Weihrauchpflanze Weihrauch pflanzen und pflegen

Die Weihrauchpflanze (Plectranthus coleoides) ist eine beliebte Pflanze für Balkon und Garten – sie ist einfach zu pflegen, verströmt einen herrlichen Duft und vertreibt lästige Mücken.

Weihrauchpflanze
Foto: iStock / Tatiana Terekhina
Inhalt
  1. Weihrauchpflanze: Verwechslungsgefahr!
  2. Ist die Weihrauchpflanze giftig?
  3. Weihrauchpflanze pflanzen
  4. Weihrauchpflanze pflegen

Weihrauch kennen Sie bislang nur aus der Kirche? Für den würzigen Duft müssen Sie aber nicht unbedingt in die Sonntagsmesse gehen. Die Weihrauchpflanze lässt sich auch ganz einfach im Garten oder auf den Balkon pflanzen. Dort betört sie nicht nur mit ihrem holzigen Duft, sondern vertreibt damit auch noch sämtliche Motten und Mücken in der näheren Umgebung. Die Weihrauchpflanze ist grün-weiß gefärbt, aber es gibt sie mittlerweile aber in zahlreichen unterschiedlichen Färbungen und Mustern, sodass sich die unscheinbare Pflanze nahtlos zwischen bereits vorhandenen Garten- und Balkonpflanzen einfügt.

 

Weihrauchpflanze: Verwechslungsgefahr!

Auch wenn die beiden Pflanzen ähnlich heißen: Weihrauch und die Weihrauchpflanze sind nicht miteinander verwandt. Der Weihrauch (Boswellia), den viele aus den Messen der katholischen Kirche kennen, ist ein Baum, welcher in trockenen Regionen wächst und vornehmlich im Oman beheimatet ist.

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Die Weihrauchpflanze (Plectranthus coleoides), auch Mottenkönig oder Weihrauchnessel genannt, stammt hingegen aus den tropischen Regionen Indiens. Beiden gemein ist jedoch ihr Duft, der zum Verwechseln ähnlich riecht und der Weihrauchpflanze ihren Namen eingebracht hat.

 

Ist die Weihrauchpflanze giftig?

Nein, kein Teil der Weihrauchpflanze ist giftig. Allerdings reagieren besonders empfindliche Menschen unter Umständen sensibel auf den Geruch der Weihrauchpflanze.
Praktisch: Der intensive Geruch der Weihrauchpflanze hat eine stark abwehrende Wirkung auf viele Tiere. Mücken und Motten zum Beispiel zeigen eine große Abneigung gegen den intensiven Duft, so dass sie einen weiten Bogen um die Pflanze fliegen! Sie können den Weihrauch daher gezielt anpflanzen, um Stechmücken vom Sitzplatz fernzuhalten – selbst wenn Haustiere und Kinder auf dem Balkon oder im Garten herumlaufen.

 

Bedenken sollten Sie allerdings, dass die empfindlichen Nasen von Katzen und Hunden genau so reagieren auf den Pflanzenduft reagieren. Bei Haustieren sollten Sie sich den Mottenkönig daher vorsichtshalber nicht in die Wohnung holen.

 

Weihrauchpflanze pflanzen

Im Gegensatz zu echtem Weihrauch ist die Weihrauchpflanze sehr pflegeleicht und lässt sich nahezu überall kultivieren, sofern Sie einige entscheidende Punkte bezüglich Standort, Boden und Pflege beachten.

Standort: Sonnig und warm

Die Weihrauchpflanze bevorzugt einen sonnigen Standort. Während sie auch an schattigen Plätzen weiter wächst und gedeiht, verblassen jedoch ihre kräftigen Farben und ihre Blätter wachsen immer weiter auseinander. An hellen Standorten hingegen wächst die Pflanze besonders schnell und bildet bis zu 30 cm lange herabhängende Triebe aus. Aufgrund der langen Triebe ist der Mottenkönig auch als Pflanze in Blumenampeln gut geeignet. Stimmen die Lichtverhältnisse kann der Weihrauch sowohl drinnen als auch draußen gehalten werden. Wird er im Garten gepflanzt, bedenken Sie jedoch, dass die Pflanze nicht winterhart ist und im Herbst nach drinnen geholt werden muss.

Nahaufnahme der grünen, weiß umrandeten Blätter der Weihrauchpflanze
Bei schlechten Lichtverhältnissen verliert die Weihrauchpflanze ihre markante Färbung. Foto: iStock / seven75

Praxistipp: Beachten Sie bei der Wahl des Standorts auch den markanten Duft der Pflanze. Während man sie draußen am besten in der Nähe von Sitzgruppen pflanzt, um Mücken fernzuhalten, ist der Geruch in Innenräumen penetranter und sie sollte daher möglichst weit vom Esszimmertisch entfernt stehen.

Boden: Durchlässig und feucht

Bei der Wahl der Erde ist die Weihrauchpflanze nicht wählerisch. Das Substrat sollte nährstoffreich sein und durchlässig, um zu vermeiden, dass die Wurzeln bei Staunässe faulen. Eine gewöhnliche Blumenerde aus dem Handel ist eine gute Wahl. Diese können Sie mit etwas Kompost auffüllen oder regelmäßig düngen. Zur Verhinderung von Staunässe genügt die übliche Drainageschicht aus Tongranulat oder alten Tonscherben. Einmal jährlich sollten Sie das Substrat wechseln, damit die Erde aufgelockert wird und sich nicht verdichtet.

 

Weihrauchpflanze pflegen

In der Pflege sind Plectranthus coleoides ein wenig spezieller als die übliche Balkonpflanze. Da sie ursprünglich aus den Tropen stammt, ist ein korrektes Gießen wichtig, um die Pflanze glücklich zu halten.

Gießen: Viel und oft

Staunässe verträgt die Weihrauchpflanze ebenso wenig wie Trockenheit. Besonders junge Pflanzen müssen durchdringend gegossen werden, so dass der Wurzelballen komplett durchfeuchtet ist. Verwenden Sie zum Gießen idealerweise gefiltertes Regenwasser, falls vorhanden. Wenn nicht, sollte es sich zumindest um abgestandenes bzw. weiches Wasser in Raumtemperatur handeln. Um Trockenheit vorzubeugen, fügen Sie der Erde etwas mineralisches Substrat hinzu. So kann die Feuchtigkeit besser gespeichert werden. Die Triebe und Blätter sollten ebenfalls regelmäßig mit Wasser besprüht werden.

Düngen: Weniger ist mehr

Ein einfacher Standarddünger aus dem Handel reicht dem Mottenkönig vollkommen aus. Gehen Sie dabei lieber sparsam vor, da die Pflanze auf zu viele Nährstoffe empfindlicher reagiert als auf eine zu seltene Düngung. Um das zu vermeiden, bietet sich Langzeitdünger an.

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Rückschnitt: Leicht verträglich

Bei korrekter Haltung entwickelt der Mottenkönig von sich aus einen schönen und kompakten Wuchs. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig. Werden die Triebe der Weihrauchpflanze zu lang, lassen sie sich jedoch problemlos einkürzen. Schneiden Sie sie hierfür einfach unter dem Blattwuchs ab. Die Pflanze bringt dann weitere wunderschöne, dichte Triebe hervor. Auch abgestorbene und vertrocknete Triebe sollten Sie so einkürzen. Ein radikalerer Schnitt ist nur nötig, wenn die Pflanze längere Zeit mit schlechten Lichtverhältnissen auskommen musste und dadurch Triebe entwickelt hat, die zu weit auseinander wachsen.

Weihrauch überwintern: Warm oder kalt?

Da die Weihrauchpflanze ursprünglich aus dem tropischen Indien stammt, ist sie nicht winterhart. Pflanzen Sie sie im Beet oder im Balkonkasten muss der Mottenkönig bei fallenden Temperaturen nach drinnen wandern. Da der Weihrauch in seiner Heimat auch keine richtigen Jahreszeiten gewohnt ist, können Sie ihn bei Zimmertemperatur problemlos überwintern. Die Temperaturen sollten dabei konstant 18 bis 20 °C haben. Ein Sonnenplatz ist auch im Winter ideal. Bekommt die Pflanze an ihrem Standort im Haus zu wenig Licht, müssen Sie auch Temperatur und Gießverhalten ein wenig anpassen. Je nach Lichtverhältnisse sind 10 bis 15 °C ideal. Gießen sollten Sie dann nur noch sparsam. Der Wurzelballen sollte allerdings nicht austrocknen. Sobald es wieder sonniger wird, müssen auch Temperatur und Wasserversorgung wieder zunehmen.

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