Pflanzen-Ableger Stecklinge ziehen

Aus Ablegern von Pflanzen lassen sich leicht zahlreiche Tochterpflanzen züchten! Vorteil gegenüber der Vermehrung mit Samen: die Nachkommen sind genetisch identisch mit der Mutterpflanze! So einfach ist es Stecklinge zu ziehen ...

Aus Pflanzen-Ablegern Stecklinge ziehen: Diese Vermehrung von Garten-, Balkon und Zimmerpflanzen ist total einfach und überzeugt mit einer großen Erfolgsquote – auch für Gartenneulinge ohne grünen Daumen! Die Anleitung oben beschreibt Schritt für Schritt, was zu tun ist, um aus einer normalen Beetpflanze einen wuchsfreudigen Pflanzen-Ableger zu schneiden.

 

Stecklinge: Aus diesen Ablegern wachsen neue Pflanzen heran

Die Nachzucht von Pflanzen aus Ablegern ist einfach, kostengünstig und schneller als die Anzucht aus Samen. Diese Vorteile bieten Pflanzen-Ableger bei der Vermehrung:

  • Bilden Pflanzen bewurzelte Ableger, wie etwa die Grünlilie, braucht man die sogenannten Kindel einfach in Anzuchterde topfen und feuchthalten – Anzuchterfolg garantiert!
  • Auch bei Kopfsteckllingen kann man kaum etwas falsch machen. Wie Sie aus Kopfstecklingen neue Balkonpflanzen ziehen, zeigt die Anleitung oben Schritt für Schritt. Das folgende Video erklärt am Beispiel der Efeutute anschaulich, wie Sie Triebstecklinge einfach im Wasserglas bewurzeln und so kostenlose Pflanzen-Ableger selber ziehen:
     
  • Wurzelschnittlinge eignen sich zur Vermehrung, wenn die Pflanze "fleischige Wurzeln" ausbildet, etwa viele Staudenarten aber auch Him- und Brombeeren. Die ca. 5-8 cm langen Wurzelschnittlinge (mit mindestens 1 Auge) werden einfach waagerecht eingepflanzt und über den Winter feucht gehalten. Im Frühjahr erfolgt der erste Austrieb, Auspflanzung ins Beet frühstens nach dem 2. Winter!
  • Steckhölzer werden aus einjährigen Trieben nach der Holzreife geschnitten, wenn mit Beginn des Laubabwurfs die Vegetationspause beginnt (zw. November und Februar). Die ca. 15 bis 20 cm langen Steckhölzer werden in einem Bündel aus ca. zehn Gehölzstecklingen senkrecht in feuchten Sand gesteckt und über den Winter frostfrei gelagert. Im Frühjahr werden die Steckhölzer dann vereinzelt. Praxistipp: Stecken Sie das Steckholz nur so tief in die Erde, dass sich noch 1-2 Augen oberhalb des Bodens befinden. Frisch gesetzte Steckhölzer stets feucht halten. Im zweiten Frühling sind die Steckhölzer meist bewurzelt (oder abgestorben) und können samt Bewurzelung ausgegraben und am Wunschstandort im Garten eingepflanzt werden. Hier erhält das Steckholz seinen Pflanzschnitt: Der Junge Trieb wird auf etwa die Hälfte eingekürzt, damit sich weitere Seitentriebe bilden (verzweigtes Wachstum anregen!).
  • Blattstecklinge eignen sich bei (Zimmer-)Pflanzen mit fleischigen Blättern: Alpenveilchen aber auch Sukkulenten kann man so vemehren – es verlangt aber etwas Geduld!
  • Stammstecklinge sind vielleicht die schwierigste Art der Vermehrung. Vor allem Palmen lassen sich so vermehren oder verjüngen. Ist etwa der Drachenbaum völlig verwachsen, kann man versuchen, aus Stammstecklingen wuchsfreudigere Jungpflanzen zu ziehen. Die einzelnen Stammabschnitte sollten ca. 15-20 cm lang sein und etwa zu zwei Dritteln in Anzuchterde eingegraben werden. Praxistipp: Stammstecklinge immer in Wuchsrichtung einpflanzen (oben bleibt oben!) und die obere Schnittfläche mit Baumwachs versiegeln. Eine Plastiktüte als Haube sorgt für ein feucht-warmes Mikroklima, damit die Tropenpflanzen leichter Wurzeln schlagen!

Warum sollte man aus Pflanzenablegern Stecklinge ziehen?

Zum einen ist die Vermehrung aus Stecklingen einfacher und erfolgversprechender als die Kultivierung aus Samen. Samen müssen Sie zudem neu kaufen – diese Anschaffungskosten können Sie sich bei Ablegern aus Pflanzen sparen.

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Auch das Absammeln von Samen Ihrer Gartenblumen führt nicht immer zum Erfolg, denn viele Züchtungen im Handel sind sogenannte Hybride. Sie bilden keine sortenreinen Samen und können damit nicht vermehrt werden. Die Nachfolge-Generation zeigt dann meist einen anderen Wuchs, ihre Blüten haben nicht mehr die gewünschte Farbe oder ihr Wuchs ist generell kümmerlich. Schade um die viele Arbeit bei der Aufzucht!

Praxistipp: Nur bei Stecklingen aus adulten Pflanzen haben Sie die Gewissheit, dass die Jungpflanze dieselben Eigenschaften hat, wie die Mutterpflanze! Nur mit Ablegern züchten Sie identische Pflanzen-Nachkommen!

 

Anleitung: Ableger aus Pflanzen-Stecklingen ziehen

Statt viel Zeit mit säen, pikieren und vereinzeln zu vergeuden, kann man mit Stecklingen gleich die Serienproduktion seiner Lieblingspflanzen beginnen. Dazu schneidet man einfach eine ausreichend lange gesunde Triebspitze der Pflanze ab, entlaubt das untere Ende und steckt es in einen Topf mit feuchter Anzuchterde. Praxistipp: Schnittfläche des Ablebers vor dem Einpflanzen in Wurzelaktivator tauchen, um das Anwurzeln zu erleichtern.
Praktisch: Bei vielen robusten Pflanzen genügt ein Glas voll Leitungswasser, damit der Steckling in wenigen Tagen erste Wurzeln bildet!

Ableger und Stecklinge

Zum Schneiden von Stecklingen und zum Eintopfen der Ableger benötigt man folgende Materialen:

  • scharfes Messer oder Gartenschere mit sauberer (desinfizierter) Klinge
  • nährstoffarme Anzucht- oder Kräutererde (alternativ Wassergläser)
  • Anzuchttöpfe
  • Abdeckhaube oder Folie
  • Pikierstift oder alter Bleistift
  • Ballbrause, alternativ Wäschesprenger

Wann kann man Stecklinge für Pflanzen-Ableger schneiden?

Beim Schneiden von Stecklingen ist der richtige Zeitpunkt entscheidend: Die Triebe sollten bereits feste, aber noch elastische Stängel haben, um als Steckling geeignet zu sein. Sind die Triebe zu weich, faulen sie in der feuchten Erde statt anzuwurzeln. Beginnen die diesjährigen Triebe bereits zu verholzen, treiben die Stecklinge nur zögerlich Wurzeln. Von Mai bis August sind die jungen Austriebe in der Regel lang und kräftig genug, dass der Ableger sicher anwächst.

Wie findet man geeignete Triebe, um daraus Stecklinge zu schneiden? Biegt sich ein frisch geschnittene Steckling nach unten, wenn man ihn zwischen zwei Fingern nach oben hält, ist er untauglich. Praxistipp: Von immergrünen Gehölzen Ableger erst später im Jahr schneiden – ab August etwa.

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Wer kein Gartengewächshaus und auch keinen Platz auf der Fensterbank für seine Stecklinge hat, kann die Ableger im Gartenteich oder Regenfass bewurzeln lassen!

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Dazu einfach die geschnittenen Stecklinge durch eine kleine Styroporplatte stecken und im Wasser treiben lassen. Bei warmer Witterung sollten die Stecklinge nach vier Wochen bewurzelt sein – ohne, dass man sich um die Pflanzen-Ableger kümmern musste! Haben sich deutlich sichtbare Wurzeln gebildet, können die Ableger in feine Blumenerde gepflanzt werden.
Praxistipp: Der Lifehack funktioniert nicht in Gartenteichen mit Fischhbesatz. Die Fische knabbern gern an den zarten Wurzeln!

Welche Pflanzen kann man mittels Stecklingen vermehren?

Stecklinge lassen sich von vielen Zimmer- und Kübelpflanzen schneiden wie Geranien (Pelargonium), Fuchsien oder auch Oleander. Auch bei Gehölzen wie Hortensien, Schneeball oder verholzenden Kräutern wie Lavendel, Salbei oder Thymian lohnt sich der Versuch, Ableger zu ziehen. Praxistipp: Treibt die Pflanze nach einem Rückschnitt schnell wieder aus, sind diese kräftigen Jungtriebe meist auch als Stecklinge geeignet.

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Stauden vermehrt man entweder über Wurzelstecklinge (wenn man viele Tochterpflanzen herstellen will) oder schneller durch Teilung der Mutterpflanzen (Wurzelballen abstechen und getrennt einpflanzen).

Quelle: DIY Academy

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