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Geht auch ganz einfach:

Dachgeschoss dämmen Sparrendach von innen dämmen

Was erst mal komplex klingt, ist eigentlich gar nicht schwer: Mit dem richtigen Basiswissen können Sie ganz einfach selbst Ihr Dachgeschoss dämmen.

Inhalt
  1. Wie dämmt man das Dachgeschoss?
  2. Wie teuer ist eine Dachdämmung?
  3. Welcher Dämmstoff ist der richtige?

Nicht nur wer auf dem Dachboden zusätzlichen Wohnraum schaffen möchte, sollte das Dachgeschoss dämmen. Auch wenn Ihnen die oberste Etage lediglich als Stauraum dient, macht es durchaus Sinn, über eine Dämmung der obersten Geschossdecke nachzudenken. Die Vorteile sind vielfältig: 

  • Sie sparen jede Menge Energie ein und reduzieren dadurch Ihre Heizkosten. Das schont nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch das Klima.
  • Mit einer Dachdämmung steigern Sie den Wert ihres Hauses – besonders für Altbauten ist eine nachträgliche Dachdämmung wichtig, um den Wert der Immobilie zu erhalten. Das zahlt sich schnell aus, denn der Staat fördert eine effiziente Dämmung mit reichlich Zuschüssen. Mehr dazu später.
  • Sie verbessern außerdem Ihren Wohnkomfort – nicht nur Zugluft, Feuchtigkeit und stetige Kälte gehören nach einer nachträglichen Dämmung der Vergangenheit an. Als positiver Nebeneffekt wirkt die Dämmung zudem als Lärmschutz.

Im Video nennen wir weitere Vorteile einer Dachdämmung und zeigen die wichtigsten Handgriffe, die jeder Heimwerker beherrschen sollte, will er Dämmmatten selbst verlegen:

 
 

Wie dämmt man das Dachgeschoss?

Grundsätzlich gibt es drei Dämm-Methoden für das Dach. Entweder wird der Dämmstoff auf, zwischen oder unter den Sparren installiert. Welche Art der Dämmung im Dachgeschoss zum Einsatz kommt, hängt davon ab, ob Sie sich noch im Hausbau befinden oder nachträglich dämmen, wie viel Zeit Ihnen zur Verfügung steht und wie viel Geld Sie in die Hand nehmen können und möchten. 

  1. Aufsparrendämmung: Die besten Dämmwerte erreichen sie ganz klar mit einer Aufsparrendämmung. Gedämmt wird dabei zwischen Sparren und Dacheindeckung – also von außen. Neben der Effizienz punktet die Aufsparrendämmung mit dem Erhalt der Wohnräume. Sie ist die einzige Option für alle, die die Sparren als Gestaltungselement im Inneren des Gebäudes bewahren möchten. Zudem finden die Umbauarbeiten draußen statt, das heißt: weniger Schmutz und Lärm im Wohnraum. Nachteile sind einerseits der hohe Aufwand (das Dach muss komplett abgedeckt werden) und andererseits die dadurch entstehenden hohen Kosten. Beim Hausbau oder einer Dachsanierung ist und bleibt die Aufsparrendämmung aber die erste Wahl. Und auch bei einer nachträglichen Dachdämmung rentiert sich die einmalige Investition mittelfristig! 
  2. Zwischensparrendämmung: Zwar nicht die effizienteste, jedoch die wirtschaftlichste Methode der Dachdämmung ist die Zwischensparren-Dämmung. Dabei wird der Dämmstoff ganz einfach von innen in die Sparren-Zwischenräume eingeklemmt – zwar gehen die Sparren als Gestaltungselement dabei verloren, große Wohnraumverluste haben Sie aber nicht zu befürchten. Ein großer Vorteil der Zwischensparrendämmung: Sie können Sie ganz einfach in Eigenregie durchführen. Wie das geht, erklären wir Ihnen oben in der Bildergalerie Schritt für Schritt.
    Dachbau
    Zwischensparrendämmung

    Schritt für Schritt zeigen wir den Einbau einer Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse


    Außerdem ist eine Zwischensparrendämmung ziemlich schnell erledigt, verlangt keine große Investition und erfordert keine Neu-Eindeckung des Daches – die perfekte Wahl bei einem Dachausbau.
  3. Untersparrendämmung: Eine Untersparrendämmung wird üblicherweise als eine zusätzliche Dämmschicht zur Zwischensparrendämmung installiert. Dazwischen liegt eine Dampfbremsfolie. Besonders dann, wenn nur eine Zwischensparrendämmung vorgenommen wurde, hilft eine Untersparrendämmung, Wärmebrücken zu verhindern. Auch diese Dämm-Methode lässt sich einfach und kostengünstig selbst durchführen. Im Gegensatz zur Außensparrendämmung kostet Sie jedoch Wohnraum und schützt die Dachkonstruktion nicht so effektiv vor Witterungseinflüssen.

Dachbau
Untersparrendämmung

Auf die 220 mm Zwischensparrendämmung folgten 50 mm Untersparrendämmung . Dazu wurden Träger in Form von CD- und UD-Profilen befestigt, zwischen die...

 

Wie teuer ist eine Dachdämmung?

Auf die Kostenfrage einer Dachdämmung gibt es natürlich keine Pauschalantwort. Wie teuer die Dämmung Ihres Daches wird, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Unter anderem davon, …

  • …welche Variante Sie zum Dämmen Ihres Dachbodens auswählen.
  • …wie Ihr Dach konstruiert ist.
  • …in welchem Zustand Ihr Dach ist.
  • …welchen Dämmstoff Sie wählen.
  • …wie groß das Dach ist.

Bei einer Aufsparrendämmung müssen Sie in der Regel einen Fachbetrieb engagieren – und das kostet. Da Sie bei dieser Variante nicht nur die Materialkosten der Dämmung, sondern zusätzlich Kosten für Gerüst, Dacheindeckung & Co. mittragen müssen, können Sie hier mit etwa 60 bis 150 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Die Eigenleistung, die Sie bei Unter- und Zwischensparrendämmung investieren können, spart Ihnen jede Menge Kosten ein. Kalkulieren Sie bei beiden Dämm-Varianten etwa 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter ein. Sollten Sie sich auch hier für einen Profi entscheiden, müssen Sie mit etwa 30% mehr Kosten rechnen.
Rentiert hat sich sich Dämmung im Regelfall nach allerspätestens zwölf, mit Förderung oft auch schon nach nur etwa fünf Jahren. 

Dachgeschoss dämmen – Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Wer sein Dachgeschoss dämmen oder komplett sanieren möchte, kann von unterschiedlichen regionalen und staatlichen Förderungen profitieren. 

  • KfW-Bank: Wenn Sie an Förderungen rund um den Hausbau oder eine Sanierung denken, kommt Ihnen wahrscheinlich zuerst die KfW-Bank in den Sinn. Und das zurecht! Die KfW bietet sowohl für Komplettsanierungen im Rahmen des Programms "KfW-Effizienzhaus" als auch für die Dachdämmung als Einzelmaßnahme passende KfW-Kredite an. Pro Wohneinheit können Sie für die Einzelmaßnahme bis zu 60.000 Euro und maximal 15.000 Euro Tilgungszuschuss erhalten (KfW-Kredit 262). Voraussetzung ist unter anderem der Einbezug eines Energieberaters, aber auch dafür kommt in Teilen der KfW-Zuschuss auf.
  • BAFA: Eine staatliche Förderung können Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragen. Für eine Dachdämmung kommt zum Beispiel das Förderprogramm "Bundesförderung für effiziente Gebäude-Einzelmaßnahmen" (BEG EM) in Frage, welches ab Sanierungskosten in Höhe von 2000 Euro bis zu 25% (max. 15.000 Euro) bezuschusst. Auch hier ist der Einbezug eines Energieberaters Pflicht.  
  • Steuerbonus: Wer bis 2029 energetische Maßnahmen wie eine Wärmedämmung beginnt und abschließt, kann einen Teil davon von der Steuer absetzen. Bis zu 20% der Kosten für die energetische Sanierung werden Ihnen über einen Zeitraum von drei Jahren vom Finanzamt erstattet, wenn Sie diese in Ihrer Steuererklärung angeben – das lohnt sich! Auch hier sollten Sie sich vorher über die Bedingungen informieren. Sie erhalten die Förderung unter anderem nur, wenn Sie die Immobilie ausschließlich selbst nutzen und sie mindestens 10 Jahre alt ist. Außerdem müssen die Arbeiten von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.
  • Regionale Förderungen: Auch die Länder und Gemeinden bieten eine Vielzahl an Fördermitteln für die Dachdämmung an. Oft lassen sich diese sogar mit einer KfW-Förderung kombinieren.

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Wichtig: Die Förderungen können nur in Anspruch genommen werden, wenn die Dämmung durch einen Fachbetrieb ausgeführt wird. Auch für die Materialkosten, die bei eigens durchgeführten Sanierungsarbeiten aufkommen, können seit Kurzem keine Fördermittel mehr beantragt werden!
Ob es sich lohnt, bei einer Zwischen- oder Untersparrendämmung einen Fachbetrieb zu beauftragen, um Zuschüsse zu erhalten, müssen Sie dementsprechend im Einzelfall prüfen.

 

Welcher Dämmstoff ist der richtige?

Nicht nur die Dämm-Methode, auch das jeweilige Material wirkt sich auf die Kosten und die Effizienz Ihrer Dachdämmung aus. Vorab sei jedoch schon einmal gesagt: das eine richtige oder beste Dämmmaterial gibt es nicht. Bei jedem Material müssen Abstriche gemacht werden – dazu ist es wichtig, dass Sie Prioritäten setzen und für den Einzelfall entscheiden. Soll der Dachboden bewohnt werden, ist ein Dämmstoff mit hohem sommerlichen Hitzeschutz dringend ratsam und wollen Sie die Arbeiten selbst durchführen, sei Ihnen von Zellulose in Flockenform dringend abgeraten. 
Grundsätzlich lassen sich Dämmstoffe in zwei Gruppen einteilen: organische und anorganische Materialien. Organische Dämmmaterialien bestehen hauptsächlich aus Rohstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, anorganische dagegen aus mineralischen Stoffen wie Glas, Kalk oder Stein oder synthetisch produzierten Stoffen. 

Baustoffe Auswahl verschiedener Dämmstoffe
Alle Dämmstoffe im Überblick

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Tipp: Beachten Sie bei der Auswahl eines Dämmmaterials den Wärmedurchgangskoeffizienten, auch U-Wert genannt. Dieser gibt den Dämmwert des Materials an. Es gilt: Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung.

Mineralwolle

Mineralwolle zählt zu den beliebtesten Materialien wenn es um Dämmung geht. Die zwei bekanntesten Vertreter des konventionellen Dämmstoffes sind die Steinwolle und die Glaswolle. Beide überzeugen mit niedrigen U-Werten von ca. 0,032 -0,040 W/m²K. Außerdem lassen sich die Stoffe sehr gut zwischen die Sparren klemmen (dabei die Schutzkleidung nicht vergessen!) und liefern einen hohen Schall-, Wärme- sowie Brandschutz.

Möchten Sie die Dämmung selbst vornehmen, bietet sich Dämmaterial in Mattenform an. Foto: iStock/roman023

Auch vor Schimmel brauchen Sie bei Mineralwolle keine Angst haben. Glaswolle ist im Regelfall etwas günstiger erhältlich als Steinwolle. Abstriche muss man bei der Entfeuchtungsfähigkeit machen. Außerdem schützen Glas- und Steinwolle nur mäßig vor sommerliche Hitze im Dachgeschoss – eher unpraktisch, wenn der Dachboden bewohnt werden soll.

Geschäumte Kunststoffe

Ebenfalls beliebt ist die Dachdämmung mit sogenannten geschäumten Kunststoffen wie Polystyrol (also Styropor) oder Polyurethan (PUR). Diese Dämmstoffe überzeugen mit guten Dämmwerten, Witterungs- und Feuchtigkeitsresistenz und vergleichsweise günstigen Preisen. 
Große Nachteile dieser Dämmmaterialen offenbaren sich einerseits im schlechten Brandschutz – Polyurethan kann sogar brandfördernd wirken –, sowie in punco Nachhaltigkeit. Die Kunststoffe bestehen nämlich aus Erdöl, dessen Gewinnung mit weitreichenden Umweltschäden verbunden ist. Zudem werden die Materialien kaum recycelt. 

Naturdämmstoffe

Dämmstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Flachs, Schafwolle, Jute, Holz, Kork oder recycelten Materialien wie Altpapier bestehen, sind im Vergleich zu anorganischen Dämmmaterialen nachhaltiger. Doch auch bei ökologischen Dämmstoffen gibt es Unterschiede: Oft werden synthetische Fasern – zum Beispiel zu Brandschutz-Zwecken – hinzugefügt, achten Sie dementsprechend auf eine Zertifizierung des Materials. Vorteile bieten die natürlichen Stoffe nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit. Sie punkten mit besonders hohem sommerlichen Hitzeschutz und einer guten bis sehr guten Feuchtigkeitsregulierung. Außerdem lassen sich die Matten meist einfach verarbeiten und sorgen für hervorragendes Raumklima. Abzüge gibt es im Vergleich mit konventionellen Dämmstoffen vor allem beim Preis, wobei dieser stark vom jeweiligen Material abhängt.

Quelle: selbst ist der Mann 3 / 2020

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