Igel füttern

Igel füttern
© Erika Hartmann/pixelio.de
Inhalt
  1. Igel füttern: Wann?
  2. Igel füttern: Womit?
  3. Was dürfen Igel nicht essen?

Im Garten findet der Igel ausreichend Futter: Insekten, Schnecken und Würmer stehen auf seinem Speiseplan. Nur in bestimmten (Not-)Situationen ist es daher sinnvoll, Igel zu füttern.

Haben Sie einen Igel bei sich im Garten gesichtet, stellt sich immer zunächst die eine Frage: Soll ich den Igel füttern? Die meisten Leute meinen es gut und stellen den kleinen Tierchen reichlich Futter zur Verfügung, doch das ist meist gar nicht notwendig und häufig sogar schädlich. Wir erklären, wann Sie einen Igel füttern sollten und auf dem Igel-Speiseplan gehört und was nicht.

 

Igel füttern: Wann?

Igel müssen nicht ganzjährig gefüttert werden. In den Gärten von Siedlungen finden Sie meist genug Futter, um über die Runden und – viel wichtiger – über den Winter zu kommen. Dennoch herrscht in vielen modernen Gärten mittlerweile aufgrund von exotischen Pflanzen und chemischen Mitteln aller Art eine akute Futterknappheit. Die Lösung kann hier jedoch nicht sein, den Igel per Hand zu füttern. Das macht die Tiere nur träge und lockt zudem Katzen, Marder und Co. an. Im schlimmsten Fall übertragen die Igel an den Futterstellen Krankheiten an ihre Artgenossen. Wollen Sie den Igeln daher ganzjährig helfen, ist es sinnvoller, den Garten entsprechend igelfreundlich zu gestalten. Wie das funktioniert, lesen Sie hier:

Gartenpflege Igel im Garten
 

Igel im Garten

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Nichtsdestotrotz gibt es drei Ausnahmefälle, in denen Sie Igel in Ihrem Garten füttern dürfen und sollen:

  1. Nach dem Winterschlaf: Wird es früh warm oder ist das Wetter unbeständig, findet der Igel häufig nicht genügend Nahrung. Insbesondere wenn es an einigen Tagen noch friert, sollten Sie daher zufüttern. Beginnen Sie mit kleinen Portionen und füttern sie solange, bis die Temperaturen konstant über 10 °C liegen.
  2. Vor dem Winterschlaf: Wird es zu früh zu kalt oder die Igelweibchen bekommen zu spät im Jahr noch Junge, sind sowohl Mutter als auch Igeljunges zu mager für die Winterruhe. Beiden können Sie helfen, indem Sie nach Kälteanbruch etwas Futter zur Verfügung stellen. Allerdings nur bis der Igel genug Fettreserven für den Winterschlaf hat (Igeljunge: 600 Gramm, erwachsene Igel: 1000 Gramm).
  3. Kranke/verletzte Tiere: Ist ein Igel verletzt oder krank, hilft es manchmal schon, ihm ein wenig Futter zur Verfügung zu stellen, bis er sich wieder erholt hat. Im schlimmsten Fall muss das Tier jedoch zu einem Tierarzt und in Ihrer Obhut bleiben, bis er wieder völlig gesund ist.
 
 

Igel füttern: Womit?

Igel futtern bevorzugt Würmer, Schnecken und jegliche Insekten, die Ihnen vor die Schnauze kommen. In winzigen Mengen naschen sie auch an Früchten. Das ist jedoch eher eine Ausnahme, da sie die Kost nicht verwerten können. Ein gutes Igelfutter sollte sich entsprechend daran orientieren und möglichst fett- und eiweißreich sein. Am besten geeignet sind:

  • ungewürztes, ungesalzenes und leicht angebratenes Hackfleisch
  • ungewürztes Rührei
  • Katzennassfutter ohne Zucker (nicht dauerhaft und ausschließlich!!!)

Damit der Igel genügend Ballaststoffe zu sich nimmt, können Sie unter das Futter ein wenig Weizenkleie und Haferflocken mischen. Das Futter sollte zudem immer Zimmertemperatur haben und am Abend in einer Portion angeboten werden. Geschwächten Tieren sollten durchgängig Wasser zur Verfügung haben. Wasser sollte allen Tieren immer zur Verfügung stehen.

Gartenpflege
 

Igel im Winterschlaf

Sinken die Temperaturen & schrumpft das Nahrungsangebot hält der Igel Winterschlaf

Die Mengen unterscheiden sich je nach Größe und Gesundheitszustand des Tier. Sie werden jedoch überrascht sein, wie viel sogar ein kleiner Igel am Tag verputzen kann. 150 bis 200 Gramm sind da keine Seltenheit. Pro Tag sollte der Igel mindestens 10 Gramm zunehmen. Jungtiere sollten ab einem Gewicht von 600 Gramm wieder an ihrem ursprünglichen Fundort freigelassen werden, erwachsene Tiere mit mindestens 1000 Gramm. Nimmt das Tier gar nicht zu, ist es Zeit einen Tierarzt aufzusuchen.

 

Was dürfen Igel nicht essen?

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Igel auch gerne Früchte und Nüsse essen. Während die Tiere das Essen zwar nicht verschmähen, wenn es ihnen als einzige Kost zur Verfügung steht, können sie die Nahrung dennoch nicht verwerten. Obst, Gemüse, Nüsse und Zucker haben daher auf dem Speiseplan nichts zu suchen! Milch ist ebenfalls tabu. Igel sind laktoseintolerant und bekommen von jeglicher Milch Durchfall, an dem sie sogar sterben können.

Igel füttern
© Dennis Schmitt/pixelio.de

Praxistipp: Einige Katzenfuttersorten enthalten ebenfalls Zucker sowie Obst und Gemüse. Das gleiche gilt für im Handel angebotenes Igelfutter. Achten Sie daher beim Kauf auf die Inhaltsstoffe!

Während es zunächst wie eine gute Idee klingt, sollten Sie auch keine Insekten und Mehlwürmer füttern. Das ist zwar die natürlichste Nahrung für den Igel, die Insekten können jedoch Krankheiten übertragen, was dem geschwächten Igel noch mehr zusetzen würde.

Quelle: selbst ist der Mann

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