Planen, umgraben, bepflanzen Beet anlegen

Wollen Sie ein Beet anlegen, gibt es ein paar Punkte bei der Neuanlage eines Beetes zu beachten, damit später Stauden oder Gemüse die besten Anwachsbedingungen vorfinden. So einfach legen Sie auf Rasen ein Beet an!

Inhalt
  1. Beet anlegen: Boden vorbereiten
  2. Beet neu anlegen auf Rasen
  3. Ratgeber: Beet anlegen

Ein dichter, satt-grüner Rasen ist für Kinder zum Spielen ideal, doch die Tierwelt kann sich für einen einfachen Rasen wenig begeistern. Wollen Sie ein Stück Rasen in ein Beet umwandeln – um das gärtnerische Gesamtbild aufzulockern, mit einem Streifen Nektarpflanze die Artenvielfalt im Garten zu stärken oder um in die Selbstversorgung einzusteigen – finden Sie hier hilfreiche Tipps und eine detaillierte Anleitung, wie Sie auf Rasen ein Beet neu anlegen.

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Wichtig: Damit die Pflanzen – ob Gemüse oder Zierpflanzen – im neu angelegten Beet gut gedeihen, muss die Pflanzerde gut vorbereitet werden! Ein lockerer, nährstoffreicher Boden ist für ein gutes Pflanzenwachstum Grundvoraussetzung. Gerade wenn die Erde seit Jahren unter der Grasnarbe lag und hoch verdichtet ist. Wie Sie die Erde vorbereiten und ein Beet anlegen, erfahren Sie hier.

 

Beet anlegen: Boden vorbereiten

Egal ob Rasen, Blumenrabatte oder Kartoffelbeet, für schöne Pflanzen muss die Basis – das heißt der Boden – stimmen. Ein guter Boden ist locker, speichert die Nährstoffe und gibt sie bei Bedarf wieder an die Wurzeln ab. Doch meist braucht die Erde etwas Hilfe, wenn zu zum ersten Mal ein Beet anlegen. Sandige Böden sind zwar gut durchlüftet, Wasser versickert aber meist recht wirkungslos. Im Sommer muss daher viel gegossen werden, düngen sollten Sie immer nur in kleinen Portionen. Tragen Sie einmal im Jahr das Tonmineralmehl Betonit auf, um die Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen zu verbessern.

Sand und organisches Material auf das Beet ausbringen und einharken.

Schwere Lehmböden halten Nährstoffe und Wasser zwar sehr gut, das kann den Wurzeln aber die nötige Luft nehmen. Bei Trockenheit sind diese wiederum hart wie Beton. Dagegen gibt es sinnvolle Bodenverbesserer wie Urgesteinsmehl. Es dient der Wiederanreicherung des bodens mit Mineralsubstanzen und Spurenelementen, die durch Auswaschung und Ernten entzogen werden. Das Material in den Boden einarbeiten. Bei großen Flächen hilft eine Motorhacke.

Schollen zerkleinern und Saatrillen ziehen.

Anschließend die Schollen zerkleinern und größere Steine absammeln, dann den Boden glatt harken. In den so vorbereiteten Boden können Sie nun Samen oder Pflanzen direkt einsetzen, ggf.  Saatrillen ziehen.

Praxistipp: Wenn Sie nicht genau wissen, welche Bodenart Sie im Garten haben – Lehmboden, sandiger Boden, humusreiche Erde – können Sie beim Anlegen des Beets eine Bodenprobe auf pH-Wert und Nährstoffkonzentration durchführen (lassen). So haben Sie von Anfang an Gewissheit, welche Nährstoffe Sie über Dünger gezielt zuführen müssen, damit ihre Zier- und Gemüsepflanzen von Anfang an gut versorgt sind.

 

Beet neu anlegen auf Rasen

Ein Stück Rasen lässt sich ganz einfach in ein neues Beet verwandeln. Während ein Gemüsebeet etwas Muskelkraft und das entsprechende Werkzeug erfordert, um den Boden vorzubereiten, müssen Sie für ein einfaches Blumenbeet gar nicht so viel umgraben, wie Sie denken. Sie heben nur die Pflanzlöcher aus, der Rest des alten Rasens verschwindet einfach unter Erde, Mulch und Zeitungen und verrottet dort langsam. Wenn Sie die Grassoden lieber komplett entfernen wollen, haben wir auch Tipps, wo Sie diese am besten weiterverwenden oder entsorgen können.

Beet anlegen

Legen Sie vorher genau fest, wie Ihr neues Beet aussehen soll. Am besten positionieren Sie die Pflanzen vorher testweise auf der Fläche, damit Sie diese groß genug machen oder ggf. noch weitere Pflanzen vorsehen. Mithilfe eines gewöhnlichen Gartenschlauchs markieren Sie die Fläche und stechen die Kanten ab. Das Bodenniveau erhöht sich an dieser Stelle um etwa 5 bis 10 cm. Das Loch sollte etwa 10 cm breiter sein als die Wurzelballen.

Nach dem Einpflanzen legen Sie drei Lagen Zeitungspapier um die Pflanzen. Darüber folgt eine Schicht Mulch. So ist ganz sichergestellt, dass der alte Rasen und Unkraut nicht durchwachsen.

Wohin mit den Grassoden?

Die abgelösten Grassoden müssen Sie nicht gleich wegwerfen. Sie eignen sich noch ideal als Mulchmaterial in Beeten oder unter Sträuchern. Legen Sie die Soden dicht an dicht und verkehrt herum aus, damit der Rasen nicht weiterwächst. Wichtig: Die Soden dürfen kein Wurzelunkraut enthalten – das würde einfach munter austreiben.

Grassoden als Mulchmaterial

Haben Sie einen Kompost lassen sich die Rasensoden auch stapelweise kompostieren. Sie müssen aber mit der Rasenseite nach unten liegen. Besonders an heißen Tagen ist der Komposthaufen so vor Austrocknung geschützt. Streuen Sie etwas Schnellkomposter auf die Soden, bevor Sie mit der nächsten Schicht Grünmaterial anfangen.

Grassoden auf dem Kompost

Das richtige Werkzeug wählen

Ob umgraben, lockern oder ein Beet neu anlegen – die meisten Hobbygärtner greifen bei diesen Arbeiten zum Spaten. Das Spatenblatt sollte in Größe und Form der Bodenbeschaffenheit und den Kräften des Nutzers angepasst sein. Je schwerer der Boden ist, desto kleiner sollte es ausfallen. Es gibt zwei Grundformen: Rechteckige mit gerader oder leicht bogenförmiger Kante für homogene, steinarme Böden, und dreieckige oder halbrunde, vorne zugespitzte Blätter für steinige Böden. Achten Sie auf eine stabile und ausreichend breite Trittkante und ein hochwertiges Blatt. Blatt und Schaft sollten aus einem Material sein.

Spaten mit D-Griff

Welche Griffform Sie bevorzugen, ist Geschmackssache: D-Griffe lassen sich gerade bei kleineren Händen gut greifen, bei T-Griffen geht das Umgreifen schneller. So finden Sie Ihre passende Länge: Spaten senkrecht auf die Erde stellen, der Griff sollte etwa in Höhe der untersten Rippe sein. Handlicher sind oft die sogenannten Damenspaten, aber es gibt auch Spaten mit verstellbarem Teleskopstiel, sehr hilfreich bei mehreren Benutzern. Da das Arbeiten mit dem Spaten ganz schön anstrengend für den Rücken sein kann, gibt es immer mehr Stiele, die ergonomisch geformt sind. Hier sollten Sie am besten schon im Laden testen, ob Ihnen das Werkzeug gut in der Hand liegt.

Praxistipp: Wer mehr als einmal im Jahr ein großes Beet umgraben muss, für den kann sich unter Umständen der Einsatz einer Motorhacke lohnen. Die benzinbetriebenen Kraftpakete sparen Zeit und Arbeit, sind aber nicht günstig. Ab ca. 800 Euro sollten Sie für ein kompaktes Gerät rechnen, das macht sich aber ab 300 bis 400 Quadratmetern Fläche bezahlt.

 
 

Ratgeber: Beet anlegen

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen, die bei der Neuanlage eines Beets auftreten. Mit diesen Tipps legen Sie ein Gartenbeet an und sparen sich viel Mühe ud Ärger!

Der Zeitplan für die Beet-Anlage: Wann vorbereiten, wann bepflanzen?

Ein bestehendes Beet können Sie im Vor-Frühling für die neue Saison vorbereiten. Sind die strengen Winterfröste vorüber, wird es Zeit, das Beet für die Aussaat von Gemüse vorzubereiten. Dazu zählt vor allem vorsichtiges einebnen und harken des Beets. Mit Stauden bepflanzen sollten Sie ein Blumenbeet erst, wenn die Pflanzen Saison haben. Neuanpflanzungen von mehrjährigen Ziergewächsen können nach den Eisheiligen erfolgen.

Ein komplett neues Beet sollten Sie schon im Spätherbst vorbereiten. Zum einen, um die seit jahren verdichtete Erde zu lockern und zu belüften, zum anderen um den Bodenorganismen Zeit zu geben, sich an die neuen Standortbedingungen zu gewöhnen. Leigt das neue Beet den Winter über brach, können Sie im Frühjahr noch einmal Unkraut abjäten, Steine entfernen und bei Bedarf noch den Boden mit Sand abmagern, ehe die ersten Samen oder Pflanzen ins Beet kommen!

Ideal Beet-Maße: wie breit, wie tief?

Beide Begriffe "breit" wie "tief" meinen das gleiche Maß des Beets: Wie breit ist der zu bearbeitende Beetstreifen zwischen zwei Arbeitswegen? Die Breite des Beetes bezeichnet die zu bestellende Fläche des Beets, also die Bereiche, auf denen Gemüse ausgesät und geerntet bzw. Blumen gepflanzt werden können. 1,20 m ist die ideale Breite für ein Beet, das von beiden (Längs-)Seiten zugänglich ist. Denn 60 cm (also die halbe Tiefe des Beets) kann der Durchschnittsmensch mit seinen Armen ins Beet greifen (um Unkraut zu jäten, Früchte zu ernten, ...), ohne mit den Füßen ins Beet treten zu müssen.

Da man für normale Pflegearbeiten in reine Blumenbeete nicht regelmäßig "reingehen" muss, können Staudenbeete und Blumenrabatten von diesen Idealmaßen für Gemüsebeete abweichen.

Wann soll man das Beet umgraben?

Dazu gibt es zwei "Lehrmeinungen": Die eine hält das Frühjahr für ideal, um den Boden im Beet umzugraben. So können die vielen tausend Bodenlebewesen den Winter ungestört unter einer dicken Erdschicht überwintern.

Garten winterfest machen

Für den Gärtner ist das Umgraben im Herbst sinnvoller: Ist das Beet abgeerntet und hat der erste Herbst-Regen den vom Sommer ausgetrockneten Boden feucht (und damit weich) gemacht, ist der beste Zeitpunkt, um das Beet umzugraben! Die Arbeit geht vergleichsweise leicht von der Hand und für das Beet bietet das herbstliche Umgraben des Bodens viele Vorteile:

  • Da der Boden locker ist, können Sie tiefer umgraben – so dass verschiedene Erdschichten besser durchmischt werden
  • Durch das tiefe Umgraben wird der Boden durchlässiger, besser durchlüftet und weniger anfällig für Staunässe
  • Durch das mehrmalige Frieren und Tauen über den Winter verfallen selbst große Erdklumpen zu feinen Krumen – ohne Anstrengung für den Gärtner!
  • Die soganannte Frostgare hinterlässe einen feinkörnigen, lockeren Boden, in den im Frühjahr ohne große Vorarbeit gleich ausgesät werden kann

Praxistipp: Natürlich stört auch das Umgraben im Herbst verschiedene Stoffwechselprozesse im Boden (wie etwa die Kompostierung von organischen Pflanzenfasern). Aber wer im Herbst umgräbt, gibt dem Beet zumindest die zeit, die es braucht, um bis zum Frühjahr wieder zum alten Rhythmus zurückzufinden!

Beet anlegen ohne Umgraben – geht das?

Ja, das geht, ist aber nur mit ausreichender Vorplanung möglich. Die Idee hinter dem Beet ohne Umgraben ist, dass die natürlichen Verrottungsmechanismen des Bodens ausgenutzt werden. Unter Lichtabschluss gehen alle Pflanzen am Standort des geplanten Beetes ein und die Fläche kann im nächsten Jahr dann bestellt werden. So funktioniert es, ein Beet anzulegen ohne Umgraben:

  • Suchen Sie eine Fläche im Garten, die Sei die nächsten 6-9 Monate nicht benötigen und brach liegenlassen können (auch unter optischen Gesichtspunkten!)
  • Stechen Sie die zukünftige Beetfläche statentief ab
  • Bedecken Sie nun das Beet etwa 10 cm dick mit Rindenmulch
  • Die dort noch wachsenden Pflanzen (bodentief  abgeschnitten) oder den Rasen müssen Sie zuvor nicht entfernen
  • Alternativ zur Mulchschicht können Sie das Areal auch mit dicker unbedruckter Wellpappe überlappend belegen
  • Der Lichtausschluss unter der Pappe sorgt dafür, dass Unkraut und andere Pflanzen eingehen und natürlich kompostieren
  • Daher kennt man dieses Verfahren auch unter dem Namen "Beet anlegen mit Karton"!
  • Nach 6-9 Monaten unter Mulch – bei Karton ggf. eher (wenn sich die Pappe von selbst auflöst) – können Sie nun reifen Kompost und Mutterboden auf dem neuen Beet verteilen und die Fläche noch einmal einen Monat ruhen lassen.
  • Anschließend das ganze Material vorsichtig mischen und bepflanzen
  • Praxistipp: Sollte die Wellpappe noch nicht vollständig kompostiert sein, ist das höchstens eine optische Beeinträchtigung.

Wann Beete harken?

Harken sollten Sie ihr Beet, wenn es bereits bestellt ist und die Pflanzen in ihrer Wachstumsphase sind. Sinn des Harkens ist es, die Erdoberfläche krümelig zu halten, denn so verdunstet weniger Wasser aus tieferen Bodenschichten und Sie müssen weniger bewässern! Die Harke, besser noch die Hacke, ist immer dann das Gartenwerkzeug der Wahl, wenn Sie mit Schaufel und Spaten mehr zerstören als nützen würden!

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Was verträgt sich im Beet?

Was darf neben wem ausgesät werden? Welche Gemüsesorte gedeiht neben welchem Konkurrentn? Welche Pflanzen vertragen sich im Beet? Bei Zierplanzen ist diese Frage nicht so entscheidend (Hauptsache, die gepflanzen Stauden haben dieselben Ansprüche an die Bodeneigenschaften). Aber im Gemüsebeet kann die richtige Wahl der Beetnachbarn entscheidend über den Ernteertrag entscheiden!
Eine Übersicht, welche Sorten sich im Beet vertragen und welche nicht, geben diese Artikel zu Mischkultur und Fruchtfolge. Tipp: Beachten Sie auch unseren großen Aussaatkalender!

Wie lange muss ich das Beet bewässern?

Auch hier gilt die alte Gärtnerweisheit: Lieber selten und durchdringend wässern als oft und oberflächlich! Wenn Sie aber über einen guten Boden verfügen und die oben bereits genannten Tricks zum Harken und Umgraben des beetes befolgen, ist der Wasserbedarf im Beet nicht größer als in anderen Rabatten. Praktisch sind Bewässerungslösungen per Computer oder mit dem klassischen Tropfschlauch – so sind Ihre Beetpflanzen immer optimal mit Wasser versorgt.

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Fotos: sidm / TH, DW

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