Gummibaum-Pflege Gummibaum schneiden & vermehren

Der Gummibaum war in den 80er Jahren DIE Zimmerpflanze schlechthin, danach galt sie als spießig und erlebt gerade ein Comeback: Mit der richtigen Pflege zeigt der Gummibaum lange seine hübschen dunkelgrünen und glatten Blätter.

Gummibaum Pflege
Foto: iStock / T_Lykova
Inhalt
  1. Gummibaum pflegen
  2. Gummibaum schneiden
  3. Gummibaum vermehren
  4. Gummibaum überwintern
  5. Häufige Fragen zur Gummibaum-Pflege

Nicht nur in der Studentenbude ist der Gummibaum oft die erste Grünpflanze in der Wohnung. Der Gummibaum oder auch Indische Kautschukbaum (Ficus elastica) ist eine sehr beliebte Zimmerpflanze, die kaum Ansprüche an Standort und Pflege stellt und daher auch Pflanzenfreunden ohne grünen Daumen einen unkomplizierten Einstieg ins Indoor-Gärtnern ermöglicht. Hier finden Sie die besten Tipps zur Gummibaum-Pflege!

Gummibaum kaufen

Einen Gummibaum kaufen kann man in jedem Gartencenter und oft auch schon im Möbelhaus! Was kostet ein Gummibaum? Je nach Größe und Qualität kostet ein Gummibaum zwischen 5 und 25 Euro. Je größer, desto teurer. Denn die Aufzucht kostet. Geld, dass sich der Gärtner vom Käufer zurückholt. Auch der Transport von großen, ausladenden Gummibäumen ist teurer. Dennoch ist der Gummibaum eine preisgünstige Zimmerpflanze!

 

Gummibaum pflegen

Charakteristisch am Gummibaum sind seine großen rund-ovalen Blätter. Allerdings lagert sich auf den Blättern des Gummibaums auch schnell Staub ab. Das ist nicht nur ein optisches Problem, denn die Staubschicht behindert die Pflanze auch in ihrer Photosynthese. Daher sollten Sie die Blätter regelmäßig vom Staub befreien: entweder mit einem Staubwedel oder einem feuchten Lappen – viel mehr Pflege braucht der Gummibaum nicht!

 

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Bier führe zu mehr Glanz der Gummibaumblätter (gleiches behauptet das Internet auch für Haare!), aber das stimmt so nicht. Der Alkohol löst zwar (fettige) Staubschichten leichter an, aber das Lösungsmittel Alkohol greift auch die natürliche Wachsschicht der Blätter an!
Leichter entfernen Sie Staub vom Gummibaum, wenn Sie ihn einfach in die Duschkabine stellen und mit lauwarmen Wasser und sanftem Brausestrahl abduschen. Schütteln Sie die Zweige danach trocken – bei sehr kalkhaltigem Wasser sollten Sie die Blätter mit einem Lappen trocknen, damit keine Kalkflecken zurückbleiben. Praktisch: Nach der Dusche ist der Gummibaum auch gut gewässert! Soll der Wurzelballen nicht nass werden, stecken Sie den Pflanztopf vor der Dusche in eine Plastiktüte, die Sie am Stamm zusammenbinden.

Praxistipp: Noch mehr Wellness für Ihren Gummibaum bedeutet es, wenn Sie ihn zum Duschen nach draußen in einen warmen Sommerregen stellen!

Der richtige Standort für den Gummibaum

Ursprünglich stammt der Ficus elastica aus einem Gebiet, das von Nordostindien bis nach Indonesien reicht. Ein Standort, der die natürlichen Standortbedingungen aus seiner tropischen, feucht-warmen Heimat nachahmt, ist für den Gummibaum ideal. Der Gummibaum wünscht sich einen Standort ...

... in leichtfeuchter Erde ohne Staunässe
... bei konstanten (!) Temperaturen über 18 °C
... der hell ist ohne direkte Mittagssonne
... ohne Fußkälte und ...
... ohne Zugluft (weder vor Fenster noch Heizung)!

Wie viel Licht braucht der Gummibaum?

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Der Gummibaum benötigt täglich mehrere Stunden Sonnenlicht. Nur bei ausreichend Licht, verzweigt sich der Mitteltrieb üppig und bildet eine breite, weitverzweigte Krone aus. Wichtig: Je bunter die Blätter (z. B. bei den Vatitäten "Belize" oder "variegata"), desto größer ist der Lichtbedarf der Pflanze! Auch an halbschattigen Standorten wächst der Gummibaum – dunkle Raumecken oder fensterlose Räume hingegen mag der Indische Kautschukbaum gar nicht.

Praxistipp: Zieht der Gummibaum im Sommer um in den Garten, sollten Sie für ihn unbedingt einen halbschattigen Standort wählen, damit seine Blätter in der Sonne nicht verbrennen.

Gummibaum gießen: wie oft und wie viel?

Der Gummibaum reagiert empfindlich auf Staunässe! Daher sollten Sie die Zimmerpflanze nur gießen, wenn die Erde im Topf merklich angetrocknet ist. Dann gießen Sie den Gummibaum aber durchdringend. Überschüssiges Gießwasser leeren Sie nach ca. 10 Minuten aus dem Übertopf oder dem Untersetzer.
Praxistipp: Mit der Tauchbewässerung ist der Gummibaum immer ausreichend mit Wasser versorgt. Pflanze aus dem Übertopf nehmen und in eine Wanne voll Wasser tauchen bis keine Luftblasen mehr aus dem Wurzelballen aufsteigen. Gummibaum aus dem Wasser nehmen und auf dem Rasen für 10 Minuten abtropfen lassen, ehe er wieder in den Übertopf gestellt wird.

Wann dünge ich meinen Gummibaum?

Wie andere Grünpflanzen schätzt der Gummibaum es, wenn Sie ihm zwischen März und August regelmäßig etwas Flüssigdünger zum Gießwasser spendieren: etwa alle zwei bis drei Wochen eine Düngegabe reicht!

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Gummibaum schneiden

Der Gummibaum ist die klassische Anfängerpflanze, weil ernich tnur sehr pflegeleicht istsondern zudem auch äußerst schnittverträglich. Wenn der Baum immer mehr in die Höhe wächst, statt sich wie gewünscht zu verzweigen, können Sie einfach den Mitteltrieb in der gewünschten Höhe kappen. So wird der Gummibaum angeregt, mehr Seitentriebe zu bilden. Beim Rückschnitt von Gummibäumen folgen Sie dieser Anleitung:

  • Schneiden Sie den Gummibaum im Vor-Frühling, etwa im Februar
  • Schützen Sie sich vor dem milchigen Pflanzensaft mit Handschuhen
  • Den Mitteltrieb mit einer sauberen scharfen Gartenschere einkürzen
  • Sofern ein weiterer Rückschnitt gewünscht ist, suchen Sie alle weiteren Zweige nach "schlafenden Augen" ab
  • Schneiden Sie knapp über dem Auge den alten Ast ab – hier treibt in der kommenden Wachstumsphase ein neuer Trieb aus!
  • Größere Schnittstellen mit Baumwachs versiegeln, damit der Gummibaum nicht unnötig geschwächt wird.

Praxistipp: Beschneiden Sie Gummibäume am besten im Garten (der Pflanzensaft hinterlässt leicht Flecken auf dem Teppich!) und stellen Sie die Pflanze erst wieder ins Haus, wenn der Milchfluss an den Schnittwunden eingetrocknet ist!

 

Gummibaum vermehren

Wollen Sie einen Gummibaum pflanzen, können Sie Jungpflanzen selbst aus Samen (übers Internet bestellen) ziehen. Eine Vermehrung aus Samen des eigenen Gummibaums funktioniert in der Regel nicht, weil die hier verkauften Züchtungen keine Samen bilden – es fehlt der Bestäuber (s. u.).

Gummibaum Pflege
Foto: iStock / vspn24

Auch das sogenannte "Abmoosen" funktioniert bei blattreichen Gummibäumen – eine seltene Vermehrungsart für Zimmerpflanzen und eher für experimentierfreudige Gärtner geeignet:

Dafür wird der Trieb unterhalb des vierten Blattpaares (von der Spitze aus gezählt) mit einem scharfen Messer aufgeschnitten: Die Kerbe verläuft in Wuchsrichtung nach oben und wird anschließend mit einen Holzstäbchen vorsichtig aufgespreizt. Die Schnittstelle umwickeln Sie nun zuerst mit gut durchnässtem Moos und anschließend mit Frischhaltefolie, um das Moospaket über der Schnittwunde zu fixieren (Abmoos-Beutel ggf. zusätzlich mit Schnur am Zweig festbinden). In dem feucht-warmen Mikroklima des Folienbeutels sollte der Gummibaum innerhalb von etwa sechs Wochen neue Wurzeln an der Wunde bilden. Ist der Steckling im Moos-Paket bewurzelt, können Sie den Ableger unterhalb der Schnittstelle abschneiden und Anzuchterde eintopfen.

Gummibaum per Ableger vermehren

Wer seinen Gummibaum vermehren will, wird dafür Stecklinge aus Seitentrieben der Pflanze schneiden müssen:

  • Schneiden Sie im Frühjahr zur Hauptwachstumszeit etwa 10 cm lange Stecklinge aus halbverholzten Seitentrieben
  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf das oberste/erste und lassen Sie die Schnittfläche eintrocknen
  • Dann stecken Sie den Ableger in mit Anzuchterde gefüllte Pflanztöpfe
  • Stellen Sie die Gummibaum-Stecklinge hell und warm und halten Sie die Erde feucht (Sprühflasche verwenden!)
  • Idealerweise decken Sie die Ableger mit einer Frühbeethaube oder einem transparenten Folienbeutel ab
  • Täglich lüften, damit sich darin kein Schimmel bildet!

Bewurzelung im Wasserglas

Alternativ können Sie den eingekürzten und entlaubten Steckling auch in in schlankes, wassergefülltes Glas stellen. Das Wasser sollte alle zwei Tage gewechselt werden. Wenn die Gummubaum-Triebe im Wasser sichtbar Wurzeln gebildet haben (nach etwa 4-8 Wochen), können Sie die Ableger in kleine Tontöpfe umpflanzen.
Praxistipp: Stellen Sie das Wasserglas mit den Ablegern in eine transparente Plastiktüte! Im Inneren steigt die Luftfeuchtigkeit und der Verdunstungsstress der Pflanze sinkt. So kann der Steckling schneller bewurzeln.
Durch die "gestaute Luft" in der Plastiktüte können Sie auch darauf verzichten, die Blätter des Gummibaums zu halbieren, wie es oft empfohlen wird (um die Verdunstungsfläche der Gummibaum-Stecklinge zu reduzieren).

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Gummibaum überwintern

Der Gummibaum ist nicht winterhart! Die immergrüne Tropenpflanze kennt aus ihrer Heimat keine niedrigen Temperaturen. Zwar kann man den Gummibaum im Sommer mal an die frische Luft stellen (s. o.), aber bei einstelligen Außentemperaturen sollte die Grünpflanze schleunigst wieder ins Haus umziehen!

 

Häufige Fragen zur Gummibaum-Pflege

Wir haben schon die gängigsten Fragen rund um die Gummibaum-Pflege beantwortet. Wussten Sie z.B. dass der Gummibaum für die Chinesen Überfluss, Glück und Reichtum symbolisiert? Im Feng Shui eignet sich der Ficus elastica aufgrund seiner runden Blätter bestens dazu, um negatives Chi in Ecken und an scharfen Kanten auszugleichen.
Hier finden Sie noch weitere typische Probleme bei der Pflege von Gummibäumen – und deren Lösung!

Gummibaum Pflege
Foto: iStock / Tamara Kulikova

Was ist die beste Erde für den Gummibaum?

Als Pflanzsubstrat für den Gummibaum eignet sich nahezu jede Zimmerpflanzen- oder Gartenerde. Ideal ist ein Gemisch aus Blumenerde, Sand und auflockernden Kokosfasern.

Was tun, wenn der Gummibaum Blätter verliert?

Mit dem Abwurf von Blättern zeigt der Gummibaum, dass er zu viel gegossen wird! Fallen die Blätter bereits zahlreich zu Boden, ist die Wurzelfäule meist schon weit fortgeschritten. Als Notfall-Maßnahme sollten Sie den Gummibaum sofort in trockene Erde umtopfen und dabei alle abgestorbenen Wurzeln entfernen!

Warum bekommt mein Gummibaum gelbe Blätter: Was tun?

Verfärben sich die Blätter des grünen Gummibaums gelb, deutet das in der Regel auf einen Magnesium-Mangel hin. Bei dieser Form der "Mangelernährung" kann die Pflanze nicht mehr ausreichend Blattfarbstoffe produzieren und die Blätter vergilben. Mit normalem Universaldünger ist der Mangel schnell ausgeglichen.

Welche Schädlinge sind das an meinem Gummibaum?

Bei guter Pflege ist der Gummibaum recht resistent gegenüber Schädlingsbefall. Bei der Routine-Blattpflege sollten Sie dennoch mal genauer hinschauen und auch die Unterseiten der großen Blätter inspizieren. Vor allem in der trockenen Raumluft während der Heizperiode finden sich dort dann die Spuren von Spinnmilben oder Wollläusen.

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Wann sollte man den Gummibaum umtopfen?

Wie bei allen Topfpflanzen gilt: Ist der Ballen komplett durchwurzelt und zwängen sich bereits erste Wurzeln durch die Abzugslöcher des Pflanztopfs, ist es Zeit, den Gummibaum umzutopfen. Weil der Gummibaum besser gedeiht, wenn seine Wurzeln nicht zu viel Platz zum Wachsen haben, sollte der neue Topf nur minimal größer sein als der alte. Starkwüchsige Gummibäume sollten daher alle zwei Jahre umgetopft werden. Älteren Pflanzen genügt es, wenn Sie jedes 4.-5. Frühjahr in einen etwas größeren Topf umziehen.

Wann blüht ein Gummibaum?

Als Zimmerpflanze bildet der Ficus elastica nur sehr selten Blüten. Früchte bzw. Samen zeigen sich an der Topfpflanze eigentlich nie! Denn zur Bestäubung ist der Gummibaum auf die Feigenwespe angewiesen. Grundsätzlich trägt der Gummibaum kleine, ovale, gelb-grüne Früchte – diese Feigen sind aber ungenießbar.

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Warum heißt der Gummibaum Gummibaum?

Der milchige Pflanzensaft des Gummibaums (Ficus elastica), der bei Verletzung der Rinde austritt, ist latexhaltig und kann zur Herstellung von Natur-Gummi verwendet werden. Weil aber der Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) ertragreicher ist, wird heute nur noch dessen Latexmilch zur kommerziellen Herstellung von Gummi verwendet. Zwischen Gummibaum und Kautschukbaum besteht aber keine nähere botanische Verwandtschaft.

Ist der Gummibaum giftig?

Mit Magenverstimmungen und Übelkeit muss rechnen, wer Teile des Gummibaums (unabsichtlich) verzehrt. Der milchige Rindensaft kann die Haut reizen und allergen wirken. Daher wir der Gummibaum als schwach giftig klassifiziert. Für Haustiere ist die Tropenpflanze aber unter Umständen toxisch:

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Ist ein Gummibaum im Schlafzimmer schädlich?

Grünpflanzen im Schlafzimmer sind nicht nur optisch ein Gewinn. Sie reichern die Raumluft mit frischem Sauerstoff an – allerdings nur bei Sonnenschein! Nachts kehrt sich die Photosynthese um und sie verströmen Kohlendioxid. Grünpflanzen mit großen Blättern wie der Gummibaum entlassen nachts besonders viel CO2 an die Raumluft. Darauf reagieren sensible Menschen mit unruhigem Schlaf, Halskratzen und Kopfschmerz.
Außerdem findet der Gummibaum im Schlafzimmer keine optimalen Standortbedingungen vor: meist ist der Raum zu kühl und zu dunkel!

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