Zwingen Spannwerkzeuge im Vergleich

Halten, fixieren, pressen, spannen – vor allem bei Leimarbeiten ersparen clevere Spannmittel einen Helfer. Welche Zwingen gibt es? Und wie kann man Beschädigungen durch Zwingen verhindern?

Inhalt
  1. Für jedes Einsatzgebiet die passende Zwinge
  2. Zwingen-Methoden
  3. Tipp: Beschädigungen durch Zwingen verhindern

Wenn’s klemmt, dann kann das auch Absicht sein – bei Zwingen ist die Klemmung der Bauteile untereinander sogar Funktionsprinzip. Mit Federkraft quergestellte Metallplättchen hemmen in Schnellspannzwingen die Bewegung des Spannarms an der Halteschiene, Griff und Entriegelung heben die Federspannung temporär auf. Wie bei hölzernen Klemmzwingen ist die Spannkraft zwar begrenzt – reicht aber zum sicheren Fixieren oder für Leimarbeiten aus. Wie Schnellspannzwingen im Inneren funktionieren, erklärt der folgende Beitrag im Detail:

Holzwerkstatt
Wie funktioniert eine Einhandzwinge?

Sie wollen wissen, wie eine Schnellspannzwinge funktioniert? Wir erklären es

 

Für jedes Einsatzgebiet die passende Zwinge

Schreiner kennen viele Zwingen: Einhandzwingen, Leimzwingen, Federzwingen, Klemmzwingen oder Schraubzwingen. Die höchste Presskraft bieten Schraubzwingen. Der verstellbare Spannarm hält durch Verkanten auf der stählernen Rückenschiene – eine Riffelung verhindert dabei ein Abrutschen bei größeren Druckkräften. Der verstellbare Press-Stempel am unteren Spannarm wird per Gewindespindel zwangsgeführt – dabei begrenzt einzig die Handkraft des Anwenders die mögliche Kraft am Werkstück.
Welche Zwingenform für welche Arbeit in der Werkstatt am besten geeignet ist und welche Alternativen zu Schraubzwingen & Co. es gibt, zeigt das Video:

Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung .

Spannwerkzeuge können mehr als pressen: Mit ihnen können Sie auch zu schützende Oberflächen mit Zulagen sicher schützen oder ein Brett als Führungshilfe für ein Elektrowerkzeug aufspannen. Ideal ist es daher, Federzwingen und einige Schnellspannzwingen direkt am Arbeitsplatz bereitzuhalten. Gurte machen sich darüber hinaus auch bei Transportaufgaben nützlich – etwa als Tragehilfe an großen Gegenständen oder als Fixierung beim Transport im und auf dem Auto oder Anhänger.

 

Zwingen-Methoden

  • Fixieren: Federzwingen sind schnell in Position gebracht und bieten genügend Haltekraft, um Werkstücke vorübergehend in ihrer festen Lage zu halten – etwa beim Bohren oder Konstruieren. Vorteile: Vorübergehende Fixierung, Geringe Haltekräfte genügen, Schnelle Montage vorteilhaft
  • Pressen: Sind starke Andruckkräfte gefragt, dann sind Schnellspannzwingen oder die klassische Schraubzwinge gefragt. Sie bieten höhere Haltekräfte und bleiben auch bei Bewegung der Montageteile in Position. Vorteile: Hoher Druck möglich, Stabilität auch bei Vibrationen, Dauerhafte Haltekraft
  • Spannen: Sehr große und unregelmäßige Werkstücke können auch mit Gurten fixiert werden. Die Haltekraft lässt allerdings mit der Zeit nach – je nach Stabilität des Gurtmaterials. Vorteile: Große Spannweiten möglich, Unregelmäßige Formen spannbar, Mit Ratsche können hohe Spannkräfte erreicht werden

Holzwerkstatt
Einhandzwingen-Test

Spannend war unser Einhandzwingen-Test – und das nicht nur wortwörtlich

 

Tipp: Beschädigungen durch Zwingen verhindern

An kleineren Leimflächen sollte man Schraubzwingen nicht zu fest anziehen, da sonst der angegebene Leim aus der Fuge gleich wieder herausgepresst wird – was die Belastbarkeit der Verbindung reduziert. Praxistipp: Damit es nicht zu Beschädigungen kommt, sollte man an empfindlichen Oberflächen Zulagen verwenden – das gilt besonders bei der Nutzung von Zwingen mit größerer Spannweite.

Kleinere und unregelmäßig geformte Verbindungsstellen sind mit Feder- oder Ratschenzwingen leichter zu erreichen. Hierbei sorgt entweder eine Feder für die nötige Haltekraft, bei Ratschenzwingen kann die Druckkraft des Spannmittels durch die Stärke des Andrucks bei Montage dosiert werden. Die Ratsche verriegelt dann die Zwingenarme in der vorgewählten Position.

Alternativen zur Leimzwinge: Spanntisch und Spanngurt

Durch variabel verschiebbare Tischbereiche und einsteckbare Spannbacken können Spanntische auch zum Fixieren eingesetzt werden – je nach Bauform auch in Kombination mit einsteckbaren Schnellspann- oder Federzwingen. Die besonderen Stärken sind unregelmäßig geformte und große Werkstücke – bis hin zur Zimmertür, sowie hohe Spannkräfte, auch über die gesamte Tischlänge.

Flexibel: Selbst runde Werkstücke werden sicher gehalten. Foto: sidm / KEH

Praxistipp: Verleimungen sperriger Werkstücke sind auch mit Spanngurten möglich, allerdings ist hier eine gleichmäßige Kraftverteilung schwierig. Um Druckstellen an empfindlichen Werkstoffen zu vermeiden, sollten Sie die Kanten im Spannbereich mit Pappe- oder noch besser Kunststoffprofilen schützen und den Gurt bei Bedarf manuell nachziehen.

Quelle: selbst ist der Mann 11 / 2017

Beliebte Inhalte & Beiträge
Mehr zum Thema
Copyright 2020 selbst.de. All rights reserved.