Hochbeet anlegen

Wer ein Hochbeet anlegen will, braucht nicht viel Platz, um die vielen Vorteile nutzen zu können: Auf kleinstem Raum bietet das Hochbeet höchste Erträge, Nager haben keine Chance, die Ernte zu verderben, die Beetpflege ist rückenschonend und selbst Garten-Laien können mithilfe eines Bausatzes ein Hochbeet anlegen. Lesen Sie, was Sie über Standortwahl, Maße und Baumaterial für Ihr Hochbeet wissen sollten.

Inhalt
  1. Standort und Größe des Hochbeets
  2. Hochbeet selber bauen: Vielfalt des Materials
  3. Hochbeet befüllen

Ehe Sie ein Hochbeet anlegen, sollten Sie genau prüfen, ob Sie bereit sind, regelmäßig Zeit und Mühe in dessen Pflege zu investieren. Zwar ist das Gärtnern im Hochbeet vergleichsweise leicht, aber damit sich der Bau lohnt, sollte schon mehr gepflanzt und geerntet werden als nur ein paar Küchenkräuter! Praxistipp: Der Herbst ist der beste Zeitpunkt, um ein Hochbeet anzulegen: Denn im Herbst fällt besonders viel Grünschnitt an, den Sie zum Befüllen des Hochbeets nutzen können!

Hochbeet anlegen und befüllen

 

Standort und Größe des Hochbeets

Im Hochbeet werden vor allem Gemüsesorten kultiviert. Da die meisten Gemüsepflanzen sonnenhungrige und wärmeliebende Gewächse sind, sollte das Hochbeet an einem sonnigen Standort angelegt werden. Weisen die Stirnseiten des Hochbeets nach Osten und Westen, wird die südliche Längsseite des Hochbeets ganztägig erwärmt! Achten Sie bei der Anlage auch darauf, dass weder Bäume noch Häuser oder Anbauten (Garage, Geräteschuppen, Carport, ...) das Hochbeet verschatten.

Wichtig: Ein Hochbeet benötigt Kontakt zu "gewachsenem Boden", damit Gießwasser versickern kann und Bodenlebewesen (Regenwürmer & Co.) ins Hochbeet kriechen können. Ein Hochbeet auf Pflasterflächen ist nur ein großer Pflanztrog!

Gartengestaltung
 

Hochbeet bauen

Perfektes Projekt für Anfänger: Das Hochbeet ist schnell gebaut und zudem günstig

Bei der Größe gibt es keine bindenden Vorgaben: Für den Anfang genügt sicher ein kleines Hochbeet von 70 x 140 cm. Ist das Hochbeet nur von einer Seite aus zugänglich (weil es vor einer Hauswand, an der Grundstücksgrenze oder als Hangbefestigung angelegt ist), sollte das Beet maximal 70 cm tief sein, um ohne Verrenkungen bestellt und gepflegt werden zu können. Beidseitig erreichbare Hochbeete messen idealerweise 140 cm Tiefe. Die Länge des Hochbeetes wird dann nach "Wunschgröße Beetfläche" und "Platzangbot im Garten" gewählt. Die Höhe sollte je nach Größe des Gärtners zwischen 70 und 90 cm liegen. Praxistipp: Ermitteln Sie die für Sie ideale, rückenschonende Arbeitshöhe mithilfe von gestapelten Bier-/Wasserkästen, ehe Sie Ihr Hochbeet anlegen!

 

Hochbeet selber bauen: Vielfalt des Materials

Hochbeet anlegen

Die Frage des Materials hängt von Ihrem handwerklichen Geschick und dem Budget ab, das Sie bereit sind, für den Bau des Hochbeets auszugeben. Ein einfaches Hochbeet aus Holz ist schnell gezimmert. Wer auf Vollholzoptik setzt, kann sich ein Beet (links mit Frühbeetaufsatz) selbst bauen. Hochbeete mit Steineinfassung (mitte) oder aus Gabionen erfordern mehr Planung, sind dafür aber sehr dauerhaft. Wer sich nicht zutraut, sein Hochbeet selber zu bauen, für den ist der Hochbeet-Bausatz eine Alternative. Kunststoffhochbeete (rechts) sind leicht, schnell montiert und witterungsbeständig.

Gartengestaltung
 

Hochbeet als Bausatz

Dieses Hochbeet ist dank des modularen Bausatzes leicht aufgebaut und schnell erweitert

 

Hochbeet befüllen

Ein Hochbeet besteht im Inneren aus einem sorgsam zusammengestellten Mix aus Blumenerden, Kompost, Laub und Baumschnitt sowie weiteren Zusätzen. Durch die Verrottung der organischen Bestandteile entstehen – wie im Komposthaufen – nährstoffreicher Humus und Wärme (bis zu 5° mehr als im Erdbeet). Dadurch keimt das Saatgut schneller und vor allem früher, und die Erträge sind höher.

Damit die Rotte von Anfang an für ein reges Pflanzenwachstum sorgt, sollten Sie bereits beim Hochbeet befüllen auf die korrekte Schichtung der Pflanzsubstrate achten. Grundlage für reiche Ernten im Hochbeet ist dieser Erd-Aufbau:

Hochbeet anlegen
© sidm / JB
  • Steht das Hochbeet auf einer Rasenfläche, stechen Sie im Inneren die Grasnarbe heraus und legen sie zur Seite.
  • Auf dem Boden des Hochbeets verlegen Sie nun Kaninchengitter zum Schutz vor Wühlmäusen. Wirksamen Schutz vor Nagern und Staunässe bieten auch Hochloch-Mauerwerksziegel, die flächig auf dem Hochbeet-Boden ausgelegt werden!
  • Eine dicke Schicht aus Zweigen, kleinen Ästen, Baumschnitt und grobem Häckselgut sorgt darüber für eine gute Durchlüftung (und verhindert ebenfalls Staunässe).
  • Legen Sie nun die Grasnarbe (wenn Sie sie nicht zum Ausbessern kahler Rasenstellen verwenden können) mit der Wurzelschicht nach oben flächig aus.
  • Statt der Grassoden können Sie auch Graschnitt, Heckenschnitt und Stroh (oder Kleintier-Einstreu) ins Hochbeet füllen.
  • Jetzt folgt eine ca. 30 cm dicke Schicht aus (feuchtem) Laub.
  • Als nächstes füllen Sie etwa 15 cm groben Kompost auf. Auch Stallmist (beim Bauernhof oder dem Reitstall nachfragen!) sorgt für eine hohe Nährstoffdichte im Hochbeet.
  • Den Abschluss bildet eine ca. 10 cm dicke Schicht aus Feinkompost oder klassischer Gartenerde.
  • Praxistipp: Streuen Sie beim Hochbeet befüllen zwischen jede Schicht etwas Steinmehl oder Kompost-Aktivator!

Da die meisten "Zutaten" für die Hochbeet-Füllung, wie Häckselgut und Laub, vor allem im Herbst anfallen, ist zwischen Oktober und Dezember die ideale Zeit, das Hochbeet zu befüllen! Bis zur Aussaat im März hat die wärmende Rotte im Inneren des Hochbeets bereits eingesetzt. In der Regel dauert es etwa fünf Jahre, bis das Pflanzenmaterial im Hochbeet völlig verrottet ist und dadurch das Beet-Innere absackt. Dann sollten Sie das Hochbeet Schicht für Schicht neu befüllen.

Fotos: sidm / DW, CK, Archiv; Hersteller

Quelle: selbst ist der Mann

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