Holzdübel

Stabile Holzverbindungen mit Dübeln

Holzdübel haben irgendwann den Holznagel als Verbindung abgelöst. Heute sind im Möbelbau Runddübel und Flachdübel üblich, wobei der Begriff „Dübel“ irreführend ist, denn eigentlich sind’s ja eher Stifte.

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Runddübel eignen sich gut für Eck- und T-Verbindungen. Gehrungsverbindungen bekommen Sie besser mit einer Flachdübelfräse hin, weil die die perfekten Anschlags- und Einstellmöglichkeiten bietet. Insgesamt sind Flachdübel die einfachere und vielfältigere Verbindungstechnik. Wenn Sie sie allerdings in allen Feinheiten anwenden wollen, erfordert diese Technik eine Maschine, deren Anschaffung sich nur lohnt, wenn man häufig Möbel selbst baut.

Holzdübel, ursprünglich nur Dübel, werden in Massivholz und Holzwerkstoffen bei stumpfen Stößen und Gehrungsverbindungen eingesetzt: Typische Anwendungsgebiete im Möbelbau sind z.B. der Bau von Schubkästen oder die Montage von Schränken. Holzdübel findet man im Handel vor allem in zwei Ausführungen: als kurzer Holzrundstab mit glattem Schaft oder geriffelt. Zum leichteren Einführen in das Bohrloch sind Holzdübel in der Regel an beiden Enden gefast.

Praxistipp: Achten Sie beim Kauf von Dübeln bzw. Stiften auf Qualität: No-name-Ware kann in die Hose gehen, weil das Zeug oft erhebliche Maßabweichungen aufweist; dann sitzen die Stifte lose in den Bohrungen – doch nur wirklich fest sitzende gewährleisten haltbare Verbindungen. Präzisionsdübel bestehen aus gesundem, gut getrocknetem, astfreiem Hartholz und sind beidseitig gefast.

Holzdübel im Möbelbau verarbeiten

Bei Runddübeln ist genaues Arbeiten erforderlich, sowohl beim Anreißen als auch beim senkrechten Bohren der Löcher. Prinzipiell bohrt man zuerst die Löcher in die Kante. Deren Positionen überträgt man anschließend mithilfe von Dübelfixen auf die betreffende Fläche, dann die Löcher bohren.

Holzdübel

Es gibt Fertigdübel und Dübelstangen; man verwendet sie häufig in den Durchmessern 6, 8 und 10 mm. Holzdübel sind meist längs gerillt, was die Leimaufnahme verbessert. Glattdübel nutzt man für Verbindungen, in denen der (Schmuck-)Dübel nach außen sichtbar bleibt. Flachdübel, nach dem Schweizer Erfinder dieses Stiftsystems auch Lamellos genannt, sind noch einfacher und schneller anzuwenden, benötigen jedoch Investitionen in die Technik. Sie sind aus Buche, in zwei Größen (20 und 30) üblich und 4 mm dick.

Das folgende Video zeigt, wie Sie verdeckt Dübeln. Das Video oben zeigt, wie Sie sichtbar Dübeln.

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Anders als bei Runddübeln fräst man bei Flachdübeln die Nuten zuerst in die Fläche, dann in die Kante. Flachdübelfräsen, teils auch als Schattenfugenfräse bezeichnet, gibt’s heute von verschiedenen Anbietern in unterschiedlichen Preisklassen. Die gezeigte gehört mit etwa 300 Euro zu den teureren Profigeräten. Billiger geht’s mit dem Vorsatz für knapp über 50 Euro: Er macht auch aus einem Billig-Winkelschleifer eine für diesen Zweck gut geeignete Fräse.

Löcher für Holzdübel bohren

Holzdübel werden überwiegend dazu verwendet, um Holzbauteile dauerhaft und verwindungssteif miteinander zu verbinden. Daher ist die Festigkeit der Verbindung besonders wichtig – Voraussetzung dafür sind passgenaue Bohrungen und straff sitzende Holzdübel. Standard ist heute der geriffelte Runddübel aus Holz. Die Riffel längs dem Schaft des Dübels sorgen dafür, dass der zugegebene Holzleim sich gleichmäßig verteilen kann. Die beidseits angebrachte Fase erleichtert das Einführen des Dübels ins Bohrloch.

Wie man Bohrlöcher für Holzdübel selbst herstellt, erklären wir im Video oben und in der folgenden Anleitung. 
Praxistipp: Ein weiterer Vorteil von Holzdübeln ist, dass sich damit "unsichtbare" Holzverbindungen herstellen lassen.

Anleitung: Holzdübel bohren

Bohrlöcher für Holzdübel kannman selbst bohren – die Anleitung nennt die wichtigsten Arbeitsschritte und worauf dabei zu achten ist.

  • Werkstücke exakt vermessen und Bohrungen sauber anzeichen: Am besten verwenden Sie Dübelfixe, damit die Positionen der Bohrungen exakt deckungsgleich sind.
  • Für den Runddübel passenden Holzbohrer in die Bohrmaschine einspannen.
  • Praxistipp: Damit der Bohrkanal exakt senkrecht (oder in jedem anderen gewünschten Winkel) verläuft, ist es sinnvoll, die Handbohrmaschine in einen Bohrständer einzuspannen oder gleich eine Ständerbohrmaschine zu verwenden.
  • Setzen Sie die Zentrierspitze des Holzbohrers genau auf der Markierung (= Mitte des Bohrlochs) an und ...
  • ... bohren Sie zunächst mit niedriger Drehzahl das Dübelloch.
  • Mit erhöhter Drehzahl wird das Loch fertig (= ausreichend tief) gebohrt. Holzstaub ausblasen.
  • Praxistipp: Ein Tiefenstopp stellt sicher, dass der Bohrkanal nicht zu tief gerät. Das Bohrloch sollte 2-3 mm tiefer sein, als die Dübellänge, die in diesem Werkstück-Teil eingeführt wird.
  • Jetzt Bohrung am gegenüberliegenden Werkstück wiederholen und Dübel probeweise einstecken, um Passung zu kontrollieren.
  • Dübel wieder herausziehen, Leim angeben und Dübel wieder einstecken, Werkstück verpressen, bis Leim abgebunden hat.

Wichtig: Die Bohrungen in beiden Bauteilen müssen nicht nur in der Lage 100%-ig deckungsgleich sein (das stellen Dübelspitzen sicher), sondern müssen auch in ihrem Verlauf exakt auf einer Linie liegen. Schon leichte Winkelverschiebungen sorgen dafür, dass der starre Holzdübel nicht in beide Löcher passt. Mit einer handgeführten Bohrmaschine ist das kaum zu schaffen. Ein Bohrständer ist unerlässlich, um passgenaue Löcher für Holzdübel zu bohren.

Werkzeug zum Setzen von Holzdübeln

Eine Ständerbohrmaschine, alternativ eine Bohrmaschine im Bohrständer oder eine Bohrschablone sind wichtige Werkzeuge und Hilfsmittel, um saubere Bohrlöcher für Dübel selbst herzustellen. Darüber hinaus gibt es – für sehr engagierte Heimwerker, die viele Dübelverbindungen selbst herstellen – entsprechendes Profi-Werkzeug zur Herstellung von Dübelverbindungen:

Flachdübelfräse: Lamello-Verbindungen fräsen
Arbeiten mit dem Duodübler
Dübelfix: Dübelspitzen selbst anfertigen

Außerdem benötigen Sie zum Bohren von Holzdübeln einen Tiefenbegrenzer, den passenden Holzbohrer mit Zentrierspitze, ggf. eine Dübelbohrlehre und die üblichen Hilfsmittel wie Bleistift, Zollstock oder Metermaß und Schreinerlineal.

Tipps zum Dübeln mit Holzdübeln

Wenn Sie diese Anleitung beim Bohren von Dübellöchern beachten, werden Sie schnell gute Dübelverbindungen selbst herstellen können. Die folgenden drei Tipps machen Ihnen die Arbeit noch einmal einfacher und erhöhen die Qualität Ihrer Dübelverbindungen:

  1. Leim immer ins Bohrloch geben – nicht auf den Dübel auftragen!
  2. Holzdübel immer zuerst ins tiefere Sackloch stecken, dann das andere Werkstück aufstecken.
  3. Verunglückte Bohrung korrigieren: Wenn eine Bohrung missglückt ist (etwa nicht Deckungsgleich zum gegenüberliegenden Bohrloch ist), können Sie den Fehler leicht korrigieren. Leimen Sie einen Holzdübel in das missratene Bohrloch ein und sägen Sie den etwaigen Überstand bündig zum Werkstück ab. Wenn der Leim getrocknet ist, können Sie das Dübelloch erneut (an derselben Stelle) markieren und bohren.
    Arbeiten Sie dieses Mal genauer und verwenden am besten einen Bohrständer und Dübelfixe!

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