Sukkulenten vermehren

Sukkulenten sind nicht nur pflegeleicht, sondern lassen sich auch einfach vermehren. So einfach geht’s ...

Sukkulenten vermehren
Einfacher geht’s kaum: Zum Vermehren von Sukkulenten werden die Kindel wie der Aloe Vera hier einfach in Kakteenerde gepflanzt. Foto: sidm / TH

Sukkulenten sind herrlich bizarr, pflegeleicht und lassen sich auch noch einfach vermehren. Die Vermehrungsmethoden sind so vielfältig wie die Arten der Sukkulenten. Wir zeigen, wie Sie Sukkulenten vermehren können!

Was sind Sukkulenten?

Mit Sukkulenten sind Pflanzen ganz unterschiedlicher Arten gemeint, die aber durchweg dicke, fleischige Blätter haben. Die dienen als Wasserspeicher und verraten damit auch gleich die wichtigste Eigenschaft der Sukkulenten - sie sind genügsam und pflegeleicht. Kein Wunder, denn Sukkulenten kommen ursprünglich aus Trockenregionen, wo die Pflanzen echte Survival-Profis geworden sind. Auch die bizarre Wuchsform – verdreht wie ein Korkenzieher, kugelrunde Blätter oder die hochglänzende Wachsschicht – dient nur dem Zweck, möglichst wenig Wasser an die Umgebung zu verdunsten.

Zimmerpflanzen
Sukkulenten

Sukkulenten sind beliebte Zimmerpflanzen - aber keinesfalls so genügsam wie angenommen

 

Anleitung: Sukkulenten vermehren

Sukkulenten wachsen langsam, daher ist die Vermehrung aus Stecklingen (oder gar aus Samen) eine Geduldsprüfung: Schnelleren Erfolg erreicht man mit Ablegern und Kindeln! Wenn die Mutterpflanze diese sichtbaren Tochter-Pflanzen weit genug ausgebildet hat, kann man sie leicht abtrennen und in einen eigenen Pflanztopf einpflanzen.
Praxistipp: Für die Kinderstube der vermehrten Sukkulenten lohnt sich der Bau eines Mini-Gewächshauses, in dem es schön warm und feucht ist, damit das Wurzelwachstum angeregt wird.

Sukkulenten vermehren
Dickblattgewächse wie die Aloe sind pflegeleicht und dürfen im Sommer auch im Kübel in den Garten. Foto: sidm / TH

Wann ist die beste Zeit zum Vermehren von Sukkulenten?

Vermehren Sie Sukkulenten von Frühjahr bis Sommer. Dann wachsen die Jungpflanzen gleich in die warme, lichtintensive Zeit hinein und sind bis zum Winter gut angewachsen. Sukkulenten sind nicht frostfest. Als Zimmerpflanzen sind sie zwar keinem Frost ausgesetzt, sie sind aber sehr lichthungrig und leiden unter den kurzen Tagen.

Welche Erde brauchen Sukkulenten zur Vermehrung?

Als Substrat für Stecklinge, Kindel oder geteilte Pflanzen hat sich Kakteenerde bewährt, da sie gut Wasser durchlässig ist. Wenn Sie Sukkulenten aussäen, dann in eine Saatschale mit feinkrümeliger Aussaaterde.

Sukkulenten vermehren
Poröses, luftiges Pflanzsubstrat schätzen die meisten Sukkulenten – Luftwurzeln sind ebenfalls häufig: Dann sollten Sie die Pflanze regelmäßig mit Wasser besprühen! Foto: sidm / TH

Kindel und Ableger von Sukkulenten

Mit Kindeln, manchmal auch Ableger genannt, machen es einem die Sukkulente einfach: Denn rings um die Mutterpflanze bilden sich Tochterpflanzen. Schneiden Sie diese mit einem scharfen Messer ab, wenn sie knapp ein Drittel so groß wie die Mutter sind. Danach braucht es nur noch Licht, mäßiges Wässern und etwas Geduld: Die Kindel setzen Sie in kleine Töpfe mit Kakteenerde und wässern etwa alle 10 Tage. Das klappt zum Beispiel mit Agaven, Echeveria oder auch Sempervivum (Hauswurz). Pflegen Sie die Kleinen genauso wie die großen: Hell, sonnig oder allerhöchstens halbschattig und die Erde zwischen den Wassergaben antrocknen lassen.

 

Sukkulenten mit Stecklingen vermehren

Was bei den meisten Pflanzen klappt, gibt auch bei Sukkulenten wie Crassula und Wolfsmilch neue Pflanzen, denn viele Sukkulenten lassen sich mit Kopfstecklingen vermehren, einige Arten wie Crassula oder Pachyphytum sogar aus einzelnen Blättern. In jedem Fall sollten die Schnitt- oder Bruchstellen einige Zeit trocknen.

Sukkulenten vermehren
Lassen sich die dicken Blätter von Sukkulenten leicht abdrehen, kann man diese als Blattsteckling nehmen. Foto: sidm / TH

Bei Opuntien nehmen Sie ganze Nebensprosse als Steckling, bei Wolfsmilchgewächsen stippen Sie den Kopfsteckling erst in warmes Wasser, um den Milchsaft zu stoppen. Die Stecklinge dürfen erst in die Erde, wenn die Schnittfläche abgetrocknet ist. Sonst droht Fäulnis. Bei vielen Sukkulenten reicht ein einziges Blatt. Dieses wird aber nicht abgeschnitten, sondern restlos von der Mutterpflanze abgezupft oder abgedreht. Lassen Sie die Schnittfläche wie immer antrocknen und legen das Blatt flach auf die Erde und drücken den Stiel – soweit vorhanden – leicht in die Erde. Wässern Sie leicht und lassen die Erde dann erst mal wieder abtrocknen und wässern dann etwa einmal pro Woche – solange, bis sich neue Triebe bilden.

Sukkulenten aussäen

Diese Vermehrungsform dauern am längsten, lohnt sich aber bei besonderen Arten oder seltenen Sorten, von denen man gar nicht oder nur schwer an Pflanzen kommt. Legen Sie die Samen in Aussaaterde, streuen etwas Quarzsand darüber, feuchten alles an und stellen die Saatschale warm auf. Bis zum Keimen sollten die Samen feucht bleiben. Aber nicht gießen. Stellen Sie die Saatschalen lieber in wassergefüllte Untersetzer, damit sich die Erde wie ein Docht vollsaugen kann. Bewässerungsduschen von oben mögen die Samen nicht.

Sukkulenten teilen

Sukkulenten vermehren
Sedum und andere mehrtriebige Sukkulenten kann man teilen. Foto: sidm / TH

Buschig wachsende Sukkulenten, bei denen wie beim Bogenhanf oder der Fetthenne (Sedum) immer mehrere Triebe aus dem Boden wachsen, lassen sich durch Teilung vermehren. Zerschneiden Sie die Pflanze einfach in der Mitte und setzen beide Hälften samt Wurzeln wieder in Erde.

Thomas Heß

Als Gartenbau-Ingenieur ist Thomas Heß der Fachmann für alles, was im Garten grünt und blüht: Unser Autor eklärt Ihnen, wann der beste Zeitpunkt für Aussaat, Düngegabe oder das Winterquartier ist und wie man Staunässe verhindert. Profitieren Sie von seinem Expertenwissen!

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