Igelnest Anleitung: Igelhaus mit Nabu-Experten bauen

Mit diesem Igelnest bieten Sie schutzsuchenden Tieren eine ruhige Schlafstelle für die Winterruhe im Garten.

Zwei Zimmer, Küche, Bad – okay, ganz so luxuriös geht es in diesem Igelnest dann doch nicht zu. Dennoch bietet der Holzunterschlupf Igeln einen besonders geräumigen und geschützten Schlafplatz. Der Hauptraum des Holzhauses verbirgt sich im Inneren hinter einer Trennwand. Nur ein kleines Konstruktionsdetail, das dem schlafenden Igel allerdings das Leben retten kann, denn es schützt ihn vor Katzen und anderen Angreifern.

 

Igelnest selber bauen

Verwenden Sie für den Bau des Igelnests ausschließlich unbehandeltes Holz. Der Witterungsschutz erfolgt anschließend wahlweise mit Leinöl oder Ökolasur. Das abnehmbare Dach des Igelunterschlupfes liegt schräg auf, damit Wasser schneller ablaufen kann. Ein leichter Überstand schützt das Igelhaus vor Feuchtigkeit. Von November bis März ist für die Igel Winterruhe angesagt.

Was wichtig ist, damit der Igel die Winterruhe gut übersteht, zeigt das Video:

 

Vorsicht: Da die Tiere in diesem Zeitraum überwiegend tief durchschlafen, können sie auf Störungen nicht reagieren oder fliehen. Deshalb gilt: Einmal geschaffene Unterschlupfe dürfen während des Winterhalbjahres auf keinen Fall umgesetzt werden. Das empfiehlt auch Julian Heiermann. Er ist Referent für Umweltinformationen beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

 

Der richtige Platz für das Igelnest

Wer Igeln in seinem Garten einen Unterschlupf für den Winter aufstellen möchte, kann das mit unserem Igelnest machen. Doch nicht nur das Igelhaus muss gebaut werden. Auch der richtige Platz ist entscheidend. Wir haben mit Julian Heiermann vom Nabu gesprochen. Er gibt hilfreiche Tipps.

Was ist bei der Anlage eines igelfreundlichen Gartens zu beachten?

Igel benötigen Versteckmöglichkeiten, um den Tag zu überdauern, eventuell Junge zur Welt zu bringen und zur Überwinterung. Neben künstlichen Igelbehausungen eignen sich hierfür Laub- und Reisighaufen sehr gut, die vielerorts durch den Heckenschnitt im Herbst praktisch automatisch anfallen. Darüber hinaus benötigen Igel Futter in Form von Kleintieren, wie etwa Würmer, Schnecken, Insekten und Spinnentiere. Ein igelfreundlicher Garten bietet also Versteckmöglichkeiten, heimische Pflanzen, die automatisch Insekten & Co. anziehen, und es wird auf Gifte verzichtet.

Welche Fehler sollte man vermeiden?

Igel sind Wildtiere und sollten daher nur im Ausnahmefall mit igelgerechtem Futter unterstützt werden. Beispielsweise dann, wenn im Herbst noch untergewichtige Igel beobachtet werden (< 500 g).

Gartenpflege Igel füttern
Igel füttern

Im Garten findet der Igel ausreichend Futter, nur in bestimmten Situationen müssen Sie Igel füttern

Nicht selten werden die Tiere durch Freischneider, Mistgabel oder auch Mähroboter verletzt. Daher sollte man mit diesen Geräten sehr umsichtig umgehen und letztere nicht nachts laufen lassen. Fallen wie Swimmingpools und Fensterkellerschächte sollte man abdecken, damit Kleintiere dort nicht hineinfallen.

Wo sollte ein Unterschlupf aufgestellt werden?

Am besten in einer ruhigen Gartenecke, unter einer Hecke oder integriert in einem Reisighaufen. Eine etwas erhöhte Position verhindert, dass die Igel bei längerem Regen nasse Füße bekommen.

Was lässt sich darüber hinaus im Garten igelgerecht gestalten?

Gärten nicht hermetisch mit nach unten gezogenen Maschendrahtzäunen oder Betonborden abriegeln. Vielleicht einen Randbereich eines Rasens in eine bunte Blumenwiese umwandeln. Dies lockt nicht nur farbenfrohe Schmetterlinge an, sondern auch viele Tiere, die auf der Speisekarte des Igels stehen.

Quelle: selbst ist der Mann 10 / 2018

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