Rindenmulch Rindenmulch: Kosten, Körnung, Qualität

Rindenmulch besteht aus zerkleinerter Baumrinde von (meist heimischen) Nadelbäumen, die als Abfallprodukt in der Forstwirtschaft anfällt. Mulch bietet im Beet viele Vorteile, ist jedoch keinesfalls ein Allheilmittel. Wir verraten, wann Sie Rindenmulch einsetzen sollten und wie viel er Sie in etwa kosten wird.

Rindenmulch
Foto: Monsterkoi / Pixabay
Inhalt
  1. Rindenmulch richtig einsetzen
  2. Rindenmulch: Qualität erkennen
  3. Pflanzen, die Rindenmulch vertragen
  4. Wie teuer ist Rindenmulch?
  5. Welcher Rindenmulch gegen Unkraut?
Rindenmulch kaufen:

Rindenmulch bietet viele Vorteile im Beet: Er macht es Unkraut schwerer, sich anzusiedeln, schützt die Erde vor Frost und der Ausschwemmung durch Regen und beugt der Austrocknung des Bodens vor. Letzteres spart Ihnen auf Dauer sogar bares Geld, denn wenn sich der Boden weniger aufheizt, verdunstet weniger Wasser und Sie müssen weniger gießen. Zu guter Letzt verbessert Mulch den Boden dauerhaft, da er die Besiedlung mit Kleinstlebewesen begünstigt und nach einer gewissen Zeit verrottet und zu wertvollen Humus wird.

Einzige Nachteile: Zur Verwertung des Rindenmulchs wird viel Stickstoff verbraucht, sodass temporär ein Mangel im Beet entstehen kann. Außerdem fühlen sich Schnecken auf der lockeren Rinde besonders wohl.

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Rindenmulch richtig einsetzen

Da Rindenmulch dem Boden bei der Zersetzung Stickstoff entzieht, sollten Sie vor dem Ausbringen des Mulchs einen Stickstoffdünger einsetzen. Besonders bewährt haben sich Hornspäne, da diese sich ebenfalls langsam zersetzen. So bleibt der Nährstoffhaushalt erhalten, ohne dass Sie nachdüngen müssen. Außerdem sollten Sie vor dem Mulchen sämtliche Unkräuter entfernen.

Wie hoch muss Rindenmulch sein?

Im Bett sollte Rindenmulch eine Höhe von mindestens 5 cm haben. Um Unkraut effektiv vorzubeugen, sollten Sie eine Höhe von mindestens 8 cm einhalten. Auf Wegen empfiehlt sich eine Höhe von etwa 10 cm.

Rindenmulch: Welche Körnung?

Rindenmulch ist in zahlreichen Körnungen erhältlich. Grundsätzlich gilt: Je größer die Fläche, desto größer sollten auch die Mulchstücke sein, denn kleine Körnungen verdichten sich leichter. Eine Körnung von 20 bis 40 mm ist für ein Beet am sinnvollsten, während auf Wegen oder unter Spielgeräten eine gröbere Körnung von 40 bis 80 mm angebracht ist. Sie federt besonders gut, bleibt nicht so leicht in Schuhsohlen stecken und verrottet langsamer.

Rindenmulch
Foto: magicpen / pixelio.de
 

Rindenmulch: Qualität erkennen

Wer Rindenmulch besonders günstig im Internet bestellt, erlebt möglicherweise eine böse Überraschung. Woraus der Mulch bestehen muss, ist nämlich nicht gesetzlich geregelt. Solange der Mulch vollständig aus pflanzlichen Stoffen besteht, darf er als Rindenmulch gekennzeichnet sein – auch wenn er gar nicht aus Rinde besteht. Um derartige Überraschungen zu vermeiden, achten Sie beim Kauf auf das RAL-Gütezeichen. Hiermit verpflichten sich die Hersteller, tatsächlich Baumrinde zu verwenden und auf die entsprechende Körnung und Hygiene zu achten. Kaufen Sie den Rindenmulch im Handel, hilft auf die Schnelle ein Geruchstest. Der Mulch sollte nach frischer Walderde reichen. Je modriger er riecht, desto älter ist er und hat im schlimmsten Fall bereits zu schimmeln begonnen.

Praxistipp: Rindenmulch wird häufig eine hohe Cadmiumbelastung nachgesagt. Allerdings sind die Mengen im Mulch derart gering, dass sie keine Auswirkungen auf den Gartenboden haben. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Pinienmulch zurückgreifen. Er stammt aus dem Mittelmeerraum, wo die Cadmiumbelastung geringer ist.

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Pflanzen, die Rindenmulch vertragen

Rindenmulch ist zwar gut für den Boden, doch nicht für jede Pflanze. In Gemüse- und Blumenbeeten sollten Sie auf Mulch verzichten, vor allem Rosen, Beetstauden, mediterrane Kräuter und Lavendel reagieren mit Unbehagen auf Mulch. Besonders geeignet ist Rindenmulch hingegen für alle Arten von Sträuchern, Hecken und Bäumen – vor allem Tannen und Lebensbaumhecken profitieren von einer Mulchschicht, doch auch Hortensien, Rhododendren und Farne lieben den sauren, humosen Boden, der Mulch ihnen bietet.

Rindenmulch in einem Beet mit Buchsbäumen
Foto: neurolle-Rolf / pixelio.de
 

Wie teuer ist Rindenmulch?

Wie viel ein Liter Rindenmulch kostet, kommt auf die Qualität und die Art des Mulchs an. Grob können Sie mit Preisen zwischen 10 und 20 Cent pro Liter rechnen. Wobei die Preise wesentlich günstiger ausfallen können, wenn Sie ein Angebot ergattern oder gleich in großen Mengen bestellen.

Um zu ermitteln, wie viel Rindenmulch Sie benötigen gilt grob: Sie benötigen 10 l Rindenmulch pro Quadratmeter und pro Zentimeter Schichtung. Nehmen wir einmal an, Sie möchten ein Beet mit den Maßen 6 x 3 m mulchen.

Berechnen Sie zunächst die Gesamtfläche des Beets: 6 x 3 m = 18 m²

Für eine Schicht von 1 cm würden Sie benötigen: 18 x 1 x 10 = 180 l

Eine Schicht sollte jedoch mindestens 5 cm betragen: 18 x 5 x 10 = 900 l

Für ein Beet dieser Größe benötigen Sie daher 900 l Mulch zu einem Preis zwischen 10 und 20 Cent pro Liter. Sie sollten daher zwischen 100 und 200 Euro an Kosten einplanen.

 

Welcher Rindenmulch gegen Unkraut?

Die Hauptmotivation vieler Gärtner, Rindenmulch zu verwenden, ist seine unkrauthemmende Wirkung. Die Samen finden weniger Halt und die Unkräuter haben Probleme die Mulchschicht zu durchdringen. Verstärkt werden kann dieser Effekt noch durch die Ausbringung von Unkrautvlies unter dem Mulch. Doch auch die Art des Mulchs ist entscheidend. Kiefernmulch unterdrückt Unkraut besonders gut, da die in ihm enthaltenen Gerbsäuren sich wachstumshemmend auf Unkräuter auswirken.

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Neben dem heimischen Kiefernmulch ist auch Pinienmulch besonders beliebt – allerdings aufgrund gänzlich anderer Eigenschaften. Die Pinie wächst im Mittelmeerraum, ihre Rinde weist eine wunderschöne rötliche Färbung auf, sie duftet angenehm, verrottet langsam und enthält nicht so viele Gerbsäuren. Letzteres sorgt dafür, dass sie Unkraut nicht so erfolgreich hemmt, aber auch den pH-Wert des Bodens nicht so stark verändert. Allerdings wächst die Pinie nicht in unseren heimischen Wäldern, sondern im Mittelmeerraum. Die längeren Transportwege machen sie deutlich teurer und verringern ihre ökologische Nachhaltigkeit. Eine Verwendung in großen Beeten ist daher nicht sinnvoll.

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