Narrentaschenkrankheit am Pflaumenbaum – Was hilft?

Ob auf dem Kuchen oder als Kompott: Pflaumen und Zwetschgen sind im Spätsommer ein echter Leckerbissen. Doch was, wenn die Pflaumen einfach nicht reif werden und stattdessen verkümmern? Dann hat Ihr Obstbaum vielleicht die Narrentaschenkrankheit. War’s das dann mit der Ernte?

Pflaumenbaum schneiden
Hauptsächlich werden Pflaumen und Zwetschgen von der Narrentaschenkrankheit befallen. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Inhalt
  1. Was ist die Narrentaschenkrankheit?
  2. Wie sieht die Narrentaschenkrankheit aus?
  3. Narrentaschenkrankheit: Was tun?
  4. Narrentaschenkrankheit vorbeugen

Eine der häufigsten Pflanzenkrankheiten an Pflaumenbäumen ist wohl die Narrentaschenkrankheit. Obwohl der Name eher an Karneval erinnert, kann sie Ihren Obstbaum und die Pflaumenernte ruinieren. Doch was ist die Narrentaschenkrankheit? Und was kann man dagegen tun? Hier erfahren Sie die wichtigsten Fakten zur Narrentaschenkrankheit.

 

Was ist die Narrentaschenkrankheit?

Die Narrentaschenkrankheit wird auch Narrenkrankheit oder Taschenkrankheit genannt. Sie wird durch den Pilz Taphrina pruni ausgelöst und befällt hauptsächlich Pflaumen und Zwetschgen. Seltener werden aber auch Mirabellen und Aprikosen von dem Pilz befallen.

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Während der Blüte befällt der Pilz den Fruchtknoten. Die Folge: Die Frucht bleibt kernlos und kann sich nicht richtig weiterentwickeln. Infizierte Pflaumen tragen den Pilz in sich und verbreiten ihn zum Beispiel über den Wind. Die verwehten Pilzsporen können so auch weitere Obstbäume anstecken.

 

Wie sieht die Narrentaschenkrankheit aus?

Ein klares Anzeichen für die Narrentaschenkrankheit ist, dass befallenene Früchte schneller wachsen als gesunde Pflaumen. Ein weiteres Symptom für die Taschenkrankheit ist die gekrümmte, flachgedrückte Form der Pflaume, die der einer Schote ähnelt. Spätestens dann weiß jeder Gärtner, dass bei den Pflaumen etwas nicht stimmt. Die Schale der Pflaumen ist zu Beginn glatt und hellgrün, später wird sie von einem weißen und mehligen Belag überzogen. Befallene Pflaumen haben ein grünes, hartes und saftloses Fruchtfleisch und sind ungenießbar, aber nicht giftig. Und das obwohl Pflaumen doch sonst so gesund sind, wie das Video zeigt:

 
 

Narrentaschenkrankheit: Was tun?

Wenn Sie nichts gegen die Narrentaschenkrankheit unternehmen, überwintert der Pilz auf den Trieben des Obstbaums oder den befallenen, hängengebliebenen Früchten. Von dort kann er im Folgejahr wiederholt Pflaumen und Zwetschgen infizieren. Für den heimischen Garten gibt es bisher keine chemischen Mittel gegen die Narrentaschenkrankheit. Doch was hilft dann gegen die Narrentaschenkrankheit?

Infizierte Pflaumen und Zwetschgen

Sobald Sie die ersten verkrümmten Pflaumen entdecken und die Narrentaschenkrankheit erkennen, sollten Sie die befallenen Früchte pflücken und entsorgen. Wenn ab September die ersten infizierten Früchte abfallen, sollten Sie diese aufsammeln und wegwerfen. Da sich auf dem Kompost der Pilz weiter verbreiten kann, ist es besser, wenn Sie die Früchte in der Biotonne entsorgen oder die befallenen Pflaumen verbrennen.
Praxistipp: Was Sie sonst noch im September erledigen können, lesen Sie in unserem Gartenkalender.

Befallene Triebe

Wenn der Pilz schon die Triebe befallen hat, sollten Sie schnell handeln. Befallene Triebe erkennen Sie daran, dass die Äste verdickt oder verdreht sind. An Blättern macht sich der Pilz mit Blasen auf der Blattoberseite bemerkbar. Sobald Sie diese Anzeichen erkennen, schneiden Sie die Triebe komplett ab. Zwar eignet sich das beim Winterschnitt am besten, doch wenn Sie den Pilz loswerden möchten, sollten Sie die Äste unabhängig von der Jahreszeit entfernen.

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Pflaumenbaum schneiden

Für saftige, pralle Früchte müssen Sie den Pflaumenbaum im Frühjahr schneiden


Praxistipp: Die Gartenschere sollten Sie nach dem Schneiden desinfizieren. Sonst kann der Pilz auch andere Pflanzen anstecken.

 

Narrentaschenkrankheit vorbeugen

Damit die Narrentaschenkrankheit gar nicht erst auftritt, gibt es verschiedene Arten, um sie vorzubeugen. Zum einen sollen verschiedene Hausmittel gegen die Narrentaschenkrankheit helfen. Dazu zählen  Brühen aus Knoblauch, Meerrettich, Rainfarn oder Schachtelhalm. Das Besprühen der Bäume sollte dabei möglichst im Frühling beginnen und dann regelmäßig (vor, während und am Ende der Blüte) erfolgen.
Zum anderen kann ein Kalkanstrich die Narrentaschenkrankheit vorbeugen, da dadurch keine Frostschäden in der Rinde entstehen und der Pilz nicht eindringen kann.
Zusätzlich können Sie mit Brühen oder Komposttee aus dem Gartenmarkt den Obstbaum stärken.

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