Brunnenkresse Echte Brunnenkresse pflanzen und ernten

Die Brunnenkresse kann viel mehr, als nur Suppen und Salate verfeinern, sie ist auch eine beliebte Heilpflanze, deren Verzehr sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Das Kraut können Sie ganz einfach auch in Ihrem Garten pflanzen, pflegen und ernten.

Brunnenkresse an einem Bachlauf
Foto: iStock / gyro
Inhalt
  1. Wo wächst Brunnenkresse?
  2. Brunnenkresse anpflanzen
  3. Warum ist Brunnenkresse so gesund?
  4. Brunnenkresse: Was ist essbar?

Die Brunnenkressen (Nasturtium) gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Die Gattung besteht aus fünf Sorten, von denen zwei in Europa vorkommen: die Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) und die Kleinblättrige Brunnenkresse (Nasturtium microphyllum). Die beiden Pflanzen stammen ursprünglich aus den Regionen Europa, Nordafrika und Westasien, kommen allerdings als Neophyt in zahlreichen weiteren Regionen weltweit vor. Mit der gemeinen Gartenkresse (Lepidium sativum) hat die Nasturtium, bis auf ihren Namen, wenig gemeinsam.

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Ist von Brunnenkresse die Rede, ist meist die Echte Brunnenkresse, auch Wasserkresse genannt, gemeint. Ihre Stängel sind ganzjährig grün. Sie werden zwischen 20 und 90 cm lang und kriechen den Boden entlang oder treiben auf der Wasseroberfläche. Die Triebe der Wasserpflanze sind kahl und die glänzenden, dunkelgrünen Laubblätter befinden sich am unteren Ende. Von Mai bis September trägt sie kleine weiße Blüten.
Praxistipp: Die Brunnenkresse wird häufig mit dem Bitteren Schaumkraut verwechselt. Dieses ist zwar nicht giftig, aber wie der Name bereits sagt, äußerst bitter.

 

Wo wächst Brunnenkresse?

Die Echte Brunnenkresse ist eine mehrjährige, wintergrüne Wasserpflanze, die bevorzugt im Uferbereich von klaren Gewässern wächst. Ihre grünen Stängel treiben dabei teilweise im Wasser. Eine Wassertiefe von 10 bis 20 cm ist ideal. Der Standort sollte schattig bis halbschattig sein und kühl. Da die krautige Pflanze sauberes Wasser benötigt und sehr genaue Ansprüche an ihre Umgebung stellt, ist sie nicht mehr ganz so häufig anzutreffen, wie noch vor einigen Jahrzehnten. Allerdings ist es trotz der teils hohen Ansprüche der Pflanze möglich, sie im eigenen Garten anzupflanzen.

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Brunnenkresse anpflanzen

Die Brunnenkresse ist eine Wasserpflanze und wächst daher nicht einfach so in einem Kübel. Am einfachsten ist der Anbau, wenn Sie über einen Bachlauf oder einen Teich mit Wasserzirkulation verfügen. Im seichten Uferbereich von fließenden Gewässern gedeiht die Echte Brunnenkresse ideal. Haben Sie ein solches Gewässer nicht im Garten oder wollen Sie die Kresse auf dem Balkon anpflanzen, wächst das Wildkraut unter speziellen Bedingungen auch im Topf oder Kübel. Wichtig ist, dass die Pflanze stets kaltes, klares Wasser zur Verfügung hat.

Hierfür pflanzen Sie die Stecklinge in einen Topf mit nährstoffreicher Erde und stellen diesen in ein Gefäß mit Wasser. Die Erde sollte etwa 1 cm unter Wasser stehen. Richtig „geflutet“ werden die Pflanzen erst, wenn sie bereits Wurzeln geschlagen haben und auch dann sollten die Spitzen stets aus dem Wasser hervorschauen. Das Wasser muss täglich gewechselt werden. Ist der Standort besonders feucht und kühl, kann die Pflanze auch ohne „Gewässer“ im Topf wachsen, solange die Erde stets gut nass gehalten wird.

 

Welche Erde für Brunnenkresse?

Beim Anbau von Brunnenkresse benötigen Sie nährstoffreiche und stets feuchte Erde. Je nach Standort ändert sich jedoch die Zusammensetzung. Im Beet oder im Topf lässt sich die Erde mit Kompost anreichern, in Ufernähe sollten Sie darauf jedoch verzichten, da dies die Algenbildung fördert. In Ufernähe und im Topf können Sie zudem ein wenig Sand zum Gemisch hinzufügen, um die Erde aufzulockern. Da die Pflanze an diesen Standorten so oder so im Wasser steht, ist der Sand nicht hinderlich. Im Beet sollten Sie darauf jedoch verzichten, da dort das Wasser sonst zu schnell abfließt, ohne das neues nachfließt.

Brunnenkresse pflegen

Im Freiland ist für die Echte Brunnenkresse keine besondere Pflege erforderlich. Sie wächst, gedeiht und vermehrt sich problemlos. Im Kübel muss das Wasser jedoch täglich gewechselt werden, da die Pflanze stets frisches Wasser benötigt. Außerdem ist je nach Temperatur ein Winterschutz nötig, damit das Wasser im Topf nicht gefriert.

Wann Brunnenkresse ernten?

Geerntet wird die Brunnenkresse, sobald Sie etwa ab September zu blühen beginnt bis in den Mai hinein. Etwas Besonderes müssen Sie bei der Ernte nicht beachten. Schneiden Sie so viel ab, wie Sie gerade benötigen, jedoch immer nur so viel, dass die Pflanze keinen dauerhaften Schaden davon nimmt. Möchten Sie in der freien Natur ernten, achten Sie außerdem auf die Sauberkeit des Gewässers und ernten Sie nur Stängel aus fließendem Wasser. Stehende Gewässer sind ein Nährboden für Bakterien, die sich auch auf den Pflanzenteilen ablagern können.

 

Warum ist Brunnenkresse so gesund?

Die Brunnenkresse gilt aufgrund ihres hohen Anteils von Vitamin A und C, sowie wertvoller Spurenelemente wie Jod, Eisen und Zink als Heilpflanze. Um die Wirkung der Pflanze zu entfalten, sollte sie frisch genossen werden, denn getrocknet verlieren die Blätter ihre Wirkung. Das Kraut fördert den Stoffwechsel und die Verdauung und wirkt sogar ganz leicht antibiotisch und fiebersenkend. Die enthaltenen Senfölglykoside wirken zudem blutreinigend und schleimlösend, können bei vermehrtem Verzehr jedoch die Magenschleimhaut und die Nieren reizen.

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In der Vergangenheit wurde die Brunnenkresse auch gegen zahlreiche Krankheiten wie Rheuma, Diabetes mellitus und sogar Skorbut angewandt. Bevor Sie nun jedoch versuchen, all Ihre Leiden mit Kresse zu behandeln, ist ein wenig Skepsis durchaus angebracht. Ihr Erfolg gegen die typische Seefahrerkrankheit Skorbut etwa ist fraglich, da das Kraut getrocknet seine Vitamine größtenteils verliert. Daher kann es auf hoher See kaum eine große Hilfe gewesen sein. Auf Land hingegen gibt es zahlreiche bekanntere Vitamin-C-Lieferanten Ein einfacher Bund Petersilie enthält zum Beispiel drei Mal so viel Vitamin C wie die Kresse.

 

Brunnenkresse: Was ist essbar?

Nur weil die Brunnenkresse nicht gleich sämtliche Beschwerden lindert, heißt das jedoch nicht, dass man sie gleich aus der Küche verbannen muss. Das Küchenkraut schmeckt würzig und leicht scharf und eignet sich daher perfekt als Garnierung zahlreicher Speisen. Essbar sind hauptsächlich die Blätter, die sich zum Garnieren von Suppe, Saucen, Salaten und sogar Fleisch eignen. Besonders gut schmecken sie auch kleingehackt in Dips oder Frischkäse. Die Blüten lassen sich ähnlich verwenden. Die reifen Samen kommen als Ersatz für Pfeffer zum Einsatz. Zur Verwendung in der Küche muss die Pflanze immer frisch geerntet werden, da sie getrocknet ihren Geschmack verliert. Da das Kraut auch im Winter grünt, ist es das ganze Jahr über verfügbar.

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