Eisendünger

Werden die Blätter von Pflanzen gelb, während die Blattadern grün bleiben, lautet die Diagnose: Eisenmangel! Mithilfe von Eisendünger lässt sich das schnell in den Griff bekommen. Praktisch: Der Dünger hilft außerdem noch gegen Moos im Rasen.

Blatt mit Chlorose
Foto: Wikimedia / Jim Conrad, gemeinfrei
Inhalt
  1. Eisenmangel oder zu hoher pH-Wert?
  2. Eisendünger für Pflanzen
  3. Eisendünger gegen Moos im Rasen
  4. Alternativen zu Eisendünger

Auch Pflanzen benötigen Eisen. Bekommen sie dieses nicht, treten schnell Mangelerscheinungen auf. Ohne Eisen ist es den Pflanzen nicht möglich Chlorophyll herzustellen und sie entwickeln eine Chlorose. Ihre Blätter werden gelb, lediglich die Blattadern treten grün hervor. Bevor Sie jedoch Eisendünger verwenden, muss zunächst geklärt werden, ob tatsächlich ein Eisenmangel besteht oder ob die Pflanzen das in der Erde vorhandene Eisen bloß nicht aufnehmen können.

 

Eisenmangel oder zu hoher pH-Wert?

Eisen ist in gewöhnlicher Gartenerde in ausreichenden Mengen vorhanden. Ein Nachdüngen ist meist nicht nötig. Zeigen Pflanzen dennoch die oben genannten Symptome gilt es zu klären, ob tatsächlich ein Eisenmangel in der Erde herrscht. In vielen Fällen ist genug Eisen vorhanden, aber der Boden ist durch das Gießen mit kalkhaltigem Wasser alkalisch geworden. Die Bodenteilchen binden dann das Eisen und die Pflanzen können es nicht mehr aufnehmen. In diesem Fall hilft auch kein zusätzlicher Eisendünger. Mit einer einfachen Bodenprobe lässt sich der pH-Wert ermitteln. Ideal ist ein Wert von 5,0 bis maximal 7,5. Erst wenn ein zu hoher pH-Wert als Ursache für den Eisenmangel ausgeschlossen ist, kann Eisendünger verwendet werden.

 

Es gibt einige Methoden, um den pH-Wert in der Erde zu senken:

  • Kalk- und Nitratdünger lässt den pH-Wert zusätzlich steigen. Verzichten Sie daher darauf und verwenden Sie lieber:
  • Kaffeesatz! Dieser hat einen pH-Wert von 6,4 bis 6,8 und ist somit neutral. Als Dünger kann er den pH-Wert im Boden senken.
  • Je nach Region hat Leitungswasser einen pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5. Bei stark kalkhaltigem Wasser lohnt sich daher das Gießen mit Regenwasser, das einen pH-Wert von 5,5 bis 5,7 aufweist

Praxistipp: Auch faulige Wurzeln oder ein zu dichter Boden sorgen dafür, dass Eisen nicht mehr aufgenommen werden kann. Lockern Sie daher den Boden und vermeiden Sie Staunässe mithilfe einer Drainage.

 

Eisendünger für Pflanzen

Einige Pflanzen sind regelrechte Sensibelchen, wenn es darum geht, Nährstoffe aufzunehmen. Sie sind besonders häufig von Eisenmangel betroffen. Dazu zählen:

Auch Topfpflanzen sind häufiger betroffen, da die Nährstoffe aus der Erde leichter ausgespült werden, ohne dass ausreichend Nachschub geliefert wird. Haben Sie einen akuten Eisenmangel festgestellt und einen zu hohen pH-Wert ausgeschlossen, ist im Handel Eisendünger als Flüssigdünger oder Granulat erhältlich. Dieser kann vorbeugend angewandt werden oder bei einem bereits vorhandenen Mangel alle zwei bis drei Mal im Abstand von 14 Tagen (siehe Herstellerangaben).

Blatt mit Chlorose
Foto:  Jerzy Opio?a, Urtica dioica T91, CC BY-SA 4.0
 

Eisendünger gegen Moos im Rasen

Während einige Pflanzen nicht genug Eisen bekommen können, setzt es anderen extrem zu. Praktischerweise zählt Moos zu den Pflanzen, die Eisen in großen Mengen nicht vertragen. Haben Sie daher ein Problem mit Moos im Rasen, müssen Sie das Moos nicht mühselig per Hand entfernen. Mähen Sie den Rasen im Frühjahr erst einmal und streuen Sie eine Woche später großflächig das Eisengranulat aus. Das Moos färbt sich schon nach wenigen Tagen schwarz und stirbt ab. Streng genommen müssen Sie das Moos dann als Sondermüll entsorgen. 

Aber Achtung: All das ist nicht so unbedenklich wie es klingt. Als "Eisendünger" vermarktet, ist im Mittel das gleiche giftige Eisen-II-Sulfat enthalten wie in Pflanzenschutzmitteln wie Moosvernichtern – der feine Unterschied: das eine gilt als Dünger und ist frei verkäuflich, das andere als nicht frei verkäufliches Pflanzenschutzmittel. 
Das Moos stirbt zwar ab, das Eisen macht den Boden aber auch saurer und fördert damit wieder neues Moos – zumindest solange man nicht dagegen ankalkt. Und warum Moos erst schwarz färben, um es dann abzuharken? Das machen Vertikutierer doch auch mit lebendem Moos – und zwar ohne die ganze Giftgeschichte. Was Eisendünger aber auf jeden Fall leistet, ist eine satte Rasenfarbe, denn Eisen ist ein wichtiger Baustoff von Chlorophyll!

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Wichtig: In Verbindung mit Wasser wirkt Eisen-II-Sulfat giftig und ätzend. Beim Ausbringen sind daher Handschuhe, festes Schuhwerk und lange Kleidung sowie eine Schutzbrille Pflicht. Das steht auch ganz klein in der Gebrauchsanweisung. Nach der Behandlung mit Eisendünger sollten Sie den Rasen mindestens eine Woche nicht betreten – das gilt auch und insbesondere für Kinder und Haustiere!
Auf gepflasterten Flächen kann Eisendünger außerdem rostige Flecken hinterlassen!

 

Alternativen zu Eisendünger

So hilfreich Eisendünger auch ist, er ist dennoch giftig und sollte nur im äußersten Fall eingesetzt werden. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Alternativen, mit denen Sie Ihren Pflanzen und Ihrem Rasen ebenfalls helfen können:

  • Abgestandenes Bier enthält viel Eisen. Lassen Sie es zwei Tage offenstehen und kippen Sie es dann täglich auf die betroffenen Pflanzen, bis diese sich wieder erholt haben.
  • Grüner Tee hat eine ähnliche Wirkung. Lassen Sie ihn jedoch vorher gut abkühlen.
  • Wechseln Sie die Erde von Kübelpflanzen spätestens nach zwei Jahren komplett. So werden die ausgeschwemmten Nährstoffe wieder erneuert.
 
  • Schattenrasen bietet Moos keine Angriffsfläche! Moos ist häufig ein Problem von Rasen, der größtenteils im Schatten liegt. Spezielle Schattenrasen-Sorten kommen auch mit wenig Sonnenlicht zurecht und werden somit nicht so leicht von Moos verdrängt.
  • Vertikutieren ist zwar Handarbeit, doch diese schonende Alternative bietet zusätzlich noch weitere Vorteile für Ihren Rasen:

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Foto, klein: A.Dreher / pixelio.de

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