Spareribs grillen

Wer knusprig zarte Spareribs genießen möchte, darf keine Angst haben, sich die Hände schmutzig zu machen. Das genussvolle Nagen des Fleischs von den Schälrippchen gehört nämlich genauso zur nordamerikanischen Spareribs-Kultur wie die würzige BBQ-Sauce.

Spareribs auf Grill
Foto: manfredrichter / Pixabay
Sparerib Rubs:

Innen zart und außen knusprig – das ist das erklärte Ziel, wenn Sie Spareribs grillen. Die richtige Grillart spielt dabei eine genauso große Rolle wie die Grillzeit und die Marinade. Zunächst gilt es aber die richtige Art Spareribs auszuwählen:

  • Babybackribs oder Loin Ribs: Kotelettrippchen aus dem Kotelettzuschnitt zwischen Rücken und Bauch. Sie werden in Deutschland auch Leiterchen genannt und sind kürzer, aber auch zarter als klassische Spareribs.
  • St. Louis Cut oder Center Cut: Rippchen aus dem Bauch, von dem der Knorpelteil (Rib Tip) und die dünne Rippenspitze abgetrennt wurden. Sie sind langfaserig, fettiger und bissfester als die Babybackribs und verfügen über einen kräftigen Eigengeschmack.
  • Spareribs: Klassische Rippchen aus dem Schweinebauch, inklusive Knorpelteile.

Hierzulande findet man vornehmlich die klassischen Spareribs, doch auch die anderen zwei Arten können Sie ähnlich zubereiten und würzen.

Grillen Lammkoteletts auf dem Grill
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Spareribs grillen: Rub oder Marinade?

Spareribs werden vor dem Grillen klassischerweise mit einem Rub gewürzt, einer trockenen Gewürzmischung, die für den leckeren Geschmack und der knackigen Kruste verantwortlich ist – und nicht zu verwechseln mit der BBQ-Sauce, mit der die Rippchen nach dem Grillen wahlweise bestrichen werden. Der Rub sollte grundsätzlich Salz, Zucker und Paprika als Basis enthalten. Bei den restlichen Zutaten können Sie experimentieren. Als Anregung haben wir hier fünf traditionelle Rub-Rezepte für Sie:

  1. Magic Dust
    Er ist der wohl bekannteste BBQ-Rub der Welt und eignet sich nicht nur für Spareribs, sondern für so ziemlich jedes Fleisch und Gemüse, das auf den Grill geworfen werden kann.
    Zutaten: 8 EL Paprikapulver, 4 EL Salz, 4 EL Puderzucker, 4 EL Chilipulver, 4 EL Kreuzkümmel, 4 EL Knoblauchpulver, 2 TL Senfpulver, 2 TL Cayennepfeffer, 2 TL schwarzer Pfeffer
    Grillen Kräutersalz selber machen
    Kräutersalz selber machen

    Ob Fleisch oder Gemüse – richtig aromatisch wird das Grillgut erst mit Kräutersalz

  2. Memphis BBQ-Rub
    Dieser Rub aus der Stadt des Blues ist besonders aromatisch und schmeckt daher besonders gut zu Spareribs, die dry, also ohne BBQ-Sauce, serviert werden.
    Zutaten: 120 ml Paprika, 60 ml Knoblauchpulver, 60 ml Chilipulver, 3 EL Salz, 3 EL schwarzer Pfeffer, 2 EL Zwiebelpulver, 2 EL Selleriesamen, 1 EL brauner Zucker, 1 EL Oregano, 1 EL Thymian, 1 EL Cumin, 2 TL Senfpulver, 2 TL Koriander, 2 TL Piment
  3. Kansas City Rub
    In Kansas City spielt die BBQ-Sauce eine große Rolle, der Rub ist daher eher zurückhaltend.
    Zutaten: 8 EL brauner Zucker, 4 EL Paprikapulver, 1 EL schwarzer Pfeffer, 1 EL Salz, 1 EL Chilipulver, 1 EL Knoblauchpulver, 1 EL Zwiebelpulver, 1 TL Cayennepfeffer
  4. Carolina Rub
    Die verwendeten BBQ-Saucen sind in den Carolinas sehr säuerlich, daher enthält dieser Rub als Ausgleich viel Zucker.
    Zutaten: 60 ml Paprikapulver, 2 EL Salz, 2 EL weißer Zucker, 2 EL brauner Zucker, 2 EL Cumin, 2 EL Chilipulver, 2 EL schwarzer Pfeffer, 1 EL Cayennepfeffer
  5. Chipotle Dry Rub
    Dieser Rub ist besonders für Freunde des Scharfen ein Genuss.
    Zutaten: 2 EL brauner Zucker, 2 EL Chipotlepulver, 1 EL Paprikapulver, 1 EL Senfpulver, 1 EL Cumin, 1 EL Salz
Spareribs angerichtet
Nur mit einem köstlichen Rub werden Spareribs schön knusprig. Foto: Pictures4you / Fotolia

Bevor Sie die Spareribs grillen, sollten diese 8 bis 12 Stunden in den Rub eingelegt werden. Praktisch: Rubs lassen sich durch die Zugabe von Flüssigkeit auch einfach in eine klassische Marinade verwandeln und umgekehrt.

Weitere Rezepte für Spareribs und köstliche Marinaden sowie alternative Rezepte für Spareribs abseits des Grills finden Sie bei lecker.de >>

 

Spareribs grillen

Laut klassischem nordamerikanischem Rezept werden Spareribs indirekt gegrillt. Bei 90 bis 120 °C werden sie im Smoker, Kugel- oder Gasgrill bei indirekter Hitze langsam gegart. Würde man sie direkt grillen, würden sie schnell zu trocken werden. Bei einem einfachen Holzkohlegrill stellen Sie eine Schale Wasser unter den Rost und platzieren Sie die Kohlen drumherum, während die Spareribs in der Mitte des Grills gegart werden.

 

Praxistipp: Die Silberhaut, auch Rippenfell, sollten Sie vor dem Grillen entfernen, da sie hart und ungenießbar wird.

Wie lange müssen Spareribs grillen?

Da die Rippchen immer unterschiedlich dick sind, ist die Garzeit sehr individuell. Grundsätzlich sollten Sie jedoch mindestens 4 Stunden einplanen, dickere Spareribs können auch gut 8 Stunden brauchen. Um zu testen, ob die Spareribs gar sind, heben Sie sie mit einer Grillzange auf und wippen Sie sie vorsichtig auf und ab. Sind sie leicht, biegsam und drohen auseinander zu reißen, sind sie fertig.

Spareribs vorkochen oder nicht?

Um die Grillzeit auf eine Stunde zu reduzieren, können die Spareribs vorgegart werden – entweder im Ofen eine Stunde bei 170 °C oder im Kochtopf anderthalb Stunden bei schwacher Hitze. Vorsicht: Kochen macht die Rippchen zwar zarter, entzieht ihnen aber auch viel Eigengeschmack

Spareribs grillen: 3-2-1-Methode

Die 3-2-1-Methode hat nichts mit Online-Auktionen zu tun, sondern ist die klassische Art in den USA Spareribs zu grillen.

  • 3 Stunden bei indirekter Hitze grillen
  • 2 Stunden mit Wasser, Apfelsaft oder Bier in Folie gewickelt garen
  • 1 Stunde lang fertig garen und das Fleisch in dieser Zeit mit BBQ-Sauce einpinseln
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