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Geht auch ganz einfach:

Mulchen

Rasenschnitt, Holzhäcksel oder Rindenerde: Mulch ist mehr als bloß ein Verdunstungsschutz. Mulch ist ein Sonnenschirm für den Boden und schützt seine Bewohner vor extremen Temperaturschwankungen sowie vor Austrocknung. Zudem dämpft Mulch sommerliche Platzregen und unterdrückt als zentimeterdicke Schicht Unkräuter.

Inhalt
  1. Mulchen: Vor- und Nachteile
  2. Richtig Mulchen: Wie geht das?
  3. Tipp: Rosen mulchen

Wir kennen es doch von uns selbst: Ist man praller Sonne ausgesetzt, wird man träge, hat Durst und absolut keine Lust auf Arbeit. Den Bodenlebewesen, ob nun Einzeller oder Regenwurm, geht's genauso. Heizt sich der Boden auf, ziehen sie sich in tiefere Schichten zurück und vergessen ihre Arbeit – die Produktion von krümeligem Boden. Ein Sonnenschirm aus Mulch wirkt wahre Wunder.

 

Mulchen: Vor- und Nachteile

Wie bereits erwähnt, hält eine Mulchschicht gegenüber nacktem Boden jede Menge Vorteile für unsere Pflanzen bereit: Dank ihrer isolierenden Wirkung wärmt Sie den Boden bei niedrigen Temperaturen. Bei Hitze sind gemulchte Beete dagegen weitaus besser vor Austrocknung geschützt als Beete ohne Mulch. Rindenmulch & Co. verhindern eine schnelle Verdunstung des Wassers – also auch ein Vorteil für uns: Wir müssen im Sommer viel weniger gießen!
Sollte es mal zu starken Regengüssen kommen, wirkt eine dicke Mulchschicht wie eine Barriere, die das Risiko verschlämmter Böden minimiert. Darüber hinaus bieten die organischen Materialien mit ihren wichtigen Nährstoffen natürlich eine hervorragende Nahrungsquelle für die Bodenlebewesen wie Regenwürmer und Mikroorganismen, was sich positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt. Für Unkraut ist eine dicke Schicht Rindenmulch ein denkbar schlechter Untergrund zum wachsen. Unerwünschte Beikräuter sind auf gemulchten Flächen also auch kaum ein Problem. Zu guter Letzt punktet das Thema Mulchen natürlich auch aus ökologischer Sicht, denn gehäckselte Abfälle aus dem eigenen Garten wie Grasschnitt, Laub, Heckenschnitt & Co. können ganz einfach in Mulchmaterial verwandelt werden und so einem neuen Zweck dienen – ideal für naturnahes & ökologisches Gärtnern!

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Wer nicht richtig mulcht, riskiert jedoch auch negative Effekte auf die Pflanzen. So kann das falsche Mulchmaterial dem Boden zu viele Nährstoffe entziehen und das Pflanzenwachstum hemmen. Achten Sie deshalb immer unbedingt auf das Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff (C/N-Verhältnis) des verwendeten Materials achten – mehr dazu später. Auch eine zu dicke oder zu dünne Schicht kann negative Auswirkungen haben: zu wenig Mulch kann den Boden nicht vor Unkraut schützen und bei einer zu dicken Schicht riskieren Sie Schimmelbildung. Wir empfehlen, zunächst eine dünne Mulchschicht auszubringen und diese gegebenenfalls nachträglich zu verstärken.

Für das Mulchen von Rasen gelten übrigens noch einmal andere Regeln. Alle wichtigen Informationen finden Sie hier:

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Richtig Mulchen: Wie geht das?

Damit Sie und Ihre Pflanzen vom Mulchen profitieren und die Risiken für Nährstoffmangel und Schimmelbildung zu minimieren, kommt es darauf an, ein geeignetes Mulchmaterial auszuwählen und dieses richtig auszubringen. 

Mulchen: Schritt für Schritt

  1. Bereiten Sie zunächst den Boden vor: Entfernen Sie gegebenenfalls Unkraut und lockern Sie den Boden auf. 
  2. Je nach Mulchmaterial geben Sie nun zunächst einen organischen Dünger auf den Boden.
  3. Anschließend folgt das eigentliche Mulchen: Bauen Sie zunächst eine Schicht von etwa 5 cm auf. Tipp: Halten Sie dabei ausreichenden Abstand zur Pflanze, um Fäulnis vorzubeugen.
  4. Lassen Sie der Natur ihren Lauf. Drücken Sie den Mulch keinesfalls an, er sollte nur locker aufliegen.

Welches Material ist zum Mulchen geeignet?

Wie bereits erwähnt, kommt es bei der Wahl der organischen Substanz auf das sogenannte C/N-Verhältnis an. Als Faustregel können Sie sich merken: Grünes, frisches Material wie Rasenschnitt wird meist schnell zersetzt und enthält eine Menge Stickstoff. Braune, getrocknete, strohige oder holzige Materialen dagegen enthalten oft mehr Kohlenstoff und weniger Stickstoff und werden langsamer zersetzt.

Frische Holzhäcksel sind eine preiswerter Bodenschutz als Mulchmethode im Garten und fallen beim Häckseln von Zweigen und anderem Schnittgut massenweise an. Die Häcksel sind für Mikroorganismen leicht verdaulich, enthalten aber kaum Stickstoff. Daher schnappen sich die Mikroben zunächst den Stickstoff aus dem Boden, die Pflanzen gehen leer aus. Als Folge verkümmern gemulchte Pflanzen und bekommen gelbe Blätter, besonders junge Stauden. 
Daher vor dem Mulchen unbedingt Hornspäne auf dem Boden verteilen! Hornspäne sorgen für die Extraportion Stickstoff und die Pflanzen kommen nicht zu kurz. Beim erneuten Düngen im nächsten Jahr harken Sie den Mulch von den Pflanzen weg und streuen wieder Hornspäne.
Abgelagerter Rindenhumus oder reifer Kompost hat den Rotteprozess schon hinter sich und wird von den Mikroorganismen daher in Ruhe gelassen, beide können ohne zusätzlichen Dünger aufs Beet.
Neben Holzhäckseln, zerhackter Baumrinde, reifem Kompost und getrocknetem Rasenschnitt eignen sich auch Kieselsteine oder Xylith zum Mulchen. Xylith wird auch in torffreien Erden verwendet. Im Gegensatz zum Rindenhumus behält Xylith im Beet seine dunkle Farbe und bekommt noch einen silbrigen Glanz.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Mulchen?

Zum Mulchen gibt es keinen idealen Zeitpunkt. Sie können das Mulchmaterial das ganze Jahr über ausbringen. Am besten eignen sich das Frühjahr und der Herbst, da der Boden in diesen Jahreszeiten kaum bedeckt ist. Sollten Sie neue Saat ausbringen, müssen Sie jedoch erst warten, bis die Pflanzen ein wenig gewachsen sind. Da das Mulchmaterial mit der Zeit von den Mikroorganismen zersetzt wird, sollten Sie die Schicht regelmäßig auffüllen. 

 

Tipp: Rosen mulchen

Bevor der Frost kommt, müssen empfindliche Pflanzen im Garten geschützt werden. Gerade Edelrosen müssen angehäufelt werden, damit die Veredelungsstelle nicht erfriert. Compo hat nun einen speziellen Winterschutz mit Doppel-Nutzen entwickelt.

Da verspricht Compo mit dem neuen Winterschutz (www.compo-hobby.de, ca. 8 Euro für 20 Liter) sogar einen doppelten Nutzen: Das Substrat wird bei Rosen etwa 20 cm hoch um die Veredelungsstelle angehäufelt, bei anderen sommergrünen Gehölzen wird die Sprossbasis bedeckt. Das Material sorgt für ausreichende Luftzufuhr, soll bei Regen oder Schnee jedoch nicht verschlämmen. Im Frühjahr wird es dann in die Erde eingearbeitet, die enthaltenen Nährstoffe sorgen für eine Bodenverbesserung.

Praxistipp: Auch im fortgeschrittenen Winter ist es noch ratsam, die Veredelungsstellen von Rosen durch Anhäufeln vor (spätem) Frost zu schützen. Winterstürme und Kleintiere können den schützenden Erdwall schon zerstört haben, so dass die empfindliche Veredelungsstelle mittlerweile schutzlos offen liegt.

Fotos: Thomas Heß

Quelle: Sonderheft 4 / 2014

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