Igel im Garten

Der Garten ist aufgeräumt und alles steht an dem dafür vorgesehenen Platz. Was unseren Ordnungsdrang befriedigt, ist für Igel im Garten alles andere als ideal. Wir verraten Ihnen, wie Sie den Garten für Igel zu einem Paradies umgestalten.

Igel im Garten
Ein Igel im Garten braucht ein paar Dinge, um zu bleiben. Foto: Welzhofer/Hecker
Inhalt
  1. Igel im Garten sind gut!
  2. Was mache ich mit einem Igel im Garten?
  3. Igel im Garten: Was tun?

Igel im Garten haben viele natürliche Fressfeinde: Uhu, Fuchs, Dachs, Katze und Hund stellen für die Igelpopulation jedoch keine nennenswerte Gefahr dar. Der Mensch hingegen macht dem Igel bereits seit einigen Jahrzehnten das Leben schwer.

Zusätzlich zu den gut eine halbe Millionen Tieren, die jährlich von Autos überfahren werden, wird auch der Lebensraum des Igels immer knapper. Die Gärten sind perfekt aufgeräumt, Unterschlüpfe gibt es keine mehr für den Igel – und selbst wenn es sie gäbe, in einem solchen Garten findet ein Igel so oder so keine Nahrung. Wollen Sie daher den Igeln etwas Gutes tun, ist ein igelfreundlicher Garten das A und O.

 

Igel im Garten sind gut!

Igel sind keine Vegetarier und richten daher im Blumen- oder Gemüsebeet keinerlei (Fress-)Schaden an! Stattdessen vertilgen die hungrigen Fleischfresser viele Schädlinge – ihr Speiseplan besteht überwiegend aus Käfern, Larven, Spinnentieren, Schneckeneiern und allerlei anderen Insekten, die dem ambitionierten Gemüsegärtner die Ernte streitig machen.

Wo wohnen Igel im Garten?

Igel schätzen naturnahe Gärten: Unterholz, dichtes Gestrüpp und abwechslungsreiche Natur sind ihr bevorzugter Lebensraum. Wer seinen Garten mit Hecken, Gebüschen und einer Mischung aus (uneingezäunten) Beeten und Rasen- bzw. Wiesenflächen anlegt, bietet dem Igel optimale Voraussetzungen.

Dort im Unterholz – in Spalten von Trockensteinmauern oder Totholzhecken, in Erdhöhlen oder in hohlen Baumstämmen, unter Reisighaufen oder umgestüzten Bäumen – findet der nachtaktive Igel tagsüber Unterschlupf. Sein Nest verlässt der Igel jeweils in der Dämmerung (morgens wie abends) – seiner bevorzugten Jagdzeit!

Gartenpflege
Laubhaufen: Kein Platz für Igel

Laub schützt nicht nur Pflanzen vor Frost, sondern auch viele Tiere suchen dort Schutz

Allerdings ist ein Garten meist viel zu klein für einen Igel: Kaum einer weiß, das Territorium eines einzelnen Igels ist überraschend groß. In einer einzigen Nacht legt „die stachelige Laufkugel“ schnell bis zu drei Kilometer Wegstrecke zurück!

Haben Igel einen festen Schlafplatz im Garten?

Nicht nur einen! Wegen der großen Ausdehnung ihres Jagdreviers suchen Igel immer wieder neue Nachtquartiere auf. Bei der Wahl eines geeigneten Schlafplatzes (für den Tag) können Sie den Igel im Garten unterstützen, wenn Sie an verschiedenen Stellen auf dem Grundstück verwilderte Rückzugsorte für das Tier brach liegen lassen.

Die Ansprüche an das Igelnest (zur Aufzucht der Jungen) oder an das Igelhaus zum Überwintern sind noch etwas höher, spielt im Winter doch der Schutz vor Kälte und Nässe eine größere überlebenswichtige Rolle:

 

Wie lange bleiben Igel im Garten?

In der Regel ist es ein einzelnes standorttreues Tier, das in Ihrem Garten für Ordnung sorgt. Denn Igel sind Einzelgänger (sobald die Jungtiere flügge sind) und besonders sesshaft – ihr angestammtes Territorium tauschen sie ein Leben lang nicht aus. Teilweise überlagern sich die Lebensräume von zwei oder mehreren erwachsenen Tieren, doch Igel sind friedliebend und gehen ihren Artgenossen einfach aus dem Weg, statt sich in Revierkämpfen zu messen.
Sichtbar sind Igel zwischen März/April und September – den Rest des Jahres befinden sich gesunde Igel im Winterschlaf.

Wie alt werden Igel?

Haben Sie einen Igel bei sich im Garten, können Sie sich im Schnitt auf drei schöne Jahre mit dem Tier freuen. Je nachdem wie gut das Futterangebot im Garten ist, wie sicher der Igel dort ist und wie aufmerksam Sie darauf achten, dass der Igel die Winter gut übersteht, kann er durchaus auch ein Alter von sieben Jahren erreichen.

 

Was mache ich mit einem Igel im Garten?

Nichts! Igel sind Wildtiere und stehen unter Naturschutz. Außer in Notsituationen (angefahrener, verletzter, kranker Igel) braucht der stachelige Gast im Garten keinerlei menschliche Zuwendung. Wenn Sie einen Igel im Garten haben, können sie sich einfach freuen, wenn Sie ihn in der Dämmerung durch den Garten huschen sehen.

    Igel im Garten
    Aus flachen Wasserschalen können Igel im Garten trinken. Foto: Welzhofer/Hecker

    Allerdings sind heute viele Gärten verarmt – zu wenig Abwechslung bei Pflanzen und Vegetationszonen, die auch die Artenvielfalt im Garten einschränken! Dabei ist es so einfach, durch mehr Abwechslung bei Pflanzen und Gehölzen einen igelfreundlichen Garten anzulegen.

    Was jeder einzelne tun kann, um Igel im Garten zu halten:

    • Unterschlüpfe belassen oder schaffen: Igel brauchen nicht nur im Winter ein sicheres Heim. Lassen Sie daher einige Ecken des Gartens bewusst unaufgeräumt: Laubhaufen mit Ästen und Reisig, Hohlräume und Holz, Gartenschuppen und Baumwurzeln dienen den Igeln als Zuhause. Alternativ können Sie auch mit einem Igelhaus für den nötigen Unterschlupf sorgen.
    • Wasserstellen schaffen: Für kleine Gärten ist eine flache Wasserschale, die sicher steht und täglich mit frischem Wasser gefüllt wird, völlig ausreichend. In großen Gärten lohnt sich die Anschaffung eines Gartenteichs. Da Igel schlechte Schwimmer sind, sollte der Teich einen möglichst flachen Uferbereich haben, damit der Igel sicher wieder heraus findet.
    • Durchgang zu anderen Gärten: Auf der Suche nach Nahrung durchstreifen Igel große Gebiete. Innerhalb einer Nacht legen Sie teilweise bis zu drei Kilometer zurück. Ein einzelner Garten reicht da nicht aus. Pflanzen Sie daher am besten eine durchlässige Hecke anstatt eines bodentiefen, dichten Zauns.
    • Rasen wachsen lassen: Gemähte Flächen sind wichtig, da die Igel dort schneller Futter finden, doch ein nicht gemähter Rasen bietet ihnen Schutz und lockt mehr Insekten an. Lassen Sie daher einige Rasenflächen stehen oder säen sie gleich einen Streifen Wildblumenwiese aus.
    • Einheimische Gehölze und Stauden pflanzen: Exotische Pflanzen sehen schön aus, doch unsere heimischen Tiere können nichts mit ihnen anfangen. Die Insekten bleiben aus und damit auch die Igel.
    • Keine Chemie: Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln schaden Sie sämtlichen Insekten und entziehen den Igeln ihre Lebensgrundlage. Die Folge: Die Igel suchen sich einen anderen Garten, wo sie fleißig Insekten, Würmer und Schnecken vertilgen.

    Das Video zeigt, wie Sie in Not geratenen Igeln helfen können – und wann Abstand halten die beste Hilfe ist:

     
     

    Igel im Garten: Was tun?

    Ein Igel im Garten ist ein Glücksfall: Die Anwesenheit des stacheligen Schädlingsbekämpfers zeigt, dass der Garten bereits ein relativ gutes ökologisches Gleichgewicht hat. Zwischen März und September kann der Igel im Garten sich selbst überlassen werden.

    Treffen Sie den Igel im Garten allerdings im Winter mitten am Tag an, sollten Sie dem Igel Ihre Hilfe anbieten:

    Gartenpflege Igel im Garten
    Igel gefunden: Was tun?

    Sie haben einen Igel im Garten gefunden und wissen nicht weiter: Wir verraten Ihnen, was zu tun ist

    Igel im Garten füttern

    Mit Obst und Gemüse brauchen Sie Igeln nicht zu kommen: Igel sind Fleischfresser und bevorzugen Eiweißreiche Kost wie etwa Laufkäfer, Ohrwürmer, Regenwürmer, Schnecken, Tausendfüßler, Nachtschmetterlingen, Larven und andere Insekten. Unter normalen Bedingungen finden Igel im Garten genug zu fressen, nur im Winter kann es unter Umständen angezeigt sein zuzufüttern:

    Gartenpflege Igel füttern
    Igel füttern

    Im Garten findet der Igel ausreichend Futter, nur in bestimmten Situationen müssen Sie Igel füttern

    Igel im Garten überwintern

    Wenn der Garten naturnah angelegt ist, findet der Igel dort auch ein geeignetes Winterquartier. Natürlich können Sie ihn mit dem Bau eines katzensicheren Igelhauses jederzeit bei der Suche nach einem warmen Winterlager unterstützen.

    Gartenpflege
    Überwintern im Garten

    Mit einfachen Mitteln können Sie den Tieren im Garten ein artgerechtes Winterquartier schaffen

    Praxistipp: Wenn’s dem Igel im Garten gut geht, sehen Sie ihn erst im nächsten Frühling wieder – und kurz darauf auch schon die ersten Jungtiere!

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