Estragon pflanzen, pflegen und ernten

Estragon ist als Gewürz- und Heilpflanze bekannt und wird vor allem in der französischen Küche viel verwendet. Estragon kann man im Garten oder auf dem Balkon anpflanzen.

Estragon pflanzen, pflegen und ernten
Estragon erkennt man an seinen langen und schmalen Blättern. Foto: iStock / Jana Richter
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Estragon (Artemisia dracunculus) ist in der deutschen Küche etwas in Vergessenheit geraten. Dabei ist es eigentlich schade, dass man das würzige Kraut kaum noch im Alltag verwendet.

Weitere heilende Kräuter:
Melisse als Heilpflanze
Kümmel in der Medizin
Pimpinelle als Superkraut

Schließlich wird die leckere Pflanze in der französischen Küche immer noch viel verwendet und gehört zu den wichtigsten Zutaten der Gewürzmischung "Fines Herbes". Und noch dazu, lässt sich Estragon, wie viele andere Küchenkräuter, einfach anpflanzen.

Was ist Estragon?

Estragon, auch Dragun oder Dragon genannt, gehört zu der Familie der Korbblütler und ist mit dem Wermut verwandt. Sein Name wird vermutlich vom lateinischen Wort "Draco" (Drache/Schlange) abgeleitet und wird darauf zurückgeführt, dass die Blätter Schlangenbisse heilen sollten. Auch heute nennt man den Estragon deswegen noch Kleiner Drache oder Schlangenkraut. Und woher kommt Estragon? Ursprünglich kommt das Kraut aus Südasien, China und Sibirien. Bekannt war die Pflanze aber schon im Alten Ägypten. Dort wurden Duftöle und Parfüms aus dem Kraut hergestellt. Bei den Griechen hingegen wurde das Kraut als Gewürz- und Heilpflanze angewendet.

Nach einiger Zeit gelangte Artemisia dracunculus dann ins Mittelmeergebiet und verbreitete sich von dort aus in ganz Europa. Estragon kann man mittlerweile auch in der freien Natur finden. Doch wie sieht Estragon aus? Estragon kann als krautige Pflanze oder Halbstrauch wachsen. Dabei erreicht er eine Wuchshöhe von 60-120cm. An seinen grün bis braun oder rötlich-braunen Stängeln wachsen lange und schmale grüne Blätter.

Estragon pflanzen

Das Kraut kann im eigenen Garten direkt ins Kräuterbeet gepflanzt werden. Wer keinen Garten hat kann es aber auch in einem Kübel auf dem Balkon auspflanzen. Da Estragon starke Rhizome bildet, kann er sich schnell vermehren und bildet oft Ausläufer.

Sie möchten Kräuter pflanzen, haben keinen grünen Daumen? Bei diesen 7 Kräutern aus dem folgenden Video können Sie fast nichts falsch machen.

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Wo wächst Estragon?

Estragon bevorzugt einen windgeschützten und sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte dabei viel Humus enthalten und feucht sein. Wenn die Erde zu verdichtet oder zu nass ist, fühlt sich der Artemisia dracunculus nicht wohl. Versuchen Sie, dass der Boden einen neutralen bis basischen pH-Wert hat.
Praxistipp: Woher weiß ich, ob der Boden neutral oder basisch ist? Sie können ganz einfach den pH-Wert im Boden messen >>

Wichtig beim Anbau: Der Estragon lässt sich hauptsächlich in zwei Estragon-Sorten unterscheiden: Dem Französischen Estragon (auch Deutscher Estragon genannt) und dem Russischen Estragon. Der Französische Estragon ist dabei deutlich empfindlicher und lässt sich nur über Jungpflanzen vermehren. Das Aussäen ist somit nicht möglich. Der Russische Estragon hingegen kann auch ausgesät werden. Dabei achten Sie darauf, dass die Samen nur leicht mit Erde bedeckt sind.

Womit verträgt sich Estragon?

Wer den Estragon im Beet anbauen möchte, sollte darauf achten, welche anderen Pflanzen sich in der unmittelbaren Nähe befinden. Während sich Estragon im Kräuterbeet mit z.B. Thymian, Zitronenmelisse und Schnittlauch gut versteht, passt er nicht neben Dill oder Petersilie. Um herauszufinden, welche Pflanzen sich in einem Mischbeet gut vertragen, sollten Sie vor allem diese drei Eigenschaften beachten:

  • Standort: Haben die Pflanzen die gleichen Vorlieben (z.B. sonnig, trocken, …)?
  • Nützlinge: Zieht eine Pflanze Insekten an, die die Schädlinge der benachbarten Pflanze bekämpfen?
  • Nährstoffe: Brauchen beide unterschiedliche Nährstoffe? Andernfalls konkurrieren sie um die Nährstoffe im Boden.

Ist Estragon winterhart?

Estragon ist winterhart und mehrjährig. Bis zu welchen Temperaturen der Estragon im Garten den Winter übersteht ist aber davon abhängig, welche Sorte Sie pflanzen. Der Russische Estragon ist robuster und kann daher auch Temperaturen bis -10°C aushalten. Der Französische Estragon ist etwas empfindlicher und verträgt Temperaturen bis -5°C. Wenn Sie in einer Region wohnen, in der es oft so kalt wird, können Sie den Estragon überwintern. Im Beet schützen Sie das Kraut nach dem Rückschnitt mit einer Schicht aus Laub und Reisig. Im Topf können Sie die Pflanze an einem hellen und frostfreien Platz überwintern. Alternativ können Sie den Pflanztopf aber auch einfach mit Gartenvlies umwickeln und auf eine Holz- oder Styroporunterlage stellen.

Manche Kräuter sind winterhart und können somit auch im Winter auf dem Balkon oder im Garten bleiben. Die Kräuter aus dem Video gehören dazu:

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Praxistipp: Beide Estragon-Arten können frühestens im April gepflanzt oder gesät werden. Zum selben Zeitpunkt kann der Estragon dann auch wieder aus dem Winterquartier geholt werden.

Estragon pflegen

Auch wenn der Estragon nicht all zu viel Pflege braucht, müssen Sie zumindest ans Gießen denken. Damit der Boden schön locker bleibt ist auch ein regelmäßiges Hacken des Bodens zu empfehlen.

Wie viel Wasser braucht Estragon?

Besonders während längeren Trockenzeiten braucht der Estragon viel Wasser. Der Wurzelballen sollte stets feucht sein, es darf aber keine Staunässe entstehen. Gerade im Sommer, wenn das Kraut an einem sonnigen Standort wächst, sollten Sie die Pflanze gut gießen, da sonst zu viel Wasser verdunstet. Damit weniger Wasser verdunstet, können Sie den Estragon auch in einer Schicht Kies einbetten. So haben es auch Unkräuter schwerer. Wenn Sie Ihren Estragon gießen, sollten Sie nie die Pflanze selbst wässern. Besser ist es, wenn Sie den Boden um das Kraut gießen.

Praxistipp: Auch im Winterquartier müssen Sie den Estragon gießen.

Wie Estragon schneiden?

Estragon ist schnittverträglich und kann daher auch mehrmals im Jahr einen Rückschnitt erhalten. Doch ein Rückschnitt ist auch nicht zwingend notwendig. Wenn Sie aber den Estragon schneiden möchten, sollten Sie den richtigen Zeitpunkt wählen. Aber wann schneidet man Estragon? Sie können den Estragon im Spätherbst oder kurz vor dem Wintereinbruch nah über dem Boden abschneiden. Besonders lange Stängel und dünne Blätter können Sie dann entfernen. Im nächsten Frühjahr treibt er dann wieder neu aus.

Estragon ernten

Für die Verwendung der frischen Blätter als Gewürz oder Heilpflanze müssen Sie den Estragon ernten. Aber wann ist der Estragon zur Ernte bereit? Wie erntet man Estragon? Und darf man Estragon ernten, wenn er blüht?

Wann Estragon ernten?

Estragon können Sie schon im Frühjahr ernten. Meist ist er dann bis zum Herbst erntebereit. Kurz vor der Blüte hat das Kraut übrigens das meiste Aroma, da der Anteil an ätherischen Ölen dann besonders hoch ist. Ob die Blüte kurz bevor steht, erkennen Sie an den Knospen. Durch eine regelmäßige Ernte können Sie die Blüte etwas herauszögern. Kurz vor dem nächsten Winter ist der beste Zeitpunkt für eine größere Ernte.

Praxistipp: Bei einer großen Ernte lohnt es sich den Estragon zu trocknen. So ist er eine lange Zeit haltbar.

Wie erntet man Estragon?

Wenn Sie den Estragon ernten, sollten Sie immer nur so viel abschneiden, wie Sie brauchen. So können die restlichen Triebe weiterhin Photosynthese betreiben und sich weiterentwickeln. Schneiden Sie die frischen Triebe mit einer Schere oder einem scharfen Messer etwa im oberen Drittel der Pflanze ab.

Für was verwendet man Estragon?

Sie haben den Estragon gepflanzt und geerntet und fragen sich jetzt: Für was kann man Estragon verwenden? Dann werden Sie hier fündig. Estragon kann in der Küche vielfältig verwendet werden. So eignet er sich für Butter- oder Sahnesoßen, Marinaden, Salate, Eintöpfe, deftige Fleischgerichte oder zum Verfeinern von Essig und Senf. Er kann, ähnlich wie Dill, zum Einlegen von Gurken verwendet werden. Während man einige Kräuter nicht mitkochen sollte, sollte man den Estragon so früh wie möglich ins Gericht geben. So entfaltet er sein Aroma richtig intensiv. Estragon kann man aber auch roh oder getrocknet essen und benutzen.
Praxistipp: Leckere Rezepte mit Estragon finden Sie hier >>

Was für ein Geschmack hat Estragon?

Generell wird der Geschmack des Estragons als leicht bitter, pfeffrig oder leicht scharf beschrieben. Wie der Geschmack von Estragon ist, hängt auch von der Sorte ab. Der robustere Russische Estragon soll etwas bitterer und weniger aromatisch sein als der Deutsche Estragon. Dieser hat eine süßbittere Note. Das Aroma von Estragon wird auch oft mit dem Geschmack von Anis oder Kerbel verglichen.

Praxistipp: Wie riecht Estragon? Sein Geruch wird von vielen als eine Mischung aus Waldmeister und Fenchel wahrgenommen.

Wie wirkt Estragon auf den Körper?

Estragon kann aber, wie bereits erwähnt, nicht nur als Gewürz verwendet werden. Verwendung findet er auch als Heilpflanze. Denn Estragon ist gesund und hat eine positive Wirkung auf den Verdauungstrakt. Die Bitterstoffe sorgen dafür, dass die Produktion von Magensäften und somit auch der Appetit angeregt werden. Gleichzeitig kann er Magenkrämpfe oder Menstruationsbeschwerden lindern oder als Tee gegen Blähungen eingesetzt werden.

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