeitpunkt. Den einen richtigen Zeitpunkt, ab wann Pflanzen überwintern müssen, gibt es nicht. Denn während einige leichten Frost gut vertragen, können andere bereits ab 5 Grad Celsius eingehen. Achten Sie daher vor allem beim Kauf darauf, welche Pflanzenart Sie kaufen. Denn auch bei den verschiedenen Sorten innerhalb einer Gattung, gibt es starke Unterschiede.

Winterschutz für Pflanzen selber machen

Diese Tipps bieten zuverlässigen Frostschutz für Beet- und Gartenpflanzen und helfen Ihnen, Ihre Pflanzen zu überwintern.

  • Auf Terrassen und Gehwegen hat Laub nichts zu suchen, doch im Beet kann eine Laubschicht Stauden und Sträucher vor Frost schützen.
  • Sobald Sie Ihr Beet mit Frühblühern bepflanzt haben, legen Sie eine schützende Schicht aus Laub an, die Wurzeln, Blätter und Äste vor Frostschäden bewahrt. Verwenden Sie dazu am besten die liegen gebliebenen Blätter von Ihrem Rasen. Dort sollte zu Winterbeginn nämlich kein Laub mehr verstreut sein, da der Rasen sonst fault und sich verfärbt. Reisig oder Gartenvlies verhindert, dass das Laub aus dem Beet geweht wird.
  • Im Gegensatz zu Frühblühern wie Tulpen und Narzissen müssen frostempfindliche Gewächse wie DahlienBegonien oder Gladiolen aus der Erde genommen werden. Sie sollten vor den ersten Minusgraden zurückgeschnitten, ausgegraben und trocken gelagert werden, damit sie im nächsten Jahr wieder eingepflanzt werden können. Sie können ebenso wie nicht winterharte Kübelpflanzen an einem kühlen und hellen Standort zum Überwintern gelagert werden. Während der kalten Jahreszeit achten Sie darauf, die Pflanzen nicht zu häufig zu gießen, dennoch sollte die Erde nicht austrocknen.
  • Auch Geranien und Fuchsien überwintern, genauso wie Pflanzen in Kübeln, lieber im Haus und wollen in dieser Zeit nur wenig gegossen werden.
  • Schicken Sie den Rasen mit einer Portion Herbstdünger in den Winter, dessen Kaliumanteil die Halme unempfindlicher gegen Frost macht. Es empfiehlt sich, ihn vor Frostbeginn das letzte Mal zu mähen und danach das Betreten der Rasenflächen zu vermeiden.
    Herbstblätter mit Rasenmäher beseitigen
    Für den Kompost gilt oft „wegen Überfüllung geschlossen“. Daher lohnt es sich, das Laub einfach mit dem Mäher aufzulesen, der es gleich zerkleinert. Foto: Thomas Heß
  • Verzichten Sie auf einen radikalen Rückschnitt verwelkter Stauden. Diese werden dann zwar vom Wind umgeweht, bilden aber eine lockere Schutzdecke auf den Beeten und bieten Insekten Unterschlupf. Nur Stauden mit weichem Laub wie z. B. Taglilien oder Frauenmantel sollten einen Rückschnitt erhalten.
  • Rosen und Ziergehölze verpackt man zum Schutz mit Sackleinen oder Jute.
  • Vor Einbruch des Winters sollten Hecke und Bäume leicht zurückgeschnitten werden.
  • Um zu verhindern, dass die Rinde bei Obstbäumen platzt oder reißt, kann man die Stämme mit einem Weißanstrich versehen. Denn der Wechsel zwischen Nachtfrösten und der Sonne lässt die Rinde aufreißen. Als Alternative bietet sich eine Ummantelung mit Pappe an.
  • Frostschutz im Garten heißt auch, die Regentonne ausleeren, die Seerosen aus dem Teich holen und den Wasseranschluss im Garten frostsicher zu machen!
 

Wo Pflanzen überwintern?

Wer seine Pflanzen überwintern muss, fragt sich, wo die Überwinterung möglich ist. Das kommt natürlich ganz auf Ihre Pflanze an. Denn die einen mögen ein kaltes und dunkles Winterquartier, andere mögen es lieber hell und warme Temperaturen. Und wiederum andere können hell, dunkel, kalt und warm überwintert werden. Manche müssen nicht mal mehr in ein frostfreies Winterquartier gebracht werden. Denn mit Vlies, Mulch oder anderen Frostschützen, können diese dann auch im Freien überwintern.

Worauf Sie noch beim Pflanzen überwintern achten müssen, sehen Sie im Video:

 

Pflanzen überwintern im Gewächshaus

Pflanzen, die kalte Temperaturen mögen, können gut in einem unbeheizten aber frostfreien Gewächshaus überwintern. Besonders die, die Helligkeit brauchen, kommen hier gut zurecht. Wer kein Gewächshaus hat, kann als Alternative oft auch einen Keller nutzen. Hier ist es aber wichtig, dass gerade Pflanzenarten, die es hell mögen (wie z.B. der Oleander), Licht bekommen. Ein Fenster ist daher oft unverzichtbar.

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Praxistipp: Einige Pflanzen verlieren sowieso ihre Blätter und können dann auch im Keller ohne Licht überwintern. Ein Kellerfenster ist auch von Vorteil, um die Luftfeuchtigkeit gering zu halten. Der regelmäßige Frischluftaustausch sorgt auch dafür, dass Ihre Pflanzen nicht von Schädlingen befallen werden.

Pflanzen überwintern: Balkon

Ebenso wie das Beet im Garten kann auch der Balkon als geeignetes Winterquartier herhalten. Mit Vlies, Herbstlaub oder Rindenmulch kann man Beete abdecken und so vor Kälte schützen. Wer Kübelpflanzen hat, kann den Topf mit Luftpolsterfolie umwickeln und ihn auf ein Holzbrett oder eine Styroporplatte stellen. So werden vor allem die Wurzeln vor Bodenfrost geschützt. Gerade auf dem Balkon können Sie die Kübelpflanzen schützen, indem Sie sie näher an die Hauswand stellen. An diesem geschützten Winterquartier brauchen Kübelpflanzen manchmal nicht mal mehr mit einem Schutz umwickelt werden.

Sie möchten Ihre Kübelpflanzen auf dem Balkon überwintern? Mit den Tipps im folgenden Video klappt es bestimmt:

 
 

Kletterpflanzen und Rosen überwintern

Im Winter sind Kletterpflanzen und Rosen besonders gefährdet: Anders als Kübelpflanzen kann man sie nicht einfach ins milde Winterquartier transportieren. Daher sollten Sie rechtzeitig einen Frostschutz aus Tannengrün um ortsgebundenen Pflanzen wickeln, damit die Rosen überwintern können, ohne Schaden zu nehmen.

Pflanzen überwintern

Um empfindliche Pflanzen wie Kletterrosen, immergrüne Kletterpflanzen wie Efeu oder zarte Rankgewächse wie Clematis vor der Kälte zu schützen, eignet sich ein Frostschutz aus Tannengrün besonders gut: Die Anleitung oben zeigt Schritt für Schritt, wie Sie einen Winterschutz aus Tannenzweigen anbringen und was sonst noch nötig ist, um Rosen und Kletterpflanzen durch den Winter zu bringen.

Auch Strohwickel oder Bastmatten schützen Ihre Kletterpflanzen an Hauswänden und vor allem an frei stehenden Rosenbögen vor Kälte, Frost und Eis. Tannengrün als Frostschutz mildert nicht nur Kahlfröste ab, sondern schützen Ihre immergrünen Kletterpflanzen auch vor der Sonne: An frostigen, aber sonnigen Tagen verdunsten die Blätter Wasser, der gefrorene Boden liefert aber nichts nach.

 

Bäume und Gehölze überwintern

Im Gegensatz zu Kübelpflanzen können Bäume und Sträucher im Winter nicht einfach eingelagert werden. Bei starkem Wind oder Sturm sollten Sie aber trotzdem Sicherheitsvorkehrungen treffen. Suchen Sie nach morschen, losen oder brüchigen Ästen und entfernen Sie sie von Ihren Laubbäumen. Neu gepflanzte oder junge Bäume sollten hingegen mit einem Stützpfahl versehen werden. Binden Sie sicherheitshalber auch Kletterpflanzen und lose Ranken an. 

Seile und Pflöcke bieten den besten Windschutz. Foto: Adobe Stock / Nicolette Wollentin

Wenn Sie bei der Gartenplanung von Anfang an Aspekte wie Sturmsicherheit mit einbeziehen, können Sie sich im Herbst und Winter viel Ärger ersparen. Strategisch platzierte Holzwände, Hecken, Gabionen oder auch Rankgitter bieten einen soliden Windschutz. Wände oder Mauern sollten dabei eine Mindesthöhe von 180 bis 200 Zentimetern aufweisen. Weißdorn- oder Feld-Ahorn-Hecken sind besonders robust und bremsen den Wind effektiv aus. 

 

Wer überwintert Pflanzen?

Wussten Sie, dass Sie Pflanzen sogar bei manchen Gärtnern und Baumschulen überwintern können? Das ist besonders praktisch, wenn Sie nicht so viel Platz oder Zeit für die Überwinterung haben. In diesem Winterquartier können Sie echten Profis die Arbeit überlassen. Diese kennen sich mit Ihrer Pflanze aus und wissen ganz genau, was sie mag und was nicht.

Aber was kostet das Pflanzen überwintern? Eine allgemeingültige Antwort gibt es natürlich nicht. Denn beim Preis kommt es darauf an, wie viele Sie überwintern möchten, wie groß diese sind und wie viel Pflege sie braucht. Bei einem akuten Befall von Schädlingen kann die Überwinterung auch etwas teurer werden. Ebenfalls entscheidend beim Preis: Weitere Serviceleistungen. Bei manchen Anbietern können Sie die Pflanzen auch abholen, liefern und umtopfen lassen. Auch dabei wird ein Aufpreis fällig.

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