Mittel gegen Blattläuse Wie Sie Mittel gegen Blattläuse richtig einsetzen

Mittel gegen Blattläuse gibt es in fest oder flüssig. Mit diesen Tipps finden Sie das richtige Blattlausmittel für Ihren Garten und setzen es effektiv ein.

Inhalt
  1. Welches Mittel gegen Blattläuse kommt in Frage?
  2. Wie werden Mittel gegen Blattläuse ausgebracht?
  3. Wie wirken Mittel gegen Blattläuse?

Blattläuse gehören zu den häufigsten, aber mit Mitteln gegen Blattläuse auch am besten zu bekämpfenden Schädlingen. Ob Rosen, Stauden, Gemüse oder Gehölze – vor Blattläusen ist kaum eine Pflanze sicher und Mittel gegen Blattläuse gehören zum Standardarsenal eines Gärtners.

Wie erkennt man Blattläuse?

Die Blätter sind gekräuselt, eingedellt oder gerollt, befallene Blüten verkrüppeln, öffnen sich nicht und sterben sogar ab. Auf der Blattunterseite, den Triebspitzen sowie an den Knospen sitzen kleine grüne, gelbliche oder braunschwarze Blattläuse in Kolonien, saugen am Pflanzensaft und scheiden klebrigen Honigtau aus. Die Blattläuse sind mit bloßem Auge gut zu erkennen. Bei geringem Befall kann man die Blattläuse mit Wasser abspritzen. Wenn das nicht hilft, bespritzen Sie die Pflanze mit einem zugelassenen Mittel gegen Blattläuse.

Gartenpflege
Blattläuse

Haben Blattläuse erst einmal die Pflanzen befallen, muss man schnell handeln

Was macht Blattläuse so lästig?

Blattläuse stechen das Pflanzengewebe an. An sich ist das nur ein kleineres Problem und auch der Saftverlust fällt nicht ins Gewicht. Der Speichel der Tiere führt allerdings zu Missbildungen und Blattläuse können für die Pflanzen schädliche Viren übertragen. Auch der entstehende, klebrige Honigtau hat Folgen: Darauf siedeln sich gerne Rußtaupilze an, die wie eine Pflanzen-Sonnenbrille wirken und die Fotosynthese lähmen.
Bei Läusen schädigen sowohl die Larven als auch die Vollinsekten. Die nächsten Generationen lassen nicht lange auf sich warten, weshalb schnell ganze Blattläusekolonien an der Pflanze nuckeln.

 

Welches Mittel gegen Blattläuse kommt in Frage?

Mittel gegen Blattläuse müssen explizit für den Hausgarten und für den jeweiligen Schädling zugelassen sein und den entsprechenden Aufdruck tragen. „Für nicht berufliche Anwender“ steht dann auf der Packung. Für alle anderen Mittel ohne Zulassung gilt ein Anwendungsverbot. Vorsicht ist also bei irgendwelchen Spritzmitteln von dubiosen Internethändlern geboten.

Massiver Befall mit Blattläusen an einer Rose: Hier ist der Einsatz von Spritzmitteln angezeigt! Foto: sidm / TH

Es kann passieren, dass ein Mittel gegen Blattläuse zwar nicht gegen Spinnmilben zugelassen ist, obwohl es diese als Nebenwirkung beim Spritzen gegen Blattläuse mitbekämpft. „Spinnmilben werden erfahrungsgemäß mitbekämpft“, heißt es dann im Beipackzettel. Im Prinzip eine Grauzone, aber wenn auch Spinnmilben an der Pflanze saugen, kann man diese natürlich beim Spritzen gegen Blattläuse nicht vorher absammeln. 
Spritzmittel gibt es in unterschiedlichen Packungsgrößen – je nachdem, wie viele Pflanzen Sie behandeln wollen. Für ein oder zwei Pflanzen lohnt sich kein Konzentrat, da sind Sie mit einem anwendungsfertigen Mittel besser bedient.

Ob Zierpflanzen, Gemüse, Obst oder Zimmerpflanze, ob im Haus, Garten oder Gewächshaus - Mittel gegen Blattläuse können für unterschiedliche Kulturen zugelassen sein. Sagen Sie beim Kauf dem Fachverkäufer, wo und an welcher Pflanze die Schädlinge auftreten.Gibt es Hausmittel zum Bekämpfen der Blattläuse?

Brennnesseljauche ist als Blattlausmittel nicht geeignet. Die Jauche ist zwar ein super Dünger, spült Blattläuse aber einfach nur ab. Anders sieht es mit Schmierseife aus, 2%ig angemischt, können (Kali-)Schmierseifen gute Erfolge gegen die Schädlinge vorweisen und sie vertreiben. Die Anwendung ist aber streng genommen nicht erlaubt – man spritzt einen Wirkstoff, der weder als Pflanzenschutzmittel noch für die entsprechende Kultur zugelassen ist.

Gartenpflege
Pflanzenschutzmittel

Ein gelernter Gärtner zeigt, wie man mit einfachen Mitteln mehr aus dem Garten macht

 

Wie werden Mittel gegen Blattläuse ausgebracht?

Mehr zur Bekämpfung von Blattläusen

Spritzmittel gibt es generell als Konzentrat zum Verdünnen mit Wasser oder anwendungsfertig in Sprühflaschen oder Spraydosen. Zum Ausbringen von Konzentraten brauchen Sie eine Pflanzenschutzspritze, anwendungsfertige (AF) Mittel gegen Blattläuse in Sprühflaschen oder Spraydosen können Sie direkt ausbringen. Mit Konzentraten kann man mehr Pflanzen behandeln als mit den AF-Produkten, man muss es aber eben selbst anmischen. Tragen Sie dabei Handschuhe, um nicht mit dem Konzentrat in Berührung zu kommen und halten sich strikt an die angegebene Konzentration. Das ist nämlich die Menge, bei dem das Mittel am besten wirkt und die Pflanzen nicht schädigt.
Praxistipp: Ist das Mittel gegen Blattläuse in Stäbchen verpackt, steckt man diese einfach in die Erde rund um die Pflanze.

Beim Spritzen sollten Sie immer auf ausreichend Druck achten – gut 3 bar. Bei zu wenig Druck zerreißt die Spritzdüse den Wasserstrahl nur in große Tropfen und nicht in feinen Nebel – die Blätter werden nicht flächendeckend benetzt. Hat ihre Spritze keine Druckanzeige, merken Sie den nachlassenden Druck an den größer werdenden Wassertropfen. Eier der Läuse werden von den meisten Mitteln gegen Blattläuse nicht erfasst, daher sollten Sie im Abstand von einer Woche noch mal spritzen, um auch schlüpfende Larven zu erfassen. Genaueres dazu steht in der Packungsbeilage, in die Sie daher unbedingt einen Blick werfen sollten.
Auch wenn viele Mittel gegen Blattläuse als „nützlingsschonend“ verkauft werden, sollten Sie auch damit nicht in offene Blüten spritzen und auch um die Honigtauflecken – wenn möglich – einen Bogen machen. Die Bienen werden es Ihnen danken.

Wartezeiten beachten: Im Beipackzettel steht meist etwas von Wartezeiten. Das ist die Zeit, die bei Nahrungspflanzen mindestens zwischen der letzten Behandlung und der Ernte verstreichen muss.

Marienkäfer sind ein natürlicher Blattlausschreck. Er und vor allem seine hungrige Larven haben Heißhunger auf die Schädlinge. Foto: sidm / TH
 

Wie wirken Mittel gegen Blattläuse?

Entweder als Kontaktgift – dann müssen Sie die Blattläuse direkt treffen – oder als Fraßgift. Dabei nehmen die Läuse das Mittel gegen Blattläuse mit dem Saftstrom auf und es hilft ihnen auch kein noch so ausgeklügeltes Versteck in irgendwelchen Nischen. So wirken systemische Mittel, die man als Stäbchen in die Erde steckt. Das ist allerdings nur bei Topf- und Kübelpflanzen praktikabel.

Ölhaltige Mittel legen eine luftdichte Hülle um die Laus und ersticken sie einfach – auch die Eier. Sogenannte teilsystemische Wirkstoffe wie Neem werden vom Blatt aufgenommen, aber nicht mit dem Saftstrom transportiert. Egal, was am Blatt saugt oder knabbert, wird auf diese Weise erfasst.

Es gibt auch ganz natürliche Mittel gegen Blattläuse – Florfliegen, Marienkäfer oder räuberische Gallmücken. Viele Nützlinge können Sie sogar kaufen und auf Blattläuse im Wintergarten oder im Gewächshaus ansetzen, wo sie sich mit Heißhunger auf die Schädlinge stürzen. Im Garten arbeiten die Helfer auch, allerdings nicht ganz so zuverlässig. Viel wichtiger ist es dort, Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer mit Nahrungspflanzen und Verstecken zu fördern.

Thomas Heß

Als Gartenbau-Ingenieur ist Thomas Heß der Fachmann für alles, was im Garten grünt und blüht: Unser Autor erklärt Ihnen, wann der beste Zeitpunkt für Aussaat, Düngegabe oder das Winterquartier ist und wie man Staunässe verhindert. Profitieren Sie von seinem Expertenwissen!

Beliebte Inhalte & Beiträge
Mehr zum Thema
Copyright 2020 selbst.de. All rights reserved.