Kosten senken

Stromfresser im Haushalt

Aus selbst 11/2022

Der Stromverbrauch lässt sich sehr einfach reduzieren, oft durch bloße Aufmerksamkeit, die keinerlei Verzicht bedeutet. Wir geben Tipps, wie man Stromfresser im Haushalt findet – und ausschaltet.

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Foto: Hersteller / Bosch

Stromfresser im Haushalt

Mit einer Waschmaschine der Energieeffizienzklasse A verbraucht man wenig Strom und Wasser, so wie mit dem Home-Professional-Gerät von Bosch.

Foto: Hersteller / Bosch

Stromfresser im Haushalt

Seit 1. März 2021 gilt für neue Geräte das Energielabel mit einer Skalierung von A (sehr gut) bis G statt A+++ bis D.

Foto: Hersteller / Bosch

Stromfresser im Haushalt

Ein sparsamer Kühlschrank ist gut, gleichfalls sollte man kein zu großes Gerät kaufen und natürlich die Tür nie lange offen halten.

Foto: Hersteller / Philips

Stromfresser im Haushalt

Je größer ein Fernsehbildschirm ausfält, desto höher ist oft der Stromverbrauch. Achten Sie grundsätzlich auf Angaben im Energielabel und vergleichen Sie.

Foto: Hersteller / Leifheit

Stromfresser im Haushalt

Ein Wäschetrockner ist der Stromfresser im Haushalt. Besser verzichten Sie darauf und trocknen die Wäsche auf einer Spinne an der frischen Luft oder auf einem Ständer im Haus.

Foto: Hersteller / Krinner

Stromfresser im Haushalt

Moderne LED- Christbaumkerzen leuchten kabellos und sparsam wie die Lumix SuperLight Flame von Krinner.

Haushalte verbrauchen mit rund 26 Prozent ein gutes Viertel des gesamten Stroms in Deutschland. Kein Wunder, schließlich sind wir alle komplett elektrifiziert, darauf wurde Jahrzehnte hingearbeitet, nicht zuletzt im Zuge der Digitalisierung. Hier geht nichts mehr ohne Strom. Der allerdings wird teurer. Deutlich teurer.

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Laut Recherchen von Plusminus könnte der Strompreis bis 2023 von rund 32 auf etwa 37 Cent je Kilowattstunde steigen. Das sind ca. 15 Prozent mehr. Die Stromversorger kaufen jetzt für die Jahre 2023 und 2024 ihre Kapazitäten zu deutlich höheren Kosten ein als in der Vergangenheit. Und wie es von den Experten heißt, machen die Beschaffungskosten mittlerweile 38 Prozent des Strompreises aus. Früher waren es etwa 25 Prozent. Da kann man natürlich in seine Verträge schauen und Anbieter rechtzeitig wechseln – und hoffen, dass die Konditionen so bleiben. Oder man spart Strom ein. Kompliziert ist das eigentlich nicht, nur etwas unkomfortabel. Im Prinzip sollte auch jeder wissen, an welchen Schrauben er drehen muss, um Stromfresser im Haushalt abzuschalten.

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Nur bei der Elektrifizierung mancher Bauteile wird es eben schwierig. Man kann seinen Haushalt ja nicht wieder auf rein mechanische Kurbeln und Geräte umrüsten, schließlich kostet das auch viel Geld. Froh können also jene sein, die sich nie elektrische Garagentor-, Markisen- und Rollladenantriebe angeschafft haben – oder nur solarstrombetriebene, die sich übrigens auch nachrüsten lassen. Ansonsten kann man mal etwas aus lassen, einen Trockner zum Beispiel. Einfach auf den Wäscheständer mit dem nassen Zeugs! Und die Waschmaschine läuft am sparsamsten im Eco-Programm bei möglichst niedrigen Temperaturen. Auf gar keinen Fall braucht irgendjemand Kochwäsche – das ist der absolute Stromfresser im Haushalt: Keimfrei wird es schon ab 60 Grad! Ähnliches sollte man bei der Spülmaschine beherzigen: Eco reicht völlig aus. Oder hat jemand im Vorzeitalter jemals bei über 60 Grad mit verbrühten Händen sein Geschirr gesäubert? Und es abschließend mit klarem Wasser nachgespült? Wohl kaum.

Nutzen Sie die Eco-Programme von Spülmaschinen! Foto: Hersteller / Neff

Beherzigen sollte man auch den schlichten Tipp, Maschinen gut zu füllen. Nicht rammelvoll, aber komplett voll, sodass es schon noch sauber wird. Nur die täglich halbvollen, mit nahezu sauberen Jeans gefüllten Trommeln sollte man sich sparen, denn das kostet richtig Geld: Geht man von einem vermutlich noch niedrigen Strom- und Wasserpreis von rund 35 Cent pro einer täglichen 40-Grad-Wäsche aus, kann man durch halb so viele Waschgänge rund 65 Euro im Jahr sparen. Plus Waschmittelkosten. Wird das Wasser zum Duschen elektrisch erhitzt, lässt sich auch viel Strom (und Wasser) sparen. Vor allem elektronische Durchlauferhitzer arbeiten sparsam und noch dazu ohne lästige Wechselduschen. Und das Schöne: Man kann die Temperatur gradgenau einstellen, ggf. mit der Fernbedienung während des Duschens. Liegt sie pro Tag nur ein Grad niedriger, kann man schon rund 10 Euro im Jahr sparen. Noch mehr geht, wenn man die Duschdauer reduziert: Täglich eine Minute weniger können da schon mal über 50 Euro im Jahr ausmachen.

Ähnliches lässt sich auf Gasetagenheizungen übertragen. Hohe Kosten verursacht aber auch die Unterhaltungselektronik. Diesen durch weniger Fernsehen zu begegnen, ist vielleicht etwas absurd. Allerdings sollte man sich schon überlegen, ob der Fernseher oder Computer laufen muss, wenn niemand davor sitzt. Gleichfalls sollte man sich schaltbare Steckerleisten besorgen und die Geräte bei Nichtgebrauch komplett vom Netz nehmen. Vorsicht ist allerdings bei OLED-Fernsehern geboten, sie dürfen nicht direkt, sondern erst nach etwa einer Stunde vom Stromnetz getrennt werden. Vor allem bei längerer Abwesenheit sollte man möglichst viele Geräte komplett vom Netz nehmen, auch Router zum Beispiel. Gleichfalls kann man ggf. den Kühlschrank vorm Urlaub ausräumen und abstellen – zwei oder drei Wochen fallen hier schon ins Gewicht. Wenn es um Stromfresser im Haushalt geht, sollte man im Sommer möglichst auf Klimageräte verzichten und im Winter den langfristigen Gebrauch elektrischer Heizlüfter vermeiden, eine Zentralheizung heizt effektiver.

Sparsam kühlen: Abluft geht hinaus, warme Luft dringt kaum ein – das AEG-Premium-Fenster-Kit für mobile Klimageräte. Foto: Hersteller / AEG

Daneben kann man die Installation von meterlangen Lichterketten und baumelnden Weihnachtsmännern überdenken. In jedem Fall sollten Lichterketten mit LED-Lampen brennen. LEDs sind ohnehin das Gebot der Stunde, denn mit ihnen lassen sich gegenüber einer Halogenlampe rund 100 Euro in zehn Jahren sparen. Bei steigenden Preisen mehr. Beachten Sie bei der Wahl von LED-Lampen die Lumen-Angaben. Je höher der Lumenwert (lm) ausfällt, desto heller strahlt das Leuchtmittel. Das heißt aber nicht mehr Stromverbrauch. Wichtig ist hier die Leistungsaufnahme: Je höher die angegebene Watt-Zahl, desto mehr Strom verbraucht die Lampe. 

Bei diesen Stromfressern im Haushalt können Sie sparen

Für die Unterhaltungselektronik brauchen wir am meisten Strom. Sparen durch weniger Unterhaltung ist eine Möglichkeit, eine andere ist der Kauf energieeffizienter Geräte. Das neue Energielabel A bis G schafft mehr Klarheit, da bei Fernsehern z. B. spezifischere Eigenschaften eingerechnet werden wie Bildschirmdiagonale und Kontrastumfang. Für Lampen gilt das neue Energielabel seit September 2021 und gibt unten wie das alte den Stromverbrauch in kWh/1000h an.

Beachten Sie auch bei Antrieben für Rollläden, Garagentore etc. die Energieeffizienzklasse sowie Angaben zum Stromverbrauch. Und überdenken Sie, ob ein elektrischer Antrieb nötig ist. Gleiches gilt für Wellnesseinrichtungen: Eine Sauna oder ein Pool sind richtige Stromfresser im Haushalt. Aber auch kleine Geräte können teuer werden: Erhitzt man z. B. mit hydraulischen Durchlauferhitzern das Duschwasser, benötigt man mehr Wasser(druck) und kann die Temperatur nur schlecht regeln. Elektronische Erhitzer arbeiten wie schon erwähnt deutlich sparsamer; beachten Sie beim Gerätekauf in jedem Fall die Energielabel! 

Vollelektronische Durchlauferhitzer ermöglichen eine gradgenaue Einstellung und somit einen sparsamen Betrieb – und das sehr komfortabel. Foto: Hersteller / Clage

Auch beim Kauf von Spül- und Waschmaschinen gibt das Energielabel die wichtigsten Infos. Grundsätzlich kann man sparen, indem man Eco-Programme nutzt, die Maschinen stets gut füllt und am besten auf die Nutzung von Wäschetrocknern verzichtet, denn diese sind selbst neu besonders energieintensiv und die Stromfresser im Haushalt schlechthin. 

Beim Kochen gibt es neben der Energieeffizienz des Gerätes eine Menge Sparpotenzial: Deckel auf dem Topf lassen, so kann man die Temperatur reduzieren, mit möglichst wenig Wasser kochen, Ofentür sauber und geschlossen halten, Ofen nicht vorheizen, Umluft nutzen und nicht benötigte Bleche aus dem Ofen herausnehmen. Beim Kühlen und Gefrieren gilt allgemein: Je größer der Geräteinhalt, desto mehr Stromverbrauch. Empfehlenswert ist ein Nutzinhalt von ca. 50 bis 80 l pro Person. Wichtig: Nur abgekühlte Speisen in den Kühl- und Gefrierschrank stellen und diesen regelmäßig abtauen (1 cm Eis = 10 bis 15 Prozent mehr Strom). Und beim Kauf natürlich auch hier auf das Energielabel achten. 

Stromfresser im Haushalt: Stromverbrauch

Insgesamt verbraucht die Industrie mit rund 45 Prozent am meisten Strom in Deutschland, gefolgt von Gewerbe und Haushalten mit je rund 26 Prozent. Und mit ca. 28 Prozent verbrauchen die Haushalte am meisten Strom zur Unterhaltung, also für Fernsehen, Musik und Internet (Stand 3/2021). Wobei vermehrtes Homeoffice sicher auch einen ernsten Anteil daran hat. Für Dinge wie Kühlen, Kochen und Waschen brauchen wir weniger Strom, nämlich nur 8 bis 14 Prozent.

Hier der Stromverbrauch von Privathaushalten, Stand März 2021. Foto: Quelle: BDEW; Grafik: co2online.de

Mit rund 45 Prozent verbraucht in Deutschland die Industrie am meisten Strom, gefolgt von Gewerbe und Haushalten mit je rund 26 Prozent. Auch wenn der Stromverbrauch in der Grafik (Stand 04/2023) hier und da zu sinken scheint – generell steigt er. 2020 lag er in Deutschland bei rund 520 Mrd. kWh, 2021 bei ca. 536 Mrd. kWh. Weltweit wird heute die dreifache Menge an Strom im Vergleich zu 1980 verbraucht. In Deutschland ist vor allem ein Anstieg ab Anfang der 1990er-Jahre bis 2007 zu verzeichnen. Seitdem liegt er auf einem vergleichbar hohen Niveau. 

Foto: BDEW

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