Zinken Schrägzinken und Schwalbenschwänze selbst herstellen

Mit Schrägzinken und Schwalbenschwänzen lassen sich Hölzer sicher über Eck miteinander verbinden. Gerade bei größeren Eckverbindungen ist handwerkliches Geschick gefragt. Wir erklären Ihnen, wie Sie selber Zinken herstellen können.

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Wer Wert auf anspruchsvoll gefertigte Möbel legt, kommt an der schrägen Zinkung nicht vorbei. Denn anders als bei geraden Fingerzinken lassen sich Schrägzinken, auch einfache Zinkung bezeichnet, nur in eine Richtung vom Gegenstück, den Schwalbenschwänzen, lösen. Dadurch wird die Verbindung ausgesprochen stabil – vor allem, wenn dabei der späteren Zugrichtung Rechnung getragen wird (bei einem Schubkasten werden z. B. Front und Rückwand als Zinkenstück, die Seiten als Schwalbenschwanz-(kurz: Schwalben-)stück ausgeführt. Doch die schräge Zinkung kann noch mehr. Sie verhindert nämlich, dass sich das Holz wirft – das ist vor allem bei Massivholz von Bedeutung.

 

Zinken selbst herstellen

Allerdings gibt es schon vor dem Anfertigen des Zinkenstücks einiges zu beachten: So dürfen nur Hölzer mit gleichem Faserverlauf und damit gleicher Schwindrichtung miteinander verbunden werden, also Langholz mit Langholz oder Querholz mit Querholz. Bei Vollholzverbindungen sind Hölzer mit stehenden Jahresringen optimal, ist dies nicht gegeben, sollte die rechte Seite des Holzes (die Seite, bei der der Stammmittelpunkt vor dem Aufschneiden rechts lag) nach außen zeigt, damit beim Schwinden des Holzes die Anschlussfugen dicht bleiben.

Checkliste Werkzeug

Grundsätzlich wird bei der Schwalbenschwanzverbindung zunächst das Zinkenstück hergestellt, das dann als Schablone für das Schwalbenstück dient. Zum Anreißen der Schwalbenschwänze ist ein spitzer, harter Bleistift oder ein Spitzbohrer geeignet. Je feiner der Anriss, desto besser. Im Allgemeinen müssen Sie beim Einschneiden mit der Gestell, Fein- oder Japansäge darauf achten, den halben Riss stehen zu lassen. Daher ist die Säge immer im wegfallenden Teil anzusetzen. Weitere benötigte Werkzeuge sind: Stechzirkel und Winkel.

 

Zinkenformel richtig ermitteln

Die Zinkeneinteilung lässt sich relativ einfach ermitteln: Teilen Sie die Brettbreite durch die Brettstärke (hier z. B. 125 mm : 18 mm ≈ 6,9). da für die Anzahl der Zinken eine ganze gerade Zahl benötigt wird, wird dieser Wert auf- bzw. abgerundet (hier also auf 6). nun wird ermittelt, wie oft die 6 in die 125 mm breite hineinpasst (20 mal, Rest 5). Die Zinken sind demnach an der Brettinnenkante 20 mm breit.

Die Eckzinken (die beiden äußeren Zinken) sind nur halb so breit wie die Mittelzinken (also 10 mm). der ermittelte Rest (5 mm) wird nun jeweils zur Hälfte auf die Eckzinken aufgeschlagen (also 12,5 mm). Somit ergibt sich folgender Anriss an der Innenseite: ein linker Eckzinken (12,5 mm), fünf Mittelzinken (20 mm) und ein rechter Eckzinken (12,5 mm). die Summe entspricht der Brettbreite ((5 x 20) + (2 x 12,5) = 125).

Zinkenformel berechnen
Auf einer rechtwinklingen Brettecke an einem Schenkel 10, am anderen 60 mm anreißen.

Die Schräge der Schwalbenschwänze wird mit einer Schmiege – einem verstellbaren Winkel – auf dem Kopfholz angerissen. Der Winkel entspricht dem Verhältnis 1:6. Wie Sie die Schmiege einstellen, sehen Sie im Bild:

Zinkenformel berechnen
An den vorher markierten Punkten die Schmiege wie gezeigt einstellen.

Wie lamellos stabile und unsichtbare Holzverbindungen mithilfe von Flachdübel-Verbindungen hergestellt werden können, erklären wir Ihnen im Video:

 

Quelle: selbst ist der Mann 8 / 2016

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