Lithops Lebende Steine

Lebende Steine werden bei uns Pflanzen der Gattung Lithops genannt: Wer den fleischigen Sukkulenten das erste Mal begegnet, hat oft Mühe sie in ihrem Kiesbeet als Pflanzen zu identifizieren. Aber Lithops-Fans hegen und pflegen ihre Lebenden Steine in kunstvoll angelegten Mini-Gärten!

Lithops: Lebende Steine
Foto: iStock / Nutsara Rukbangboon
Inhalt
  1. Welche Lithops-Arten gibt es?
  2. Welche Pflege braucht Lithops?
  3. Anleitung: Lithops vermehren

Ursprünglich stammen Lithops aus Botswana, Namibia und Südafrika: Wegen ihres Aussehens werden Lithopen auch Lebende Steine genannt. An der Oberfläche zeigt sich die Pflanze, die mehrere Zentimeter tief in der Erde steckt, nur in Form von zwei dickfleischigen Blättern (sogenannten Loben), die in einem charakteristischen Spalt aneinanderstoßen. Mit dieser zylindrischen Form (ideales Verhältnis von Oberfläche zu Volumen) und ihren weit ins Erdreich ragenden Pfahlwurzeln sind die Sukkulenten optimal auf ein Leben in heißen, wasserarmen Gegenden vorbereitet.

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Praxistipp: Lithops sind Meister der Tarnung – die völlige Anpassung an ihre Umgebung nennt man im Pflanzenreich Mimese. Ihr sichtbaren Blätter zeigen eine graue Färbung, wenn der Lithops auf Kalkböden wächst, und schimmert rot-braun, wurzelt die Pflanze in eisenhaltiger Erde. Diese Tarnung schützt die Pflanze vor Fressfeinden.

 

Welche Lithops-Arten gibt es?

Es gibt rund 40 verschiedene Lithops-Arten. Die beliebtesten Lithops-Arten sind Pleiospilos, Fenestraria, Frithai und Faucaria. Außer an Form, Struktur und Farbe der Loben, kann man Lebende Steine in weiß- beziehungsweise gelbblühende Arten unterscheiden. Eine Liste aller Lithops-Arten führt die wikipedia auf.

 

Welche Pflege braucht Lithops?

Die pflegeleichten Sukkulenten schätzen einen hellen, sonnigen Platz (z. B. auf der Fensterbank) und sollten auch im Winter keiner Temperatur unter 10 °C ausgesetzt werden (ggf. Pflanzgefäß auf Korkuntersetzer oder Styropor stellen – als Schutz vor "Fußkälte"). Wichtig: Frost vertragen Lithops gar nicht! Da die seltenen Liebhaberpflanzen aber überwiegend als Zimmerpflanzen kultiviert werden, sollte das bei der Pflege kaum eine Rolle spielen.

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Praxistipp: Bei der Pflege von lebenden Steinen können Sie sich an den Bedürfnissen von Kakteen orientieren!

Welche Erde für Lebende Steine verwenden?

In Afrika wachsen Lithops auf kargen, staubigen Böden, in Felsspalten und auf Kies- und Geröllhalden. Diese natürlichen Bedingungen gilt es für Lebende Steine im Pflanzgefäß nachzubilden: Mischen Sie magere Blumenerde ohne viel organische Bestandteile (Humus) mit Sand und feinem Kies oder Tongranulat. Alternativ verwenden Sie einfach Kakteenerde.
Wichtig: Um Staunässe zu vermeiden, müssen Sie zunächst in jeden Topf eine dicke Drainage-Schicht aus Kies einfüllen (Ablaufloch nicht vergessen). 

Praxistipp: Lithops gedeihen sogar völlig ohne Erde – in reinem Bimsstein (in unterschiedlichen Körnungen) fühlen sich die lebenden Steine ebenso wohl. Nur Kalkstein (oder kalkhaltiges Gießwasser) mögen sie garnicht!

Wann blühen die Lebenden Steine?

Wenn auf der Südhalbkugel der Frühling beginnt (also in unserem Herbst), zeigen sich ab Ende August die ersten gelben oder weißen Blüten zwischen den Loben Ihrer Lebenden Steine. Die einzelen Blüten sind oft recht unscheinbar und erinnern jenach Art am ehesten an Margariten, Astern oder Chrysanthemen. Die einzelne Blüte öffnet sich nur für etwa vier bis fünf Tage. Steht die Lithops kühl, bleibt die Blüte etwas länger geöffnet.

Lithops: Lebende Steine
Foto: iStock / Kacharava

Wie oft muss ich lebende Steine gießen?

Lithops durchlaufen pro Jahr drei Entwicklungsstufen: Ruhepause, Wachstumsphase und Blütezeit. Die Ruhezeit beginnt nach der Blüte ungefähr im Oktober und November – dann benötigen die Pflanzen gar keine Wassergabe mehr.
Im Mai erwachen die Lithops wieder aus der Ruhephase. Den Flüssigkeitsbedarf für den Start in die Wachstumsphase deckt die Pflanze noch vollständig aus dem in den Loben eingelagerten Wasser: Auch jetzt brauchen Sie die Lebenden Steine noch nicht zu gießen! Erst wenn die alten Blätter eingetrocknet sind und aufplatzen (etwa ab Ende Mai) und sich die neuen Loben durch die parpierene Hülle schieben, sollten Sie die Lithops mäßig gießen. Im Zweifel sollten Sie lieber einmal weniger als zu häufig gießen.

Praxistipp: Halten Sie die sichtbaren Köpfe der Loben trocken (nur am Rand gießen)! In den Spalt eindringedes Wasser führt schnell zu Fäulnis. Überschüssiges Gießwasser muss ablaufen können und sollte nach dem Gießen aus dem Übertopf abgegossen werden.

 

Anleitung: Lithops vermehren

Lithops sind Lichtkeimer und können im Frühjahr ausgesät werden. Die sehr (!) kleinen Samen werden einfach auf angefeuchtete Aussaaterde gestreut, bei etwa 15-20 °C feucht gehalten und nach dem Keimen (nach etwa 5-20 Tagen) vereinzelt. Praxistipp: Für die Vorzucht hat sich das Keimen auf Watte bewährt – auf dem weißen Material sieht man die winzigen Jung-Keimlinge besser!
Wie bei der Vermehrung aus Samen oder Stecklingen üblich, begünstigt auch hier eine Haube aus Plastikfolie das zur Anzucht nötige feucht-warme Mikroklima – Vorsicht jedoch vor Schimmelbildung!

Wollen Sie Lithops selbst vermehren, folgen Sie dieser Anleitung:

  • Im Internet oder auf Tauschbörsen bekommt man günstig Lithops-Samenmischungen zur Aussaat.
  • Füllen Sie geeignetes Pflanzsubstrat (mager, durchlässig, humusarm) in eine Aussaatschale und befeuchten es.
  • In jedes Schalen-Abteil kommt ein Samen: nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken!
  • Die Anzuchtschale stellen Sie in eine flache Wanne mit Wasser – so wird die Anzuchterde dauerhaft von unten befeuchtet, ohne dass Sie gießen müssen!
  • Decken Sie die Aussaat mit einer transparenten Haube (oder eine Plastikfolie) ab, um ein feucht-warmes Mikroklima zu erzeugen.
  • Die Aussaatschale sollte nun für 5-20 Tage (je nach Sorte der Lithops-Samen) an einem hellen, warmen Ort stehen, bis sich die ersten Keimlinge zeigen.
  • Sobald aus den Samen das erste Grün sprießt, kann man die Wasserschale entfernen.
  • Für die weitere Aufzucht der lebenden Steine sollte die Anzuchtschale weiterhin hell und warm stehen. 
  • Erst nach etwa einem Jahr kann man die selbst ausgesäten Lithops umtopfen.
  • Geduld: Zur Blüte reifen junge Lebende Steine frühestens nach 2-3 Jahren!
Lithops: Lebende Steine
Foto: iStock / Nada Bascarevic

Bei älteren Pflanzen kann es unter günstigen Umständen auch zur Bildung von zwei Lobenpaaren kommen – dann spricht man von einer sogenannten vegetativen Vermehrung. Die ist aber selten. Normal ist die Vermehrung von Lebenden Steinen durch Aussaat – so macht es die Natur schließlich auch ...

Wie vermehren sich Lithops?

Wenn Lithops Samen bilden, werden die Fruchtstände richtig prall. Ist die Hülle "zum Bersten gefüllt", reicht ein einzelner Regentropfen, um sie zum Platzen zu bringen. Die Samenkapsel platzt auf und schleudert die reifen Samen in die Luft. So säen sich lebende Steine selbst aus.

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Wann werden Lebende Steine umgetopft?

Um in den trockenen Wüsten Afrikas an ausreichend Wasser zu kommen, bilden Lebende Steine lange Pfahlwurzeln, die in immer tiefere Erdschichten drängen. Wenn Sie am Boden des Pflanztopfs Wurzeln erkennen, ist es Zeit die Lithops umzutopfen, damit die Lebenden Steine wieder genügend Platz nach unten haben. Meist hat die Pflanze dann aber auch bereits die komplette Oberfläche des Topfes mit Loben besiedelt. Ein guter Rhythmus zum Umtopfen von Lebenden Steinen ist ein Abstand  von drei Jahren. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr kurz vor dem Neuaustrieb (zum Ende der Ruhephase).

Praxistipp: Verkauft werden Lebende Steine meist in zu niedrigen Schalen, in denen sich die Pfahlwurzeln nicht entwickeln können und ohnehin kein Platz für eine ausreichende Drainageschicht ist. Kümmerwuchs oder Absterben sind die Folge. Gönnen Sie neu gekauften Lithops daher gleich zu Beginn ein neues Pflanzgefäß!

Wie schnell wachsen Lithops eigentlich?

Wer Lithops aus Samen zieht, wird in den ersten 3-4 Monaten Zeuge von sichtbarem Pflanzenwachstum. Danach scheint das Größenwachstum zu stocken. Das ist normal, da ja selbst ausgewachsene Lithops nur wenige Zentimeter messen!

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