Mondkalender Garten Gärtnern mit dem Mond

Haare schneiden bei abnehmendem Mond und schlechter Schlaf bei Vollmond–seltsamer Aberglaube oder Erfolgsrezept? Der Mondkalender soll nicht nur uns Menschen, sondern auch Pflanzen beeinflussen, aber wie?

Mondkalender
Gärtnern nach dem Mond soll Blumen länger blühen und die Obsternte größer ausfallen lassen. Mythos oder Erfolgsezept? Foto: Pixabay / ptfrancesco
Inhalt
  1. Mondkalender: Zugehörigkeit der Pflanzen
  2. Das Auf und Ab des Mondes
  3. Praxistipp: Gärtnern mit dem Mond

Wer seinen Garten nach dem Mondkalender gestaltet und pflegt, erntet des Öfteren skeptische Blicke – denn wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit gibt es bislang keine.
Dass aber Mond, Sonne und alle anderen Planeten sowohl positiv als auch negativ Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen nehmen, hat Maria Thun (1922–2012), angeregt von den anthroposophischen lehren Rudolf Steiners, in systematischen Versuchen über Jahrzehnte zu beweisen versucht. Unter anderem, indem sie stündlich Aussaaten vornahm.
Folgt man ihren Tipps zum biodynamischen Gärtnern, kann man die Kräfte der Natur für sich nutzen und somit auf Chemie und Gift verzichten. Das Grundprinzip ihrer Arbeitsweise ist, über den Stand des Mondes den perfekten Zeitpunkt zu ermitteln, wann am besten ausgesät, gepflanzt, geschnitten oder geerntet werden soll. Damit nicht jeder Hobbygärtner komplizierte astronomische Berechnungen vornehmen muss, gibt es Aussaatkalender verschiedener Autoren in Buchform. Darin sind taggenau die besten Zeitpunkte festgehalten.
Ein todsicheres Geheimrezept ist das Gärtnern nach dem Mond zwar nicht – aber dennoch mal einen Versuch wert.

 

Mondkalender: Zugehörigkeit der Pflanzen

Hier finden Sie die wichtigsten Gartengewächse ihrer Gruppe zugeordnet. Die Gruppenzugehörigkeit können Sie aber auch leicht selbst ermitteln: In der Regel wird sie von dem Pflanzorgan bestimmt, das geerntet werden soll beziehungsweise hauptsächlich genutzt wird. 

Mondkalender
Die Vielfalt der Pflanzenarten für den Gartenanbau ist groß. Eingeteilt in 4 Gruppen, gelingt der Überblick besser. Foto: Pixabay / ellaolsson
  1. Fruchtpflanzen: Äpfel, Birnen, Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja, Mais, Tomaten, Paprika, Erdbeeren, Himbeeren, Auberginen, Kürbis, Zucchini, Gurken, ...
    Zugeordnete Sternbilder: Löwe, Widder, Schütze (Element Wärme)
     
  2. Blattpflanzen: Blumenkohl, Grünkohl, Kohlrabi, Rosenkohl, Rotkohl, alle Salate, Rhabarber, Spinat, Spargel, Fenchel, Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Zitronen-Melisse, Rasen, ...
    Zugeordnete Sternbilder: Krebs, Fisch, Skorpion (Element Wasser)
     
  3. Wurzelpflanzen: Kohlrüben, Knollensellerie, Möhren, Radieschen, Pastinaken, Rettich, Rote Bete, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, ...
    Zugeordnete Sternbilder: Stier, Jungfrau, Steinbock (Element Erde)
     
  4. Blütenpflanzen: Blühende Kübel- und Balkonpflanzen, Sommerblumen, Stauden, Rosen, Blumenzwiebeln, Brokkoli, Echte Kamille, Lavendel, ...
    Zugeordnete Sternbilder: Zwilling, Wassermann, Waage (Element Luft/Licht)
 

Das Auf und Ab des Mondes

Für ein erfolgreiches Gärtnern nach Mondkalender ist der Stand des Mondes wichtig: Auf seinem Weg an den Sternzeichen vorbei, steigt er in den etwa 27 Tagen vom tiefsten Punkt (Sternzeichen Schütze) zum höchsten Punkt (Sternzeichen Zwilling) auf. Diese Zeiten werden auch als Pflanzzeit (absteigender Mond) und Nicht-Pflanzzeit (aufsteigender Mond) bezeichnet. Während der Pflanzzeit gehen alle Kräfte in die Wurzel – jetzt wird umgepflanzt, Zwiebeln gesteckt und Wurzelgemüse geerntet. In der Nicht-Pflanzzeit konzentrieren sich die Kräfte auf das oberirdische Wachstum. Jetzt können Sie etwa Äpfel ernten oder Stecklinge schneiden. Für alle Pflanzengruppen gibt es besonders geeignete Arbeiten während dieser Perioden.

Mondkalender
Achtung: Dieser Mondzyklus hat nichts mit dem sichtbaren zu- und abnehmenden Mond zu tun. Illustration: Kosmos Verlag
 

Praxistipp: Gärtnern mit dem Mond

  1. Aussaat: Für gutes Saatgut sollten Sie nur Pflanzen bester Qualität berücksichtigen. Wählen Sie außerdem unbedingt einen geeigneten Tag (Wurzeltag für Wurzelpflanzen, etc.) !
  2. Auspflanzen: Nutzen Sie die Zeit des absteigenden Mondes. In dieser Zeit atmet die Erde ein und alle Kräfte konzentrieren sich auf die unteren Pflanzenteile. Tipp: Blumenzwiebeln sollten Sie an einem Blütentag im November setzen.
  3. Bodenarbeiten: Bei schlechtem Wetter an einem "guten" Tag sollten Sie mit dem Hacken warten, bis der Mond wieder günstig für die jeweilige Pflanze steht. Gehackt wird nur ca. 3 cm tief.
  4. Ernte: Es gelten die gleichen Regeln wie bei der Aussaat, es gibt nur eine Ausnahme bei Lagergemüse: Blatttage sind immer ungünstig. Für Gemüse, das frisch verarbeitet wird, sollten Sie eher auf die Uhrzeit als auf den Tag achten. 

Wer sich näher für das Thema interessiert, kann sich das Buch Gärtnern nach dem Mond (Kosmos Verlag, 16,99€) kaufen. Reich bebildert und mit vielen praktischen Informationen und Tipps, profitieren Sie vom Fachwissen der Autorin.

Quelle: selbst ist der Mann 11 / 2016

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