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Geht auch ganz einfach:

Tür-Zusatzschloss Abus-Zusatzschloss an Haustür montieren

Haus- und Wohnungstüren kann man nachträglich mit einem Tür-Zusatzschloss sichern. Wir zeigen die Montage und Türsicherungen im Überblick.

Um ein Zusatzschloss nachrüsten zu können, muss die Tür gut öffnen und schließen und genug Platz für Schloss- und Schließkasten bieten. Das oben abgebildete Tür-Zusatzschloss Abus 7025, dessen Montage wir zeigen, benötigt für den Schließkasten am Rahmen mindestens 35 mm und für das Schloss auf dem Türblatt 103 mm Platz. Ermöglicht eine Scheibe nach Einschlag den Durchgriff auf das Tür-Zusatzschloss, sollte es von innen mit einem Schlüssel abschließbar sein – so wie hier (ansonsten reicht ein Schloss mit Drehknopf).

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Nachrüsten sollte man insbesondere Türen, die nicht mindestens die Widerstandsklasse RC 2 erfüllen. Neben Haustür-Zusatzschlössern stehen dafür auch Panzerriegel bereit, die die Tür über die gesamte Breite sichern. Gleichfalls sollte man über einen vernünftigen Beschlag samt Schließzylinder verfügen. Auch hier lässt sich ggf. umrüsten.

 

Klassische Türsicherungen im Überblick

Doch welche Sicherungen sorgen an einer Tür für Einbruchschutz? Zunächst muss hier der Schutzbeschlag genannt werden. Dieser ist das von außen und innen sichtbare Bauteil, das den Schließzylinder und das Einsteckschloss vor Manipulation schützt, also das Ziehen und Abbrechen des Zylinders verhindert. Dabei steht der Zylinder auch nicht weit hervor, sondern ist bündig abgedeckt – durch das sogenannte Abdeckschild. Der Beschlag sollte DIN-, TÜV- und/oder VdS-geprüft sein. Dank einem Aufbau aus verschiedenen Stahlschichten erzielen gute Beschläge Zugbelastungen von über 2,5 Tonnen. Die Auswahl an Form und Material ist vielfältig.

Ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckschild bietet Sicherheit. Foto: Hersteller / Abus

Zu einem sicheren Beschlag gehört ein gutes Schließblech, denn auch das beste Schloss nützt nichts, wenn Falle und Riegel nicht in einem stabilen, fest verankerten Schließblech münden. Dieses muss mit langen, schräg im Mauerwerk eingeführten Schrauben am Türrahmen befestigt werden. Und der Abstand zwischen Rahmen und Türblatt darf maximal 5 mm betragen, um das Ansetzen eines Kuhfußes und die Hebelwirkung zu unterbinden. Sicherheitsschließbleche sind außerdem so stabil, dass sie sich nur schwer verformen lassen (mindestens 3 mm stark). Bei Stahlzargen sind Schließbleche übrigens oft integriert. Hier muss die gesamte Türzarge dann stabil genug ausfallen.

Das Schließblech mit 10-x-120-mm-Dübeln oder chemischer Befestigung schräg im Mauerwerk verankern. Foto: Hersteller / Abus

Das eigentliche Schloss – das Einsteckschloss – befindet sich nahezu unsichtbar innerhalb des Türblattes. Nur seitlich stehen Falle und Riegel hervor, die mit Hilfe des Schließzylinders betätigt werden. Im Gegensatz zu historischen Kastenschlössern, die innen auf dem Türblatt montiert wurden, lässt sich ein Einsteckschloss kaum manipulieren – sofern ein guter Schutzbeschlag vorhanden ist. Achten Sie auf DIN-18251-Zertifizierung.

Ein Einsteckschloss sollte aus stabilem Metall und nicht aus Kunststoff bestehen. Foto: Hersteller / Abus

Der Schließzylinder wiederum, der sich im Beschlag befindet, betätigt das Schloss. Beim Einstecken des Schlüssels gleiten Stifte im Zylinderkern in eine Position, die ein Drehen der Schließnase ermöglicht. Am besten handelt es sich um gehärtete Stahlstifte, die ein Anbohren erschweren.
Praxistipp: Das Video zeigt, wie Sie ein Zlinderschloss schnell selbst austauschen können – etwa in der neuen Mietwohnung, wenn unklar ist wie viele Vormieter vielleicht noch Nach-Schlüssen zu dem Schloss besitzen!

 

Bei fehlender Abdeckung durch den Beschlag muss der Zylinder einen Ziehschutz aufweisen. Auch sollte ein Nachmachen von Schlüsseln nur mit Codekarte möglich sein. Achten Sie auf VdS-zertifizierte Zylinderschlösser: Ein Stern bedeutet Basissicherheit, zwei Sterne erhöhte Sicherheit und drei Sterne stehen für hohe Sicherheit und „besondere Anforderungen“.

Neben den Sicherungen direkt im und am Beschlag kann ein Tür-Zusatzschloss sinnvoll sein. Hier gibt es verschiedene Varianten. Am häufigsten werden Zusatzschlösser wie in unserem Montagebeispiel eingebaut. Sie werden ein Stück oberhalb des Türbeschlages montiert und sichern die Tür somit an einer zweiten Stelle, was ein Aufhebeln weiter erschwert oder gar ausschließt – sofern die Tür dicht schließt. Sie bieten auch mehr Schutz bei einem etwas schlechteren Türbeschlag, wenn Sie diesen nicht austauschen wollen oder können. Ein Tür-Zusatzschloss wird innen über einen Drehknopf bedient (Abus 2110, ca. 33 Euro; erhältlich in drei Farben) oder per Schlüssel wie in unserem Montagebeispiel. Praktisches Extra stellt ein Sperrbügel dar, sodass man die verriegelte Tür ein Stück weit öffnen kann.

Ein Tür-Zusatzschloss kann von innen einfach bedient werden. Foto: Hersteller / Abus

Vor allem bei Altbautüren, die hoch und verzogen sind, kommt man mit einem normalen Tür-Zusatzschloss aber oft nicht weiter, denn aufgrund von Zierleisten und Kassetten kann es nicht oder nur schwer montiert werden. Hier stellt das Tür-Stangenschloss Abus TSS550 (ca. 230 Euro) eine gute Lösung dar. Es wurde speziell für solche Altbautüren entwickelt. Es lässt sich mit einem Handgriff schließen, die Verriegelung erfolgt oben und unten gleichzeitig, sodass Sie mit einer Sicherung Ihre Tür auf der ganzen Öffnungsseite sichern. Bereits in der Standardausführung ist das Stangenschloss für Türhöhen bis 2,75 m und -stärken von 33 bis 104 mm geeignet.

Auch für doppelflügelige und verzierte Altbautüren gibt es Tür-Zusatzschlösser. Foto: Hersteller / Abus

Ein sehr beliebtes und sehr sicheres Tür-Zusatzschloss sind Panzerriegel (ab rund 150 Euro). Sie verlaufen quer über der Tür, wodurch sich Türen über die komplette Breite absichern lassen. Sieht man den außen mittig platzierten Schließzylinder, signalisiert das außerdem direkt: Hier ist massiver Widerstand zu erwarten. Wichtig: Der Schließkasten muss mit schräg verlaufenden Rahmendübeln im Mauerwerk verankert werden. Bei besonders engem Einbauverhältnis können Panzerriegel auch ins Mauerwerk schließen, also direkt in die Wand und nicht in den Schließkasten. In jedem Fall müssen die Riegel mindestens 1 cm in den Kasten oder in eine Abdeckplatte hineinführen.

Ein Panzerriegel schützt die Tür von beiden Seiten über die gesamte Breite. Foto: Hersteller / Abus

Zum Schluss noch eine Ausstattung, die zwar keinen Einbruchschutz gewährleistet, aber dennoch Sicherheit bietet. Und noch dazu sehr preiswert ist: ein Türspion. Nur rund fünf Euro kostet dieser, und mit ihm können Sie vor dem Öffnen schauen, wer vor der Tür steht. Dank großer Weitwinkeloptik (ca. 100 bis 180 Grad; beachten Sie entsprechende Angaben!) kann man einen weiten Winkel vor und neben der Tür erfassen. Gerade für ältere Menschen, die nicht selten von launigen Trickbetrügern übers Ohr gehauen werden, eine sinnvolle Entscheidungshilfe, ob man die Tür öffnet oder nicht. Und mithin eine weitere Tür-Zusatzsicherung. Mittlerweile sind auch digitale Spione erhältlich, die den Raum mittels Kamera auf einen Bildschirm innen projizieren – für rund 60 Euro. Analog oder digital ist hier also eine Preisfrage.

Der Türspion geht heute auch digital. Foto: Hersteller / Abus

Quelle: selbst ist der Mann 12 / 2019

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