Obstbaum schneiden

Hier finden Sie Tipps zum Obstbaumschnitt: Der Rückschnitt dient der Vitalerhaltung der Obstbäume – mit reicher Ernte wird belohnt, wer den Obstbaum schneidet.

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Inhalt
  1. Wann Obstbäume schneiden?
  2. Sommerschnitt: 5 Gründe, Obstbäume im Sommer zu schneiden!
  3. Warum sollte man den Obstbaum schneiden?
  4. Obstbaum schneiden: Welche Äste entfernen?

Der Obstbaumschnitt dient nicht der Optik im Garten oder dem nachbarschaftlichen Frieden, der Rückschnitt unterstützt vor allem die Vitalerhaltung der Obstbäume. Nur wer rechtzeitig zur Astschere greift und seine Obstbäume kräftig zurückschneidet, legt die Grundlage für kräftiges Wachstum, üppige Blütenbildung und reiche Ernte im Obstgarten. Mit diesen Tipps zur Obstbaumpflege können auch Sie Ihren Obstbaum schneiden!

Wer seinen Obstbaum schneiden will, verfolgt damit immer einen Zweck: im Herbst viel Obst ernten zu können! Damit diese Ziel erreicht werden kann, sollten Sie beim Obstbaumschnitt einige Punkte beachten – über den Erfolg der Obstbaumpflege entscheiden vor allem das Wann und das Wie!

Gartenpflege Baum schneiden
 

Baum schneiden

Sowohl junge als auch betagte Obstbäume brauchen jährlich Pflege und einen ordentlich Obstbaumschnitt

 

Wann Obstbäume schneiden?

Die klassische Zeit für den Obstbaumschnitt ist der Winter – von November bis März sollten Sie Ihre Obstbäume zurückgeschnitten und ausgelichtet haben. Ein späterer Zeitpunkt ist nicht günstig, da das mildere Klima einen frühen Neuaustrieb begünstigt, der späte Rückschnitt aber das Wachstum des Obstbaumes verzögern kann, was letzlich die Ernte schmälert.
Wichtig: Führen Sie die Baumschnitt-Arbeiten nur in frostfreien Phasen (mehrere milde Tage hintereinander) durch, um den Baum nicht zusätzlich zu schwächen!

Obstbaumschnitt
So viele Äpfel können Sie mit dem richtigen Obstbaumschnitt ernten. Foto: berggeist007 / pixelio.de
 

Sommerschnitt: 5 Gründe, Obstbäume im Sommer zu schneiden!

Ihre Obstbäume schneiden Sie für gewöhnlich im Winter? Das sollten Sie auch weiterhin tun! Ein weiterer Schnitt im Sommer hat allerdings nur Vorteile für den Baum und das Obst. Der Winterschnitt fördert die Wuchskraft des Baums. Doch was, wenn man das gar nicht will? Die Wuchskraft auszubremsen, indem man den Baumschnitt im Winter komplett weglässt, ist keine gute Idee: Der Baum wächst komplett aus der Form und die Früchte fallen mickrig aus. Die Lösung: der Sommerschnitt! Sobald das Triebwachstum im August abgeschlossen ist, setzen Sie die Baumschere an und kappen alle unerwünschten Triebe. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  1. Weniger Wuchskraft: Starkwüchsige oder schnellwachsende Bäume muss man manchmal bremsen. Durch den Sommerschnitt fallen die Triebe im Folgejahr kürzer aus.
  2. Schöner Schnitt: Bei einem kahlen Baum ist Fantasie gefragt, wenn man die Baumschere ansetzt. Bei einem voll belaubten Baum lässt es sich leichter entscheiden, welcher Ast weg muss und welcher stehen bleiben sollte.
  3. Gesunde Triebe: Die Triebe, die stehen bleiben, entwickeln sich besser und werden gesünder.
  4. Gesunde Früchte: Die Früchte bekommen mehr Sonne ab und werden gesünder.
  5. Schnelle Wundheilung: Im Sommer verschließt der Baum Wunden schneller, sodass Pilze, Viren und Bakterien keine Angriffsfläche haben.

Der Sommerschnitt soll den Winterschnitt nicht ersetzen. Schließlich muss der Obstbaum sich vor Wintereinbruch auch noch erholen können. Schneiden Sie gleich mehrere dicke Äste ab, schwächt das den Baum zu stark. Schneiden Sie nur einige Triebe ab, bekommen die übrigen mehr Sonne und Energie ab und kompensieren so den Verlust. Praxistipp: Verzichten Sie bei starker Hitze und Trockenheit lieber auf den Sommerschnitt, sonst kann der Baum Schaden nehmen.

 

Warum sollte man den Obstbaum schneiden?

Beim Obstbaumschnitt wird neben Totholz auch über die Jahre blühfaul gewordenes Holz entfernt: Und ein Trieb ohne Blüten setzt auch keine Früchte an. Wer also regelmäßig alte Zweige aus dem Obstbaum schneidet, fördert die Fruchtbildung und wird mit einer besseren Ernte belohnt. Auch von Krankheitserregern (Pilzen, Schorf, Flechten, Läusen) befallene Zweige gehören ausgelichtet. So dient der Obstbaumschnitt der Gesunderhaltung der Kulturpflanze!

Gartenpflege
 

Werkzeug für den Baumschnitt

Ohne passendes Werkzeug klappt der Baumschnitt nicht! Diese Helfer brauchen Sie

 

Obstbaum schneiden: Welche Äste entfernen?

Im ersten Arbeitsgang entfernen Sie alle Äste, die dem Baum schaden: Abgestorbenes Totholz, von Krankheiten oder Schädlingen befallene Äste, steil nach oben wachsende Wasserschosse, aber auch über die Jahre blühfaul gewordene Triebe.

Ist die Krone des Obstbaums schon derart ausgelichtet, ist das Gros der alljährlichen Obstbaumpflege schon getan. Entfernen Sie auch nach innen wachsende Äste: Sie behindern die Luftzirkulation in der Baumkrone und begünstigen damit Pilzerkrankungen.
Faustformel: Wenn Sie bequem auf der Leiter arbeiten können, ist die Krone ausreichend licht!

Die Skizze zeigt Ihnen, welche Äste geschnitten werden müssen:

Baum schneiden

Ob Strauch oder Baum – Gehölze haben alle die gleichen Problemzonen (s. Skizze): Eine „Doppelkrone“, d. h. die Triebe wachsen parallel zum Hauptstamm (1); sich kreuzende oder reibende Äste (2); parallel wachsende Äste (3); offensichtlich Abgestorbenes (4); Wassertriebe (5); bodennahe Äste, an denen man sich leicht stoßen kann (6); Schößlinge aus dem Boden oder der Stammbasis (7). Achtung, Nadelgehölze treiben nicht wieder aus, wenn man sie bis ins unbenadelte Holz schneidet. Einzige Ausnahme sind die schnittverträglichen Eiben.

Fotos: Pixelio

Quelle: selbst ist der Mann

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