Kräuter anpflanzen

Gesunde, üppig wachsende Kräuter sind der Dank für gute Pflege. Gießen, Düngen und Schneiden gehören ebenso dazu wie sorgfältige Schädlingskontrolle und Winterschutz. Wir erklären, was Sie beim Kräuter anpflanzen beachten müssen.

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Ein Kräutergarten ist pures Gärtnerglück. Es ist nicht kompliziert, ein kleines Kräuterbeet anzulegen, Kräuter anzupflanzen und zu pflegen, sofern man ein sonniges Plätzchen übrig hat. Dafür ist die Ausbeute an Kräutern aus dem Garten – ob Koriander, Salbei oder Petersilie und Co. – gesichert.

  • Salbei (Salvia officinalis) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, hat sich aber auch hier wegen seiner Winterhärte und Unkompliziertheit etabliert. Inzwischen gibt es zahlreiche attraktive Farbvarianten des immergrünen Strauchs. Die Blätter geben durch ihr würzig-bitteres Aroma Nudelspeisen Würze, lindern aber auch Halsschmerzen.
  • Dill (Anethum graveolens) ist nicht nur unverzichtbarer Bestandteil der Grünen Sauce, sondern auch eine ein Meter hohe Pracht im Kräuterbeet mit feinen Blättern und gelben Doldenblüten. Die reifen Samen eignen sich zur Vermehrung, die Pflanze mit appetitanregender Wirkung sät sich aber auch selbst aus, wenn im Herbst einige Samenstände erhalten bleiben.
  • Frische, blühende Katzenminze (Nepeta mussinii) eignet sich durchaus für Tees und Süßspeisen. Bekannter ist das Kraut jedoch durch seine anziehende Wirkung auf Katzen, die die ätherischen Inhaltsstoffe Citral und Citronellol unwiderstehlich finden. Praktisch: Katzenminze dient durch den herben Geruch auch der Schädlingsabwehr im Kräutergarten.
  • Bärlauch (Allium ursinum) ist ein Zwiebelgewächs und wächst in Wäldern, lässt sich aber auch auf feuchten Gartenböden wie andere Kräuter anbauen. Im Frühjahr treiben zuerst die breiten, frischgrünen Blätter aus dem Boden. Danach entwickeln sich die weißen Blütendolden. Im Schatten breiten sich die Pflanzen über Wurzelausläufer aus. Zudem vermehren sie sich durch Samen, bevor sie verwelken.
  • Chilis sind feuerrote Nachtschattengewächse und machen sich nicht nur optisch gut im Kräuterbeet. Die Schoten peppen Saucen und Dips auf (Vorsicht beim Dosieren), zur Haltbarmachung kann man sie trocknen. Chili-Pflanzen (Capsicum frutescens) lieben Wärme und Sonne über alles. In Kübeln herangezogene Sämlinge stehen im Sommer gern an einem geschützten Ort im Freien und können zum Überwintern an einen hellen Platz im Haus geholt werden.

Praxistipp: 5 Kräuter, die auch auf jedem Balkon gedeihen, finden Sie oben im Video.

Kräuter anpflanzen

Pflege von Kräutern

Was gibt es Schöneres als einen sommerlichen Salat mit selbstgezogenen Kräutern wie Petersilie und Schnittlauch gewürzt, eine Quiche mit Rosmarin und Thymian aus dem eigenen Garten gebacken – die perfekte Allianz zwischen Küche und Beet. Schon ein kleines Stück Garten möglichst nah am Haus reicht für den persönlichen Traum vom Kräuterbeet. Außer Sonne benötigen die Pflanzen im Kräutergarten einen möglichst lockeren, durchlässigen Boden. Staunässe und schweren Boden vertragen die meisten Arten nur sehr schlecht. Der Boden wird deshalb bei Bedarf durch Sand verbessert. Wenn Standort und Boden stimmen, brauchen die Kräuter im Garten nach der Pflanzung keine besondere Pflege. Bei Trockenheit muss gewässert werden, gedüngt wird in der Regel nicht oder nur wenig, etwa mit Kompost bei stark zehrenden Arten wie Liebstöckel oder Engelwurz. Frostempfindliche Arten wie Rosmarin oder Lorbeer müssen im Winter allerdings ins Haus geholt werden.

Bei der großen Auswahl an Kräutern ist die Beschränkung das Schwierigste. Fangen Sie mit gängigen Sorten an wie Salbei, Pfefferminze, Rosmarin, Zitronenmelisse oder Thymian. Wer einmal Geschmack an Kräutern gefunden hat, dem erobern die Exoten schnell das Beet! Mit einem Hochbeet lassen sich die geliebten Kräuter beispielsweise auch auf der Terrasse bequem aufziehen. Ein selbst gebautes Kräuterbeet-Regal passt sogar auf den Balkon.

7 Tipps zum Kräuter anpflanzen

Doch auch wenn Kräuter zu den anspruchsloseren Gewächsen zählen, sollten Sie beim Kräuter anpflanzen in der Gartensaison (März bis Oktober) folgendes beachten:

  • Zum Gießen eignet sich am besten abgestandenes Leitungs- oder Regenwasser. Hier hat sich der Kalk bereits abgesetzt.
  • Gießen Sie direkt auf die Erde, nicht auf die Pflanzen!
  • Wässern Sie lieber selten, aber dafür durchdringend und gründlich, am besten in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag oder Abend, weil dann weniger Wasser verdunstet.
  • Morgendliches Gießen beugt außerdem einem möglichen Pilzbefall vor, da Erde und Pflanzen schnell wieder abtrocknen.
  • Kräuter in Töpfen sollten Sie über den Untersetzer gießen: überschüssiges Wasser nach einer halben Stunde abschütten, sonst kann es zu Staunässe und Wurzelfäulnis führen.
  • Machen Topfkräuter trotzdem einmal schlapp, tauchen Sie sie mitsamt dem Topf solange unter Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • Wer oft verreist, ist mit Bewässerungssystemen gut beraten.

Neben Wasser und Licht sind Nährstoffe die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Pflanzenwachstum. Organische Dünger – es gibt auch spezielle Kräuterdünger – reichen mit ihrer langsamen Nähststoffabgabe in der Regel aus. Dünger geben Sie nur, solange die Pflanzen wachsen: mit dem Austrieb der Pflanzen ab Mitte März bis September/Oktober. Zur Erhaltung des kompakten Wuchses ist besonders bei mehrjährigen Kräutern ein entsprechender Rückschnitt angebracht.

Damit Sie von ihrem Schnittlauch so viel wie möglich haben, sollten Sie ihn bloß nicht zu tief schneiden. Ein Drittel der Halmlänge sollte stehen bleiben. Der Schnittlauch bedankt sich mit dem Weiterwachsen der geernteten Halme. Einer weiteren Ernte nach ein paar Wochen steht dann nichts mehr im Wege. Zudem lässt sich Schnittlauch – wie alle Stauden – teilen, wenn er zu groß für den Topf geworden ist. Dafür die Pflanze austopfen, den Wurzelballen mit dem Messer in beliebig große Stücke schneiden und die Abschnitte in frische (Kräuter-)Erde setzen, angießen, fertig.

So bringen Sie Ihre Kräuter in Form

Kräuterschnitt

Erhaltungsschnitt (links): Strauchartig wachsende Kräuter im März auf 1⁄3 kürzen.

Formschnitt (rechts): Halbstrauchige Kräuter zu Kugeln, Kegeln, Stämmchen formen.

Rückschnitt

Rückschnitt nach der Blüte (links): Blütenreste entfernen, Triebe nochmals stutzen.

Bodennaher Rückschnitt (rechts): Üppige, krautige Kräuter regelmäßig kürzen.

Kräuter anpflanzen im Topf

Wer keinen Garten hat, um Kräuter anpflanzen zu können, kann sie auch im Topf auf der Fensterbank ziehen. Eine kleine Revolution im Topfkräutergarten bieten die praktischen Saatscheiben. Sie sorgen im Handumdrehen für Nachschub im Mini-Kräutergarten. Ein neuer oder gerade abgeernteter Kräutertopf wird dazu mit frischer Anzuchterde gefüllt und die Saatscheibe mit dem bereits fix und fertig eingebetteten Samen einfach oben auf die Erde gelegt. Für unterschiedliche Topfdurchmesser gibt es die jeweils passenden Saatscheibengrößen. Die Saatscheibe wird einfach nur angegossen, ein wenig mit Erde abgedeckt und in kürzester Zeit wachsen die Kräuter zu ansehnlichen Pflanzen heran. Aus eigener Ernte schmecken frische Kräuter eben ganz besonders gut.

Foto: ps/Compo, Hans-Werner Bastian

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