Pflaster verfugen: Anleitung, Fugenmörtel und unkrautfreie Fugen
Ganz gleich, ob Sie eine Terrasse, die Hauszufahrt oder den Pkw-Stellplatz verlegen möchten: Die Pflastersteine müssen großen Lasten standhalten. Die Fugen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Sie sollen die Platten an Ort und Stelle halten, aber gleichzeitig genug Spielraum zulassen, dass keine Risse entstehen. In unserer Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Pflaster verfugen.
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Was bedeutet „Pflaster verfugen“ eigentlich?
Verlegt man Pflastersteine oder Platten, ergeben sich zwischen den einzelnen Steinen zwangsläufig Fugen und diese müssen verfugt werden. Das hat nicht nur optische Gründe, sondern dient auch der Stabilisierung der Pflasterfläche. Durch die Fugen bleiben die Steine auch unter Belastung dort, wo sie sollen. Sie verschieben sich nicht mehr oder sinken einseitig ab.
Darüber hinaus verhindert eine dichte Fuge, dass sich Dreck zwischen den Steinen absetzt und Unkraut dort wachsen kann.
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Wann sollte man Pflaster verfugen?
Sobald die Pflasterfläche nach dem Verlegen begehbar ist, sollte sie auch schon verfugt werden. Im Mörtelbett kann dies zwei bis drei Tage dauern, trocken verlegtes Pflaster kann hingegen sofort verfugt werden.
Die Witterungsbedingungen spielen für den Zeitpunkt des Verfugens ebenfalls eine große Rolle. Ideal ist ein trockener Tag mit Temperaturen um die 20 °C. Auf keinen Fall sollten Sie Pflastersteine verfugen, wenn es stark regnet oder die Temperaturen unter 0 °C fallen oder über 30 °C steigen.
Welches Fugenmaterial für Pflaster gibt es?
Klassisch verwendet man für das Verfugen von Pflaster Sand, Quarzsand oder Basaltmehl. Für welches Material man sich entscheidet ist vor allem vom Preis und dem Anwendungsbereich abhängig.
Normaler Sand ist günstig und leicht zu verarbeiten. Er bietet eine hohe Versickerungsleistung, neigt aber dazu, von Unkraut befallen zu werden. Weil er nur über eine geringe stützende Wirkung in der Fuge verfügt, kommt er nur bei gering belasteten Pflasterflächen in Frage. Für festere Fugen sorgt Kalk- oder Brechsand. Leider ist dieses Fugenmaterial sehr anfällig für Unkraut und hat keine besonders stützenden Eigenschaften. Sand (auch Kalk- oder Brechsand) ist daher eher etwas für größere Flächen.
Etwas stabilisierender, aber auch teurer, ist scharfkantiger Quarzsand. Er ist weiß und empfiehlt sich daher für ein schmales Fugenbild. Das Fugenmaterial hat eine kleinere Korngröße und sickert daher gut zwischen die Fugen. Dadurch wird die Fläche stabiler. Quarzsand lässt sich genauso gut verarbeiten wie Sand, hat aber auch ähnliche Nachteile.
Für dunkle Fugen wählt man am besten Basaltmehl. Den feinen Splitt müssen Sie unbedingt trocken in die Fugen kehren, weil Basaltmehl unter Feuchtigkeit schnell verklumpt – daher rührt auch seine hohe Stützwirkung beim Kopfsteinpflaster verfugen! Daher ist Basaltmehl aber auch teurer.
Am teuersten sind Pflasterfugenmörtel auf Kunstharzbasis. Im Alltag vielleicht der größte Vorteil von diesem Fugenmaterial: Unkraut hat in diesen Fugen keine Chance, weil die Fläche gut versiegelt wird.
Eine Übersicht sämtlicher Materialien haben wir in dieser Tabelle aufgeführt:
Material | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
Fugensand | Sehr günstig, flexibel, wasserdurchlässig | Anfällig für Unkraut, leicht ausspülbar, geringer Halt, daher nur für Flächen, die wenig belastet werden |
Quarzsand | kleiner als herkömmlicher Sand, sickert daher besser ein und bietet besseren Halt, günstig, wasserdurchlässig | Anfällig für Unkraut, leicht ausspülbar |
Pflasterfugenmörtel | hohe Stabilität und Haltbarkeit, unkrautfrei, leicht zu verarbeiten, wasserdurchlässige Varianten verfügbar | teuer; falls wasserundurchlässig erfordert die Terrasse Gefälle und höhere Abwassergebühren fallen an |
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Damit Ihre gepflasterte Fläche lange hält, sollten Sie beim Verfugen folgende Schritte genau einhalten. Dabei unterscheiden sich die Verfahren je nachdem, ob Sie loses Material wie Sand und Splitt verwenden oder Fugenmörtel:
Mit Pflasterfugenmörtel verfugen
Fugen reinigen: Befreien Sie die komplette Fläche von Dreck und reinigen Sie die Fugen, sodass sich kein Schmutz mehr darin befindet.
Fläche nässen: Anschließend sollte die Fläche vorgenässt werden. Die Pflastersteine müssen dabei vollständig durchgenässt sein, damit kein Bindemittel aus dem Mörtel in die Steine eindringen und sie dauerhaft verfärben kann. Das Nässen kann daher bis zu zehn Minuten dauern. Achten Sie jedoch darauf, dass die Fugen nicht unter Wasser gesetzt werden.
Material einbringen: Mischen Sie den Mörtel an und verteilen Sie ihn dann, unter kontinuierlicher Zugabe von Wasser, mit einem Gummischieber in die Fugen. Am besten arbeiten Sie zu zweit: Einer schiebt den Mörtel in die Fugen, der andere nässt den Mörtel kontinuierlich mit einem weichen Strahl, damit das Material auch bis in die letzte Ritze vordringt.
Abfegen: Bei Pflasterfugenmörtel sollten Sie mit dem Abfegen nicht lange warten. Der Mörtel darf nicht auf den Steinen trocknen. Warten Sie daher maximal 30 Minuten. So hat das überflüssige Wasser Zeit zum Abfließen, der Mörtel ist aber noch nicht getrocknet.
In der Galerie haben wir die einzelnen Schritte noch einmal für Sie aufgeführt:
Mit Sand verfugen
Fugen reinigen: Befreien Sie die komplette Fläche von Dreck und reinigen Sie die Fugen, sodass sich kein Schmutz mehr darin befindet.
Material trocken einbringen: Bei losem Material wie Sand oder Splitt, verteilen Sie dieses auf der gesamten Fläche und kehren es dann diagonal zu den Fugen mit einem Besen ein. Die Fläche sollte vollständig trocken sein, damit das Material nicht klumpt.
Fläche reinigen: Vor dem Verdichten muss die Fläche komplett gereinigt werden. Sand und Splitt können ansonsten Kratzer auf den Steinen verursachen.
Verdichten: Damit das lose Material auch in sämtliche Zwischenräume vordringt, muss die Fläche verdichtet werden. Bei Pflastersteinen funktioniert das am besten mit einer Rüttelplatte. Beginnen Sie am Rand und arbeiten Sie sich spiralförmig zur Mitte vor. Natursteinplatten haben eine ungleichmäßige Form und müssen daher individuell angepackt werden. Schlagen Sie mit einem Gummihammer mittig auf die Platten, bis diese ein paar Millimeter absinken.
Einschlämmen: In einem weiteren Schritt wird nun erneut Sand oder Splitt in die Fugen eingekehrt. Das Rütteln lässt das Material absacken und in die untersten Ritzen vordringen. Meist sind daher nach dem Rütteln die Fugen nur noch halb voll. Daher wird nun erneut Material eingekehrt und anschließend mit einem feinen Wasserstrahl eingeschlämmt. Das Wasser transportiert das lose Material nun bis in die letzten Ritzen.
Abfegen: Sie können sich mit dem Abfegen ruhig Zeit lassen. Lassen Sie zunächst alles gut trocknen, bevor Sie das überschüssige Material entfernen.
Pflaster verfugen: Unkrautfrei
Normaler Zementmörtel, wie er für gewöhnlich für Mauerwerk verwendet wird, ist besonders starr und fest. Das sorgt dafür, dass er im Außenbereich aufgrund von Temperaturschwankungen zu Rissen neigt und in diesen Rissen wächst gerne Unkraut. Pflasterfugenmörtel hingegen ist kunstharzgebunden oder trasszementbasiert, weshalb er flexibel bleibt. Es entstehen keine Risse und Unkraut hat keine Chance.
Die Eigenschaften des Pflasterbetts sollten immer zu den Eigenschaften der Fugen passen!
Mörtel aus Kunstharz ist federnd und wasserdurchlässig. Das erfordert, dass auch der Unterbau lose und wasserdurchlässig sein muss. Splitt oder Quarzsand sind hier die erste Wahl.
Gleiches gilt für wasserundurchlässigen Fugenmörtel auf Basis von Trasszement. Die Tragschichte sollte auch hier zu den Fugen passen und entsprechend in einem wasserundurchlässigen Zementbett liegen.
Wenn Sie federnde Fugen für einen festen Untergrund wählen oder umgekehrt, sorgt das für Spannungen – Fugen und Platten können reißen.
Wenn Sie wasserdurchlässige Fugen auf einen wasserundurchlässigen Untergrund wählen oder umgekehrt, staut sich das Wasser unter dem Pflaster. Im Winter gefriert es, dehnt sich aus und „sprengt“ die Steine und Fugen.
Für Terrassen ist Pflasterfugenmörtel heutzutage der Standard, da er Bewegungen gut federt. Wenn die Fläche hingegen stark belastet wird, wie eine Einfahrt etwa, sind ein festes Zementbett und starre Fugen ideal, da der komplette Bau dann höheren Belastungen standhält.
Kopfsteinpflaster verfugen
Als Kopfsteinpflaster bezeichnet man landläufig eine Pflasterfläche, die aus nahezu quadratischen Pflastersteinen zusammengesetzt ist. Weit verbreitet sind kleinformatiges Basalt-Kopfsteinpflaster und auch die größeren schwarzen Pflastersteine mit glatter, leicht abgerundeter Oberfläche, das sogenannte Katzenkopfpflaster, wie man es noch von sehr alten Straßen kennt.
Die Besonderheit von Kopfsteinpflaster besteht darin, dass es nicht komplett gleichmäßig gestaltet ist, wie Betonsteinpflaster. Die Form ist immer quadratisch, enthält allerdings Unregelmäßigkeiten und die Oberfläche ist rau. Damit auf den ungleichmäßigen Steinen trotzdem eine gleichmäßige Kraftübertragung gewährleistet wird, gibt es spezielle Regeln für das Verfugen.

Zum einen sollte die Fugenbreite mindestens 5 mm betragen, besser 10 bis 20 mm sogar. Da die Steine immer ungleichmäßig sind, lassen sie sich selten auf Stoß verlegen. Das würde schnell zu krummen Reihen führen. Die Fugen dienen als Puffer, um diese Ungleichmäßigkeiten auszugleichen. Das ist nicht nur optisch entscheidend, sondern auch wichtig für die Kraftübertragung. Als Regel können Sie sich merken: Je ungleichmäßiger die Steine, desto breiter sollte die Fuge sein.
Ein weiteres Problem bei Kopfsteinpflaster ist die unterschiedliche Höhe der Steine. In diesem Fall auf keinen Fall die Fuge bis zur obersten Kante auffüllen. Das sieht schnell unsauber aus und die Dreidimensionalität der Steine geht verloren, was sich negativ auf die Rutschgefahr auswirkt. Außerdem stehen die Fugen dann bei den tieferen Steinen über, sind instabil und platzen leicht ab.
Häufige Fehler vermeiden
Hier haben wir noch einmal die häufigsten Fehler beim Verfugen von Pflaster zusammengefasst:
Falsches Material
Die Verwendung von falschem Material kann die komplette Stabilität der Pflasterfläche beeinträchtigen.
Wer einfach irgendeinen Sand für die Fugen nimmt, riskiert, dass dieser nicht perfekt in die Fugen passt und entsprechend komplett durchrieselt oder nicht weit genug eindringt.
Wer Mörtel für die Wand verwendet, riskiert Risse in den Fugen, da der Mörtel nicht so flexibel ist wie Pflasterfugenmörtel.
Falsche Reihenfolge
Halten Sie die Reihenfolge in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung nicht genau ein, riskieren Sie Schäden an der Pflasterfläche.
Werden die Steine beispielsweise vor der Verwendung von Fugenmörtel nicht ausreichend gewässert, zieht das Bindematerial des Mörtels in die Steine ein und verfärbt diese.
Werden die Steine bei der der Verwendung von Sand oder Splitt nicht ausreichend verdichtet, bleiben Hohlräume bestehen und das eindringende Wasser dehnt sich bei Frost aus und verschiebt die Steine.
Falsches Wetter
20 °C und trocken – das ist das ideale Wetter zum Verfugen von Pflaster. Regen ist vor allem für loses Material gefährlich, da es ausgespült wird. Hitze hingegen ist für Pflastermörtel nicht ideal, da er so zu schnell trocknet.
Zu früh belasten
Mörtelfugen benötigen ein bis zwei Tage, um so weit auszuhärten, dass man darauf laufen darf. Betritt man die Fläche früher, kann das zu Rissen führen und die Platten verschieben.
Pflege nach dem Verfugen
Hier ist es wichtig, dass Sie vor allem auf die Angaben der Hersteller achten. Wir können lediglich allgemeine Empfehlungen geben. Im Zweifel folgen Sie den Angaben auf der Verpackung.
Pflasterfugenmörtel: Pflegetipps
Nach etwa 30 Minuten bindet der Fugenmörtel so weit ab, dass überschüssiges Material von den Pflastersteinen trocken abgekehrt werden kann. Die Fläche sollte dann mindestens 12 Stunden, besser 24 Stunden vor Regen geschützt werden. Begehbar ist die Fläche nach etwa 24 bis 48 Stunden. Nach 7 Tagen ist sie voll belastbar und Sie können etwa Terrassenmöbel darauf platzieren.
Quarzsand: Pflegetipps
Hier kann direkt nach dem Einkehren das überschüssige Material abgekehrt werden. Haben Sie den Sand in einem letzten Schritt eingeschlämmt, warten Sie mit dem Kehren, bis alles getrocknet ist. Begehbar ist die Fläche sofort, nach einem Tag ist sie voll nutzbar. Lediglich auf den Einsatz eines Hochdruckreinigers sollten Sie in den ersten Tagen verzichten.
Wichtig bei losem Material ist, dass dieses im Laufe der Zeit nachgefüllt werden muss. Nach etwa zwei Wochen sollten Sie es noch einmal kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen. Dann hat sich das Material meist ordentlich gesetzt. Im Anschluss nach zwei Monaten noch einmal kontrollieren sowie nach jedem Starkregen.
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