Obstbäume veredeln

Verschiedene Apfelsorten auf demselben Baum sind mit geschickter Veredelung möglich. Wir erklären wie Sie mit Kopulation oder Pfropfen Obstbäume veredeln.

Verschiedene Apfelsorten auf demselben Obstbaum sind keine Zauberei, sondern das Ergebnis einer Obstbaum Veredelung – eigentlich eine Vermehrungsmethode, mit der man sortenechte Apfelbäume (oder andere Pflanzen) bekommt. Dabei macht man sich zu Nutze, dass das teilungsfähige Gewebe eines Zweiges (Edelreis) mit dem des Apfelbaums (Unterlage) zusammenwächst, so dass der Zweig versorgt wird. Veredeln klappt mit nahe verwandten Pflanzen. Es wächst sogar Birne auf Eberesche! Wir erklären, wie Sie Obstbäume veredeln können.

 

Obstbäume mit Kopulation veredeln

Die einfachste Methode zum Obstbäume veredeln ist die Kopulation. Dafür schneidet man von einem Baum einen gesunden, einjährigen Trieb (Edelreis) ab. Der zweiten Baum bildet die Unterlage, hiervon bleiben die Wurzeln und ein Teil des Stammes erhalten. Der Edelreis wird schräg angeschnitten, die

Schnittfläche sollte 3-5 cm lang sein. Auch die Unterlage schneiden Sie schräg an, im gleichen Winkel und mit der gleich großen Schnittfläche wie der Edelreis. Dann werden die beiden Teile aufeinander gesetzt und mit Bast gut fixiert. Diese Veredelungsmethode sollten Sie in der Ruhezeit des Baums durchführen.

 

Obstbäume veredeln: Pfropfen-Methode

Auch mit der Pfropfen-Methode lassen sich Obstbäume veredeln. Der beste Zeitpunkt dafür ist Mitte Mai. Das Pfropfen hinter die Rinde von mindestens 5 cm dicken Ästen ist – wie die Kopulation – eine einfacherer Veredelungs-Methode, die Hobby-Gärtner selbst durchführen können.

  1. Zuerst schneiden Sie etwa 15 cm lange, bleistiftdicke Triebe zum Vermehren während der Vegetationsruhe ab und schneiden diese schräg an (so wie bei der Kopulationsmethode). Zum Zeitpunkt der Veredelung sollten die Triebe noch nicht ausgetrieben sein.
  2. Dann sägen Sie die Unterlage gerade ab. Drücken ein scharfes Messer von oben in die Rinde der Unterlage, bis es leicht knackt. Dann sind Sie kurz vor dem Holz und können die Rinde leicht ablösen.
  3. Als nächstes wird der vorbereitete Trieb eingesetzt. Die Schnittfläche sollte noch einige Millimeter über den Ast hinaus ragen. Pro Ast können Sie bis zu drei Triebe aufpfropfen.
  4. Jetzt werden die Triebe mit der Unterlage gut mit Bast verbunden, dabei werden die Knospen frei gelassen!
  5. Verstreichen Sie die Kontaktstellen zwischen Unterlage und Edelreis mit speziellem Wundverschlussmittel (Baumwachs). Das fördert die Wundheilung und verhindert das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Verstreichen des Baumwachses darauf, dass die Austriebsknospe gegenüber der Schnittfläche frei bleibt. Treiben die Zweigknospen aus, waren Sie erfolgreich.

Quelle: Sonderheft 2 / 2010

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