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Geht auch ganz einfach:

Weidenkätzchen Weidenkätzchen pflanzen, pflegen und schneiden

Wenn die Weidenkätzchen ihre flauschigen Blüten zeigen, ist der Frühling nicht mehr weit. Doch Vorsicht: In freier Wildbahn dürfen Sie die Palmkätzchen nicht einfach abschneiden! Als Alternative bietet sich das Einpflanzen im eigenen Garten an.

Weidenkätzchen vor blauem Himmel
Foto: iStock / Fotofreak75
Inhalt
  1. Warum heißen Weidenkätzchen Weidenkätzchen?
  2. Stehen Weidenkätzchen unter Naturschutz?
  3. Woher bekommt man Weidenkätzchen?
  4. Weidenkätzchen pflanzen und pflegen
  5. Sind Weidenkätzchen giftig?

Weidenkätzchen gehören zu Ostern wie die Eier und der Hase. Besonders die flauschigen Büschel der Sal-Weide (Salix caprea) sind als Osterdeko sehr beliebt. Diese Beliebtheit ist der Salix jedoch auch zum Verhängnis geworden. Während man früher überall die silbrigen Kätzchen entdecken konnte, ist die Pflanze mittlerweile rar gesät. Das betrübt nicht nur dekofreudige Osterfans, auch Bienen haben darunter zu leiden, dass eine ihrer beliebten Nahrungsquellen langsam, aber sicher verschwindet. Anstatt sich daher nun insgeheim auf die Suche nach den letzten Salix in freier Natur zu machen, wie wäre es, die Pflanze einfach als Strauch oder Baum im eigenen Garten anzupflanzen? So bringen Sie Farbe in Ihren Garten, haben immer rechtzeitig eine schöne Osterdeko parat und tun nebenbei noch etwas für Naturschutz und Artenvielfalt.

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Warum heißen Weidenkätzchen Weidenkätzchen?

Weidenkätzchen ist die Bezeichnung für den pelzigen Blütenstand, den einige Pflanzen ausbilden. Mit Katzen hat dies auf den ersten Blick eher wenig zu tun, doch die Kätzchen sehen nicht nur flauschig aus, sie sind auch fühlbar weich, was ihnen den Vergleich mit dem flauschigen Fell einer Katze eingebracht hat. Die Pflanzen werden außerdem noch als Palmkätzchen bezeichnet. Dies beruht auf ihrer Verwendung am Palmsonntag in der Kirche, wo sie als Ersatz für den Palmwedel dienen.

 

Stehen Weidenkätzchen unter Naturschutz?

Da Weidenkätzchen bereits im März blühen, sind sie lange Zeit eine der wenigen Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und andere Insekten und stehen daher unter Naturschutz. Ohne die Salix könnten viele Bienenvölker überhaupt nicht bis zur Obstbaumblüte überleben, was sich wiederum negativ auf den Ertrag unserer Obstbäume auswirken würde. Ganz gleich, ob das Abschneiden nun erlaubt ist oder nicht, sollten Sie es sich daher unbedingt zwei Mal überlegen, ob Sie für eine schöne Osterdeko, ganze Bienenvölker verhungern lassen möchten.

Biene und Weidenkätzchen
Bienen sind auf Weidenkätzchen als Nahrungsquelle angewiesen. Foto: iStock / DMassey

Erlaubt ist das Abschneiden von Palmkätzchen-Zweigen grundsätzlich schon, sofern es sich dabei nur um wenige Zweige handelt, die die Pflanze nicht beeinträchtigen. In diesem Fall greift die so genannte Handstraußregelung des Bundesnaturschutzgesetzes (§39, Abs. 3), die besagt, dass „Jeder (…) Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen“ darf.

Laut §39 des Naturschutzgesetzes ist es zwischen dem 1. März und dem 30. September jedoch auch grundsätzlich verboten wilde Weidenkätzchen-Zweige, sowie andere Gehölze, Hecken und Sträucher „abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen“. Ausgenommen sind hiervon lediglich Form- und Pflegeschnitte. So schön es daher auch sein mag, beim ersten sonnigen Frühlingsspaziergang Palmkätzchen-Zweige zu schneiden, sollten Sie sich Ihre Zweige lieber auf schonenderem Weg besorgen.

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Woher bekommt man Weidenkätzchen?

Woher bekommt man also die Kätzchen, wenn man sie nicht mehr in der freien Natur schneiden darf? Palmkätzchen können Sie das ganze Jahr über legal im nächsten Blumenladen kaufen. Dort stammen die Zweige aus Zuchtgärtnereien, sodass Sie sicher sein können, keinen Bienen ihre Nahrung zu klauen. Wahlweise pflanzen Sie selbst eine Salix im heimischen Garten. Das hat den Vorteil, dass Sie selbst etwas zur Artenvielfalt beitragen. Außerdem dürfen Sie von einer Weide, die in Ihrem eigenen Garten wächst, jederzeit kleine Mengen abschneiden, sofern dies die Pflanze nicht beschädigt. Und da die Pflanzen schon im März blühen, bringen Sie bereits im zeitigen Frühjahr Farbe in Ihren Garten.

Die schönsten Weiden-Arten

Sie haben sich dafür entschieden, eine Weide in Garten oder Topf zu pflanzen, wissen aber noch nicht für welche Weiden-Art Sie sich entscheiden sollen? Da es Weiden in vielen verschiedenen Formen, Größen und Farben gibt, haben wir hier einmal die fünf schönsten Sorten für Sie zusammengestellt:

  • Salweide: Salweiden (Salix caprea) sind der Klassiker unter den Weiden. Die Sorte ist meist gemeint, wenn von Weidenkätzchen oder Palmkätzchen die Rede ist. Die bis zu 2,5 cm langen Kätzchen der Salweide verbreiten einen angenehmen Honigduft.
  • Reif-Weide: Die Reif-Weide (Salix daphnoides) bildet ebenfalls große, flauschige Kätzchen aus. Sie ist besonders beliebt, da die Borke junger Bäume eine glänzende rote Farbe aufweist.
  • Aschweide: Sie wird häufig auch als Grau-Weide (Salix cinerea) bezeichnet und wird maximal fünf Meter groß und genau so breit. Sie ist daher gut geeignet, wenn Sie auf der Suche nach einem großen Strauch sind. Als Baum wird die Aschweide selten kultiviert.
  • Hängende Kätzchenweide: Die hängende Kätzchenweide (Salix caprea Pendula) besticht durch einen sehr interessanten Wuchs. Die Weide wird lediglich 1,5 Meter groß, wobei ihre Zweige jedoch bis zum Boden herabhängen.
  • Harlekin-Weide: Die Harlekin-Weide (Salix integra Hakuro Nishiki) besticht durch „Blüten“ der etwas anderen Art. Die Kätzchen der Weide bekommt man beinahe nie zu Gesicht, da sie meist vor der Blüte stark zurückgeschnitten wird. Der Grund: Ein früher Rückschnitt fördert einen starken Austrieb und dieser ist bei der Harlekin-Weide rosarot gefärbt. So sieht es aus, als würde die Weide über und über mit Blüten bedeckt sein.

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Weidenkätzchen pflanzen und pflegen

Palmkätzchen sind nicht nur sehr dekorativ im Garten, sie liefern auch gleich noch die passende Osterdeko für die Wohnung, Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten und sind zudem sehr pflegeleicht. Ob im Garten oder im Topf auf Terrasse oder Balkon – wir erklären, was Sie beim Pflanzen und Pflegen von Palmkätzchen beachten müssen.

Standort: Sonnig und feucht

Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen bis maximal halbschattigen Standort. Die Erde sollte stets etwas feucht und besonders nährstoffreich und lehmig sein. Bei trockenen Sandböden, können Sie allerdings dennoch eine Weide pflanzen. Weidekätzchen kommen auch mit weniger nährstoffreichen Böden zurecht, wachsen dann allerdings etwas schlechter. Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Standortes auch, dass einige Arten der Salix besonders schnell und hoch wachsen. Sie können bis zu zehn Meter hoch und die Krone bis zu sieben Meter breit werden. Sie sind daher auch gut als Sichtschutz geeignet.

Pflege: Genügsame Kätzchen

Palmkätzchen benötigen nur sehr wenig Pflege. Die Pflanze wächst bereits von sich aus sehr schnell, auf Dünger können Sie daher verzichten. Soll das Wachstum gefördert werden, verteilen Sie etwas Kompost rund um den Stamm. Gießen müssen Sie die Weide ebenfalls kaum. Das Substrat sollte lediglich nicht komplett austrocknen. Eine Schicht aus Mulch hilft, dem im Sommer vorzubeugen. Insbesondere bei sandigen Böden ist dies sinnvoll.

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Schneiden: Stetig, aber mit Bedacht

Wächst das Weidenkätzchen im Garten muss und darf sie auch regelmäßig geschnitten werden, ansonsten verkümmern die Triebe mit der Zeit immer mehr. Der Rückschnitt erfolgt im Frühjahr nach der Blüte. Stellen Sie jedoch auch hier vorab fest, dass keine Vögel in der Weide nisten.

Pflanzen: Strauch oder Baum?

Salix sollten entweder im Herbst oder im Frühjahr im Garten gepflanzt werden. Die Pflanze kann dabei entweder als Strauch oder als kleiner Baum kultiviert werden. Möchten Sie die Weide zum Baum erziehen, müssen Sie bereits ab der Pflanzung darauf achten, lediglich den kräftigsten Trieb stehen zu lassen und sämtliche Konkurrenztriebe sofort einzukürzen.

Krankheiten und Schädlinge

So pflegeleicht die Weide auch ist, so ist sie dennoch extrem anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Blattläuse, Echter Mehltau, Gespinstmotten, Blattwespen und Blattfleckenkrankheit ­– die Weide kann so ziemlich von jeder Krankheit und jedem Schädling befallen werden, der sich bei Ihnen im Garten tummelt. Richtig gefährlich kann der Pflanze jedoch nur der Weidenbohrer werden. Die Raupen dieses Schädlings fressen sich bis in den Stamm des Weidenkätzchens hinein und richten dort großen Schaden an. Die Bohrlöcher des Weidenbohrer sind glücklicherweise leicht zu erkennen. Sämtliche betroffenen Äste müssen sofort entfernt und entsorgt werden.

Praxistipp: Bei den Weidenkätzchen trägt jeder Strauch nur weibliche oder männliche Blüten. Unterscheiden können Sie diese anhand ihrer Farbe. Männliche Blüten sind leuchtend gelb gefärbt, während weibliche Blüten eine unauffällige grüne Farbe aufweisen. Bienen fliegen daher zunächst die männlichen und dann die weiblichen Blüten an. Eine ideale Verteilung der Pollen und die Bestäubung ist so gesichert.

 

Sind Weidenkätzchen giftig?

Gut zu wissen: Weidenkätzchen sind komplett ungiftig für den Menschen. Sämtliche Teile sind essbar, wenn auch nicht sonderlich lecker. Auf Katzen wirken die buschigen Zweige besonders verlockend, gerade sie sollten jedoch von den Palmkätzchen ferngehalten werden. In der Rinde befindet sich nämlich Salicylsäure, die in leicht abgewandelter Form auch in Aspirin enthalten ist ­– und diese ist sowohl für Katzen als auch für Hunde bereits in geringen Mengen tödlich. Wer bereits echte Katzen im Haus hat, sollte daher auf die Kätzchen zu Ostern verzichten.

 
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