Schließzylinder-Test Schließzylinder: Vergleich und Beratung

Schließzylinder sehen von außen unscheinbar aus, doch ein hochwertiges Zylinderschloss besitzt ein sehr komplexes Innenleben – das hat unser Schließzylinder-Test gezeigt.

Schließzylinder im Praxistest

Es ist erschreckend, wie schnell ein Profi mit wenigen Hilfsmitteln ein Schloss knacken kann. Konkret geht es um Schließ- bzw. Profilzylinder, die jeder täglich betätigt, aber denen er wenig Beachtung schenkt: Schlüssel hinein, Tür auf, fertig. Bei billigen Exemplaren geht dieser Vorgang aber auch ohne Schlüssel nahezu in derselben Zeit. Wer also etwas abschließen will, um zu verhindern, dass Einbrecher ohne Schlüssel hineinkommen, sollte dem kleinen Bauteil „Schließzylinder“ mehr Aufmerksamkeit schenken. Was nichts kostet, ist auch nichts wert: Legt man Wert auf Einbruchschutz, sollte man Schließzylinder um die 10 Euro meiden und im Fachhandel – je nach Angebot – mindestens 50 Euro für ein Zylinderschloss investieren. Wir haben 10 Schließzylinder im Test bei dem VdS prüfen lassen und geben außerdem Tipps zur richtigen einbruchhemmenden Montage des Türschlosses.

Diese Marken haben wir getestet:
  • Abus
  • Westfalia

Wir haben neun Schließzylinder der VDS-Klasse A bzw. Zylinder ohne VDS-Anerkennung geprüft. In einer eigenen Kategorie prüften wir zudem einen Zylinder der höheren VDS-Klasse B. Neben Produkten von ABUS und Westfalia standen auch Schließzylinder der Marken BKS, CES, DOM, GEGE, IKON, KESO und STABILIT zum Vergleich.

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Schließzylinder-Vergleich: So wurde getestet

  • Zugprüfung: Bei der Zugprüfung wurde eine gehärtete Schraube in den Zylinder eingedreht und dieser in der Zug-Druck-Maschine arretiert, die dann mit gewisser Zugkraft auf den Zylinder einwirkte. Zylinder, die einen Hinweis auf ein erforderliches Ziehschutzschild aufwiesen, waren hiervon ausgenommen. Bewertet wurde die Höhe der Kraft, bis der Zylinder herausriss. Konnte die Schraube nicht eingebracht werden oder riss sie aus dem Zylinder heraus, wurde die Maximalpunktzahl vergeben.
  • Bohrprüfung: Bei der Bohrprüfung wurde versucht, die Zylinder mit einer handgeführten Bohrmaschine mit hartmetallbestücktem Bohrer anzubohren. Das Wertungskriterium war die Zeit bis zur Überwindung, wobei die Maximalanforderung bei sechs Minuten lag.
  • Picking: Beim Picking wurde versucht, die Zylinder zerstörungsfrei zu überwinden (nähere Angaben aus Sicherheitsgründen nicht möglich).
  • Des Weiteren wurden Hinweise auf den Maximalüberstand sowie auf die Pflege bewertet, mit der Festlegung, dass fehlende Hinweise mit einem Punkt, vorhandene mit neun Punkten bewertet werden.
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Für den Einbruchschutz ist letzlich die Summe der Sicherheit ausschlaggebend, die Zylinderschloss, Türblatt, Rahmen und weitere Bauteile einbringen.

positiv aufgefallen im Schließzylinder-Test

  • Gute Schließzylinder vereiteln auch schlauen Einbrechern die Tat
  • Die Prüfkriterien des VdS bieten schlechten Schlössern keine Chance

negativ aufgefallen im Schließzylinder-Test

  • Billige Zylinderschlösser öffneten die Prüfer selbst mit einfachen Stiftwerkzeugen – ohne Bohrmaschine oder brachiale Gewalt!
  • Einige Schließzylinder werden nicht einmal mit einer Einbauanleitung geliefert
 

Welcher Schließzylinder ist der sicherste?

Schließzylinder-Test
Umfang: 6 Seiten
kostenlos!
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Schließzylinder sollten nicht nur leicht einzubauen sein, sie müssen vor allem einen guten Einbruchsschutz bieten. Ob einem einfachen Schloßknacker oder einer Bohrmaschine – ein Schließzylinder sollte einem Einbrecher durchaus mehrere Minuten standhalten können, denn je länger ein Einbrecher braucht, um das Schloss zu überwinden, desto eher gibt er auf und sucht sich ein einfacheres Ziel. In unserem Schließzylinder-Vergleich zum kostenlosen Download finden Sie die ausführlichen Ergebnisse in einer übersichtlichen Vergleichstabelle.

 

Wie ist ein Schließzylinder aufgebaut?

Schließzylinder-Aufbau von innen

1 Gehäuse, 2 Kern, 3 Kernstifte, 4 Gehäusestift, zylinderische Form, Messing, 5 Gehäusestift, zylindrisch abgesetzt, Messing, 6 Gehäusestift, gehärteter Stahl, Pilzform, 7 Gehäusestift, Pilzform, Messing, 8 Stiftfedern, 9 Kupplung, 10 Schließbart, 11 Gewindeloch für Befestigungsschraube, 12 Sperrstift, 13 Sperrleiste, 14 Schieber.

Oben ein BKS-Zylinder der Serie 51 SL, der auf der Serie 50 basiert. Zusätzliche Elemente wie Sperrleiste, Sperrstift und Schieber bieten besonders hohen Schutz gegen Schlagpicking. Zudem können Rohschlüssel-Kopien mit sogenannten SL-Schiebermulden auf handelsüblichen Kopiermaschinen nicht hergestellt werden.

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So funktioniert ein Zylinderschloss

Mehr als ein Schlitz in der Tür: Der Schließzylinder ist das Kernstück jedes Sicherheitsschlosses, sein Aufbau sehr komplex!

 

Welche Arten von Schließzylindern gibt es?

Die gängigste Art aller Schließzylinder, die wir auch hier getestet haben, ist der Doppelzylinder. Er lässt sich von beiden Seiten mit einem Schlüssel schließen und ist daher der Zylinder, der mit Abstand am meisten in Türen eingebaut wird. Eine Alternative stellt der Knaufzylinder dar. Er lässt sich nur von außen mit einem Schlüssel abschließen, von innen schließt er durch das Bedienen eines Knaufs. Zudem gibt es noch Halbzylinder, die nur von einer Seite zu öffnen sind und daher häufig für Briefkästen und Garagen verwendet werden.

 

Welche Schließzylinder sind am sichersten?

Schließzylinder der Klasse A stellen die Basissicherheit gegen Einbruch dar. Sie müssen mindestens drei Minuten Bohren und Ziehen standhalten. Bei Schließzylindern der Klasse B müssen es mindestens sechs Minuten sein. Weitere Unterschiede der Klasse B zur Klasse A wären: 100 000 effektive Schließverschiedenheiten statt 30 000, geschütztes Schlüsselprofil und geschützter Nachlieferungsvorgang (neue Schlüssel nur gegen Vorlage der Sicherungskarte erhätlich; mittlerweile auch meist bei Klasse-A-Zylindern Standard) und Aufsperrversuch (Picking) 30 Minuten statt 10 Minuten wie bei Klasse A. Des Weiteren sind Zylinder der Klasse B dauerhafter: Statt 50 000 müssen sie mindestens 100 000 Schließzyklen verkraften, außerdem ein gewaltsames Schließen mit 30 Nm statt mit 20 Nm. Noch mehr bieten Zylinder der Klasse B+ und BZ+. Sie eignen sich zum Einsatz in Einbruchmeldeanlagen – dann wird sogar ein 90 minütiger Aufsperrversuch (Picking) gemacht; Klasse-A-Zylinder kann man nicht für Einbruchmeldeanlagen einsetzen.

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Was kosten Schließzylinder?

Schließzylinder sind grundsätzlich teuer, je mehr Sicherheit sie versprechen. Erhältlich sind Schließzylinder bereits ab 10 Euro. Diese Modelle taugen dann aber auch meist wenig. Mindestens 60 Euro sollten Sie für einen guten Schließzylinder schon einplanen. Modelle mit höherer Sicherheitsstufe können auch schon mal über 100 Euro kosten.

 

Wie wird ein Schließzylinder gewechselt?

Hakt Ihr Schließzylinder und auch eine Behandlung mit Öl hilft nichts, wird es Zeit, den Schließzylinder zu wechseln, bevor Sie selbst bald vor verschlossener Tür stehen. Das Wechseln des Schließzylinders ist dabei nicht sonderlich schwer. Eine Anleitung dazu, haben wir in folgendem Artikel zusammengefasst:

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Schließzylinder wechseln

Mit wenigen Handgriffen Können Sie einen defekten Schließzylinder austauschen

Quelle: selbst ist der Mann 12 / 2010

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