Strom im Garten

Für den Elektriker gilt der Garten als Feuchtraum. Wer also Strom im Garten wünscht, sollte darauf achten, dass alle Komponenten der Elektroinstallation – vom Erdkabel bis zur Außensteckdose – mit Nässe und Spritzwasser zurechtkommen, also mindestens die Schutzklasse IP44 aufweisen.

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Inhalt
  1. Erdkabel verlegen
  2. Welche Leitung für Erdkabel verwenden?
  3. Strom im Garten: Schutzklassen beachten
  4. FI-Fehlerstromschutzschalter
  5. Wichtige Tipps zur Elektroplanung im Garten

Sollen Gartenleuchten oder Teichpumpen dauerhaft (und nicht nur für eine kurze Saison) mit Strom versorgt werden, lohnt die Verlegung von Erdkabeln. Zwar gibt es auch spezielle Verlängerungskabel für Strom im Garten, aber die oberirdisch verlegten Kabel erhöhen die Sturzgefahr und laufen Gefahr, mit dem Spaten durchtrennt zu werden. Ganzjährig Strom im Garten liefert ein tief unter dem Rasen oder Beet verlegtes Erdkabel.
Praxistipp: Wer die Leitungen in einem Leerrrohr verlegt, erleichtert sich später Nachrüst- und Austauscharbeiten am Erdkabel! Für eine effektvolle Gartenbeleuchtung benötigen Sie nicht zwangsläufig 220V: Mit Leuchten auf Basis der Niedervolttechnologie betreiben Sie lichtstarke LEDs im Garten stromsparend und nahezu gefahrlos. Für unwirtschaftlich zu erschließende Ecken im Garten bieten sich Solar-Lösungen an: Die heute üblichen kleinen Photovoltaik-Module liefern ausreichend Strom, um das Gartenhaus zu erhellen oder den Gartenweg über Nacht auszuleuchten.

Gartengestaltung
 

Gartensteckdose bauen

Stromanschlüsse müssen vor Nässe geschützt sein: So bauen Sie eine Außen-Steckdosensäule

Achtung: Vor Beginn der Arbeiten müssen Sie unbedingt für Spannungsfreiheit sorgen – ziehen Sie den Stecker oder schalten Sie die Sicherung ab und messen Sie nach, ob der Stromkreis tatsächlich spannungsfrei ist. Sorgen Sie dafür, dass der Stromkreis nicht unbeabsichtigt wieder eingeschaltet werden kann.
Denn Wasser leitet Strom und ist daher quasi der natürliche Feind jeder Elektroinstallation im Außenbereich. Eindringende Feuchtigkeit gefährdet nicht nur die Funktion der angeschlossenen Geräte wie Gartenleuchten, Teichpumpen und Torantriebe, sondern bedeutet Lebensgefahr für den Anwender. Besondere Vorschriften für Strom im Garten sollen deshalb sicherstellen, dass Feuchtigkeit nicht in elektrische Installationen eindringen kann. Falls doch, müssen Sicherheitseinrichtungen für die Abschaltung des betroffenen Stromkreises sorgen. Bei allen Arbeiten an der Elektroinstallation oder elektrisch betriebenen Anlagen ist Sicherheit das oberste Gebot.

 

Erdkabel verlegen

Dauerhaft verlegte Netzkabel müssen vergraben und gesichert werden, am besten in flexiblen Leerrohren, die auch noch einen späteren Austausch von Kabeln ermöglichen. Ideal ist es, Kabel schon bei der Gartenanlage zu verlegen, um später nicht die Beete zu verwüsten. Wer nicht sicher ist, wo er später einmal Strom braucht, kann die Leerrohre auch auf Verdacht legen und das Kabel später einziehen.

Wenn Sie die 80 cm tiefen Gräben für die Stromkabel ausheben, gehen Sie Stück für Stück vor und schließen den Graben gleich wieder. Sonst müssen Sie die Seitenwände der Schächte unbedingt gegeneinander abstützen, damit sie nicht einbrechen.

 

Welche Leitung für Erdkabel verwenden?

Bei allen Gartenleuchten und Außensteckdosen, die im Erdreich verlaufende Zuführungen erhalten, verwenden Sie aus Sicherheitsgründen nur spezielle Erdkabel (etwa NYYJ 2G), die mit der Nässe im Boden kein Problem haben (erkennbar an der Kennung IP44).

Erdkabel haben die Bezeichnung NYY. Alternativ können Sie auch PVC-isolierte Kunststoffkabel mit Kupferadern und einem Kupferleiter NYCWY verwenden.
Praxistipp: Üblich sind 3-polige Erdkabel mit gelbgrünem Schutzleiter. Wer aber gleich ein 5-poliges Kabel verlegt, kann daran eine Steckdose, gleichzeitig aber auch noch eine Gartenleuchte oder ein Gartengerät anschließen und dieses unabhängig von der Steckdose ein- und ausschalten. So haben Sie im Prinzip zwei Kabel, müssen die aufwendigen Erdarbeiten zum Verlegen des Kabels aber nur einmal auf sich nehmen.

 

Strom im Garten: Schutzklassen beachten

Achten Sie bei Gartengeräten auf die Schutzklassen, erkennbar am IP-Code. Die erste Ziffer bezeichnet den Schutz gegen Eindringen fester Fremdkörper, die zweite den vor Wasser. Höhere Ziffern bedeuten besseren Schutz:

IP 3x: Schutz gegen Eindringen von Fremd körpern größer als 2,5 mm
IP 4x: Schutz gegen Eindringen von Fremdkörpern größer als 1 mm
IP 5x: Schutz gegen Eindringen von Staub
IP x3: Schutz gegen Sprühwasser
IP x4: Schutz gegen Spritzwasser
IP x5: Schutz gegen Strahlwasser

 

FI-Fehlerstromschutzschalter

Für Elektro-Installationen im Garten und auf der Terrasse gelten besondere Sicherheits-Anforderungen: Sie müssen so beschaffen und isoliert sein, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Elektrische Geräte der Schutzklasse IP 44 sind ausreichend gegen Fremdkörper und Spritzwasser geschützt, sodass sie im "Feuchtraum Garten" gefahrlos eingesetzt werden können.

Strom im Garten: Erdkabel verlegen
Für Strom im Garten ist die Wahl der richtigen, sicheren Zuleitungen wichtig!

Alle Leitungen im Außenbereich müssen separat über einen eigenen Automaten im Sicherungskasten abgesichert werden. Außerdem sollte im Zählerkasten oder in der Unterverteilung ein FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) installiert werden. Dieser misst den hin und zurück fließenden Strom und kappt die Stromzufuhr sofort, wenn er minimale Unterschiede feststellt – z. B. wenn das Kabel beschädigt wurde. Nur dieser Schutzschalter bietet einen optimalen Personenschutz, da Haushalts-Sicherungen erst bei sehr hohen (und dann meist tödlichen) Strömen abschalten.
Praxistipp: Im Zweifel Geräte über einen FI-Zwischenstecker (Adapter für die Steckdose) anschließen. Denn gerade im Garten, wo überall Wasser anfällt (Rasenbewässerung, Teich, Niederschlag, ...), kann ein Stromschlag schnell lebensgefährlich sein.

Weitere Sicherheitstipps für den Umgang mit Strom im Garten: Alle Steckverbindungen zwischen Stecker und Kupplung müssen wassergeschützt sein! Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdosen und Steckdosen aus dem Innenbereich erfüllen diese Anforderung nicht – sie haben im Garten nichts zu suchen.
Viel kann der erfahrene Heimwerker selbst machen, aber wo Starkstrom ins Spiel kommt (Gartensauna-Ofen, Holzspalter-Steckdose, ...), muss unbedingt ein Profi ran.

 

Wichtige Tipps zur Elektroplanung im Garten

Seitdem Garten und Terrasse zum "Outdoor-Wohnzimmer" aufgestiegen sind, werden Elektroanschlüsse im Außenbereich des Eigenheims immer wichtiger. Aber gerade bei Strom im Garten sollten besonders hohe Anforderungen an die Sicherheit gestellt werden. Diese Tipps zur Elektroplanung im Garten helfen Ihnen dabei! Auf der Terrasse wie auch in weiter vom Haus entfernten Gartenbereichen sind Stromauslässe unerlässlich. "Damit die Stromversorgung zuverlässig und jederzeit sicher funktioniert, gibt es bei der Planung einiges zu beachten", sagt Gregor Wille von der Initiative ELEKTRO+. „Am besten zieht man von Anfang an einen Elektrofachbetrieb zu Rate. Dieser kennt alle relevanten Sicherheitsanforderungen und übernimmt auch die fachmännische Umsetzung.“

Strom im Garten
Foto: Elektro+ / Fränkische Rohrwerke

Strom im Garten richtig planen

Strom und Wasser sind natürliche Feinde – daher gilt besonders im Garten höchste Sorgfalt, werden Erdkabel verlegt oder eine Gartensteckdose angeschlossen!
Praxistipp: Wichtige Hinweise zur Eignung von Installationsmaterialien für den Einsatz im Freien gibt die sogenannte IP-Schutzart. Sie besteht aus dem Kürzel IP (Ingress Protection), dem zwei Ziffern folgen. "Die zweite Ziffer steht für den im Außeneinsatz besonders wichtigen Schutz gegen Wasser", erklärt Gregor Wille von der Initiative ELEKTRO+. Er nennt Beispiele für den Einsatz rund ums Haus:

  • IP 23: Schutz gegen Sprühwasser. Geeignet z. B. unter überdachten Eingangsbereichen und Balkonen.
  • IP 44: Schutz gegen Spritzwasser. Geeignet z. B. an der Hauswand, auch bodennah.
  • IP 65: Schutz gegen Strahlwasser. Geeignet z. B. für Bodeneinbau unter Vordächern.
  • IP 67: Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Fast uneingeschränkt im Freien einsetzbar.

Diese Dinge sollten Sie bei der Elektroplanung im Garten unbedingt beachten:

Im Freien dürfen nur Installationsmaterialien verwendet werden, die ausdrücklich dafür zugelassen und sicher vor Feuchtigkeit geschützt sind. Hinweise dazu gibt die IP-Schutzart.

  • Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI-Schalter, sind für alle Stromkreise außerhalb des Hauses vorgeschrieben und schützen die Bewohner umfassend, falls doch einmal Feuchtigkeit z.B. durch Regen oder einen Rasensprenger in Geräte eindringt, Kabel beim Rasenmähen oder dem Heckenschnitt beschädigt werden. Der FI-Schutzschalter erkennt Fehlerströme sofort und unterbricht in Sekundenbruchteilen die Stromzufuhr.
  • Geeignete Kabel im Garten werden unsichtbar im Erdreich verlegt. Sie sollten in speziellen Kabelschutzrohren verlaufen, in denen sie gegen Druck, Reibung und Nässe zuverlässig geschützt sind.
  • Flexible Schutzrohre bieten zudem Zukunftssicherheit. Unterirdische Kabel können schnell ausgetauscht oder nachträglich eingezogen werden, wenn der Garten und Außenbereich umgestaltet wird. Die Stromversorgung für eine Außensauna, ein neues Gartenhaus oder einer Ladesäule für E-Fahrzeuge ist so leicht nachträglich zu installieren.
  • Die Stromkreise für den Außenbereich sollten sich nur von innen zuschalten lassen. Alternativ können abschließbare Steckdosen genutzt werden. So ist ein unerwünschter Zugriff von Dritten im Außenbereich ausgeschlossen.
  • Energiesäulen mit Steckdosen im Garten verhindern Kabelsalat durch Verlängerungskabel und Kabeltrommeln.
  • Smart-Home-Systeme machen auch den Außenbereich komfortabler. So kann man etwa Außenbeleuchtung oder Teichpumpe bequem per App regeln. Die Gartenbewässerung kann sich in Kombination mit Dämmerungssensoren erst nach Einbruch der Dunkelheit anschalten und per Zeitsteuerung wieder ausschalten. Und Bewegungsmelder sorgen dafür, dass der Rasensprenger automatisch Pause macht, wenn ein Bewohner den Garten durchqueren möchte.

Quelle: selbst ist der Mann

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