Bodendecker Bodendecker richtig pflanzen und pflegen

Ob Schatten oder Sonne, ob Stauden oder Zwergsträucher – mit diesen Tipps pflanzen Sie Bodendecker erfolgreich in Ihrem Garten.

Bodendecker
Efeu (Hedera helix) wächst auch in tiefstem Schatten. Achtung: Der wüchsige Bodendecker klettert auch an den Gehölzen hoch! Foto: sidm / TH
Inhalt
  1. Bodendecker richtig pflanzen
  2. Wann sollte man Bodendecker pflanzen?
  3. In welchem Abstand sollte man Bodendecker pflanzen?
  4. Welche Bodendecker sind immergrün?

Bodendecker begrünen größere Flächen und wachsen zu einem dichten Teppich. In einem pflegeleichten Garten kommt daher niemand um Bodendecker herum. Sie wachsen allerdings nur dicht, wenn Sie einige Grundfehler vermeiden.

Bodendecker sind niedrige, maximal 30 bis 40 Zentimeter hoch werdende Pflanzen. Allerdings wachsen Bodendecker mit zahlreichen Ausläufern oder unterirdischen Rhizomen recht schnell in die Breite und vereinen sich schließlich zu einem dichten Blätter- und Blütenteppich. Die in den Gartencentern angebotenen Boden deckenden Stauden oder Zwerggehölze sind in der Regel zuverlässig winterhart. Wenn Sie Sommerblumen wie Petunien, Kapmargeriten oder auch Hängegeranien als Bodendecker pflanzen – als Lückenfüller im Jahr der Pflanzung eine schnelle Zwischenlösung – sind diese natürlich nicht winterhart.

Bodendecker

 

Bodendecker richtig pflanzen

Lockern Sie vor dem Einpflanzen unbedingt den Boden und entfernen dabei Wurzelunkräuter mit einer Grabegabel. Je gründlicher Sie das machen, desto leichter wird später die Pflege des Staudenbeetes. Denn ob Giersch oder Quecke, jedes kleinste übersehene oder aus Bequemlichkeit im Boden gelassene Wurzelstückchen treibt aus und wird nach kurzer Zeit zum ausgewachsenen Plagegeist. Bei der Bodenvorbereitung zu schludern ist einer der Hauptfehler beim Pflanzen von Bodendeckern.

Optimal für die meisten Bodendecker ist ein lockerer, leicht lehmiger und humoser Boden. Schwere Lehmböden können Sie mit Bausand auflockern, reinen Sand mit Lehm, Kompost und Gesteinsmehl aufpeppen. Bei jahrelang brachliegenden Böden schadet auch ein Bodenaktivator nicht, der den Boden belebt. Eine der wenigen Ausnahmen sind die Steingartenstauden, die richtigen „Schrottboden“ mit Schotter und Sand lieben.

Bodendecker

Bevor Sie die Pflanzen in die Erde setzen, tauchen Sie jede einzelne in einen Eimer mit Wasser, damit sich der Wurzelballen vollsaugen kann. Das Tauchbad sollte so lange dauern, bis keine Luftblasen mehr aus dem Ballen aufsteigen – dann hat sich die Erde genug volllaufen lassen. Bodendecker werden in der Regel in sehr kleinen Töpfen verkauft, was das Pflanzen aber erleichtert: Stechen Sie mit einer Handschaufel in den lockeren Gartenboden, drücken die Schaufel kurz von sich weg, damit die Rückwand des Pflanzloches hält und ziehen dann die lockere Erde nach vorne aus dem Loch. Die Bodendecker kommen so tief in die Erde, dass ihr Erdballen gut einen Zentimeter mit Erde bedeckt ist. Drücken Sie die Pflanze mit beiden Händen etwas an, ohne sie dabei noch tiefer in den Boden zu drücken.

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Praxistipp: Hacken Sie möglichst nicht zwischen den eingewachsenen Bodendeckern, das beschädigt die Wurzeln. Mulchen Sie lieber.

 

Wann sollte man Bodendecker pflanzen?

Ideal ist im späten Herbst von September bis Oktober. Dann wachsen die Unkräuter nicht mehr ganz so wild und die Bodendecker haben noch genug Zeit, um vor dem Winter einzuwurzeln. Der Boden ist schließlich noch warm genug. Im nächsten Frühjahr sind die Bodendecker eingewachsen und können sich besser gegen Unkräuter behaupten.

 

In welchem Abstand sollte man Bodendecker pflanzen?

Die Pflanztöpfe sind weder ein Hinweis auf Pflanzabstände noch Wuchskraft der Pflanzen – die Töpfe sind immer klein, ganz egal wie groß die Pflanzen später werden. Bei Bodendeckern wird oft die nötige Anzahl pro Quadratmeter angegeben. Wer damit nicht so viel anfangen kann, kann sich mit einer Faustformel behelfen: Teilen Sie die Zahl 100 durch die Anzahl der angegebenen Pflanzen pro Quadratmeter und multiplizieren das Ergebnis mit 2. Dann haben Sie die Pflanzabstände in Zentimetern.

Bodendecker

Wenn Sie Bodendecker im richtigen Pflanzabstand setzen, werden sie schnell dicht, ohne sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Foto: sidm / TH

 

Welche Bodendecker sind immergrün?

Immergrüne Bodendecker sorgen auch im Winter dafür, dass der Boden bedeckt ist und sich in milden Wintern keine Unkräuter einnisten. Viele immergrüne Bodendecker werfen ihr Laub allerdings bei Kahlfrost und strahlender Wintersonne auch ab – das ist dann selbst für die hart gesottenen Pflanzen zu viel. An schattigen und etwas geschützten Standorten ist das weniger ein Problem. Zu den beliebtesten immergrünen Bodendeckern gehören:

  • Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum)
  • Dickmännchen (Pachysandra terminalis)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Haselwurz (Asarum europaeum)
  • Immergrün (Vinca minor)
  • Kriechspindel (Euonymus fortunei)
  • Schaumblüte (Tiarella cordifolia)
Bodendecker
Dicht wachsende Bodendecker wie die immergrüne Kugelblume (Globularia punctata) bedecken den Boden mit den Jahren lückenlos. Foto: sidm / TH

Bodendecker kombinieren

Eine Fläche mit nur einer Bodendeckerart mag zwar schön dicht werden, sieht aber langweilig aus. Sie können die Bodendecker aber problemlos mit anderen Stauden oder auch kleineren Gehölzen kombinieren. Platz und Nährstoffe im Beet sind allerdings begrenzt. Pflanzen Sie nur wüchsige Stauden, sonst findet ein gnadenloser Zickenkrieg statt, bei dem die Bodendecker schwächere Stauden glatt aus dem Beet drängen. Pflanzen Sie Bodendecker immer im empfohlenen Pflanzabstand, nicht enger. Sind in den ersten Jahren noch Lücken im Beet, pflanzen Sie lieber Einjährige als Lückenfüller, anstatt das Beet zu überfrachten.

Bodendecker
Die Golderdbeere gehört zu den beliebtesten Bodendeckern. Sie blüht von April bis Juni mit gelben Blüten und ist absolut pflegeleicht. Foto: sidm / TH

Ob sonnig oder schattig – Bodendecker blockieren Unkraut

„Du kommst hier nicht rein!“: Bodendecker wirken wie Türsteher auf Unkraut und sind die wohl schönste Methode, eine Rabatte unkrautfrei zu halten. Die Bodendecker wachsen so dicht, dass sie auflaufende Unkräuter behindern und sogar anfliegende Unkrautsamen finden kaum einen Platz zum Keimen. Wichtig: Nicht alle Bodendecker werden auch so dicht, dass sie Unkraut unterdrücken.

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Richtig schön dicht werden Storchschnabel (Geranium), die verholzenden Dickmännchen (Pachysander), Stachelnüsschen (Acaena) oder die Golderdbeere (Waldsteinia). Diese wachsen wie die höher werdenden Goldnesseln (Lamium) auch noch da, wo es schattig ist. Auch viele Sorten der Elfenblume (Epimedium x perralchicum) wachsen an schattigeren Plätzen und werden sehr dicht. Im Herbst schlucken etablierte Elfenblumenbestände sogar das Herbstlaub. Bodendeckerrosen werden in der Regel nicht so dicht, dass sie Unkraut zuverlässig unterdrücken. Da sie aber tief wurzeln, sind die Rosen durchaus in der Lage, auch steilere Hänge zu befestigen.

Bodendecker
Mit seinen leuchtenden Blüten fällt Storchschnabel schon von Weitem auf. Viele Sorten wachsen bodendeckend. Foto: sidm / TH

Thomas Heß

Als Gartenbau-Ingenieur ist Thomas Heß der Fachmann für alles, was im Garten grünt und blüht: Unser Autor eklärt Ihnen, wann der beste Zeitpunkt für Aussaat, Düngegabe oder das Winterquartier ist und wie man Staunässe verhindert. Profitieren Sie von seinem Expertenwissen!

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