Leim

Vom Weißleim zum wasserfesten Holzleim

Aus selbst ist der Mann 1/2021

Holzbauteile werden am besten mit Leim verbunden – bei der Produktwahl kommt es auf die späteren Beanspruchungen der Verbindung an.

(1/16)
Foto: sidm / KEH, Archiv

Vom Weißleim zum wasserfesten Holzleim

Um Holzbauteile zu verbinden, ist Leim am besten geeignet.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim anwenden

Ausreichend Holzleim auftragen, um eine dünne geschlossene Leimschicht auf dem Werkstück erreichen zu können.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim anwenden

Auf Flächen den Leim am besten mit einem kleinen Zahnspachtel gleichmäßig verteilen.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim anwenden

Werkstücke zusammenfügen und auf ganzer Leimfläche möglichst gleichmäßig verzwingen. Leim soll seitlich austreten.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim anwenden

Da ein leichtes Verschieben nur mit Hilfsmitteln zu vermeiden ist, aufgedoppelte Werkstücke nach dem Verleimen zuschneiden.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim auf Glutinbasis

Knochenleim wird als getrocknetes Granulat angeboten. Die für ein paar Tage benötigte Menge in ein Glas füllen.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim auf Glutinbasis

Reichlich Wasser zugeben und einige Stunden quellen lassen, am besten über Nacht.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim auf Glutinbasis

Das Granulat weicht dabei auf.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim auf Glutinbasis

Praktisch: Das Gläschen können Sie in einem Flaschenwärmer auf Stellung Babykost erwärmen, dabei gelegentlich umrühren.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim auf Glutinbasis

Der Leim nimmt nun eine sämige Konsistenz an und ist verarbeitungsfertig. Glas am besten im Wasserbad belassen.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim auf Glutinbasis

Leimstelle mit Pinsel bestreichen, Werkstück zügig zusammenfügen und einige Zeit bis zum Aushärten verzwingen.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Holzleim auf Glutinbasis

Eine überschüssige Menge Leim kann in Einweg-Spritzen abgefüllt und später so portioniert wieder erwärmt werden.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Nageltrick fürs Verleimen

Treiben Sie dünne Drahtstifte in eine der beiden Leimflächen. Schon zwei Nägel bieten später sicheren Halt.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Nageltrick fürs Verleimen

Kneifen Sie die Drahtstifte nah an der Holzoberfläche mit einem scharfen Seitenschneider ab.

Foto: sidm / KEH, Archiv

Nageltrick fürs Verleimen

Fügen Sie die beiden Holzteile exakt so zusammen, wie sie verleimt werden sollen. Die Drahtspitzen ...

Foto: sidm / KEH, Archiv

Nageltrick fürs Verleimen

... bohren sich ins Holz. Beim Pressen verhindern die Drahtspitzen, dass sich die Bauteile verschieben.

Gängiger Leim für Holz – sie werden auch als Weißleime verkauft – sind Dispersionen mit thermoplastischen Kunststoffen. Die enthaltenen Kunststoffmoleküle – man spricht auch von Polymeren – befinden sich dabei nicht frei in Lösung, sondern sind in der Leimflüssigkeit in sogenannten Micellen gebunden. Diese besondere Eigenheit gewinnt bei der Verarbeitung des Holzleims an Bedeutung: Zunächst wird der Leim aufgetragen und das Wasser verdunstet. Dadurch öffnen sich die Micellen und die Polymere können die Oberfläche benetzen.

Tipp: verleimen mit dem Nageltrick

Damit die Werkstücke beim Verleimen auf dem Leimfilm nicht verrutschen, gibt es einen einfachen Schreiner-Tipp: Mit dünnen Nägeln, denen man die Köpfe abgeknipst hat, sichert man Bretter, Leisten & Co. gegen das Verrutschen. Wie Sie sich den Nageltrick beim Verleimen zunutze machen, zeigt Schritt für Schritt das Video:

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Leim-Arten

Im Außenbereich dürfen nur D4-Leime verwendet werden – diese Klasse ist mit Weißleimen allerdings nicht erreichbar, alternativ können PU- und spezielle Reaktions-Klebstoffe eingesetzt werden. PU-Kleber sind aufgrund von Gesundheitsgefahren kaum noch erhältlich. Diese Holzleime sind gängig:

Glutinleim (D1)

In Wasser löslicher natürlicher Klebstoff, der aus tierischen Abfällen durch Auskochen gewonnen wird. Die dabei entstehende Gallerte wird als Leim bezeichnet. Glutin hat eine ähnliche Zusammensetzung wie Gelatine.

  • Vorteile: Hohe Klebkraft möglich, Verbindungen durch Hitze beschädigungsfrei lösbar.
  • Nachteile: Aufwendige Verarbeitung, da der Leim erhitzt werden muss, nicht feuchtigkeitsfest.

Holzleim (D2)

Universeller Weißleim für alle Holzarten und Holzwerkstoffe. Offene Zeit ca. 10 Minuten, Presszeit zwischen 15 und 60 Minuten (zwischen 4 und 15 Minuten bei Expressleim). Ohne Lösungsmittel.

  • Vorteile: Sehr hohe Klebkraft, trocknet transparent, frischer Leim mit Wasser entfernbar.
  • Nachteil: Nicht feuchtigkeitsfest.

Holzleim (D3)

Universeller, wasserfester Weißleim nach EN 204 (D3) für alle üblichen Holzarten, Holzwerkstoffe und Schichtstoff- / Holzverlegeplatten. Offene Zeit ca. 10 Minuten, Presszeit zwischen 15 und 60 Minuten.

  • Vorteile: Sehr hohe Klebkraft, trocknet transparent, frischer Leim mit Wasser entfernbar, bedingt feuchtigkeitsfest.

Holzklebstoff (D4)

Auf Polymertechnolgie basierender Holzbauklebstoff, wasserfest (D4 Norm). Für die Verklebung von Holz mit Holz und mit nahezu allen Baumaterialien geeignet. Offene Zeit ca. 30 Minuten, kurz anpressen, ca. 6 Stunden fixieren.

  • Vorteile: Sehr hohe Klebkraft (auch bei Verklebungen mit anderen Materialien), trocknet ohne Quellen, wasserfest nach Norm, dauerhaft flexibel, überstreichbar.

Holzleim unter Druck klebt fester

Bei Holzleimen in der klassischen Verbindung Holz-Holz kommt beim Kontakt der Werkstücke die mechanische Adhäsion wesentlich stärker zum Tragen, als das bei anderen Klebstoffen der Fall ist. Aus diesem Grund muss der Leim auch in die Holzfasern verpresst werden, wo er dann austrocknet und in der Regel eine Verbindung erzeugt, die stärker ist als das umgebende Holz.

Einen ausreichenden Druck erreichen Sie sowohl mit Schnellspannzwingen als auch mit Schraubzwingen. Bei größeren Werkstücken sollten Sie mit Zulagen arbeiten, um den Pressdruck mit einer geringeren Anzahl von Zwingen optimal auf der Fläche verteilen zu können. Dies gilt insbesondere bei größeren Durchmessern, da Sie aufgrund der begrenzten Ausladung der Zwingen die Mitte des Werkstücks dann nicht mehr direkt erreichen können. Wird die Leimverbindung später so stark belastet, dass es zum Bruch kommt, reißt in der Regel das Holz aus – die Leimverbindung selbst bleibt jedoch intakt.

So verpresst entwickelt der Leim die ideale Klebkraft. Foto: sidm / KEH, Archiv

Praxistipp: Die Holzfeuchte bestimmt die Trocknungsgeschwindigkeit des Holzleims. Als ideale Holzfeuchte können 18-22 Prozent angegeben werden. Mit steigender Holzfeuchte verzögert sich die Trocknung des Holzleims zunehmend. Ab ca. 50 Prozent wird praktisch keine Trocknung mehr erreicht. Holzleime werden nach ihrer Beständigkeit gegen Feuchtigkeit in Beanspruchungsklassen eingeteilt – dabei können D1-Leime nur mit besonders trockenem Holz (maximal 15 Prozent Feuchte) verwendet werden.

Das könnte Sie auch interessieren ...